Beim Buddeln auf Skelette gestoßen, denn: Unter dem Pflaster liegen die Toten

Unter diesen Platten, neben dem Spatzenbrunnen von Professor Benno Wirth, ist etwas gefunden worden, was Archäologen interessiert: Skelette.

Unter diesen Platten, neben dem Spatzenbrunnen von Künstler und Professor Benno Werth, ist etwas gefunden worden, was Archäologen interessiert: Skelette.

Wie Leserinnen und Lesern dieses Blogs bekannt sein dürfte, hat die Stadtverwaltung (Abteilung Stadtbetrieb) drei Rotdornbäume am Münsterplatz fällen lassen. Sehr zum Ärger einiger Anwohner, denen bisher entgangen war, dass zwei dieser Bäumchen mausetot waren.

Aber Experten wissen ja immer besser Bescheid als die Leutchen, die erst seit 20 und mehr Jahren ihre Nachbarschaft TÄGLICH im Auge haben, jede kleine Veränderung sofort bemerken und diese beim Smaltalk bequatschen. Ja ne, is klar.

Auch in der Giselastraße musste ein Rotdorn dran glauben. Die Rotdorne in der Nizzaallee dagegen konnten kürzlich gerade noch vor der Säge gerettet werden, wobei sich derzeit etliche Aachener in diese Allee aufmachen um zu sehen, was da vor sich geht, und bei ihren Inspektionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen (Zuschrift bitte lesen). Sollen radikal alle Rotdorne in Aachen plattgemacht werden? Die Verwaltung hat auf Anfragen reagiert und NATÜRLICH bestritten, dass sie was gegen Rotdornbäume hat. Diese Frage war wohl auch nicht so ganz ernst gemeint.

Es gehe darum, so wird den Fragestellern aus der Nizzaallee versichert, die kranken und toten Bäume gegen robustere Baumarten auszutauschen. Und das kann man wohl glauben, so ein Stadtbetrieb hat es auch nicht immer leicht. Nur wüsste man mal gern, warum da, wo ein Rotdorn gefällt werden musste, nicht wieder ein Rotdorn gepflanzt werden kann?

Nicht immer ist klar, warum ein alter Baum weichen musste und ein neues Bäumchen gepflanzt wurde. Hier: Seilgraben/Annastraße.

Nicht immer ist klar, warum ein alter Baum weichen musste und ein neues Bäumchen gepflanzt wurde. Hier:  die Ecke Seilgraben/Annastrasse.

Unterdessen hat man sich mit dem Buddeln auf dem Münsterplatz ein neues, viel größeres „Problem“ eingehandelt. Davon zeugen zwei Stahlplatten, die dort seit Tagen liegen (s. Foto oben). Was ist denn damit?, fragt neugierig die Bloggerin. „Skelette gefunden! Skelette gefunden!“, weiß man in der „Rose“. Und jetzt müssten da erst mal für Wochen und Monate Archäologen ran. Offenbar ist in früheren Jahrhunderten in Domnähe beerdigt worden.

Anhand der Knochen können Archäologen herausfinden, wovon sich die Toten ernährt haben, ob sie schwer gearbeitet oder ein Luxusleben geführt haben, ob es Frauen oder Männer waren, wie alt sie geworden sind, welche Krankheiten usw. usw. usw.

Im Hof wurden vor Jahren Skelette gefunden, jetzt – kein Meter unter dem Pflaster vom Münsterplatz – ebenfalls. Ist das nicht „Störung der Totenruhe“ (§ 168 StGB), wenn man all diese Gebeine ausgräbt und im Museum zur Schau stellt? Ein Fall für die Juristen.

Der Stadtbetrieb muss mit Neupflanzungen jedenfalls warten, bis die Expertise der Archäologen vorliegt. Unterdessen geht es im kommenden Umweltausschuss um 10.000 Bäume, die in Aachen in einer von den Grünen unterstützten Langzeit-Aktion gepflanzt werden sollen. Infos dazu kann man sich am Dienstag, 16. Februar, ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude in der Reumondstraße anhören.

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