Über Baulücken, Shoppingcenter, Neubaugebiete und Aachen

Aachen, Friesensstraße,  Baulücke

Aachen, Friesensstraße,
Baulücke

 

Aachen, Annastraße, Baulücke

Aachen, Annastraße, Baulücke

 

Weit ausgelagerte, auf der grünen Wiese geplante und gebaute Wohngebiete haben gute Chancen, sich zu Ghettos zu entwickeln. Wo die Menschen sich nur zum Schlafen einfinden, wo es keine gewachsenen Strukturen gibt, da möchte niemand gern lange wohnen. Tagsüber sind diese Viertel oft menschenleer, der Niedergang ist vorprogrammiert.

Aber neue Wohnungen müssen her, das ist klar. Nur: Warum in Richterich, am äußersten Rand der Stadt ein weiteres großes Neubaugebiet planen, wenn es innerstädtisch noch reichlich Platz für Neubauten gibt? Die Rede ist hier von Baulücken, die es zu füllen gilt (Fotos: s. unten).

Baulücken zu füllen und Wohnungen zu bauen, das ist nicht so wirklich eine kommunale Aufgabe. Eine Stadt oder Gemeinde kann zwar selber ein wenig bauen, sie muss aber unbedingt die Möglichkeiten schaffen, damit andere investieren können. Neulich, bei einer Veranstaltung in den Räumen der Industrie- und Handelskammer (IHK), äußerte jemand die Idee, dass für Bau- und Umbaumaßnahmen eine „gemeinnützige Genossenschaft“ gegründet werden sollte. Diese Genossenschaft könnte mit dem Geld ihrer Mitglieder heruntergekommene Häuser in Aachen kaufen, diese sanieren und dem Markt wieder zum Kauf oder zur Vermietung zur Verfügung stellen.

In der IHK versammelte man sich, um sich mal wieder über Stadtentwicklung und Aachens neues Shoppingcenter zu unterhalten (130 zusätzliche Läden). Wie ein Fremdkörper wird ja neben die Kirche St. Adalbert ein Center hingestellt, das so auch überall anderswo (wie ein Raumschiff aus einer anderen Welt) hingestellt werden könnte. 450 Shoppingcenter gibt es angeblich in Deutschland, so war zu hören. Die meisten werden von innen erschlossen: Man muss einen zentralen Eingang zum Reingehen benutzen, das fördert eine gewisse Zentralisierung. Die Dekoration ist dann auch nach Innen gerichtet. Ganz übel.

Besser ist es, wenn die einzelnen Läden von außen zugänglich sind und man außen an den Schaufenstern entlangschlendern kann. Wie man den Bau eines Shoppingcenters genehmigen kann, das außen von allen Seiten keine attraktive Schaufensterfront hat (Rothe Erde), ist mir ein Rätsel.

Zusätzliche Arbeitsplätze gibt es, das zeigt die Erfahrung, durch die Eröffnung eines solchen Centers nicht. Es wird angeblich stark auf 450-Euro-Jobs umgeschwenkt. Die Menschen brauchen dann aber, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, Transferleistungen vom Staat. Die neulich in der IHK anwesenden Geschäftsleute waren sich der Dramatik der Lage bewusst. Und ich war nicht überrascht, dass die Händler Wert legen auf ein attraktiven Straßenbild.

Zurück zu den Baulücken, die ich gerne geschlossen sähe. Würde man dort Gebäude hochziehen und Wohnungen errichten, brauchte man das Neubaugebiet in Richterlich nicht so groß anzulegen. Derzeit wird wohl noch davon ausgegangen, dass dort einmal 3000 Menschen wohnen werden. Möglicherweise hat man jedoch in der Stadtverwaltung die Pläne schon eingedampft (wir werden berichten).

Hier das neue Shoppingcenter „Aquis Plaza“ :
http://www.aquisplaza.de/aquis-plaza/

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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