Karl der Große, jetzt die volle Dröhnung

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Eine Aktion, die einen den Katschhof neu erleben lässt, geht gerade in Aachen über die Bühne: Der Professor und Konzeptkünstler Ottmar Hörl stellt auf dem Platz zwischen Dom und Rathaus über 500 Kaiser-Karl-Figuren aus. Jede ist nur 110 Zentimeter groß und aus billigem, roten und goldfarbenem  Plastik.

Die Vorbereitungen fanden schon unter großem Publikumsinteresse statt. Hobby-Fotografen klickten,  was das Zeug hielt, und Kinder aus der Domsingschule hatten ihren Spaß mit den Figuren. Die Kaiser stehen in Reih und Glied, jeder schaut in eine andere Richtung. Während nun die üblichen Skeptiker von einer Werbeveranstaltung sprechen, deren Requisiten am besten unverzüglich auf dem Sperrmüll landen würden, freuen sich andere. Endlich wird dieser in Aachen allgegenwärtige Kaiser auf ein Minimaß reduziert. Und nicht Bronze, Gold und Silber sondern eben Plastik ist jetzt das ihm beigemessene Material.

Man kann sagen, dass „der Große“ einmal ordentlich verarscht wird. Eine im karlsbesoffenen Aachen längst überfällige Aktion.

Über seine Arbeit informiert Ottmar Hörl im Projektbüro im unteren Bereich des Haus Löwenstein am Markt 39. Dort gibt es auch weitere Arbeiten des Künstler zu sehen. Er machte sich schon über Karl Marx, Richard Wagner, die Feldhasen von Albrecht Dürer und allerlei Heroen (die einem schon immer auf die Nerven gingen mit ihrer Abgehobenheit) lustig. Alle diese „Großen“ schraubte er auf ein verträgliches Maß herunter und enttarnte sie zugleich. Von wegen anbetungswürdig. NOT

Zwei Wochen werden die Karlchens auf dem Katschhof stehen. Bezahlt haben sie Aachener Bürgerinnen und Bürger, die sie sich nach Ende der Aktion in die privaten Räume stellen können. Die Aufführung hat Charme, der militärische Charakter der Präsentation wird wunderbar gebrochen durch die Witzigkeit der kleinen Karle. Man kann Oberbürgermeister Marcel Philipp da mal zustimmen, der das Ganze „eine zeitgemäße humorvolle Art, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen“ nannte.

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