50 Aufführungen, 40.000 Zuschauer

Alles Theater: Die Wand wird zum Malen benutzt und die Fassaden sind Kulissen.

Alles Theater: Die Wand wird zum Malen benutzt und die Fassaden (s. unten) sind Kulissen (Wüllnerstraße, Alexanderstraße).

Das war wirklich ein Spektakel der Extraklasse: die West Side Story in Aachen. Dabei ist „Spektakel“ eigentlich der falsche Ausdruck für dieses Stück aus den 1960er Jahren.

Die Aufführung ist ein Riesenerfolg, 49 Aufführungen hat es gegeben, die 50. und letzte findet am 15. Mai statt. 40.000 sahen das Musical, und der Applaus war stets gigantisch. Ich habe es ungeheuer genossen, mal auf unterhaltsame Weise eines der drängendsten Probleme unserer Zeit vorgeführt zu bekommen. Es war keine Sekunde langweilig.

Singend und tanzend spielten über 30 Darsteller vor, welche Probleme Einwanderer-Gruppen mit den Werten und Maßstäben der neuen Gesellschaft haben, wo zum Beispiel Frauen es genießen, plötzlich freier leben zu dürfen als in der alten Heimat. Wo Konflikte ganz anders ausgetragen werden. Machtkämpfe finden zwischen den verschiedenen Einwanderer-Jugendbanden statt, es gibt gruppenübergreifend keine Solidarität unter den neu ins Land Gekommenen, sondern Konkurrenz. Die Einwanderer erhalten von der Mehrheitsgesellschaft kaum Chancen: Um die wenigen Jobs, Wohnungen, Mittel und Möglichkeiten entbrennen zwangsläufig Kämpfe.

Die West Side Story ist – zumindest in der Aachener Aufführung – keine simple Unterhaltung, es ist ein Drama. Sogar die Kulissen und die Choreographie lassen daran keinen Zweifel.

Was ich aber in dem Zusammenhang lernen musste: So oft das Musical in Aachen auch aufgeführt wurde, es klingelt nicht in der Kasse. 54,90 Euro habe ich im Oktober 2014 für zwei Karten bezahlt (1. Rang, Mitte, rechts). Doch die Tantiemen und die vielen Akteure auf und hinter der Bühne müssen bei jeder Aufführung bezahlt werden, und da entsteht kein großes Plus in der Kasse. Im Gegenteil: Angeblich kostet jede Aufführung mehr als sie einbringt.

Das ist natürlich fatal und eigentlich kaum zu glauben. Ich bin gespannt auf die Abrechnung, die im zuständigen Ausschuss hoffentlich bald präsentiert wird. Mal sehen.

Zunächst wird aber gefeiert. Am Pfingstsonntag, 15. Mai, nach der letzten Vorstellung (ab 21.30 Uhr) steigt eine Party im Stadttheater, an der auch alle anderen, die gern feiern, teilnehmen können. Der Eintritt ist frei.

http://www.theateraachen.de

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Über AachenNews

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