Sehenswerte Ausstellung über armenische Architektur und den Genozid

Eine Ausstellung in der Volkshochschulen Aachen vermittelt einen Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes.

Eine sehenswerte Ausstellung in der Volkshochschulen Aachen vermittelt einen Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes.

Wer interessiert sich schon für das kulturelle Erbe der Armenier in der Türkei? Viele sind das nicht. In diesem Zusammenhang würde mich die Resonanz auf eine Ausstellung interessieren, die derzeit in der Volkshochschule in Aachen zu sehen ist. Armenische Architektur steht dabei im Mittelpunkt.

Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus Fotos von Menschen und Bauwerken sowie kurzen Texten. Man kann sich über das vielfältige Leben der Armenier in der Türkei vor 1915 informieren, insbesondere über ihre herausragende Baukunst. Die Armenier bauten Schulen, Kirchen und Klöster, Wohn- und Geschäftshäuser, Cafés und Restaurants und sonstige gewerblich genutzte Räume, bis die Osmanen die Ausrottung dieses christlichen Volkes beschlossen und sich in einem gigantischen Raubzug das Eigentum der armenischen Bevölkerung aneigneten.

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Was geschah mit den imposanten Bauten nach dem Genozid, also nach 1915? Die Ausstellung stellt Fotos mit der Situation von damals den heutigen Aufnahmen gegenüber. Kirchen wurden manchmal niedergerissen, bestenfalls als Moscheen verwendet. Oft wurden und werden sie aber auch als Garagen und sogar als Steinbrüche genutzt für wenig kunstvolle Häuser der Einheimischen.

Viele Gebäude sind zwar schwer beschädigt, aber noch erhalten. Jedoch wird niemals darauf hingewiesen, dass es sich um Gebäude aus armenischem Besitz handelt. Die offizielle Türkei von heute besteht darauf, dass es den Genozid niemals gegeben hat. Zu einem perfekten Genozid gehört ja, dass auch die Erinnerung an das ausgelöschte Volk unmöglich gemacht wird. Und das schafft man, indem man leugnet, dass überhaupt etwas passiert ist.

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Genau den entgegengesetzten Zweck bewirkt die Wanderausstellung mit ihren 22 Tafeln, worüber man sich wirklich freuen kann. Geboten wird ein kleiner Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes. Es wird eine breite Palette an Beispielen präsentiert.

„1915 – 2015. Armenische Architektur und Genozid“, in der VHS in Aachen, Peterstraße, noch bis 29. Januar.

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Mehr über die Ausstellung hier (pdf): http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/wp-content/uploads/2014/12/Handreichung_Ausstellung-Armenische-Architektur-und-Genozid-Info-2.pdf

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Update am Samstag, 13. Februar: Die Ausstellung ist am letzten Tag zielgerichtet beschädigt worden. Ein Fall für den Staatsschutz. s. Tageszeitung

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