Karlspreis 2022 für drei mutige Frauen

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Ihn verliehen zu bekommen, das ist eine große Ehre. Das Preisgeld spielt keine Rolle. Es beträgt 5000 Euro und wird von den Preisträgern fast immer gespendet.

Die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo werden im Jahr 2022 mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. Das gaben der Vorsitzende des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen, Dr. Jürgen Linden, und die Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen am heutigen Tag (17. Dezember) in Aachen bekannt. 

„Dies wird ein Karlspreis, wie er in der 71-jährigen Geschichte des Preises noch nicht vorgekommen ist“, sagte Dr. Jürgen Linden. Und über die drei Frauen: „Ihr mutiger und ermutigender Einsatz gegen die brutale staatliche Willkür, Folter, Unterdrückung und die Verletzung elementarer Menschenrechte durch ein autoritäres Regime, für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit hat das gesamte Karlspreisdirektorium zutiefst beeindruckt.“

Die drei Leitfiguren der demokratischen belarussischen Opposition seien Symbole für den Geist der Freiheit. Ihre Botschaften seien aufrüttelnd, ihre Opfer beispiellos. „Sie sind das Signal an die eigene belarussische Gesellschaft, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen“, so Linden weiter.

In einer ersten Reaktion hatten alle drei designierten Karlspreisträgerinnen dem Direktoriumsvorsitzenden Linden erklärt, sich geehrt zu fühlen und vor allem auf eine weitergehende Unterstützung in ihrem Kampf für Demokratie und Menschenrechte in Belarus zu hoffen.  

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen ging auf die besondere Rolle der Preisträgerinnen ein und unterstrich die Begründung mit der Aussage: „Die belarussischen Frauen setzen sich ohne Wenn und Aber für demokratische Grundwerte in ihrem Land ein. Gemeinsam ist es ihnen gelungen, den Widerstand im Land zu einen. Als Querwechslerinnen in die Politik führen sie den Kampf ihrer inhaftierten oder emigrierten Partner kompromisslos fort.“

Mit ihrem Einsatz seien sie ein ermutigendes Vorbild für viele junge Frauen und Männer in Europa. Es seien Heldinnen der Jetzt-Zeit, Heldinnen des politischen Kampfes. Vorbehaltlos und unbeugsam mischten sie sich ein und seien somit zu Leitfiguren einer wirkungsvollen Protestbewegung gegen staatliche Willkür und für Demokratie und Meinungsfreiheit geworden.

***

Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011) oder Martin Schulz (2015), damals Präsident des Europäischen Parlaments. 2016 ging der Karlspreis an Papst Franziskus, im Jahr 2018 folgte der Staatspräsident Emmanuel Macron. Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde.

Die Preisverleihung wird am Himmelfahrtstag, 26. Mai 2022, wie gewohnt im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattfinden.

Infos: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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