Politik in Aachen hat „bisher vor allem die Interessen der Investoren berücksichtigt“

Im Boxpark in Aachen. Wird diese grüne Idylle erhalten bleiben? Oder wird sie in die neuen Luisenhöfe integriert? Eine Bürgerinitiative möchte Wohnungsbau nicht verhindern, hat allerdings andere Vorstellungen von dem Gelände als die Investoren.

Die Bürgerinitiative (BI) Luisenhöfe hatte zu einem Rundgang eingeladen, zwei Aachener Piraten haben daran teilgenommen. Besichtigt wurde das Gelände zwischen Südstraße, Mariabrunnstraße, Reumontstraße und Boxgraben.

„Wir hoffen, dass bei dem Rundgang erkannt wurde, welche irreparablen städtebaulichen Schäden bereits durch die Genehmigung des vorhandenen Parkhauses entstanden sind, und dass eine Erweiterung deshalb unbedingt verhindert werden muss“, teilte Hans Poth für die BI im Nachhinein mit. Und weiter: Die Bürgerinitiative bittet darum, den geplanten Verkauf des Boxparks an die Investoren zurückzustellen. Sie bittet darum, vorher die Möglichkeiten auszuloten, den Park an einen von den Anwohnern zu gründenden Verein zu verpachten oder zu verkaufen.

Investoren planen, auf dem Areal gut 200 Wohnungen und eine Kita zu errichten, alles weitgehend im hochpreisigen Segment. Luxuswohnungen, die sich Normalverdiener nicht werden leisten können.

Eins ist mal klar: Der Verzicht auf eine Erweiterung des Parkhauses und auf den geplanten Bau einer Tiefgarage würde eine Maßnahme zur Bekämpfung der Klimafolgen darstellen. Das Gebiet ist wegen seiner Lage zwischen zwei Bahnhöfen und an zahlreichen Buslinien tatsächlich geradezu prädestiniert für ein alternatives Mobilitätskonzept.

„Wir hoffen auch“, so Poth weiter, „dass die noch vorhandenen ökologischen Qualitäten der Flächen des Baublockinneren erkannt wurden und dies letztlich dazu führen wird, dass eine gegenüber der vorhandenen Planung reduzierte Verdichtung beschlossen wird“. Es sei bei der Abwägung dringend Wert zu legen auf einen Ausgleich zwischen den Interessen der Investoren und der Anwohner*innen. „Wir sind der Meinung, dass im bisherigen Verfahren vor allem die Interessen der Investoren berücksichtigt wurden“, teilt die Bürgerinitiative mit.

Insbesondere drängt die BI darauf, die Bedeutung des Innenbereiches (genannt: Boxpark) für das Stadtklima zu beachten: Noch bis vor einiger Zeit  habe dieser Bereich als ein Bereich gegolten, der aus klimatischen und ökologischen Gründen nicht bebaut werden sollte. Dies zeige sich in der Ausweisung als klimarelevante Fläche im Klimafolgen-Anpassungskonzept als Grundlage für den Flächennutzungsplan 2030. Die BI formuliert erfrischend deutlich und klar: „Im Rahmen des durch die Stadt erklärten Klimanotstandes ist es angezeigt, diese Flächen zu stärken und nicht zu vernichten.

Man kann nur hoffen, dass die Politik alles Erdenkliche unternehmen wird, den Anteil des sozialen Wohnungsbaus über das bisher geplante Maß hinaus zu erhöhen. Die Wohnungsnot kann nicht durch den Bau
überteuerter und für den normalen Bürger nicht mehr bezahlbarer
Wohnungen
verringert werden.

Bei dem Rundgang wurden die Piraten auch auf die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten der vorhandenen Gebäude der ehemaligen Kalde-Fabrik hingewiesen. Mal abwarten, ob diese Gebäude im Zuge der Neubebauung erhalten bleiben können. Die BI gibt jedenfalls so schnell nicht auf: „Wir setzen uns auch weiterhin für eine Mischung von Arbeiten und Wohnen in diesen Gebäuden ein.“

Morgen, Donnerstag, 14. November, ist vor der Sitzung des Planungsausschusses eine Demonstration geplant. In dem Ausschuss wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bebauung, die von der Stadtverwaltung genehmigt werden muss, diskutiert. Hier Einzelheiten zum Weiterlesen: BI Luisenhöfe auf Facebook.

Sehenswert: Mitten in der Stadt Aachen gibt es eine kleine grüne Hölle. Sehr erholsam ist es allerdings, sich dort aufzuhalten.

Über AachenNews.org

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