Fast 300 protestieren gegen fieses FDP-Geschacher.

Spontane Demonstration vor dem Elisenbrunnen. Noch-Pirat Felix Kehren: „Bisher haben sich die demokratischen Parteien in Aachen immer geschlossen von der AfD distanziert, wir hoffen, dass das so bleibt.“

Die Ereignisse in Thüringen, das höchst bizarre und verwerfliche Zusammenarbeiten von FDP, CDU und Höcke-AfD, versetzt auch in Aachen viele Menschen in Empörung.

Vollkommen vor den Kopf geschlagen und fassungslos blieb man aber – angesichts dieser politischen Zäsur – nur kurz. 

Fast 300 Menschen versammelten sich am Abend, an diesem geschichtsträchtigen 5. Februar 2020, als der Damm brach, vor dem Elisenbrunnen. Ausgerechnet ein Aachener namens Thomas Kemmerich ließ sich von Neonazis, von Menschen, die die Sprache und Ideen des Nationalsozialismus übernehmen, zum Ministerpräsident in Thüringen wählen.

Und die CDU machte mit beim fiesen Spiel, sie hätte nur selbst einen Kandidaten aufstellen und den dann wählen müssen, alles wäre anders gelaufen.

Redner von SPD und Die Linke, Piraten und Gewerkschaft, Grüne und Norbert Greuel von der (parteilosen) Bürgerstiftung, ein Student, eine alte Dame und andere ergriffen am Elisenbrunnen das Wort. Wenn schon im verträumten Aachen so viele Menschen spontan protestieren, dann gebe ich Herrn Kemmerich keine 6 Wochen im Amt.

Ein Kandidat einer Partei, die nur ganz knapp mit 5 Prozent in den Landtag gewählt wurde, das ist nie und nimmer ein Ministerpräsident der Mitte. Er muss zurücktreten, so wurde gefordert.

„Lieber mit Neonazis regieren als gar nicht regieren“, sagte jemand bitter – in Abwandlung eines Ausspruchs von FDP-Chef Lindner. Thomas Kemmerich hat seiner Partei sehr geschadet, und auch Christian Lindner und FDP-Vize Wolfgang Kubicki haben ihr geschadet, indem sie Kemmerich gleich nach der Wahl fröhlich gratuliert haben. 

Ein schwarzer Tag für die deutsche Politik“, sagt (hier) Ex-Innenminister Gerhard Baum (FDP). Klar, Geschichte wiederholt sich nicht. Trotzdem denkt man daran: In Thüringen gab es auch die erste Regierungsbeteiligung der NSDAP im Jahre 1930.

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Ein Zitat aus der Pressemitteilung der Fraktion der Piratenpartei im Rat der Stadt Aachen:

„Werden sowohl die Aachener CDU als auch die FDP in Aachen künftig kommunale Bündnisse mit rechtspopulistischen Parteien suchen? Droht eine Rechte Koalition in der weltoffenen Kultur- und Universitätsstadt Aachen? Das sind Fragen, auf welche die BürgerInnen eine Antwort haben sollten, noch vor den Kommunalwahlen in diesem Jahr. Bisher haben sich die demokratischen Parteien in Aachen immer geschlossen von der AfD distanziert, wir hoffen, dass das so bleibt.“

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Die örtliche Presse war natürlich auch vor Ort (Allein das Foto sagt eigentlich schon eine Menge. Das politische Aachen hat echt keine Lust auf eine Neuauflage des braunen Desasters.)

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Licht aus, Licht aus, Herr Bürger will trinken, Herr Nazi schenkt ein.

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