Aachen: Eine Stadt will ihre Bilder behalten

Regina Weinkauf hat die Bilder jeweils kurz nach der Entstehung fotografiert, Dieter Einkauf hat Fotos, Dokumente, Reden, Skizzen und Medienberichte in einem Buch zusammengefasst.

Regina Weinkauf hat die Bilder jeweils kurz nach der Entstehung fotografiert, Dieter Weinkauf hat Fotos, Dokumente, Reden, Skizzen und Medienberichte in einem Buch zusammengefasst.

Was die Rettung der Paier-Graffitis betrifft, stellt sich mir die Sache jetzt so dar: Das Interesse am Erhalt der Arbeiten von Klaus Paier ist erfreulich groß und wird noch immer größer. Und es haben sich schon seit vielen Jahren Privatleute darum bemüht, die einzigartige Kunst des Aachener Wandmalers in die Zukunft hinein zu retten.

Es wurden von Privatleuten, nicht von Mitarbeitern der Kulturverwaltung, Anträge gestellt, Briefe geschrieben und Mails, Kontakte wurden geknüpft, es wurde fotografiert, dokumentiert, es gab eine Foto-Ausstellung mit Dutzenden Interessierten bei der Eröffnung, es gab Führungen zu den Bildern, Presseberichte, und der WDR machte Filme. Denkmalschützer und ein Alt-

Drei große Berichte mobilisieren die Paier-Fans.

Drei große Berichte mobilisieren jetzt die Paier-Fans.

Oberbürgermeister engagierten sich, mit Worten, konnten aber nichts erreichen. Die Fan-Gemeinde von Klaus Paier ist nicht klein, aber leider ohne Einfluss. Ihr gehören übrigens auch Graffiti-Künstler an, die heutzutage sehr aktiv sind.

Viele haben nach den jüngsten Berichten in den Aachener Zeitungen Mails geschrieben, und Regina und Dieter Weinkauf – absolute Experten in Sachen Streetart und Kunst von Klaus Paier – haben sich die Zeit genommen, mir ein wenig aus den letzten Jahren zu berichten. Da stand mir wirklich der Mund offen vor Staunen. Am Ende zeigten sie mir noch eine Arbeit von Klaus Paier, die ich noch nie gesehen hatte. Mitten in Aachen befindet sich diese, aber so versteckt, dass sie die letzten 30 Jahre in einem recht guten Zustand überstanden hat.

Befindet sich sehr versteckt mitten in Aachen. Es geht um Menschen, auf deren Neigungen durch Operationen im Gehirn Einfluss genommen wird. In der Mitte sind ein Kopf, eine Spritze und eine Hand zu erkennen.

Befindet sich sehr versteckt mitten in Aachen: Es geht um Menschen, auf deren Neigungen durch Operationen im Gehirn Einfluss genommen wird. Gut  sind ein Kopf, eine Spritze und eine Hand zu erkennen.

Geschieht jetzt mit den letzten noch vorhandenen Bildern das, was Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre in Aachen in großem Stil geschah? Dass nämlich die Graffitis von Klaus Paier verschwinden?

Die Grünen in Gestalt von Hermann Josef Pilgram werden die Angelegenheit vor den Rat der Stadt bringen. Der Termin wird hier und auf verschiedenen anderen Info-Kanälen mitgeteilt. Vielleicht ist es ja sinnvoll, im Rat aufzulaufen und durch die Anwesenheit zu dokumentieren, dass ein massives Interesse am Erhalt der Bilder besteht. Für „Zwischen den Tagen“ und „Der große Krieg“ sieht sich entsprechend mündlichen Zusagen der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) in der Verantwortung. Hoffentlich sind das nicht nur leeren Worte gewesen.

Nebenbei gesagt ist es doch beachtlich, dass ein Mann wie Ex-Oberbürgermeister Kurt Malangré (CDU) quasi vom Saulus zum Paulus geworden ist und sich auch nicht zu fein ist, das zuzugeben. Er war einst mit der Vernichtung der Bilder sehr einverstanden. Hat sich im Ruhestand mit der Thematik nochmals intensiv befasst und ist zu der Erkenntnis gelangt, dass es ein Fehler war. Dass es sich um Kunst handelt, die erhalten werden muss.

Über uebergangshymne

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Eine Antwort zu Aachen: Eine Stadt will ihre Bilder behalten

  1. Michael Bayer schreibt:

    Liebe Paier_Graffiti_Liebhaber,

    in der Borngasse war das Graffiti „Der Schwimmer“ auf einer Häuserwand, die abgerissen werden musste. Da den Mitarbeitern der IHK Aachen dieses Gemälde über die vielen Jahre trotz Überstreichungen und Nachmalungen Überwucherungen … ans Herz gewachsen war, habe ich es kurzerhand großformatig nachmalen lassen. Das Bild hat seitdem einen angemessenen Platz im Hause der IHK gefunden. Bei Interesse gerne reinschauen und an der Information nach „dem Schwimmer“ auf der dritten Etage, Flur der Abteilungen INTUS/DIENST fragen.

    Gruß
    Bayer

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