Schurken, die die Welt beherrschen wollen, benutzen „Pegasus“

Mithilfe der Spionagesoftware „Pegasus“ des israelischen Technologieunternehmens NSO sind weltweit rund 50.000 Mobiltelefone von Journalist:innen, Mitarbeiter*innen von Nicht-Regierungs-Organisationen, Politiker*innen und Menschenrechtsaktivist*innen gehackt und ausspioniert worden.

Fatal. Man wird von seinem eigenen Smartphone überwacht. Soweit hier bekannt, gibt es keinen einzigen wissenschaftlich erarbeiteten Beweis, dass Totalüberwachung zur Reduzierung von Kriminalität führt. Hin und wieder werden ein paar Drogenbosse festgenommen, was aber den weltweiten Drogenhandel nicht schmälert.

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Wer Zeit hat, sich diesem hochbrisanten Thema zu widmen, möge hier klicken. Ihr erfahrt, wie eine Firma eine Software erfand, um die Smartphones von Kriminellen und Terroristen auszuspähen – und wie diese Software weltweit als Waffe gegen Menschenrechtler und Oppositionelle missbraucht wird.

Tolle journalistische Arbeit von @astridgeisler, @kaibiermann, @holger_stark, @venohr. Folgt ihnen auf Twitter, es lohnt sich!

Außerdem: Die Süddeutsche behandelt die Angriffe auf die Demokratie in einer anderen Form, megainteressante Darstellung.

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Der Europaabgeordnete Dr. Patrick Breyer (Piratenpartei) fordert die EU-Kommission auf, Konsequenzen zu ziehen und die Hersteller von Mobiltelefontechnologie zur Verantwortung zu ziehen. Breyer teilt mit:

„Die Spionageangriffe und die Welle von Erpressungen haben eine gemeinsame Ursache: Sicherheitslücken gefährden heutzutage Menschenleben. Im Zeitalter der digitalen Revolution tragen kommerzielle Hersteller eine zentrale Verantwortung und müssen für die Folgen endlich haftbar gemacht werden, wenn sie Sicherheitslücken verschulden. Die Kommission muss auf das neueste Desaster reagieren und ihren Worten endlich Taten folgen lassen.“

Mit seiner schriftlichen Anfrage will Breyer von der Europäischen Kommission konkret wissen:

1. Wird die Kommission Rechtsvorschriften vorschlagen, die kommerzielle IT-Hersteller dazu verpflichten, Sicherheitslücken innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach ihrer Entdeckung zu beheben und Patches bereitzustellen, und eine Herstellerhaftung für den Fall vorsehen, dass dies nicht geschieht?

2. Was könnte der Gesetzgeber sonst noch tun, um die Sicherheit mobiler Geräte zu verbessern und die Risiken von Angriffen zu mindern?

3. Ungarische Behörden stehen im Verdacht, die Smartphones von Journalisten und Politikern mit Spionageprogrammen überwacht zu haben. Wie wird die Kommission auf diese Anschuldigungen reagieren?

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Besonders in Frankreich sind Angriffe mit der Cyberwaffe Pegasus massiv. Im Verdacht: Marokko

Sehr informativer Bericht über die Frage, warum ausgerechnet Marokko Frankreichs Staatspräsident und andere hochrangige französische Politiker*innen umfassend bespitzeln und überwachen will.

Frankreichs Präsident Macron im Visier der Spione

https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-07/spionage-frankreich-marokko-emmanuel-macron-handy-pegasus-cyberwaffe-ueberwachung

Spannender Text über: Eine Prinzessin, die aus Dubai flieht. „Dann setzt eine Jagd ein, die alle technischen Möglichkeiten nutzt – offenbar auch das Spähprogramm Pegasus.“ https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-07/dubai-prinzessin-latifa-al-maktum-flucht-pegasus-ueberwachung-smartphone

Here’s how to check your phone for Pegasus spyware using Amnesty’s tool.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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