Froh über viele Kinder, traurig über fehlende Kitas und kein Personal

Tja, das haben die Wissenschaftler*innen mal wieder nicht kommen sehen: Deutschland wächst, man muss derzeit bereits von 84 Millionen Menschen ausgehen. Dabei hieß es vor ein paar Jahren noch, die Bevölkerungszahl gehe langsam zurück, es werde speziell immer weniger Kinder geben. Man machte sich Sorgen und Zeitschriften formulierten 2015 solche Fragen: Sind die Deutschen in 400 Jahren ausgestorben? und Sterben die Deutschen wirklich aus?

Alles Quatsch, wie jetzt herauskommt. Auch Aachen wächst, derzeit freut man sich über steigende Kinderzahlen. Und diese Kleinen stehen mit ihren Eltern vor den Kitas und wollen/sollen rein. Aachen müsste jetzt den ein oder anderen Kindergarten bauen, doch die aus allen Fugen geratene Baubranche lädt dazu überhaupt nicht ein. Die Preise sind praktisch nicht mehr kalkulierbar.

Wenn aber eine Kita mal eröffnet wird, ist es immer sehr die Frage, ob der Betrieb auch umfassend stattfinden kann. Es fehlt an Personal. In 56 städtischen Kitas sind derzeit 60 Vollzeitstellen nicht besetzt. In den Kitas der anderen Träger (Kirche, AWO) sieht es nicht besser aus.

Das wurde hier alles mehrfach berichtet. Für die, die am Thema besonders interessiert sind, s. unten zwei Weiterleitungen zu interessanten Zusatzinfos.

Am Europaplatz gesehen. (Mehr davon hier)
  • Umfassende Berichterstattung in der örtlichen Presse. Dort gibt es allerdings oft eine Bezahlschranke. Verständlich, denn von irgendwas müssen die Blattmacher*innen auch leben.

Aachen möchte eigentlich allen Kindern (konkret: 97 Prozent) zwischen 3 und 6 Jahren einen Kita-Platz anbieten. In manchen Stadtvierteln klappt das auch beinah schon, in anderen aber nicht. Ein Beispiel: In Rothe Erde/Ostviertel gibt es nur für 74,4 Prozent der Kinder (über 3) einen Platz in einer Kita. Der Rest muss irgendwie anders betreut werden und hat entsprechend – weil ohne professionelle Förderung in einer Kita – von Anfang an schlechte Karten im Leben.

In den Grundschulen setzt sich die Benachteiligung fort: zu wenig Lehrer*innen, zu wenig Platz in Gebäuden aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts usw. Kein Wunder, dass diese Kids als junge Erwachsene bisweilen wütend sind und die Gesellschaft diese Wut auch spüren lassen.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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