
Vernissage auf dem Katschhof
Mit Humor, Hintersinn, Ironie und auch mit Respekt hat sich der Künstler Ottmar Hörl einer Aachener Ikone genähert – dem in der Kaiserstadt bis zum Exzess verehrten Kaiser Karl. Hörl hat „den Großen“ in Kunststoff auf den Katschhof gestellt, in fast 500-facher Ausführung und 110 Zentimeter groß. Die eindrucksvolle Installation „Mein Karl 2014“ wurde am heutigen Samstag eröffnet.
Das erlebt man selten: Am Tag der Vernissage sind schon restlos alle Kunstwerke verkauft. Die Präsentation haben nämlich die Aachener Bürgerinnen und Bürger und einige Auswärtige finanziert, indem sie im Vorhinein Plastiken kauften. So kommt die Stadt Aachen groß raus, ohne dass ihr besondere Kosten entstehen. Bilder vom vollgestellten Platz zwischen Dom und Rathaus finden sich seit Tagen im Internet und heute sogar in New Yorker Zeitungen. Die Plastiken dürfen sich die Eigentümer ab dem 27. April in ihre Läden, Wohnzimmer, Büros und Gärten stellen.

Professor Ottmar Hörl bei seiner Ansprache
So wie in den kommenden 14 Tagen wird man den Katschhof wohl nie mehr erleben. Ein Besuch lohnt sich. In Reih und Glied stehen die Karls-Plastiken, in kaiserlichem Purpurrot und in Gold, auf einer Dachlatten-Struktur befestigt.
Reihungen und Serien sind auch das Thema des Konzeptkünstlers, der bei der Eröffnung persönlich das Wort an das Publikum richtete. Einen solchen Run auf seine Kunst wie in Aachen „habe ich in über 20 Jahren noch nicht erlebt“, sagte er.
Darf man den Kaiser verniedlichen? Darf man sich über seine Einzigartigkeit lustig machen und ihn wie ein Wegwerfprodukt in Plastik vervielfältigen? „Darf man alles“, meinte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Im Karlsjahr, also genau 1200 Jahre nach Karls Tod, nähere man sich eben auf vielfältige Weise der Person und ihrem Erbe.
Dr. Jutta Bacher, Leiterin der städtischen Marketingabteilung, hatte die Idee, Öttmar Hörl einzuladen. Tourismuschef Werner Schlösser übernahm die Organisation. Die wohl 300 bis 400 Aachener, die bei der Eröffnung dabei waren hatten ihren Spaß. Gegner der Aktion soll es geben, sie machten aber bis jetzt noch nirgendwo auf sich aufmerksam.
Wer Fragen hat oder weitere Kunstwerke des Professors für Bildende Kunst sehen möchte, kann das im eigens eingerichteten Projektbüro (Haus Löwenstein, Markt 39) tun. Dort gibt es auch Info-Broschüren.
Link zu Ottmar Hörl auf Wikipedia
Link zu Konzeptkunst auf Wikipedia
Link zum Aufsatz von Walter Benjamin auf Wikipedia
Homepage von Ottmar Hörl
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