Und jetzt noch etwas Lokalpolitik

Hier mal Themen aus der Lokalpolitik, die für mich und euch kurzfristig von Interesse sein könnten.

Wir leben in einer Stadt, in der die Rechtsaußen-Partei AfD zwei Sitze im Stadtrat hat. Das ist nicht gut, unter anderem für’s Image einer Stadt – aber eine Katastrophe ist es nun auch wieder nicht. Einem von diesen beiden AfD-Kommunalpolitikern droht jetzt sogar der Rausschmiss aus der AfD, weil er im Rat mit einem Ratsherrn zusammenarbeitet, der bis vor Kurzem noch Pro-NRW-Mitglied war.

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Dieses Jahr noch nicht, aber im kommenden Jahr werden die Müllgebühren um mindestens 12 Prozent teurer. Darauf solltet ihr euch schon mal einstellen, die Politik plant nämlich eine „Neuausrichtung der Abfallwirtschaft“. Los gehen die Diskussionen diese Woche im Ausschuss für den Aachener Stadtbetrieb (Mi, 13. 04., ab 17 Uhr, Raum 113, Verwaltungsgebäude am Katschhof, öffentl. Sitzung).

Damit die Müllgebühren nicht allzu sehr explodieren müssen sie angehoben und zusätzlich muss noch die Arbeit effektiver, billiger werden. Seit 2008 seien die Gebühren wegen Subventionen künstlich stabil gehalten worden, das sei nun 2017 definitiv nicht mehr möglich, sagt sinngemäß der Oberbürgermeister.

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In dieser Sitzung geht es auch um die Frage: „Können die Gelben Säcke durch Gelbe Tonnen ersetzt werden?“ Das möchten insbesondere viele Leute in den Außenbezirken (Brand, Walheim, Kornelimünster, Laurensberg, Haaren, Richterich usw) gern. Hier könnt ihr nachlesen, warum die Stadtverwaltung – zusammengefasst – meint: Entweder überall Gelber Sack oder überall Gelbe Tonne, aber in der Innenstadt Sack und draußen Gelbe Tonne, das geht nicht. Ich denke, es wird überall bei den gelben Säcken bleiben.

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Gut, es hat in Aachen schon viele Ankündigungen gegeben, was alles gebaut und gemacht wird . . . und es ist oft nix draus geworden. Aber die Erweiterung des Klinikums, die könnte tatsächlich Wirklichkeit werden. Die Aachener Politiker haben jedenfalls in der jüngsten Ratssitzung den Weg frei gemacht, die Landesregierung in Düsseldorf macht ihrerseits die Millionen locker.

Anfang 2018 soll mit den Neubauten vor dem Klinikum auf dem jetzigen Parkplatz begonnen werden (vorläufiges Ende geplant: 2020). Es wird neue Operationssäle (mit Oberlicht) geben und einen komplett neuen Eingang für das Klinikum. Weil 1400 von 2500 Parkplätzen wegfallen, „ist zunächst die Errichtung eines Parkhauses mit 1560 Plätzen südlich der Kullenhofstraße geplant“, teilt die Stadtverwaltung mit. Und auch nach 2020 soll noch erweitert werden. Über Einzelheiten kann man nur spekulieren, denn die Sache wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten. Immerhin: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sieht die Interessen der Fahrradfahrer bei weitem nicht berücksichtigt. Und das nicht nur beim Klinikum. Gefordert wird ein Fahrrad-Parkhaus.

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Dass man Geschenke nicht unbedingt annehmen muss, wollen Aachens Kulturpolitiker diese Woche mal vormachen. Jemand möchte der Stadt eine Büste von Adolph Heinrich Joseph Sutro (1830-1898) schenken und möchte, dass diese Büste vor der Stadtbibliothek aufgestellt wird. Sutro wurde in Aachen geboren und kam mit 20 Jahren in die USA. Er wurde Bürgermeister von San Francisco. Es gibt in Aachen schon einen Sutroweg, das muss wohl reichen.

Ein anderer möchte der Stadt eine Büste von Ritter Gerardus Chorus schenken, und diese soll in der Ritter-Chorus-Straße (in Nähe des Doms) aufgestellt werden. Kann man machen, sähe dann aber zusammen mit all dem anderen Zeug, das in der Innenstadt schon rumsteht etwas blöde aus. (Beide Büsten werden im Ausschuss, heute, 12. 04, 17 Uhr, Mozartstr. 2-10, Raum 207/208, öffentlich behandelt.)

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Was in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte behandelt wird, habe ich an anderer Stelle schon erwähnt. Falls jemand bis hierhin gelesen hat, der erfährt auch noch: Es tagt in dieser Woche der Integrationsausschuss (Mi., 13. 04., 17 Uhr, Nadelfabrik, Reichsweg 30). Es geht unter anderem um die „Schaffung eines Integration Point in der Stadt Aachen zur Vermittlung von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit“.

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Es treffen sich ferner die Mitglieder des Mobilitätsausschuss (Do., 14. 04., 17 Uhr, Verwaltungsgeb. Lagerhausstr., Saal 170, öffentlich). Da geht es um eine Baustelle, die euch (ab Ende diesen Jahres) anderthalb Jahre lang den letzten Nerv rauben wird, falls ihr auf der Adenauerallee fahrt und den Tunnel unter der Trierer Straße nutzen wollt. Der Tunnel ist 40 Jahre alt und muss saniert werden. Auch in Forst und Rothe Erde wird man im Stau stehen. „Bauliche Anpassung des Knotenpunktes Adenauerallee/Trierer Straße nach Tunnelsanierung“ heißt der Tagesordnungspunkt. Auch hier werden – laut ADFC – die Belange der Radfahrer nicht ausreichend berücksichtigt.

(Weitere Berichte folgen) ;-))

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An allen Ecken wird gebaut

Hier entsteht ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus: Lochnerstraße/Ecke Karlsgraben.

Hier entsteht ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus: Lochnerstraße/Ecke Karlsgraben.

Huch, da war doch eben noch die Bäckerei Drouven. Und ein Kiosk mit einem freundlichen Türken drin, wo man Zeitungen kaufen konnte (Ecke Lochnerstraße/Karlsgraben).

Alles weg, es wird gebaut. Acht Wohnungen, zwei Büros und zwei Läden werden errichtet (auf fünf Geschossen). Der Wohnungsbau in Aachen ist wirklich in Schwung gekommen. Das war aber auch mal nötig. Studierende bevölkern die Stadt, Flüchtlinge lassen uns endlich mal sicher über die 250.000-Einwohner-Marke kommen und Senioren wollen auch zunehmend in der Innenstadt leben, wo man auf Autos nicht angewiesen ist.

Vor der Bäckerei Drouven war in den Räumen ein Schuhgeschäft, mir (aus Gründen) auch in sehr guter Erinnerung. Die Bäckerei wird nach Fertigstellung des Gebäudes (geplant: Anfang 2017) wieder einziehen und eine Außengastronomie anbieten. Das Gebäude ist so geschnitten, dass das möglich sein wird. Zwei alte Bäume (s. Foto) sollen erhalten werden.

Container-Parade am Straßenrand.

Container-Parade am Straßenrand.

Der Streit um die Frage, wer denn jetzt in Aachen gebrauchte Textilen und Schuhe einsammeln darf, ist noch immer nicht beigelegt. Ein privater, ortsfremder Sammler (l.) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK, r.) hängen wegen der Angelegenheit vor Gericht.

Die Stadt Aachen hatte den Großauftrag Ende vorigen Jahres an eine private Firma vergeben, die auch vertragsgemäß Container aufstellte und mit dem Sammeln begann. Beim Roten Kreuz fühlte man sich prompt übelst ausgetrickst und unfair behandelt, räumte viele Container einfach nicht weg. Schließlich, so wurde vom DRK argumentiert, werde mit dem Verkauf der Altkleider die Ausbildung von ehrenamtlichen Helfern teilweise finanziert.

Unterdessen haben in der Bleiberger Straße (Foto) die Spender die Qual der Wahl.

 

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Neue Herausforderung? Von wegen.

Ein großer Arbeitgeber teilt mir mit, dass ich demnächst beim Kontakt mit seinem Unternehmen mit einer neuen Ansprechpartnerin zu tun haben werde. Schade.

„Sie möchte sich neuen Herausforderungen stellen“, steht da über die beliebte Mitarbeiterin, die gehen muss. Ein dummer, altbekannter Arbeitgeber-Spruch. Ich weiß zufällig genau, dass die „alte“ Mitarbeiterin (schätzungsweise Anfang 30) in Wirklichkeit einfach nicht übernommen wurde.

Man will sie nicht mehr beschäftigen und kann sich ganz leicht von ihr trennen, denn sie hatte nur einen befristeten Vertrag. Und dann wird, sicher mit dem Einverständnis der Gefeuerten, auch noch so getan, als habe sie selbst die Nase voll. Es wird noch suggeriert: Sie will mehr, sie will hoch hinaus, sie will neue Herausforderungen. Ist sie nicht toll? Sie will sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. (Kommentar meinerseits: Sehr verlogen)

Und wir Kunden, die sich an die Mitarbeiterin gewöhnt hatten, ihr vertrauen konnten und ihr freundliches Wesen, ihre ganze riesige Kompetenz und Spontanität so sehr schätzen gelernt haben? Wo bleiben wir bei dieser Geschichte?

Wir müssen uns an eine Neue gewöhnen, und in zwei Jahren wieder an eine Neue und dann wieder. Auch wir müssen also mit einer „Herausforderung“ fertig werden. So ist es doch geplant? Oder? – Es ist eine Zumutung.

Ich frage mich: Will ich mit einer Firma zu tun haben, die so vorlaut und verlogen daherkommt? Ich bin enttäuscht und wende mich woanders hin.

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In Aachen kommt nach den Ferien die Politik wieder in die Gänge

In der Bleiberger Straße gesehen (wenn ich mich richtig erinnere). Dargestellt ist eine Bloggerin, die sich über nicht-öffentliche Beratungen aufregt. ;-))

In der Bleiberger Straße gesehen (wenn ich mich richtig erinnere). Dargestellt ist eine Bloggerin, die sich über nicht-öffentliche Beratungen aufregt. ;-))

Womit werden sich Aachens Politiker in der neuen Woche befassen? Ein Blick in den Sitzungskalender der Stadt bringt erste Hinweise.

Da ist für Mittwoch, 6. April, eine Sondersitzung des Planungsausschusses erwähnt. Dort sind allerdings Zuschauer nicht zugelassen. Warum eigentlich nicht? Worum geht es? Welche hochgeheime Angelegenheit steht auf der Tagesordnung?

Antwort: Das Aachener Klinikum ist zu klein geworden. Kein Witz. Das Gebäude (ein Riesentrumm, in dem man sich leicht verläuft) reicht nicht mehr, ein Erweiterungsbau muss her. Und der soll da gebaut werden, wo jetzt noch Autos parken. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit gibt es eine „Vorstellung des aktuellen Stands der Planung“.

Und weil der Neubau auf einem Klinikum-Parkplatz errichtet wird, muss natürlich anderswo ein neues Parkhaus gebaut werden: nämlich im Bereich zwischen Kullenhofstraße und Pariser Ring. Da die Sache offenbar eilt, gibt es eine Sondersitzung.

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Soweit der nicht-öffentliche Planungsausschuss. . .  Dienstag, 5. April, tagt der Umweltausschuss, öffentlich. (17 Uhr, Reumontstraße 3). Dort steht nichts Geheimes auf der Tagesordnung. Ich erinnere mich aber, dass in einer der vorigen Sitzungen gesagt wurde, die Rotdornbäume am Lousberg stünden quasi auf Sand, müssten immerfort künstlich bewässert werden und hätten deshalb keine Chance auf gedeihlichen Verbleib, oder so ähnlich.

Tatsache ist aber: Der gesamte Lousbergpark und fast der gesamte Aachener Stadtwald stehen auf sandigem Untergrund. Es ist die gleiche geologische Formation. Dennoch haben sich mächtige Bäume entwickelt, die oft über 100 Jahre alt werden und geworden sind. Und das auch ohne künstliche Bewässerung. Auch die Rotdornbäume haben an der Nizzaallee eine durchaus gute Perspektive, wenn Sie denn entsprechend gepflegt werden.

„. . . werden wir weiterhin mit den Behörden und dem Stadtbetrieb argumentieren, und ich bin inzwischen ganz guter Hoffnung, dass wir die Allee erhalten können“, das teilte Axel Deubner von der Lousberg-Gesellschaft mit. Toi, toi, toi.

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Auch der Rat trifft sich in der neuen Woche. Am Mittwoch, 6. April, ab 17 Uhr geht es im Stadtrat unter anderem um eine neue Städtepartnerschaft Aachens mit Kapstadt (Rathaus, großer Ratssaal, Zuschauer erwünscht).

Viele Städtepartnerschaften sind landauf, landab eingeschlafen. Es gibt Probleme, diese in den 50er Jahren erfundene Kontaktpflege zu Menschen im Ausland aufrecht zu erhalten. Via Internet werden heute schnell Kontakte geknüpft, und sehr viele Leute unternehmen jedes Jahr Reisen ins Ausland, was früher wohl nicht üblich war. Aachen hat bereits mehrere Städtepartnerschaften, ob jetzt eine zu Kapstadt hinzukommen wird, muss im Rat entschiedenen werden.

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Interessant dürfte es werden, wenn am Dienstag, 12. April, um 17 Uhr in der Mozartstraße die Kulturpolitiker zusammenkommen und sich u. a. über die Entwicklung der Stadtbibliothek informieren lassen. Der „Sachstandsbericht Stadtbibliothek“ ist im Internet auf der Seite der Stadt Aachen nachzulesen.

Dort heißt es: „Die Bibliothek hat 2015 (in Klammern immer das Jahr 2014) über einen aktuellen Bestand von 245.544 (258.849) Büchern und anderen Medien verfügt und damit 776.004 (813.603) Entleihungen erzielt. Insgesamt haben 321.831 (315.234) Kunden die Einrichtungen der Stadtbibliothek aufgesucht. Hinzu kommen noch über 200.000 Nutzer unserer virtuellen Angebote. 73.495 (59.197) Leserinnen und Leser nutzten die mittlerweile 295 Benutzerarbeitsplätze zum längeren Lesen und intensivem Arbeiten in der Bibliothek.“

Und: „18.425 (25.031) Medien wurden neu in den Bestand aufgenommen (ein bisschen wenig, meine ich) und 27.724 (29.759) veraltete oder defekte Medien gelöscht. Täglich wurden ca. 3.000 (entspricht 60 laufende Regalmeter) zurückgegebene Medien wieder in die Regale sortiert.“

Ich bin selbst bestimmt zweimal die Woche in der Stadtbibliothek, sitze und lese und fühle mich dort pudelwohl. Aber an die Rechner dort würde ich mich niemals setzen, die sind von vorgestern, da hat heute jeder ein besseres Equipment zu Hause.

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Zuletzt ein Hinweis auf das Gremium, das sich ausschließlich mit Themen befasst, die die Innenstadt (Aachen-Mitte) betreffen. Dort und im Bürgerforum sind die Politiker sehr nah an den Problemen der Bürgerinnen und Bürger dran. Deshalb berichten die beiden Tageszeitungen aus diesen beiden Gremien immer besonders ausführlich. Das finde ich passend und gut.

Mittwoch, 13. April, um 17 Uhr im Haus Löwenstein geht es um den Verein KingzCorner, um die Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße und um den Hof (Erneuerung der Oberflächen). Dazu stehen auf der Tagesordnung: Einrichtung einer Bushaltestelle am Aachener Markt (Antrag der FDP-Fraktion), ehemalige Schule Franzstraße hier: Auslobung eines Hochbauwettbewerbs und vieles mehr. Alle Zuschauer müssen den Saal verlassen, wenn über die Rotdorne in der Nizzaallee gesprochen wird (nicht öffentlich). Konkret geht es um den Patenschaftsvertrag, der hoffentlich im Sinne der Anwohner zustande kommt.

Schätzungsweise 800 Meter schönste Graffitis könnt ihr sehen, wenn ihr mal die Bleiberger Straße entlang geht.

Schätzungsweise 800 Meter schönste Graffitis könnt ihr sehen, wenn ihr mal die Bleiberger Straße entlang geht. Diese Info steht jetzt zwar in keinem Zusammenhang mit dem Text, wollte ich aber mal gesagt haben.

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Ausdrucken und aufhängen: „Tihange abschalten!“

In der Franzstraße in Aachen.

In der Franzstraße in Aachen.

Unten und im Treppenhaus ist man sich einig: „Tihange abschalten!“ lautet die einhellige Forderung, hier umfassend plakatiert. Die Plakate gibt es bei den Grünen im Fraktionsbüro im Katschhof-Verwaltungsgebäude und in der Geschäftsstelle der Grünen (Franzstraße 34, Öffnungszeiten: Mo. und Do., 8 bis 15 Uhr. Dienstag 8 bis 13 Uhr). Die Flyer sind jetzt in immer mehr Schaufenstern und in den Fenstern von Büros und Privatwohnungen zu sehen. Zum Download gibt es sie hier, Achtung pdf.

Unterdessen hatte Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) darum gebeten, dass ihm mal die Erlaubnis zum Weiterbetrieb der umstrittenen Atomkraftwerke in Belgien überstellt wird. Mehrfach und eindringlich, wie er in der jüngsten Sitzung des Städteregionstags mitteilte. Nichts ist daraufhin geschehen. Von einer Erlaubnis bis dato keine Spur. Möglicherweise gibt es tatsächlich gar keine korrekte, also formal einwandfreie Erlaubnis, denn in der Zeit, als beschlossen wurde, die schrottige Atomanlage wieder hochzufahren, gab es in Brüssel monatelang keine Regierung.

Wenn in der Städteregion die Bröckel-Reaktoren Tihange und Doel auf der Tagesordnung stehen, lohnt sich ein Besuch der Sitzung in der Zollernstraße in Aachen. Letztes Mal wurde recht ausführlich informiert. Dort ist es den Bürgerinnen und Bürgern auch erlaubt, vor der Sitzung Fragen zu stellen. Es ist sogar erwünscht. Macht davon Gebrauch. Von mangelnder Transparenz kann keine Rede sein.

In der Lothringer Straße in Aachen.

In der Lothringer Straße in Aachen.

 

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Ein anderes Bild (vom Aquis Plaza)

Schnellschuss in einer Ausstellung auf eine Arbeit von Matthes Straetmans.

Schnellschuss in einer Ausstellung im Apollo, Pontstraße, auf eine Arbeit von Matthes Straetmans.

Wer oben mal genau hinschaut, erkennt . . . Aachens neues Einkaufszentrum Aquis Plaza (130 Einzelgeschäfte, knapp 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Eröffnung: Oktober 2015). Hier blickt man auf den Konsumtempel mit den Augen des Künstlers Matthes Straetmans. Der hat offenbar Humor und sieht beim Blick auf das Gebäude etwas, was nicht jeder sieht.

Straetmans ist Experte für Graffiti, Streetart und freie Malerei. Ihm traue ich auch zu, die lange Wand im Aachener Bushof (mit etwa zehn Kollegen) so zu gestalten, dass aus der nichtssagenden Wand eine Aachener Attraktion wird. Es müsste sich nur ein Sponsor finden, und das städtische Busunternehmen müsste die Erlaubnis erteilen.

Die Darstellung (s. oben) fand ich treffend und originell. Das Bild war Ostersonntag bei einer Ausstellung in einem Kino in der Pontstraße zu sehen. Vielleicht kauft es ja eine/r der 700 im Aquis Plaza Beschäftigten. Das Einkaufszentrum hat seine Fans, problematisch ist allerdings der Verlust des historischen Straßenverlaufs (Adalbertsberg). Außerdem fielen dem Neubau der Gloria-Palast zum Opfer (50-Jahre-Kinogebäude) und etlicher Wohnraum. Auf die vertraglich fest zugesagten 3000 Quadratmeter Ersatzwohnraum in der Innenstadt wartet man in Aachen  bisher noch vergeblich.

Hier gibt es weitere Infos zum Aquis Plaza.

straetmans24Und hier (s. links) stellt sich Matthes Streatmans vor. Eine Arbeit von ihm ist übrigens noch bis zum 17. April bei der Carte Blanche VII im „Kunstwechsel“, Wilhelmstraße 26, zu sehen. Auch in dieser Bilderschau konnte ich schlecht fotografieren, weil bei der Eröffnung der Ausstellung der Saal proppenvoll mit Menschen war. Kunst angemessen zu fotografieren ist sehr schwer, das kann in Aachen eigentlich nur Anne Gold.

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Häßlich, häßlicher, Elsaßplatz

Hier möchte niemand verweilen: In Aachen auf dem Elsaßplatz.

Hier möchte selbst bei schönem Wetter niemand verweilen: In Aachen auf dem Elsaßplatz.

Einer der häßlichsten Plätze von Aachen ist zweifellos der Elsaßplatz im Aachener Ostviertel. Der kleine Steffensplatz am unteren Adalbertsteinweg kann da zwar fast mithalten, aber nur fast, weil er viel kleiner ist.

Der Elsaßplatz war schon kurz nach seiner Fertigstellung eine Katastrophe. Niemand wollte auf dem Platz verweilen, außer manchmal ein paar Penner, die zum Elsaßplatz kamen, weil man sich dort absolut ungestört betrinken kann. Täglich nutzen Menschen den Platz lediglich zum Überqueren, aber viele sind es nicht. Die meisten gehen lieber drumherum.

Jetzt haben ein paar Anwohner sich aufgemacht und wollen den Platz beleben. Tische und Stühle aufstellen für ein Café, Blumenbeete anlegen. Man kann ihnen nur Glück wünschen und gutes Gelingen, doch wenn der Platz nicht gänzlich umgebaut wird, so denke ich, wird das nichts. Die Sitzplätze sind und bleiben wenig einladend, die Umrandung wirkt so dicht wie verriegelt, die Fläche so dunkel . . . und dann der Brunnen! Wer dieses Teil länger anschaut, muss weinen. Wo haben die Bauherren des Platzes die Plastik für den Brunnen gefunden? Übelst langweilig, das Teil.

Der Platz ist eigentlich groß, vier Straßen laufen (je nachdem wie man schaut) direkt auf ihn zu. Wie sah er vor der Neugestaltung, die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgt sein muss, aus? In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei original türkische Restaurants, wo es leckeres türkisches Essen gibt für wenig Geld. Oft sind die Restaurants voll, die Gäste stören sich scheinbar nicht an der Hässlichkeit des Platzes. Vielleicht haben sie sich daran gewöhnt. Es sind fast alles Menschen, deren Vorfahren in der Türkei geboren sind.

Hier noch zwei Ansichten von dem Platz mit Brunnen:

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Wenig einladend. Der Platz erinnert etwas an den ebenfalls misslungenen Heuschplatz (Annastraße) Auch auf dem Heuschplatz halten sich Menschen gar nicht gerne auf.

Wenig einladend. Der Platz erinnert etwas an den ebenfalls misslungenen Heuschplatz (Annastraße). Auch auf dem Heuschplatz halten sich Menschen nicht gerne auf.

 

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Mussinghoff tritt zurück und zieht um

Umzugswagen vor dem Bischofshaus. Foto: Rahu Ehanantharajah

Umzugswagen vor dem Bischofshaus. Heinrich Mussinghoff zieht aus. Foto: Rahu Ehanantharajah

Der Bischof von Aachen ist 75 Jahre alt, er durfte Ende vergangenen Jahres  zurücktreten (der Papst muss sowas erlauben) und muss jetzt aus seiner Innenstadt-Wohnung ausziehen. Für seinen Nachfolger wird die Wohnung (direkt gegenüber vom Büro der Piratenfraktion) erst mal kolossal renoviert. 1,5 Millionen Euro wird das kosten, so war im Bistum zu erfahren. Das Gebäude sei innerlich ziemlich heruntergekommen.

Unterdessen hat man in Aachen dem Papst bereits drei Namen für einen eventuellen Mussinghoff-Nachfolger genannt. Es ist aber total offen, ob der Papst die Vorschläge aus Aachen berücksichtigt. Er kann sie auch ignorieren und einen anderen zum neuen Bischof von Aachen machen.

Heinrich Mussinghoff, der aus Münster nach Aachen kam und eigentlich ein Kirchenjurist ist, wurde im Februar 1995 Bischof von Aachen. Von ihm ist überliefert, dass seine Mutter ihn und drei Geschwister allein aufgezogen hat und dazu als Putzfrau gearbeitet hat. Der Vater starb als Soldat im 2. Weltkrieg. Mussinghoff war als echter Westfale immer etwas distanziert und still. Er regte sich nie über irgendetwas auf.

Am schlimmsten wird für ihn gewesen sein, dass er ein enormes Sparprogramm durchsetzen musste. Aber auch der innerkirchliche Missbrauchsskandal dürfte ihm schwer zugesetzt haben. Mussinghoff war als Bischof relativ farblos, er trat auch nie als Scharfmacher auf und galt in der Katholischen Kirche als liberal.

 

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Neumarkt: Möglichst wenig Veränderung

Ließen sich informieren: Bürgerinnenund Bürger aus dem Frankenberger Viertel. Ihr heiß geliebter Neumarkt soll dezent neu gestaltet werden.

Ließen sich in der Montessori-Gesamtschule informieren: Bürgerinnen und Bürger aus dem Frankenberger Viertel. Ihr geliebter Neumarkt soll dezent neu gestaltet und saniert werden.

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen gestern zusammen, um sich von Landschaftsarchitekt Norbert Kloeters über die geplante Umgestaltung des Neumarkt im Frankenberger Viertel informieren zu lassen. Es war keine inspirierende Veranstaltung.

Dem Landschaftsarchitekten waren keine besonders attraktiven und bahnbrechenden Ideen eingefallen. Das kann daran liegen, dass die Bürger eigentlich nichts oder nur sehr wenig an ihrem Neumarkt verändert haben wollen. Der Neumarkt sei doch eigentlich gut so wie er ist, meinte jemand, es müssten doch nur verschiedene verschlissene Bänke und Teile erneuert werden.

Der Landschaftsarchitekt aber schlug zum Beispiel vor, den Sandkasten etwas kleiner zu machen und ihn an einer anderen Stelle zu positionieren. Dafür gebe es dann mehr Platz für den Wochenmarkt. Damit war niemand einverstanden.

Auf dem Neumarkt befinden sich eine Boule-Bahn, eine Rollschuhbahn (auf der auch mit Rad und Roller gefahren wird), Klettergeräte, ein Kiosk, mehrere Bäume, es stehen Bäume drumherum, es gibt eine kleine Wiese, eine Pergola,    dicke Steine zum Klettern, einen Sandkasten, einmal die Woche für 5 Stunden einen Obst- und Gemüsemarkt, es gibt am Rand große Abfallbehälter, es gibt Bänke und Stellen, wo Mütter (und Väter) sehr gut sitzen und ihren Nachwuchs im Auge behalten können. Und dazu gibt es noch eine große Freifläche.

Alles ist quasi „unordentlich“ verteilt. Zugleich aber so, dass die verschiedenen Gruppen von Kindern gut aneinander vorbeikommen. Nur zur Info: Oft sitzen zum Beispiel allein 50 und mehr Kinder in dem großen Sandkasten und spielen mit ihren Förmchen.

Die Freiraumplaner hatten sozusagen aufgeräumt. Das Motto sei offensichtlich „quadratisch, praktisch, gut“, meinte eine Dame, nur sei der Platz ungeordnet eigentlich besser. Insgesamt gab es wohl niemand, der die dezente Neuplanung begeistert aufgenommen hätte. Im Gegenteil.

Ich hatte den Eindruck, dass der Neumarkt, so wie er ist, recht teuer in der Pflege ist. Und dass er verändert werden muss, um in der Pflege preisgünstiger zu werden. Das wurde aber nur angedeutet. Mir persönlich schien das ein Hauptgrund für die Umgestaltung zu sein.

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Aktuelle Aufnahmen aus der Richardstraße

HirschGrün – das ist der Name eines Gartens, den einige Dutzend Aachenerinnen und Aachener in der Richardstraße betreiben. Es ist ein Urban-Gardening-Projekt. HirschGrün war bisher auch Bestandteil des neuen Suermondt-Parks in der Nähe vom Suermondt-Ludwig-Museum, einer Grünfläche mit einem coolen Spielplatz.

Seit gut drei Jahren wühlen die Leute dort in der Erde, und sie ernten auch. Jüngst hatten Vertreter der CDU plötzlich durchblicken lassen, dass ihnen der Gemüsegarten an der Stelle eigentlich nicht mehr gefällt. Und es sah so aus, als seien SPD, FDP und Grüne derselben Ansicht. Doch noch ist alles in der Schwebe.

Für alle, die noch nie in der Richardstraße waren, hier ein paar aktuelle Fotos.

Blick auf das Gelände von der Straße aus. Die Stadtverwaltung informiert über das Projekt: den Suermondt-Park, der dort gerade angelegt wird.

Blick auf das Gelände von der Straße aus. Die Stadtverwaltung informiert über das Projekt: den Suermondt-Park, der dort gerade angelegt wird.

Hier sind keine Gartenbauarchitekten am Werk, sondern Leute wie du und ich und Kinder, die mitten in der Stadt Beete anlegen.

Hier sind keine Gartenbauarchitekten am Werk, sondern Leute wie du und ich und Kinder, die mitten in der Stadt Beete anlegen.

Ein Stück vom Park mit Spielplatz ist schon fast fertig. Es gibt eindrucksvolle Graffitis.

Ein Stück vom Park mit Spielplatz ist schon fast fertig. Es gibt eindrucksvolle Graffitis.

Das sieht nicht aus wie ein englischer Rasen und ist doch ein Fleckchen Erde, das viele Anwohner lieben.

Das sieht nicht aus wie ein englischer Rasen und ist doch ein Fleckchen Erde, das viele Anwohner lieben.

Eine Kletterwand wird es auf dem Spielplatz offensichtlich auch geben. HirschGrün und Spielplatz und der Rest vom Park sind im Grunde eine Einheit.

Eine Kletterwand wird es auf dem Spielplatz offensichtlich auch geben. HirschGrün, Spielplatz und der Rest vom Park sind im Grunde eine Einheit.

Ein Weg führt mitten durch den Garten.

Ein Weg führt mitten durch den Garten.

Was hier Phase ist, darüber haben die HirschGrün-Betreiber informiert. Und da haben sich plötzlich ganz andere Perspektiven aufgetan: Die Politiker von CDU und FDP möchten statt des Gartens lieber eine Liegewiese haben. SPD und Grüne haben gewisse Sympathien für die Garten-Betreiber und die Piraten mit den Linken wollen HirschGrün auf jeden Fall erhalten. Falls sie nicht alle ihre Meinungen inzwischen wieder geändert haben.

Was hier Phase ist, darüber haben die HirschGrün-Gärtner informiert. Doch  haben sich plötzlich ganz andere Perspektiven aufgetan: Politiker von CDU und FDP möchten statt des Gartens lieber eine Liegewiese haben. SPD und Grüne hegen gewisse Sympathien für die Garten-Betreiber, und die Piraten mit den Linken wollen HirschGrün auf jeden Fall erhalten. Falls sie nicht alle ihre Meinungen inzwischen wieder geändert haben.

Auf der dem Garten gegenüberliegenden Straßenseite.

Auf der dem Garten gegenüberliegenden Straßenseite.

Noch mal der Versuch, einen Überblick zu schaffen.

Noch mal der Versuch, einen Überblick zu schaffen.

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Hier könnte eine Preisverleihung stattfinden: Ich schlage Dr. Otten von der CDU in Aachen vor für den Preis „Trauriges Stiefmütterchen am Bande“. Ich halte auch gern die Preisrede, auch in Abwesenheit des Preisträgers. Ein weiterer   Kandidat für den Preis ist ja übrigens der Herr Mayer vom Stadtbetrieb Aachen (wegen der Vorgänge in der Nizzaallee – Rotdorne – ihr wisst schon).

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