Aachen wird umgekramt. Erst mal nur gedanklich.

3000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche mit 130 neuen Läden: Das neue Einkaufs-Zentrum am Kaiserplatz in Aachen wird nicht nur kräftig Kaufkraft aus Städten wie Stolberg, Eschweiler und Monschau abziehen. Und diesen Städten die ohnehin schon niedrige Gewerbesteuer-Einnahmen noch mindern.

Es wird auch krasse Auswirkungen auf die Geschäftswelt in Aachen haben, wie man es in anderen Städten, die den Bau solcher Zentren zuließen, sehen kann. Das neue „Aquis Plaza“ (Eröffnung Anfang 2016?) wird in den ersten drei Jahren gut laufen. Jeder aus der Region will mal dagewesen sein, und viele werden dann auch da etwas kaufen. Aber nach drei Jahren tritt erfahrungsgemäß eine Änderung ein, die neuen Einkaufstempel werden gemieden.

Neulich war ich in den Räumen der Industrie- und Handelskammer (IHK), für mich war es gefühlt die 100. Veranstaltung, die sich mit dem Gelände am Kaiserplatz befasste. Bei der IHK kamen besonders die Belange des Einzelhandels zur Sprache. Klar war unter anderem: Die Stadt und die Geschäftswelt müssen sich beide auf ein Mega-Projekt einstellen. Und zwar unverzüglich.

Es wird vermutet, dass gerade die Geschäfte rund um Aachens Dom und Rathaus nicht mehr so frequentiert werden, wie das derzeit noch der Fall ist. Und man war sich einig, dass das Kunststück gelingen muss, die Käufer und Käuferinnen vom Kaiserplatz in Richtung Markt zu locken. Das passiert meiner Meinung nach nicht, wenn es auf dem Weg zum Markt keine attraktiven Örtlichkeiten gibt, an denen jeder gern vorbeispaziert. Einen Pendelbus dort einzurichten, wie es Aachens Oberbürgermeister mal vorgeschlagen haben soll, das reicht nicht.

Die Stadt ist auf dem richtigen Weg, wenn sie plant, das Bushof-Gelände sehr viel attraktiver zu gestalten als dies heute der Fall ist und dazu auch das Gelände Büchel/Parkhaus und drumherum gewaltig aufzuhübschen, bzw. die Bedingungen zu schaffen, dass das möglich wird. Wer gern einkauft und bummelt weiß: Man läuft gern irgendwie rund und kommt am Ende wieder an den Ausgangspunkt zurück, wo man im besten Fall sein Auto abgestellt hat. So sollten auch die künftigen Kunden des „Aquis Plaza“ in einer Art Rundlauf zum Markt und zurück geführt werden.

Zunächst zum Bushof: Hier bin ich der Meinung, dass bauliche Veränderungen an der Schrott-Imobilie, die da jetzt steht, keinen Zweck haben. Da ist ein Neubau erforderlich. Ein Neubau, mit einem tollen Museumcafé und einem Museum für alle die moderne Kunst, die jetzt noch im Ludwig-Forum (LuFo) weitgehend unbeachtet ist (außer von Schulklassen). Okay, die Nancy-Graves-Ausstellung mag wohl auch recht zugkräftig gewesen sein. Zu den Besucherzahlen will ich aber hier ausdrücklich nichts mitteilen. Nur: Diese Kunst hat NRW-weit, wenn nicht sogar bundesweit viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Und in so einem Haus muss richtig viel los sein.

Wenn aber das LuFo zum jetzigen Bushof zieht, dann müsste man in dieses neue LuFo-Areal an der Peterstraße auch die Stadtbibliothek mit einbeziehen. Und die Klangbrücke und eventuell auch die schöne Kirche St. Peter mit ihren Ausstellungen. Es wäre ein kulturelles Zentrum mit Flaniermeile. Und zwar vom Feinsten, alles andere hätte keinen Zweck. Wenn dort nicht richtig Geld in die Hand genommen werden kann, sehe ich schwarz für diese Ecke.

Was aber mit dem wunderbaren 20er-Jahre-Forum-Gebäude (Ex-Schirmfabrik) machen? Dort sollte, man ahnt es, die VHS ein neues Domizil finden. Jeder in den jetzigen Räumen der VHS ist unzufrieden, wie die Bildungseinrichtung dort auf drei Etagen untergebracht ist. Warum also nicht einen Umbau der ehemaligen Schirmfabrik (jetzt Forum) wagen?

Die VHS hätte im Forum viel Platz und endlich eine richtiges Restaurant, was ja im Bushof-Gebäude über all die Jahre ein schäbbiges Provisorium war und ist.
Wer mir bis jetzt bei diesem elend langen Text gefolgt ist: Alle Achtung. Meistens ist ja im Netz nach 60 Zeilen Schluss. Mehr braucht man eigentlich gar nicht zu schreiben, es wird doch nicht zu Ende gelesen.

Zum Büchel: Dort sollte die Stadt via Bebauungsplan Wohnungen einplanen. Und eine Zeile mit Läden. Andere Läden, etwa in der oberen Jakobstraße (hinter der Jakobskirche vom Markt aus gesehen), werden ohnehin in Wohnungen umgewandelt, weil sie schon jetzt (als Läden) nicht mehr zu vermieten sind.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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