Am Neumarkt gehen die Leute auf die Barrikaden

Die geplante Aufwertung des Neumarktes wirft im Frankenberger Viertel, insbesondere bei den Anwohnern und Benutzern des Neumarktes, Fragen auf. Den Neumarkt finden eigentlich alle schön

Schon bei der Bürgerversammlung vor mehreren Monaten betonten mehrere Anwesende, der Neumarkt solle, wenn überhaupt, dann nur geringfügig verändert werden. Foto: Archiv

Schon bei der Bürgerversammlung vor mehreren Monaten (Mitte März 2016) in einer Schule im Frankenberger Viertel betonten mehrere Anwesende, der Neumarkt solle, wenn überhaupt, dann nur geringfügig verändert werden. Foto: Archiv

und passend so wie er ist. Und nicht wenige haben Angst, dass er nach der „Aufwertung“ nicht mehr so schön ist wie zuvor. Neulich wurden sogar von Bürger*innen erste Abbrucharbeiten verhindert. Robert Peters-Gehrke ist verantwortlich für die Facebook-Seite „Neumarkt in Gefahr?“. Er möchte verschiedene Fragen von den zuständigen Kommunalpolitikern beantwortet haben, „damit auf der geplanten Bürgeranhörung im Oktober ein auf konkreten Fakten basierendes Gespräch möglich ist“.

Fragen, die das Klettergerüst betreffen, das vor vier Wochen wegen angeblich fehlender Sicherheit abgerissen werden sollte und nun doch bis nächstes Jahr stehen bleiben soll:

– Auf welcher Grundlage genau wurde über den dann doch abgesagten
Abbau des Gerüstes aus Sicherheitsmängeln entschieden? Am Telefon wurde
mitgeteilt, es gäbe kein Gutachten, wohl aber „Messungen“. Was ergaben
diese Messungen genau?

– Warum wurde das Gerüst im Frühjahr erst von Steuergeld überholt und
gestrichen, wenn dann ein paar Monate später ein Abrisskommando auftaucht?

– An dem Gerüst sind nun einige zusätzliche Bretter angebracht worden,
deren Sinn uns nicht klar ist. Verbessern diese Bretter die Stabilität
des Gerüstes oder dienen sie der Vermeidung von Unfällen?

– Durch was soll das Gerüst im nächsten Jahr ersetzt werden? Aus welchem
Material wird das neue Spielgerät sein?

 

Fragen, die den Neumarkt betreffen:

– Warum steht der genaue Plan für die „Aufwertung“ des Neumarktes nicht
im Internet, sodass sich die Anwohner und Benutzer ein genaues Bild
machen können?

– Im Raum steht eine Umbaudauer von einem halben Jahr, obwohl es nur
geringfügige Änderungen geben soll. Warum diese lange Dauer bei nur
geringfügigen Änderungen?

– Wie genau wird der Umbau vor sich gehen? Ist der Neumarkt ein halbes
Jahr Baustelle oder nur Teile des Marktes? Was ist mit Spielgelegenheiten, Wochenmarkt und Außengastronomie in dieser Zeit?

 

Fragen zu den Kosten des Umbaus

– Im Raume steht eine Verringerung der Spielfläche zugunsten von
Sitzgelegenheiten. Wenn man sich den benutzten Platz ansieht, sieht man
keinen Mangel an Sitzgelegenheiten. Warum dann die Verkleinerung der
Spielfläche?

– Was geschieht mit der kleinen Open-Air-Caféfläche des Wochenmarktes,
wenn der Markt in Gassen aufgestellt wird? Diese Fläche ist hochbeliebt
und ein funktionierender Mittelpunkt an jedem Markttag.

*

Robert Peters-Gehrke schreibt an die Fraktionen im Rat: „Allgemein gesagt ist die vorherrschende Meinung unter den Anwohnern und Benutzern des Neumarkts, dass es sich hier um einen funktionierenden Platz handelt, der Urbanität im besten Sinne darstellt. Verschiedenste Bevölkerungsgruppen kommen hier zwanglos zusammen und begegnen einander. Der Platz funktioniert. Ich habe noch niemanden getroffen, der diesen Platz grundlegend verändern will, auch und gerade um seinen Charme zu
erhalten.“

s. auch https://uebergangshymne.com/2016/03/15/neumarkt-moeglichst-wenig-veraenderung-gewuenscht/

Update:

Für die Stadtverwaltung hat vorerst Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf die Fragen von Robert Peters-Gehrke geantwortet. Beckers teilt mit, dass die Bürgerinformation zum Thema Neumarkt am Donnerstag, 27. Oktober, ab 17 Uhr in der Burg Frankenberg stattfindet.

Bei der Veranstaltung werde, so Beckers, „die Planung vorgestellt, die sich nach den zwei beiden vorherigen Info-Veranstaltungen herauskristallisiert hat und als umsetzbar gilt. Der letzte Feinschliff an dieser Planung werde zurzeit in den beteiligten Fachabteilungen vorgenommen. (Wird hier durch die Blume gesagt, man wisse schon, was am Neumarkt gemacht wird und werde das auch durchziehen???)

Beckers weiter: Die Fragen würden erst bei der Bürgerinformation am 27. Oktober beantwortet.

***

Auf diese Aussagen hat Robert Peters-Gehrke seinerseits sofort reagiert. Er schreibt an die Stadtverwaltung: 

„Was genau bedeutet es, wenn Sie die Planung für den Neumarkt als „umsetzbar“ bezeichnen? Ist sie umsetzbar für die Verwaltung, umsetzbar für das Architekturbüro, umsetzbar im Sinne der Anwohner und Bewohner, von denen die meisten die Planung aber gar nicht kennen?

Warum wird den Anwohnern und Benutzern keine Skizze der Planung zur Verfügung gestellt? Dass die genaue Planung nicht bekannt ist, sorgt für Misstrauen am Neumarkt.

Warum bekommen wir die Antworten auf die gemailten Fragen erst auf der Bürgerinformation selber und nicht vorher? Dadurch entsteht ein Informationsgefälle zuungunsten der Anwohner und Benutzer. Ist es nicht gewünscht, dass die Anwohner und Benutzer sich auf die Bürgerinformation vorbereiten können?“

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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