Airbnb in Aachen: Aus Wohnungen werden Ferienwohnungen

Wer ein wenig Kontakt zu seiner Nachbarschaft hält, hat es möglicherweise schon bemerkt: In etlichen Aachener Straßen werden Wohnungen privat an Tagesgäste vermietet. Ganz normale Wohnungen sind plötzlich preiswerte Ferienwohnungen. Airbnb macht’s möglich. Wie viele es sind, das weiß niemand genau, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben es zu errechnen versucht.

In der heutigen (5. Feb.) Sitzung des zuständigen Politiker-Gremiums (Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss, öffentliche Veranstaltung) gibt es einen „Sachstandsbericht über Airbnb in Aachen“. Diesen Bericht kann man hier einsehen. Lesen lohnt sich.

Wie fast alle Internet-Portale arbeitet Airbnb weitgehend intransparent. Die Entwicklung auf dem Homesharing-Markt gilt es allerdings zu beobachten, denn nicht selten werden komplette Wohnungen ausschließlich dazu genutzt, immer wechselnd neue Gäste dort einzuquartieren. Ganz normaler Wohnraum wird so zweckentfremdet, weil dort – wie in einem Hotel – dauernd neue Mieter unterkommen. Der Hotelbranche entgehen Umsätze, Wohnungssuchende schauen in die Röhre, der Stadt entgehen Steuereinkünfte.

Die Nachbarschaft dieser Airbnb-Wohnungen hat es mit ständig wechselnden Leuten zu tun, dauernd begegnet man fremden Menschen im Treppenhaus, in der Garage und im Garten, die nicht selten nachts ihre Ferien mit feucht-fröhlichen Partys feiern. Schlüssel für die Gäste werden nicht persönlich überreicht, sondern irgendwo draußen befestigt.

Die Politiker aller Parteien werden, das nehme ich an, sich den Bericht anhören und sich dann gegenseitig versichern: „Tja, blöde Entwicklung, aber machen können wir nichts.“ Dabei könnte der Rat eine Zweckentfremdungs-Satzung beschließen, die die gewerbliche Nutzung von Wohnraum eindämmen oder sogar verhindern könnte. (s. Wohnungsaufsichtsgesetz, NRW, § 10)

Aber wer weiß? Mal sehen, wie sich die Ausschussmitglieder entscheiden.

Die Sitzung findet statt im Verwaltungsgebäude, Lagerhausstraße, Saal 170. Beginn ist heute, 5. Februar, um 17 Uhr. Es soll auch über die rund 40 leerstehenden Wohnungen in der unteren Adalbertstraße geredet werden.

Zum Weiterlesen: https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/sharing-economy-teilen-tauschen-airbnb-uber-trend

Das Teilen war mal sehr angesagt, ist aber jetzt durch Kommerzialisierung teilweise unbeliebt geworden. Man kennt u. a.: Carsharing, Booksharing, Food-Sharing und Foto-Sharing.

In Aachen wird das Fahrradfahren gefördert. Und auch e-Bikes kann man gut gemeinsam benutzen.

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3 Antworten zu Airbnb in Aachen: Aus Wohnungen werden Ferienwohnungen

  1. Karsten Vonhoegen schreibt:

    Dieser Artikel wiederholt leider nur die üblichen Vorbehalte bis hin zur Panikmache und enthält leider keinerlei Fakten, die zur objektiven Betrachtung des Umstandes beitragen würden. Sehr schade. Heute gab es zum Glück diesen wesentlich informativeren und vor allem von Klischees befreiten Artikel.
    https://epaper.zeitungsverlag-aachen.de/2.0/article/7e763a2f00?fbclid=IwAR3jAklFv7mAcoY7YSX8v1uttNQQor3Ki8drCLIZAPLYSjdtISFo0iWFR9A

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    • Margret Vallot schreibt:

      Über Nachbarschaft

      Meine Güte, wie bin ich doch altmodisch und von vorgestern. Denn vorgestern, da war es noch üblich, dass man sich als Neuhinzugezogene/r mal kurz bei den Nachbarn im Haus vorstellte. Macht heutzutage offenbar keiner mehr. Ständig Leute im Treppenhaus, die man noch nie gesehen hat, das ist wohl jetzt die Regel. Toll. Eine Entwicklung, die voll an mir vorbeigelaufen ist.

      Völlig aus der Mode ist auch: Man achtet auf ein gutes, „nachbarschaftliches“ Verhältnis. Der eine Nachbar hat z. B. den Schlüssel zur eigenen Wohnung, „für falls ich mal die Tür hinter mir zuwerfe“. Das kam damals nämlich vor und kommt auch heute noch vor. Da spart man sich den Schlüsseldienst.

      Aber nein, jede Woche neue Unbekannte, die durch’s Haus tapern und eine Wohnung suchen, das ist es, was heute normal ist. . . Also für mich nicht, weil ich so schrecklich voriges-Jahrhundert bin, natürlich.

      Gute Nachbarschaft ist, wenn die andere Nachbarin mal was (Eier, Zucker, Salz) einzukaufen vergessen hat und das erst samstags abends merkt, da sagt man nicht nur hää, wer sind Sie denn??? Man hilft sich aus, weil man sich vom Sehen her kennt. Auch z. B. wenn einmal im Jahr die Klamotten für das Rote Kreuz aussortiert werden, alle Schränke und Komoden offen stehen und gewühlt wird, da weiß man schon: Den Trubel hält unsere Miezekatze nicht aus, die verzieht sich nach gegenüber, da holen wir sie dann auch später wieder ab.

      Es gibt ja noch Nachbarn, die Mitbewohnern in den Ferien die Blumen gießen und den Briefkasten leeren. Heutzutage machen das die Airbnb-Gäste bestimmt auch, oder? ODER? Und die Studenten-WG im Erdgeschoss, die nachts phon-stark feiert und vorher immer ein Entschuldigungs-Brieflein mit einer Flasche Wein vor die Türe legt, das ist offenbar die absolute Ausnahme. Wie blöd von mir, ich dachte, das wär beim Feiern allgemein noch üblich.

      Ganz hinterwäldlerisch: Wir und die supernette Familie von oben, die einmal im Jahr so viel Besuch aus Istanbul bekommt und sich dann im ganzen Haus die Stühle zusammenleiht, da machen wir gern mit, die von Airbnb dann doch bestimmt auch. Nein? Wie . . . nicht?

      usw, usw, usw ja, „was ist schlimm daran, fremden Menschen im Treppenhaus zu begegnen?“, fragte man mich auf Facebook. Ach so, nee, ist bestimmt schön und wird auch immer schöner, besonders für Familien mit kleinen Kindern, denen man gerade beibringt, allein in den Garten zu gehen.

      (. . . )

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  2. Pingback: Airbnb in Aachen: Aus Wohnungen werden Ferienwohnungen – Piratenpartei Aachen

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