Die gute alte Wiese kommt wieder in Mode

Eine Wiese an der Krefelder Straße in Aachen.

Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen u. a. sollen ab 2020 in und um Aachen zahlreiche ansprechende Lebensräume bekommen. Gleichwohl gibt es in Aachen Menschen, die ihren Rasen immer noch – alle 14 Tage – auf Golfplatz-Niveau kahlrasieren lassen. Sie wissen nicht, wie sie (bei großer Hitze und Trockenheit) dem Rasen damit schaden. Und müssen sich fragen lassen, unter welchem Stein sie die letzten 3, 4 Jahre gelebt haben.

Vor wenigen Monaten hat der Weltbiodiversitätsrat die Notlage der Insekten eindrücklich beschrieben: Ohne grundlegende Änderungen sind in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weltweit eine Million Arten vom Aussterben bedroht.

„Insekten tatkräftig zu unterstützen, erscheint vor diesem Hintergrund also dringend geboten“, teilt die Stadtverwaltung mit, die auch weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die Unterstützung habe auch große Vorteile für die Menschen. „Zahlreiche Insekten leisten wichtige Dienste wie die Bestäubung von Obst und Gemüse und tragen zu einem stabilen Gleichgewicht in der Natur bei.“

Die Insektenvielfalt zu unterstützen, das haben sich vier Aachener Organisationen zum Ziel gesetzt: Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH), die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen und die Aachener Stiftung Kathy Beys erarbeiten gemeinsam mit vielen anderen Beteiligten ein Projekt zur Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten (FLIP). Dies geschieht im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesamts für Naturschutz.

Die Projektpartner werden z. B. langweilige Rasenflächen und landwirtschaftlich genutzte Vielschnittwiesen in artenreiche Wiesen umwandeln. Dort soll eine Vielfalt von heimischen Pflanzen angesiedelt werden, die unseren lokalen Gegebenheiten entspricht, um den Lebensraum verschiedener Insekten wiederherzustellen.

Ziel ist es, dass diese Wiesen dann mit wenig Pflegeaufwand langfristig erhalten werden können. Außerdem will das Projekt auch Bürgerinnen und Bürgern in und um Aachen für artenreiche Wiesen begeistern.

Wer besitzt weitere größere Flächen?

Die Projektpartner sind zusätzlich auf der Suche nach Flächen mit einer Mindestgröße von 200 Quadratmeter, die ebenfalls im Rahmen des Projekts für Insekten aufgewertet werden sollen. Dies können größere Rasenflächen, intensiv genutzte landwirtschaftliche Grünflächen oder Feldraine sein, beispielsweise im Besitz von Landwirten, Kirchengemeinden, Kleingartenvereinen, Bildungseinrichtungen, Gewerbetreibenden oder Privatpersonen.

Martina Roß-Nickoll, Projektkoordinatorin vom Institut für Umweltforschung an der RWTH Aachen, sagt „Wenn auch Ihre Grünfläche das Potenzial hat, sich zu einem Lebensraum für Wiesenbewohner zu entwickeln, freuen wir uns, von Ihnen zu hören. Das Projekt FLIP bietet Ihnen Unterstützung bei der Bewertung Ihrer Fläche und der Entwicklung und Durchführung von passenden Pflegemaßnahmen.“ Über die Projektlaufzeit wird auch ermittelt, wie sich die Fläche entwickelt und für welche Insekten sie auf einmal attraktiv wird.

Wer sich für das Projekt FLIP interessiert, kann sich gerne per E-Mail an FLIP@bio5.rwth-aachen.de wenden.

Hier weiter für die Freunde der derzeit vielfach üblichen Platzgestaltung

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