Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge X

Immer mehr Freiwillige werden in Aachen aktiv für junge Flüchtlinge. Der WDR hat berichtet und die „Aachener Nachrichten“ ebenfalls. Doch wie steht es mit der Finanzierung? Für dieses Jahr (2015) setzt der SKM Geld in Höhe von 20.000 Euro ein, um noch bis Ende des Jahres Paten aussuchen und ausbilden zu können. Allerdings gibt es eine Deckungslücke von 60.000 Euro. Und: Der SKM-Eigenanteil kann ab 2016 wohl nicht mehr erbracht werden.

So hat man sich bei dem Sozialdienst mächtig angestrengt und Anträge – unter anderem an die Stadt Aachen  – formuliert. Eine Riesenarbeit, aber darum geht es hier nicht. Am kommenden Donnerstag passiert der Förderantrag in Aachen  seine erste Hürde – und zwar im Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie (Donnerstag, 30. April, ab 17 Uhr). Zuschauer sind im Rathaus willkommen, die Sitzung ist öffentlich.

Die Politiker werden am Donnerstag die Projektverantwortlichen befragen und sich das Projekt nochmals vorstellen lassen. Schließlich möchte der SKM genau 60.000 Euro noch in diesem Jahr. Nach Donnerstag geht es mit dem Antrag weiter. Dann (5. Mai) muss sich noch der Kinder- und Jugendausschuss mit der Sache befassen. Zum Schluss wird im Stadtrat endgültig entschieden. Wie, das ist noch völlig offen.

Wie das üblich ist, hat die Stadtverwaltung die Angelegenheit schon rundum geprüft und durchleuchtet. Die Verwaltung rät den Politikern, das Projekt „Aachener Hände“ zu unterstützen, und zwar über das Jahr 2015 hinaus. (Das ist schon mal ein gutes Zeichen.) In der Vorlage für die Politiker wird das Projekt nochmals ausführlich vorgestellt. Dort ist unter anderem zu lesen:

„Bemerkenswert an dem Projekt ist  auch, dass die finanziellen Mittel nicht dazu dienen, die jungen Flüchtlinge direkt zu beraten, sondern es ausschließlich darum geht, ehrenamtliche Paten zu finden, anzuleiten und zu begleiten.“

Aus der Vorlage der Verwaltung

Traumatisierte junge Menschen, die nicht wissen, wie Aachen, wie Deutschland funktioniert, brauchen einen Erwachsenen an ihrer Seite. Sie sollen selbstständig werden und ohne kriminell oder todunglücklich zu werden, durchs Leben gehen. Gute Arbeit leisten in Aachen schon rund 60 Personen. Es ist keine leichte Arbeit, man muss viel Geduld haben. Und auch, wenn die Jugendlichen schon 18 oder 19 Jahre alt sind, ist der Bedarf an Unterstützung, an Information über das Leben in Europa im Ganzen groß. Wer sich für ein Praktikum oder eine Stelle bewirbt, wer mal zum Arzt muss oder zum Ausländeramt, zum  JobCenter oder zur Krankenkasse usw fühlt sich besser, wenn er nicht alleine hingehen muss.

Das Projekt ist gut angelaufen, und bei aller Mühe freuen sich auch die Paten: über Erfolgserlebnisse, über Entwicklungen, die zu beobachten sind, über die Bereitschaft zur Anpassung und vieles mehr.

Es wurden vom SKM auch Förderanträge beim Land NRW und aus Bundesmitteln  gestellt. Darüber werde ich noch berichten. Auch wird überlegt, wie man Sponsoren aktivieren kann. Über die gründliche Ausbildung der Paten möchte ich ebenfalls noch schreiben. Es werden alle nur möglichen Fragen angesprochen und mit Fachleuten durchgearbeitet. Und: Mir ist aufgefallen, dass es unter den Paten viele Menschen gibt, deren Eltern oder Großeltern selbst im oder nach dem 2. Weltkrieg geflohen sind.

Unter http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=13547 auf der Seite der Stadt Aachen könnt ihr euch zu der Angelegenheit durchklicken. Da könnt ihr die Stellungnahme der Verwaltung selbst lesen.

(wird fortgesetzt)

Folge IX der Serie findet ihr hier

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Eine Antwort zu Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge X

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