Keine Ehre für einen einflussreichen Nazi-Kunstprofessor

Die Arthur-Kampf-Straße befindet sich in Burtscheid. Der Aachener Maler gehörte in der Nazi-Zeit (entsprechend der Nazi-Ideologie) zu den offiziell „unverzichtbaren“ Menschen. Das Straßenschild ist mittlerweile weg. Foto: Archiv

Das Bürgerforum ist ausgefallen und damit auch eine Diskussion über die Frage, ob es in Burtscheid wirklich eine Straße geben muss, die nach Adolf Hitlers Vorzeigekünstler Arthur Kampf benannt ist. 

Genauer: Die Straße muss es natürlich geben, aber muss sie ausgerechnet nach Arthur Kampf benannt werden? „Gottbegnadet“, den Titel verliehen die Nazis diesem Maler, und seine Bilder waren entsprechend.

Dieser Künstler hat sein zweifellos vorhandenes Talent in den Dienst von Verbrechern gestellt. Er malte im Stil der Blut-und-Boden-Ideologie und setzte sich als Präsident der Akademie der Preußischen Künste massiv dafür ein, avantgardistische Künstler aus dem Kulturleben auszuschließen. 

Dafür sollte niemand geehrt werden.

Die Straße in Burtscheid ist eine Stichstraße, sie hätte unverzüglich einen anderen Namen verdient. Die Anwohner (viele sind es nicht) wurden – soweit bekannt – aber noch nicht befragt.

Das Straßenschild ist jedenfalls schon mal weg. Es verschwand nach der Berichterstattung – hier und in den Aachener Tageszeitungen wie von Geisterhand. Ich persönlich vermisse es kein bisschen. Ich bin vielmehr dem Aachener dankbar, der dort mehrfach vorbeiging und sich fragte: Wer ist denn eigentlich dieser Arthur Kampf? Er recherchierte im Internet und fiel aus allen Wolken. Das war vor über einem Jahr.

Die Straße ist immer noch nicht umbenannt, denn man wollte auf die Düsseldorfer warten. Düsseldorf hat ebenfalls eine Arthur-Kampf-Straße und gab ein Gutachten in Auftrag. Das ist nun fertig und stellt fest: 1. dass Arthur Kampf aus Aachen einer der angesehensten Historienmaler und ein Kunstprofessor im Dritten Reich gewesen ist, dass 2. die Straße in Düsseldorf aber nicht umbenannt werden muss. 

Das Vorgehen der Düsseldorfer gibt Rätsel auf und kann in Aachen hoffentlich nicht als Vorbild dienen. In Aachen ist man eher geneigt, Straßen und Plätze nach Nazi-Gegnern zu benennen s. Anna-Sittarz-Platz und Adam-Kuckhoff-Straße.

Jetzt soll in Aachen ein eigenes Gutachten angefertigt werden.

s. dazu auch den Kommentar

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Eine Antwort zu Keine Ehre für einen einflussreichen Nazi-Kunstprofessor

  1. beckeraachen schreibt:

    Die fortlaufende „Entnazifizierung“œ führt zu groߟer Ignoranz der gegenwärtigen und folgenden Generationen und einem schaurigen Halbwissen über das 3. Reich. Es wird zu einem Gruselmärchen. Warum sollen Menschen nicht wissen, dass es Arthur Kampf und Arno Breker und Emil Nolde und Padua gegeben hat und andere schwankende, die in der Zeit vor 1945 ihr Auskommen gesucht haben? Unter Straßeenschilder gehört eine Tafel, die das erklärt, damit die Erinnerung nicht verloren geht. Adolf Hitler hat verhindert, dass es öffentliche Denkmäler von ihm gibt, die zu zerstören waren. Aber man sollte seine Herrschaft nicht vergessen und alle die, die ihm gefolgt sind und Arthur Kampf und seine Schüler an der Akademie.

    Wolfgang Becker

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