Neumarkt, die Dritte.

Die „Verschönerung“ des Neumarkt im Frankenberger Viertel war bisher immer umstritten: Die Verwaltung wollte den Neumarkt neu machen, die Anwohner*innen und Besucher*innen des Neumarktes wollten ihn so lassen, wie er ist. Jetzt gibt es in dieser Angelegenheit schon die dritte Bürgerversammlung.

Die findet statt am Donnerstag, 27. Oktober, in der Burg Frankenberg. Von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr werden sich die Leute wieder mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass an ihrem Neumarkt irgendwas verändert wird. Meine Hypothese: Sie haben keine Chance. Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund hat sich die Stadtverwaltung darauf versteift, den Neumarkt nicht so zu lassen, wie er jetzt ist.

Es habe sich „nun eine Planung ergeben“, so wird mitgeteilt, die bei einer dritten Infoveranstaltung nochmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Die Vorschläge der Bewohner*innen zur Umgestaltung seien eingearbeitet worden.

Es wird weiter mitgeteilt: „An diesem Abend werden alle Pläne für die Umgestaltung des Platzes ausgehängt, und während der gesamten Zeit besteht die Möglichkeit, sich über alle Maßnahmen zu informieren. Gegen 18 Uhr werden die Planungen und vorgesehene Maßnahmen von der Stadt Aachen präsentiert. Und: Während des Termins stehen die Verantwortlichen der Stadt allen Interessierten persönlich zur Erläuterung und Ansprache zur Verfügung.“

Man kann wirklich nicht sagen, dass die Verwaltung sich keine Mühe gibt. Ich habe mich mehrfach zum Neumarkt begeben, der war an schönen Tagen immer voll mit Erwachsenen und Kindern. Klar, der Neumarkt sieht einfach nicht edel aus, nicht stylisch, so wie der Rehmplatz. Der ist – nach Umbau – richtig schick geworden, dort gibt es coole Spielgeräte, ein Klettergerät, wie ich es noch nie gesehen habe. Dagegen sieht der Neumarkt leicht schäbbig aus, ein Allzweckplatz, ein 0815-Platz mit Bänken und Sandkasten, Gastronomie und altmodischen Klettergerüsten/steinen usw, auf dem man sich aber sehr wohl fühlt, wie in einer alten Strickjacke, die man nur zu Hause anzieht und von der man sich nicht trennen kann. Der Rehmplatz in Nähe Rudolfstraße/Ottostraße ist dagegen sogar ein bisschen elegant.

Aber so etwas wollen die Frankenberger ganz offensichtlich nicht.

Aachen Spielplatz

Futuristisches Kletterteil, in der Sandkaulstraße in Aachen gesehen. („Ist das Kunst oder kann das . . . benutzt werden?“)

Update 21. 10. 2016: Jetzt sind auch noch – völlig überraschend für die Anwohner und ohne vorherige Information – Bäume auf dem Neumarkt gefällt worden. Ein Pilz ist schuld, die Bäume sind todkrank. Die Aachener Zeitung berichtete hier http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/faellung-am-neumarkt-entsetzt-anwohner-1.1473944

Über AachenNews

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Eine Antwort zu Neumarkt, die Dritte.

  1. Robert Peters-Gehrke schreibt:

    Das hier habe ich gerade an die Aachener Nachrichten geschrieben:
    Wer auf der Bürgerinformation zur Neugestaltung des Neumarkts war, wird sich über die Berichterstattung der Aachener Nachrichten wundern. Im Bericht steht, dass sich die Anwohner „zufrieden“ mit den Planungen zeigten. Eine überwiegende Zustimmung zu den Planungen war tatsächlich zu beobachten, jedoch gab es auch die durch Applaus unterstützte Gegenmeinung, dass hier ohne jede Not eine gewachsene Grundstruktur aufgelöst wird. Das Ergebnis wird sein, dass die zentrale Platzierung der Spielbereiche, die von Familien 365 Tage im Jahr genutzt werden, zugunsten des Wochenmarktes, der nur 52 Tage im Jahr stattfindet, aufgelöst wird. Im Bericht dazu kein Wort. Warum man auf dem Neumarkt nicht einfach Ausbesserungen bzw. Neuanschaffungen vornimmt und die wunderbar funktionierende Grundstruktur des Platzes beibehält, konnte mir und anderen Teilnehmern von Frau Buchkremer nicht nachvollziehbar erklärt werden und wird auch in dem Artikel der Aachener Nachrichten nicht hinterfragt. „Auf dem jetzigen Platz fehlen klare Strukturen“, sagt die Stadt – aber genau das führt die verschiedenen Gruppen auf dem Platz zusammen und macht den Charme des Neumarkts aus. So wird nun also aufgeräumt und klar strukturiert – und zugleich gewachsene Urbanität zerstört.

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