Uralt-Kneipe schließt zum Jahresende

Dürer Aachen

Blick auf den Eingang der Albrecht Dürer Stube, die Ende des Jahres geschlossen werden soll.

Auch das noch: Die Traditionskneipe am Fischmarkt, die Albrecht Dürer Stube, wird Ende des Jahres geschlossen. Aus. Ende. Vorbei – nach 500 Jahren. Ein Investor hat das Haus gekauft, er will es komplett entkernen und über 30 Studenten-Appartements errichten lassen. Die Pächterinnen der Dürer Stube wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. (Schönes Foto: hier)

Für alle traditionsbewussten Aachener bahnt sich hier eine Katastrophe an.
Der Aufschrei auf Facebook ist entsprechend. Wenn ihr mich fragt: Die Messe ist noch nicht gelesen, die Politik soll sich einmischen (verlangen einige), das wird spannend.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber in Aachen existiert eine gewisse Liebe zum Historischen. Traditionen in ihren verschiedenen Manifestationen sieht man ungern untergehen. 500 Jahre soll die Gaststätte schon alt sein, leider sieht sie auch so aus. Albrecht Dürer soll dort 1520 eingekehrt sein, das hat er zumindest damals in seinem Tagebuch notiert. Daher der Name. Sonderbar, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.

50 Meter vom Dom entfernt sollen also demnächst Studenten wohnen, hoffentlich in Wohngemeinschaften und nicht in diesen Junggesellen-Suizid-Boxen, die ganz klein sind und so angelegt, dass man seinem Nachbarn möglichst selten begegnet. Etliche Umbauten gibt es zur Zeit in Aachen, besonders viele Studenten-Appartements werden geschaffen. Wie die Innenstadt aussehen würde, wenn sie vorrangig von Studies, die am Wochenende „nach Hause“ fahren, bewohnt wird, mag man sich lieber nicht vorstellen.

Präsentation am Dom: Zwei Steine wurden ausgeschnitten und werden demnächst in das 16-Eck des Domes eingebaut.

Präsentation am Dom: Zwei Steine wurden ausgeschnitten und werden demnächst ins 16-Eck des Domes eingebaut.

Gerade an diesem Wochenende zeigt sich, dass viele Aachener Respekt vor der Historie haben. Am Dom (auch nicht gerade ein Neubau) wird auf 30 Jahre Grundsanierung zurückgeblickt. Das Menschengewusel im und um den Dom heute war beträchtlich, es gibt ein attraktives Programm. Gleichzeitig wurden auf dem Markt jede Menge Oldtimer bewundert und ununterbrochen fotografiert.

Den Dom besuchen übrigens jedes Jahr 1,3 Millionen Menschen. Jeden Tag, seit mehr als 1200 Jahren, wird dort eine Messe gelesen. 37 Millionen Euro wurden in den letzten 30 Jahren verbaut. Es wurden: die Statik verbessert, das Mauerwerk ausgebessert, Dächer und Dachstühle saniert, die Fenster der Chorhalle gesichert, die Mosaiken und Marmorplatten saniert. Auch morgen, Sonntag, 5. Juni, wird es noch Extra-Führungen und Präsentationen geben.

Die Albrecht Dürer Stube ist nicht die erste Traditionskneipe, die verschwindet. Nebenan befand sich einst eine Degraa-Kneipe, auch dieses Gebäude wurde saniert, und das Aus für das Lokal war schnell beschlossene Sache. Dabei kann man sich noch freuen, wenn statt des Lokals mal kein Klamottenladen, sondern ein Café angesiedelt wird.

Oldtimer Aachen

Ganz schön was los auf dem Markt: Traumhaft schöne Oldtimer können an diesem Wochenende fotografiert werden.

 

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Piraten: Open Data geht anders, liebe Stadtverwaltung!

Aachen Theater Pferd

Da lacht das Pferd vor dem Stadttheater: Was in Aachen Open Data genannt wird, ist überhaupt kein Open Data.

Das Aachener Statistik-Jahrbuch 2014 ist raus. Es ist eine Zusammenstellung von Fakten. Darin verborgen ist wieder viel nützliches Wissen über Aachen und die Aachener. Es sind Erkenntnisse verborgen, die quasi danach schreien, entdeckt zu werden. Dieses in der Statistik „versteckte“ Wissen zu bergen, das ist der Sinn der Open-Data-Bewegung. Doch das Aachener Statistik-Jahrbuch 2014 wird mal wieder (wie schon seine Vorgänger) so angeboten, dass es unmöglich ist, dieses Wissen zu bergen. Nämlich als pdf-Datei. Wirklich sehr ärgerlich.

Das bedeutet: Mit dieser Ansammlung von Fakten kann man bei weitem nicht so viel anfangen, wie eigentlich längst möglich wäre. Dabei steckt viel Arbeit in dem Statistik-Jahrbuch.

Hier ist übrigens nicht von einem Wissen über Bürger und Bürgerinnen die Rede, das diese zu Recht nicht öffentlich bekannt machen wollen. Bei Open Data ist nicht vom gläsernen Bürger die Rede, sondern von der gläsernen Verwaltung. Das ist ein Riesenunterschied.

Die Daten des Statistik-Jahrbuch sind ohnehin öffentlich, sie sind Allgemeingut. Sie müssen jetzt sinnvoll bearbeitet und analysiert werden – von jedem, der/die daran Interesse hat. Dieser ganze Casus ist der Stadtverwaltung nicht klarzumachen – seit Jahren. Es ist völlig unverständlich, wie man eine Sammlung nützlicher Fakten anlegen kann und dann diese nicht nutzt um Transparenz zu schaffen und positive Entwicklungen zu erkennen und zu unterstützen.

Die Piraten im Rat der Stadt haben sich an die Presse gewandt und schreiben in ihrer Stellungnahme:

Sehr irritiert und mit zunehmender Genervtheit nehmen die Aachener Piraten die Veröffentlichung des statistischen Jahrbuches 2014 im „Offene Daten“-Portal der Stadt Aachen zur Kenntnis.

Unter „offenen Daten“ versteht man gemeinhin, dass das zur Verfügung stehende Zahlenwerk strukturiert und maschinenlesbar angeboten wird. Somit ließe es sich filtern, durchsuchen und leicht in anderen Anwendungen weiterverarbeiten.

Das im „Offene Daten“-Portal der Stadt Aachen gespeicherte Jahrbuch erfüllt in Form einer PDF-Datei keine dieser Anforderungen. Schlimmer noch: Die PDF-Datei ist gegen Kopieren der Inhalte geschützt, so dass man die Tabellen aufwändig „abtippen“ muss, um mit den Daten eigene Analysen durchzuführen.

„Open-Data geht anders – ein PDF ist faktisch nie Open-Data „, meint Udo Pütz, Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei Aachen. „Auch das Angebot, man könne bei Interesse ja zusätzliche Zeitreihen und individuelle Auswertungen bei der Verwaltung erfragen, ist nicht im Sinne der Open-Data-Bewegung. Der interessierte Bürger muss sich aus den zur Verfügung stehenden Daten eigenständig die gewünschten Auswertungen erstellen können.“

Die Aachener Piraten fordern die Verwaltung dazu auf, das den statistischen Jahrbüchern der letzten Jahre zugrunde liegende Zahlenmaterial in Form von maschinenlesbaren Tabellen ins „Open Data“-Portal einzustellen.

Da kann man nur hoffen, dass es eine Fraktion im Rat gibt, die jetzt einen entsprechenden Antrag stellt: Unverzügliche Freigabe des ohnehin öffentlichen Datenmaterials der Aachener Verwaltung in einer Form, die es ermöglicht, die Daten zu analysieren und zum Nutzen der ganzen Stadt zu verwerten.

Bei der Abstimmung über diesen Antrag wird man ja sehen, wer sich dem verweigert und wer nicht.

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Informiert euch über Open Data https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Data

Statistische Jahrbücher der Stadt Aachen http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/aachen_profil/statistische_daten/jahrbuecher/index.html

Offene Daten Aachen http://offenedaten.aachen.de/organization/statistik

2014 ging es hoffnungsfroh los in Aachen: http://www.piratenpartei-aachen.de/allgemein/stadt-aachen-startet-eigenes-open-data-portal-offenedaten-aachen-de/

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Zum Weiterlesen das Thema „Haarsträubend rückständig“ s. hier http://www.zeit.de/digital/internet/2016-05/internetwirtschaft-gruenbuch-digitale-plattformen-wirtschaftsministerium

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Was wird aus unserem schönen Europa?

Liebe Freunde und Freundinnen des selbstständigen Denkens. An der Aachener Hochschule werden ein paar schlaue Leute ein paar coole Vorträge halten, die anzuhören sicher keine vergeudete Lebenszeit sein werden. Selbst ihr wisst nämlich noch nicht ALLES über „Populismus und Extremismus in Europa“.

Kurz und gut: Ich empfehle euch eine Vortragsreihe über die Zukunft Europas, ein Kontinentchen, dessen offizielle EU-Vertreter viel von Demokratie schwadronieren, aber kaum je seine Bevölkerungen mitbestimmen lassen. Europa schmiert derzeit ziemlich ab und infolgedessen zerlegt sich in Deutschland gerade das Parteiensystem.

Wie auch immer: Hier sind die Namen der Referenten, die Daten (30. Mai bis 9. Juni) und wo ihr hingehen müsst. Der Eintritt ist immer frei. Alles wird organisiert von der (Aachener) Initiative Europäische Horizonte.

Im Super C der RWTH Aachen (Foto) und in einem Hochschule-Gebäude der RWTH in der Wüllnerstraße finden die Vorträge statt. Foto: Archiv

Im Super C der RWTH Aachen (Foto) und in einem Hochschul-Gebäude der RWTH in der Wüllnerstraße finden die Vorträge statt. Foto: Archiv

Montag, 30. Mai, um 19 Uhr im Super C am Templergraben:
„Populisten verstehen?! Was rechtspopulistische Strömungen stark macht“, Prof. Dr. Claus Leggewie, Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Dienstag, 31. Mai, Achtung um 19.30 Uhr im HKW 2, Wüllnerstraße 1:
„Populismus und Extremismus in Europa – eine Gefahr für die Demokratie?“, Prof. Dr. Frank Decker, Universität Bonn

Mittwoch, 1. Juni, um 19 Uhr im Super C:
„Religiöse Gewalt und politische Ordnung Europas. Ein historischer
Rückblick aus aktuellem Anlass“, Prof. Dr. Heinz-Günther Stobbe, Universitäten Münster und Siegen

Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr im Super C:
„Spiegel der Menschheit? Die Zukunft der Migrationsmaschine Deutschland“ Prof. Dr. Volker Heins, Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Montag, 6. Juni, um 19 Uhr im HKW 2, Wüllnerstraße 1:
„Wer wählt extremistisch in Europa? Analyse unter besonderer
Berücksichtigung der politischen Entwicklungen in Frankreich“,
Prof. Dr. Ulrike Guérot, European Democracy Lab an der European School
of Governance

Dienstag, 7. Juni, um 19 Uhr im Ford-Saal im Super C:
„Populismus, Rechtspopulismus und Massenmedien“,
Dr. Paula Diehl, Humboldt-Universität zu Berlin

Mittwoch, 8. Juni, um 19 Uhr im HKW 1, Wüllnerstraße 1:

Aachen Super C RWTH

Super C der RWTH. Foto: Archiv

 

„Das Unbehagen an der Politik und die Empörung der Bürger – Wie sich die Demokratie verändert“, Prof. Dr. Hans Vorländer, Technische Universität Dresden

Donnerstag, 9. Juni, um 19 Uhr HKW 1, Wüllnerstraße 1:
„Wut, Verachtung, Abwertung – Rechtspopulistische und -extremistische
Ansichten in der Mitte der Gesellschaft“ Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld
Einen Flyer gibt es auch, Achtung pdf

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„Fraktion vor Ort“, diesmal in Aachen

„Fraktion vor Ort“ hieß es am 20. und 21. Mai bei der Fraktion Freie Wähler/Piraten des Landschaftsverband Rheinland (LVR). Man informierte sich über die Stadt Aachen und die StädteRegion – und zwar vor Ort.

Rechts: Heinz Schmitz, Geschäftsführer der Fraktion Freie Wähler/Piraten im Landschaftsverband Rheinland.

Im „Postwagen“, rechts: Heinz Schmitz, Geschäftsführer der Fraktion Freie Wähler/Piraten im Landschaftsverband Rheinland, der die Tour organisierte.

Das Projekt „Fraktion vor Ort“  findet einmal im Jahr statt und hat das Ziel, die 18-köpfige Gruppe mit den politischen Gegebenheiten einer dem LVR angehörenden Gebietskörperschaft vertraut zu machen. Dies wiederum dient dazu, dass in den Ausschüssen und im Landschaftsausschuss kenntnisreich argumentiert und schließlich mit fundiertem Hintergrundwissen abgestimmt werden kann.

Kostensparend quartierte sich die Fraktion im 2-Sterne-Hotel Ibis in Aachen ein und traf zunächst im städtischen Centre Charlemagne die Kämmerin der Stadt Aachen, Stadtdirektorin Annekathrin Greling.

Die Kämmerin legte dar, wie es um die Finanzen der Stadt steht. Außerdem wurde erklärt, 1. wie die Stadt mit dem Zuzug von mehr als 4000 Flüchtlingen fertiggeworden ist, 2. dass man einen weiteren Zuzug von Flüchtlingen für möglich hält und 3. wie man diesbezüglich aufgestellt ist. Schließlich ging es um den Zusammenschluss von Stadt Aachen (vormals kreisfreie Stadt) und Kreis Aachen zur StädteRegion und um die Frage, was Sinn und Zweck dieses ungewöhnlichen Zusammenschlusses gewesen sein könnte.

Sodann begab sich die Gruppe ins Haus der StädteRegion Aachen, wo der Dezernent für Schule, Gesundheit, Sicherheit und Ordnung, Gregor Jansen, sowie der persönliche Referent von StädteRegionsrat Helmut Etschenberg, Cyros Clermont, unter anderem darlegten, wie die StädteRegion als Gebietskörperschaft funktioniert. Demnach wurden – nach erheblichen Anfangsschwierigkeiten – verschiedene Ämter zusammengelegt, Aufgaben sowie Personal teilweise umverteilt und Einsparungen erzielt.

Aachen Freie Wähler Piraten

Die LVR-Fraktion Freie Wähler/Piraten beim Mittagessen im „Postwagen“. (Leider passten nicht alle aufs Foto.)

Nach einem späten Mittagsimbiss in der historischen Gaststätte „Postwagen“ am Markt stand der Besuch des Aachener Doms (ein Juwel abendländischer Baukunst) auf dem Programm.

Beim Abendessen im Aachener Brauhaus Degraa traf man schließlich kurz mit Piraten zusammen, die in der alten Kaiserstadt mit drei Vertretern eine Ratsfraktion bilden.

Am nächsten Tag informierte die Gruppe sich in Alsdorf über das Erlebnismuseum „Energeticon“ (eröffnet: Sept. 2014), in dem – wie Geschäftsführer Harald Richter darlegte – „die Philosophie der Energiewende“ erklärt und begreifbar wird. Es ist ein Ort der Energiegeschichte und außerschulischer Lernort. Erzählt wird die Geschichte der Energie im Zusammenhang: Von den erdgeschichtlichen Anfängen, über das fossil-industrielle Zeitalter bis zum beginnenden regenerativ-industruellen Zeitalter.

Alsdorf, Energeticon

Eine Halle des Energeticons, die für Aufführungen von Musik- und Theatergruppen genutzt wird.

Das Energeticon (Rechtsform: gemeinnützige GmbH) befindet sich in den Gebäuden des ehemaligen Steinkohlebergwerks Anna II. Es ist aus einem Gebäudekomplex auf einer Industriebrache entstanden und zu 50 Prozent im Besitz des LVR. Es wird vom LVR mit 100.000 Euro pro Jahr finanziert sowie unter anderem mit nur 10.000 Euro von der StädteRegion.

Waschkaue. Hier haben die Bergleute ihre schmutzige Kleidung unter die Decke gehängt.

Waschkaue. Hier haben die Bergleute ihre schmutzige Kleidung unter die Decke gehängt.

Die Fraktion war sich einig, dass diese Einrichtung wegen der Alleinstellungsmerkmale weit über die Grenzen der StädteRegion hinaus bekannt gemacht werden sollte und dazu mehr Werbung und ein deutschlandweites Marketing bekommen muss.

Zum Weiterlesen, Grube Anna.

Hinweis: Das Energeticon hat noch keinen Eintrag bei Wikipedia. Den sollte dringend mal jemand beginnen. Die Bedeutung der Einrichtung wird derzeit noch weitgehend unterschätzt.

Technikfreaks kommen im Alsdorfer Energeticon auf ihre Kosten. Hauptsächlich geht es in der Anlage allerdings um die Frage, wie Menschen eigentlich immer nur aus der Sonne Energie gewinnen. Denn auch in der Braunkohle und in der Steinkohle befindet sich gespeicherte Sonnenenergie.

Technikfreaks kommen im Alsdorfer Energeticon auf ihre Kosten. Inhaltlich geht es in der Anlage allerdings um die Tatsache, dass Menschen eigentlich immer nur aus der Sonne Energie gewonnen haben und gewinnen. Denn auch in der Braunkohle und in der Steinkohle befindet sich letztlich nichts als  gespeicherte Sonnenenergie.

 

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Sandkaulpark und Sportpark Soers werden geplant

Die Kommunalpolitik ist zum Erliegen gekommen, könnte man meinen, denn es findet in der kommenden Woche nur eine einzige Ausschuss-Sitzung statt (s. unten). Aber der Eindruck täuscht.

Was ist zu tun von seiten der Politik, wenn tatsächlich beim Bau der umstrittenen belgischen Schrottreaktoren in Tihange und Doel auch noch der falsche Stahl verbaut worden ist? Das will jetzt jedenfalls allen Ernstes die französische Atomaufsichtsbehörde ANS herausgefunden haben. Die Belgier forderten bei der Firma Areva Informationen an und schickten ihre jugendliche Pressetante vor, die verspricht, es werde alles geprüft.

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/doel-und-tihange-fehlerhafte-bauteile-in-kernkraftwerken-aid-1.5981211

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Da ist es doch gut, dass NRW zufällig gerade dabei ist, 124 Millionen Euro zusätzlich für den Katastrophenschutz auszugeben. Das Innenministerium (Minister Ralf Jäger, SPD) und die kommunalen Spitzenverbände haben sich darauf geeinigt. Bis 2022 soll das Geld ausgegeben werden. Über 100 neue Löschzüge sollen davon unter anderem gekauft werden. Mit deren Hilfe soll es gelingen, Verletzte zu dekontaminieren. Na, da können wir doch beruhigt sein.

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Stadt und Region haben den Schritt zur Umwandlung in eine Digitalregion längst verpasst. Eine zweite Chance könnte es eventuell geben, weil das Land einen Wettbewerb ausgeschrieben hat für alle in NRW, die „Regionales Zentrum für die digitale Wirtschaft“ werden wollen. Für Sieger im Wettbewerb gäbe es Millionen an Zuschüssen. RWTH, IHK, Städteregion und Stadt sowie andere müssten zur Teilnahme an dem Wettbewerb anderthalb Millionen aufbringen. Das wird versucht, wird aber nicht klappen, denke ich, die Städteregion hatte z. B. zunächst nur 15.000 Euro bereitstellen wollen. Ob es bei der relativ kleinen Summe bleibt, müssen wir abwarten. Ich denke aber, dass ja. So wird wohl die zweite Chance auch wieder verpasst.

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Die Bewohner des Frankenberger Viertels tun sich schwer damit, sich an das neue Anwohnerparken zu gewöhnen. Fast jeder hat daran etwas auszusetzen. Und: Sind im Frankenberger Viertel deutlich zu viele Parkscheinautomaten aufgestellt worden? In dem Viertel gibt es für Verwaltung und Politik noch jede Menge Handlungsbedarf.

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Derweil hat ein Grüner Ratsherr am Krugenofen ein Tempo-30-Schild aufgestellt, ganz eigenmächtig. Verwaltung und Politik sind außer sich vor Entsetzen. Ich find’s natürlich eine gelungene bürgernahe Aktion, denn Tempo 30 wäre für den Krugenofen ideal, die Erlaubnis dafür vom Land NRW lässt aber schon scheußlich lange auf sich warten. Hallo in Düsseldorf, schlaft ihr?

Jetzt noch zwei Meldungen zu Bürgerinformationen, die ich für wichtig halte.

1. Das neue Hotel an der Sandkaulstraße ist fertig. Jetzt wird der

Das neue Hotel an der Sandkaulstraße ist fertig. Jetzt wird mit Bürgerbeteiligung über die Gestaltung des Sandkaulparks nachgedacht. Foto: Archiv

Das Hotel an der Sandkaulstraße ist fertig. Jetzt wird mit Bürgern über die Planung eines Sandkaulparks nachgedacht.             Foto: Archiv

angrenzende kleine Park angelegt. Leute aus der Stadtverwaltung stellen zusammen mit dem Investor des Hotelbaus die Entwürfe zur Umgestaltung und Aufwertung der Grünanlage mit Spielplatz vor. Am Dienstag, 24. Mai, um 17 Uhr in der vierten Gesamtschule könnt ihr sagen, was euch daran gefällt und was ihr daran auszusetzen habt. Die Schule ist erreichbar über den Parkplatz an der Rochusstraße.

2. Offenbar ist schon entschieden, dass Aachen einen Sportpark Soers bekommen wird. Das wusste ich nicht. (Update: gemeint sind Tivoli und das ALRV-Reitstadion, die gibt es natürlich schon lange. Auch eine Bushaltestelle „Sportpark Soers“gibt es bereits. Aber unter einem Sportpark stell ich mir etwas mehr vor.) „Wie kann der Sportpark Soers in Zukunft, wenn das Polizeipräsidium umgezogen ist, weiter entwickelt werden? Welchen Flächenbedarf haben die Sportvereine, sind Kooperationen vorstellbar, gibt es weitere Nutzungsmöglichkeiten für das Stadion?“
Diese Fragen sind mit den Bürgerinnen und Bürgern alle schon besprochen worden. Das Plangebiet der Rahmenplanung erstreckt sich zwischen Soerser Weg, Baugebiet Alter Tivoli, entlang der Straße bis zum Strangenhäuschen. Infos unter www.aachen.de/sportparksoers

Und jetzt die einzige Sitzung für diese Woche, die ich gefunden habe: Am Dienstag, 24. Mai, (ab 17 Uhr) tagt der Kinder- und Jugendausschuss in einer Sondersitzung im Raum 207/208 im Verwaltungsgebäude Mozartstraße.
Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils steht die wirklich wichtige therapeutische Versorgung in städtischen Kindertageseinrichtungen (für behinderte Kinder), die der Landschaftsverband (LVR) nicht mehr bezahlen will (muss dann die Stadt machen und kostet 500.000 Euro).

Außerdem geht es in der Sondersitzung um einen Erfahrungsbericht zur Randzeitenbetreuung in der AWO-Kita Kalverbenden. Ein weiteres Thema der Sitzung wird ein mündlicher Bericht über die Arbeit des Teams „Streetwork“ in der Stadt Aachen sein.

Nachzulesen ist alles hier: http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3588

 

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Funken von Lebensfreude und Ausgelassenheit. McBride in Monschau.

Sehenswerte Ausstellung in Monschau im KuK: Will McBride. Titel: "Ein sensibler Realist".

Sehenswerte Ausstellung in Monschau im KuK: Will McBride. Titel: „Ein sensibler Realist“.

Es ist eigentlich überflüssig darauf hinzuweisen, aber in Monschau gibt es wieder eine Fotoausstellung, die ihr gesehen haben MÜSST. Sage und schreibe 120 schwarz/weiß Fotos von Will McBride hängen (gar nicht zu eng) auf zwei Etagen im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion (KuK), die haben mich wirklich begeistert.

Diese Fotos stellen uns u.a. eine kurze und bedeutungsvolle Zeitspanne bundesdeutschen Lebens (Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre) glasklar und scharf gezeichnet vor Augen. Dazu passt auch, wie Romy Schneider abgebildet ist: Mit ihren erst 25 (!) Jahren selbst dann noch traurig, wenn sie lächelt. Ganz und gar typisch Deutsch, würde ich sagen. Immer mit der Ansage im Blick: „Ich weiß nicht was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin!“ Deutsch sein bedeutete damals noch viel mehr als heute, traurig zu sein und nicht zu wissen warum.

Doch Will McBride, ein Amerikaner (geb. 1931) sah in den Ruinen von Berlin auch Funken von Lebensfreude und Ausgelassenheit. Ein Wahnsinns-Krieg, wie ihn die Welt noch nie zuvor erlebt hatte, war zu Ende gegangen und zugleich gibt es – junge Menschen – die lachen, tanzen, froh sind, vermutlich, weil sie überhaupt noch am leben sind.

Der junge US-Präsident Kennedy kommt nach Berlin, und man sieht ihn auf Fotos mit dem alten Adenauer, der – so scheint es – sein Urururopa sein könnte. Zwei fremde Welten begegnen sich. Krass. Ich finde, auf jedem Berlin-Foto von Will McBride ist noch der Odem der Untaten zu spüren, die die Deutschen gerade begangen haben.

mcbride_70Die Berlin-Bilder sind mit 50 Stück ein Schwerpunkt der Ausstellung. Außer Fotos, die in Berlin entstanden sind, gibt es noch beispielsweise solche aus Florenz, ebenfalls sehenswert. Und Bilder, die für die Zeitschrift „Twen“ gemacht wurden.  Schwer vorstellbar, dass so starke schwarz/weiß Fotos jemals in eine Jugendzeitschrift für Lifestyle-Themen aufgenommen wurden. Ich habe aber nie eine Ausgabe von „Twen“ persönlich gesehen.

Bei Wikipedia ist immerhin zu lesen: „Für das Frauenbild der Zeit wurden die Fotos des bei München lebenden Amerikaners Will McBride prägend. Er schuf keine Glamourbilder, seine Frauen sahen aus wie die Studentinnen im Hörsaal oder er inszenierte sie als Außenseiterinnen.“ Krass. McBride fotografierte auch seine hochschwangere Frau im Profil, und dieses wundervolle Foto, auf dem die Frau völlig bekleidet ist, soll damals als öffentliches Ärgernis gegolten und für Riesenaufregung gesorgt haben. Kaum zu glauben.

Will Mc Bride „gehört in die erste Reihe fotografierender Künstler“, steht im Prospekt zur Ausstellung. Wohl wahr. Sehr schön und konsequent, was die Städteregion uns im KuK wieder sehen lässt. Seit Jahren schon: Kein Kuddelmuddel von Stilen und Kunstformen, sondern ein Programm mit Linie. Es gibt übrigens auch einen schönen Katalog (29,90 Euro) zur Will McBride-Ausstellung.

Die Fotos sind noch bis zum 19. Juni zu sehen. Öffnungszeiten: Di. bis Fr.: 14 bis 17 Uhr und Sa., So.: 11 bis 17 Uhr. Eintritt frei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Twen_(Zeitschrift)

https://www.facebook.com/KuKMonschau/?fref=ts (Hier findet sich ein schöner Text von Gabor Baksay, unbedingt auch lesen.)

www.kuk-monschau.de

 

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Es hagelt unplanmäßige Ausgaben.

Hier wieder der völlig subjektiv zusammengestellte Ausblick auf die Kommunalpolitik der kommenden Tage. Platz wäre zwar vorhanden, aber längst nicht alle Themen und wichtigen Entscheidungen  werden erwähnt.  Alle Sitzungen sind öffentlich, wenn auch am Ende immer einige wenige Punkte ohne Publikum diskutiert werden.

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Aachens Umweltpolitiker müssen am kommenden Dienstag, 10. Mai, kurzfristig einer außerplanmäßigen Ausgabe zustimmen (ab 17 Uhr in der Reumontstraße 3). Da kann man mal sehen, wie teuer so ein Rettungswagen (RTW) ist: 105.000 Euro müssen schnell locker gemacht werden.

Warum die Angelegenheit im Umweltausschuss verhandelt wird, ist mir ein Rätsel. Aber egal. Am 9. April 2016 wurde ein Rettungswagen (Baujahr 2013, 160.000 km) bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall auf dem Pariser Ring sehr stark beschädigt. Glücklicherweise blieb die Besatzung des DRK unverletzt. Gutachter stellten fest, dass der Wagen nicht mehr instand gesetzt werden kann. Zurzeit wird der fehlende Rettungswagen durch ein Leihfahrzeug ersetzt. Kosten: 333,20 Euro täglich. Ein Ersatz muss schnellstmöglich her, und ein gebrauchtes Fahrzeug kommt nicht infrage.

Aachen, Talkessel-Lage, ausgeprägte Hitze-Inseln, nur wenige Grünflächen. Das muss anders werden. Die Verwaltung schreibt in ihrer Vorlage: „Baumstandorte sind in diesem Zusammenhang besonders sinnvoll, da beispielsweise gegenüber Rasen bei gleichem Flächenbedarf ein etwa 30-fach höheres Grünvolumen erreicht werden kann.“

Und dann wird aufgezählt, was Bäume in der Stadt bewirken:

Verbesserung der Luftqualität durch Filterung von Staub und gasförmigen Verunreinigungen
Verbesserung des Mikroklimas durch Temperaturausgleich in Hitzephasen
Reduzierung von Lärm-Wahrnehmungen
Erhöhung der Identifikation von Bewohnern mit ihrem Wohnumfeld
Wasserspeicherung
• Lebensraum und Nahrungsquelle für Tiere
• Bindung von CO2 und Produktion von Sauerstoff
Gestalterische Aufwertung von Straßen, Plätzen und Wohnstandorten
• Steigerung der Aufenthaltsqualität

Und so könnte es sein, dass die Weberstraße demnächst 15 neue Bäume (Baumart: Acer campestre „Elegant“) bekommt. 6 von 60 Parkplätzen entfallen. Kosten: 102.000 Euro. Einzelheiten dazu lest ihr hier

*

Im Rat am Mittwoch, 11. Mai, geht es um die Summen, die völlig unplanmäßig aufgebracht werden müssen, weil die Herrichtung der Unterkünfte für Flüchtlinge teurer geworden ist als gedacht. Viel Ärger hat es im Vorfeld deswegen schon gegeben. Manchen Politikern war nicht klar, wie man sich bei der Einschätzung von Kosten so krass vertun kann. Dabei musste 2015 so schnell gehandelt werden, dass genaue Untersuchungen zur Kostenschätzung praktisch gar nicht möglich waren.

Beispiele, alle aus der Vorlage der Verwaltung, teils wörtlich übernommen:

Das Gebäude Tempelhoferstraße wurde durch die Stadt angekauft, um es für die Unterbringung von Flüchtlingen herzurichten. Ein erster grober Kostenrahmen basierte auf der Grundlage einer einmaligen Vor-Ort-Besichtigung und wurde mit 845.000 Euro eingeschätzt. „Der um 519.000 Euro höhere Finanzmittelbedarf ergibt sich im Wesentlichen bei den technischen Gewerken (Brandschutz, Notbeleuchtung) und ist zwingend zur Erlangung der öffentlich-rechtlichen Genehmigung erforderlich.“

In der Kaiserstraße ergibt sich ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf gegenüber der Kostenberechnung von 50.000 Euro. Die Kostenberechnung (interne Berechnung) lag bei 250.000 Euro. Erforderlich wurden jedoch insgesamt 300.000 Euro.

Grundstück Adenauerallee: Zusätzlicher Finanzierungsbedarf gegenüber Kostenrahmen/Anteile Kostenschätzung 171.000 Euro. Auf dem Areal werden Unterbringungskapazitäten für maximal 208 Menschen (laut Baugenehmigung) geschaffen. Die Herrichtungskosten belaufen sich nach aktuellem Kenntnisstand auf 704.000 Euro (inkl. 10% Risikoaufschlag). Sie liegen somit voraussichtlich um 171.000 Euro über den bislang geschätzten Kosten in Höhe von 533.000 Euro.

Dr. Leo Löwenstein Kaserne/Parkplatz: Zusätzlicher Finanzierungsbedarf gegenüber Kostenrahmen/Anteile Kostenschätzung 333.000 Euro.
Auf dem Areal werden Unterbringungskapazitäten für 80 Menschen (Spaceboxen) und weitere 220 Menschen (Baugenehmigung Fulda-Anlagen steht noch aus) geschaffen. Die Herrichtungskosten belaufen sich nach aktuellem Kenntnisstand auf 980.000 Euro (inkl. 10 % Risikoaufschlag) und liegen somit um 333.000 Euro über den bislang geschätzten Kosten in Höhe von 647.000 Euro.

usw, usw, usw.

Insgesamt besteht für die Herrichtung der Objekte ein überplanmäßiger Bedarf in Höhe von 1.248.372,36 Euro. Die Verwaltung schlägt dem Rat der Stadt vor, dieses Geld zu genehmigen. Es wird ihm nichts anderes übrigbleiben.

Mir scheint, die Lehre, die gezogen wird, muss tatsächlich lauten: „Ist Schnelligkeit notwendig und wird damit der angemessene Zeitraum für die baufachliche Bearbeitung einschränkt, muss das Risiko größerer Kosten- und Terminunsicherheiten hingenommen werden.“
Und mir scheint weiter, dass ich mich erinnere, dass in der Städteregion diese Problematik allen Politikerinnen und Politikern von Anfang an bekannt gemacht wurde und  dort offen und eindringlich besprochen worden ist.

*

Und jetzt zu etwas ganz anderem, nämlich zu Theater und Volkshochschule (VHS) am Donnerstag, 12. Mai, um 17 Uhr im Orchester-Probenraum, Aachen-Münchener Platz 3.

Da geht es unter anderem um die Vorstellung des Spielplans 2016/2017 von Stadttheater und Musikdirektion und um die Vorstellung des Konzertplans 2016/2017 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen. Und den Kostenrahmen halten die Theaterleute vorerst auch ein.

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50 Aufführungen, 40.000 Zuschauer

Alles Theater: Die Wand wird zum Malen benutzt und die Fassaden sind Kulissen.

Alles Theater: Die Wand wird zum Malen benutzt und die Fassaden (s. unten) sind Kulissen (Wüllnerstraße, Alexanderstraße).

Das war wirklich ein Spektakel der Extraklasse: die West Side Story in Aachen. Dabei ist „Spektakel“ eigentlich der falsche Ausdruck für dieses Stück aus den 1960er Jahren.

Die Aufführung ist ein Riesenerfolg, 49 Aufführungen hat es gegeben, die 50. und letzte findet am 15. Mai statt. 40.000 sahen das Musical, und der Applaus war stets gigantisch. Ich habe es ungeheuer genossen, mal auf unterhaltsame Weise eines der drängendsten Probleme unserer Zeit vorgeführt zu bekommen. Es war keine Sekunde langweilig.

Singend und tanzend spielten über 30 Darsteller vor, welche Probleme Einwanderer-Gruppen mit den Werten und Maßstäben der neuen Gesellschaft haben, wo zum Beispiel Frauen es genießen, plötzlich freier leben zu dürfen als in der alten Heimat. Wo Konflikte ganz anders ausgetragen werden. Machtkämpfe finden zwischen den verschiedenen Einwanderer-Jugendbanden statt, es gibt gruppenübergreifend keine Solidarität unter den neu ins Land Gekommenen, sondern Konkurrenz. Die Einwanderer erhalten von der Mehrheitsgesellschaft kaum Chancen: Um die wenigen Jobs, Wohnungen, Mittel und Möglichkeiten entbrennen zwangsläufig Kämpfe.

Die West Side Story ist – zumindest in der Aachener Aufführung – keine simple Unterhaltung, es ist ein Drama. Sogar die Kulissen und die Choreographie lassen daran keinen Zweifel.

Was ich aber in dem Zusammenhang lernen musste: So oft das Musical in Aachen auch aufgeführt wurde, es klingelt nicht in der Kasse. 54,90 Euro habe ich im Oktober 2014 für zwei Karten bezahlt (1. Rang, Mitte, rechts). Doch die Tantiemen und die vielen Akteure auf und hinter der Bühne müssen bei jeder Aufführung bezahlt werden, und da entsteht kein großes Plus in der Kasse. Im Gegenteil: Angeblich kostet jede Aufführung mehr als sie einbringt.

Das ist natürlich fatal und eigentlich kaum zu glauben. Ich bin gespannt auf die Abrechnung, die im zuständigen Ausschuss hoffentlich bald präsentiert wird. Mal sehen.

Zunächst wird aber gefeiert. Am Pfingstsonntag, 15. Mai, nach der letzten Vorstellung (ab 21.30 Uhr) steigt eine Party im Stadttheater, an der auch alle anderen, die gern feiern, teilnehmen können. Der Eintritt ist frei.

http://www.theateraachen.de

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Was sonst noch so los ist . . .

Der guten Ordnung halber und weil viele, die hier mitlesen, keine Lokalzeitung (mehr) lesen, sei hier mitgeteilt:

  1. Die Stadt Aachen hat im Altkleider-Container-Streit gegenüber dem  Deutschen Roten Kreuz (DRK) vor Gericht vorerst gewonnen. Das DRK muss seine Container entfernen, doch es geht jetzt erst mal in die Revision. D.h. der Streit ist noch nicht beendet. Zum Hintergrund: https://uebergangshymne.com/2015/11/18/losglueck-mit-fatalen-folgen/
  2. Am Sonntag, 1. Mai, startet um 7 Uhr  morgens die Freibad-Saison im Hangeweiher. Auch bei niedrigen Temperaturen, Regen und Wind. Das Wasser ist mindestens 22 Grad warm.
  3. Die Stadt Aachen und die Städteregion wollen zwar unbedingt wegen der
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    So wirbt die Städteregion Aachen für die Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3.

    Gefahr eines Unfalls im nahen Reaktor von Tihange Jodtabletten an jede/n verteilen, dürfen es aber nicht. Die Tabletten gehören dem Land NRW und das Land untersagt die Verteilung. Möglicherweise soll die Verteilung über Schulen und Kitas erlaubt werden. Nicht jedoch wird die Verteilung pro Haushalt, wie die Belgier sie planen, erlaubt. Vorerst. Zum Thema „Jod“ ein Video, unbedingt anschauen 😉 https://youtu.be/kVKd_f3vJGU

  4. In Verlautenheide will ein Unternehmen namens „Open Grid Europe“ (OGE) auf einem 10 Hektar großen Ackergelände eine Verdichterstation errichten. Und zwar schnell. Bürger und Bürgerinnen vor Ort sind wütend und wollen sich wehren. Das Gelände gehört der Stadt Aachen, und die müsste es verkaufen, soll das Projekt tatsächlich realisiert werden. Die Stadtverwaltung hofft, dass man das Unternehmen aus Essen (OGE) dazu bringen kann, sich mit seinem absolut gigantischen Projekt auf Camp Hitfeld auszubreiten. Hitfeld ist im Besitz des Bundes. Hier bahnt sich ein großer Konflikt an! 
  5. Das alte Polizeipräsidium an der Krefelder Straße ist baufällig, ein neues soll in Forst gegenüber von Obi errichtet werden. Folgendes ist schon vertraglich geregelt: Eine private Firma baut das Polizeipräsidium, das Land NRW mietet das komplette Gebäude, zahlt Miete und übernimmt es nach 30 Jahren (PPP). Problem, nach Vertragsabschluss erkannt: Das Grundstück läuft – und das wurde übersehen – immer total voll mit Wasser. Das macht den Bau viel teurer als geplant. Auch eine schwierige Problemlage!
  6. Gegen Jan Böhmermann (mein Lieblings TV-Moderator) sind bei der Staatsanwaltschaft mehrere hundert Strafanzeigen eingegangen wegen der Schmähung des türkischen Ministerpräsidenten. Hoffentlich hält Böhmi das nervlich aus, er ist eigentlich noch viel zu jung für einen Skandal dieser Größenordnung.
  7. In der Nadelfabrik, Reichsweg 30, in Aachen ist eine Fotoausstellung
    Seit vielen Jahren wird für die Erhaltung des Hambacher Forst gekämpft. Mehrfach habe ich in der Vergangenheit die Baumschützer besucht und da auch Fotos gemacht.

    Seit vielen Jahren wird für den Erhalt des Hambacher Forst gekämpft. Mehrfach habe ich in der Vergangenheit die Baumschützer besucht und da auch Fotos gemacht. Dieses Foto könnte von 2013 sein.

    (Andreas Magdanz + Studierende) eröffnet worden. Titel: „Hambacher Forst, eine forensische Bestandsaufnahme“. Unbedingt ansehen bis 13. Mai. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 11 bis 16 Uhr. Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr.

  8. Das Stadttheater in Aachen sucht einen neuen Generalmusikdirektor (GMD). Der Alte verlängert seinen Vertrag (läuft bis Juli 2017) nicht, der Neue soll am 1. August 2018 anfangen. In der Zwischenzeit übernimmt Kapellmeister Thorau den Taktstock.
  9. Sehr schönes Video über Aachen, ein Porträt. https://www.youtube.com/watch?v=hPad63krgGA&feature=youtu.be
  10. Zuerst habe ich es nicht geglaubt, doch dann wurde es bestätigt: Damit die Schule Barbarastraße, bei der seit Jahren nur sehr wenige Kinder angemeldet werden, weiter bestehen bleiben kann, steht nun der Vorschlag im Raum, die Montessorischule Eilendorf in die Barbarastraße zu verlagern. Die Politiker in Eilendorf hängen quer unter der Decke, wollen die Montessorischule nicht antasten.
  11. Ein Marder hat den kompletten Teilchenbeschleuniger Cern (in der Schweiz) ausgeschaltet. Die Reparatur wird mehrere Tage dauern.
  12. Leider kein Gerücht: Mit dem Alemannia-Stadion an der Krefelder Straße stimmt was nicht. Es soll Sicherheitsmängel geben. Zur Erinnerung: Das Stadion ist erst 7 Jahre alt und hat 50 Millionen gekostet. Jetzt soll es an mehreren Stellen kaputt sein. Am 7. Februar 2015 gegen Rot-Weiss Essen waren noch mehr als 30.000 Menschen im Stadion. Beim vorerst letzten Spiel war schon wegen der angeblichen Mängel die Feuerwehr verstärkt dabei. Ohjeohje.
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In Aachen: Dezentrale Verteilung von Jodtabletten geplant

Auf 65 Seiten wird über allerlei Katastrophen und angemessenes verhalten informiert. Das Heft konnte man jüngst im Bürgerforum bekommen.

Auf 65 Seiten wird über allerlei Katastrophen und angemessenes Verhalten informiert. Das Heft konnte man jüngst im Bürgerforum bekommen.

Das war spannend: Die Diskussion im Bürgerforum zu der Frage, was in Aachen von seiten der Verwaltung unternommen werden kann/muss, um im Fall eines atomaren Unfalls (in den belgische Schrott-Reaktoren) wenigstens minimal gewappnet zu sein. Endlich war es mal gelungen, zuständige Leute aus dem NRW-Umweltministerium und der Bezirksregierung Köln nach Aachen zu holen. Aachens Feuerwehrchef und zwei Dezernenten waren ebenfalls zugegen. Auf den Zuschauerplätzen: leider nur 4 Personen.

Gefühlt seit ewigen Zeiten ist „Tihange“ ein Thema in Aachen. Nach 40 Jahren sollte der Risse-Reaktor eigentlich für immer abgeschaltet werden, das war fest verabredet. Doch es wechselten Männer aus der Chefetage von Electrabel in die Chefetage der Atomaufsichtsbehörde FANK. Nachdem der Pannenmeiler mehrere Monate tatsächlich abgeschaltet war, gab es plötzlich die Erlaubnis, ihn noch 10 Jahre lang weiter Strom produzieren zu lassen. Das hat seitdem für viel Unruhe in Aachen und der Region gesorgt.

Über die belgische Atomaufsichtsbehörde FANK: „Seit Januar 2013 leitet Jan Bens die Behörde. Er war zuvor (1978 bis 2007) bei dem Atomkraftwerkbetreiber Electrabel beschäftigt, leitete von 2004 bis 2008 die Atomanlage Doel und wurde anschließend Vizedirektor des Weltverbands der Kernkraftwerksbetreiber (WANO). Gleichwohl äußerte die belgische Innenministerin Joëlle Milquet 2013: „Wir haben es mit einer unabhängigen Aufsichtsbehörde zu tun, und wir haben keinerlei Möglichkeit, uns einzumischen.“

Was sollen wir konkret tun, wenn es in Tihange einen Unfall gibt und eine radioaktive Wolke mit dem üblichen Westwind auf dem Weg ins etwa 60 Kilometer entfernte Aachen ist? Diese Frage wurde bisher nie beantwortet, und das hat in Aachen viele Menschen sehr beunruhigt.

Im Bürgerforum hieß es, die Stadt habe ernsthaft vor,  Jodtabletten (bisher alle 309.000 im Klinikum deponiert) auf die Schulen und Kindergärten verteilen zu lassen und nicht nur da. In den Schulen und Kitas werde es Info-Veranstaltungen für das Personal geben. Inhalt: Was tun im Ernstfall? Auch Ärzte informieren zur

tihange_kl_20Zeit schon bei Vorträgen (z. B. gestern, 28. April, im Ev. Gemeindezentrum in Kornelimünster). Die weiteren Termine werden immer in eurer Tageszeitung im Lokalteil, rechte oder linke Spalte, mitgeteilt.

Man konnte den Eindruck haben, dass die Stadtverwaltung, die Politik, die Feuerwehr, das Aktionsbündnis und die Ärzte der Organisation IPPNW die Lage gleichermaßen kühl, aber ernst einschätzen und alles nur Mögliche zur Rettung der Bevölkerung in der Region tun wollen. Allein: Im Ernstfall 500.000 Menschen schnell aus der Region zu evakuieren, das sei „nicht durchführbar“. Das wurde ausdrücklich gesagt.

Bei so großen Katastrophen wisse man außerdem nicht, wie sich die Bevölkerung verhält, meinte Feuerwehrchef Dipl.-Ing. Jürgen Wolff. Und dann seien erfahrungsgemäß auch längst nicht alle Feuerwehrleute bereit, ihre eigenen Familien im Stich zu lassen und Dienst zu tun.
An kontaminierten Personen könne man maximal 50 Personen pro Stunde versorgen, mehr nicht.

Sucht nach solchen kleinen Meldungen und geht zu den Info-Veranstaltungen.

Sucht nach solchen kleinen Meldungen und geht zu den Info-Veranstaltungen.

Soweit ich herausgehört habe, sind Beschwerden und Klagen gegen das Wiederanfahren und Betreiben von Tihange und Doel im NRW-Umweltministerium und allen anderen Behörden hochwillkommen, um den Belgiern klarzumachen, wie ernst die Lage ist. Demos, Diskussionsveranstaltungen, das Aufhängen von Plakaten, Petitionen einreichen, Unterschriftenlisten zusammenstellen usw finde ich persönlich ebenfalls gut und notwendig. Je breiter die Palette der Missfallens-Äußerungen und Maßnahmen, desto besser.

Wer jetzt sagt (wie jüngst bei der WDR5-Veranstaltung in der Aula Carolina geschehen): Wir brauchen einen EU-weiten Ausstieg aus der Atomenergie, der hat zwar Recht, möchte aber das Problem eigentlich nur auf die lange Bank schieben. Denn bis der EU-weite Ausstieg verabredet ist, werden noch viele, viele Jahre vergehen. Wenn es überhaupt je möglich wird.

Die Sitzung fand übrigens zufällig genau 30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl statt. Zu Beginn erhoben sich alle zu einem stillen Gedenken. Auf einem Tisch lagen Broschüren des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, darin gibt es auch einen kleinen Abschnitt (Seite 62) über radioaktive Stoffe. Da kann man nur sagen: Besser als nichts.

Ausführlicher Bericht: in der Aachener Zeitung

Für die Broschüre: www.bbk.bund.de

Was am 25. April 2016 in der Süddeutschen stand: http://www.sueddeutsche.de/politik/belgiens-atomaufsicht-wie-auf-dem-misthaufen-1.2965969

Alle Belgier erhalten Jodtabletten

Tja, nehmt Jod und vergesst Tihange.

 

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