Breite Kampagne jetzt schon planen

Einfach mal kurzfristig die Knallerei zu Silvester zu verbieten, das hat nicht geklappt. Und das konnte es auch nicht. Weil sich in Aachen in langen Jahren alle möglichen Leute an ein Feuerwerk z. B. auf dem Markt vor dem Rathaus (s. kleines Foto) gewöhnt haben, sind sie davon nicht so einfach abzubringen.

Wurden im Vorfeld überhaupt alle erreicht, die da zum Jahreswechsel ein Feuerwerk schön und sinnvoll finden? Mit Sicherheit nicht. So wäre für die kommenden Jahre eine breite Kampagne zu planen, will man wirklich etwas erreichen.

Das hat man sich in der Aachener Stadtverwaltung zu einfach vorgestellt. Eine Verhaltensänderung ist so leicht nicht zu erreichen. Peinlich auch, dass das Ordnungsamt sich zurückziehen musste, weil für die Durchsetzung des Verbots offenbar nicht genug Personal vorhanden war. 

Wegen des Feinstaubs, wegen der vielen Verletzungen und der Quälerei, die wir den Tieren antun, muss es das Ziel sein, den Menschen das exzessive Böllern abzugewöhnen. „Denkbar wäre, bestimmte Orte als Zonen auszuweisen, in denen geböllert werden darf – und im Rest der Stadt eben nicht“, so lese ich in der ZEIT. Dort schrieb Ex-Pirat Christopher Lauer schon vor zwei Jahren: „Würde ich mir heute eine Tradition ausdenken, bei der sich ab 18 Uhr alle mit fettem Essen und Alkohol abfüllen, um dann ab 23.30 Uhr betrunken mit Sprengstoff und Raketen zu hantieren, würde man mich zu Recht fragen, wer freiwillig an so einem Schwachsinn teilnehmen möchte – und ob ich noch ganz dicht sei, so einen Blödsinn vorzuschlagen.“

Eine Tradition zu verbieten, etwas, das es schon immer gab, das ist natürlich irre schwer. Und man kann tatsächlich niemand daran hindern, sich selbst zu schaden, etwa dadurch, dass er/sie keinen Sport treibt oder dauernd Schokolade und andere süße Sachen ißt. Wenn aber z. B. durch hirnloses Rasen im Pkw im Straßenverkehr nicht nur man selbst, sondern auch andere geschädigt werden, sieht es mit den Freiheiten schon anders aus.

Nochmal Lauer in seinem Text: „Insbesondere die Kombination aus Saufen und Böllern, die im Zweifel unbeteiligte Dritte zu Opfern macht, ist kein Freiheitsrecht, das es zu verteidigen gilt.“

Im Sommer für mehr Klimaschutz zu demonstrieren und im Winter (in derselben Stadt) so viel Feinstaub in die Luft zu feuern, dass die Werte tagelang extrem hoch sind, das passt einfach nicht zusammen. Und kann auch in den kommenden Jahren nicht so weitergehen. Deshalb sollte die Stadtverwaltung schon jetzt ein fettes Sümmchen für eine entsprechende Kampagne beiseite legen.

Das war im Sommer 2019 in Aachen. Foto: Archiv

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