Telegram-Tricks: Wie Kriminelle Opfer finden

Die Polizei berichtet von einer neuen Betrugsmasche, die andererseits gar nicht so neu ist. Aber es wundert einen schon, was sich Spitzbuben alles ausdenken. Die Opfer sind materiell geschädigt, aber nicht nur das.

Die Polizeimeldung im Wortlaut:

An den vergangenen beiden Freitagen (4. Oktober und 11. Oktober) ist es in Würselen zu mehreren Raubdelikten gekommen

Der erste Fall fand am frühen Nachmittag des 4. Oktober statt. Ein junger Mann hatte sich über den Nachrichtendienst Telegram mit einer Frau verabredet. Am Treffpunkt angekommen warteten jedoch mehrere jugendliche Personen auf ihn, schlugen und traten auf ihn ein und raubten ihm sein Handy. Anschließend flüchteten die Täter.

Am selben Tag, wenige Stunden später wird ein zweiter Mann Opfer eines ähnlichen Vorfalls. Auch hier schlugen und traten die Täter auf ihn ein und forderten die Herausgabe seines Handys. Schließlich ließen die Unbekannten von ihm ab und flüchteten ohne Beute.

Am vergangenen Freitag (11. Oktober) hat es nun wieder einen Fall gegeben, bei dem sich ein Mann über den Nachrichtendienst Telegram mit einer Frau verabredet hatte, aber letztlich Opfer eines Raubs wird. In diesem Fall forderten die Täter Bargeld, schlugen auf den Mann ein und entwendeten sein Handy.

Bei allen drei Taten soll es sich um vier oder fünf Täter gehandelt haben, laut Zeugenaussage sollen sie zwischen 15 und 20 Jahre alt gewesen sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in den Fällen: An den Tatorten und an den Opfern sind Spurensicherungen durchgeführt worden. Die aufgefundenen Spuren werden nun ausgewertet sowie bereits eingegangenen Zeugenhinweisen nachgegangen. Die Geschädigten trugen teilweise schwere Verletzungen davon.

Laut derzeitigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass es sich in den bisherigen Fällen um die gleichen Täter handelt. (kg)

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Brücke Turmstraße freigegeben. Modern und leistungsfähig.

Viele Brücken in Deutschland sollen in einem miserablen Zustand sein. EINE Brücke zumindest ist topfit und sieht so aus, als wäre sie das in 150 Jahren immer noch. Die steht in Aachen: die Brücke Turmstraße.

Die neue Brücke Turmstraße wurde von 19,90 Meter auf das maximal mögliche Maß von 22,20 Metern verbreitert. Der Gehweg in Richtung Schanz wurde auf 2,50 Meter angepasst, in Richtung Ponttor von 2,20 Metern auf 3,50 Metern verbreitert. In jeder Fahrtrichtung wurde ein jeweils 2,55 Meter breiter Radweg angelegt.

Die Brücke verbindet die Hochschule mit der Innenstadt. Es ist eine Innenstadt-Brücke, die für die Bedürfnisse von Autos, Fahrrädern und Fußgänger*innen ausgelegt wurde und noch dazu über Bahngleise führt. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hob bei der Freigabe hervor: „Viele auch unerwartete Hindernisse mussten bewältigt werden. Aber das Ergebnis zählt: Die Brücke ist fertig! Es ist ein guter Tag für Aachen!“

Schienen (hinten) mussten überquert werden. Das machte eine komplizierte Abstimmung mit der Bahn erforderlich.

Im Rahmen einer turnusmäßigen Hauptprüfung wurden 2013 an der alten Brücke, einer Hohlkastenbrücke aus 1971, Schäden festgestellt. 2016 war endgültig klar: Die alte Brücke hat es bald hinter sich, die Planungen für den Neubau begannen. Sperrpausen bei der Deutschen Bahn AG wurden angefragt und beantragt, die erste Entwurfspläne entstanden, das Geld für den Neubau eingeplant.

Die alte Brücke hielt nur 53 Jahre. Die neue Brücke ist breiter, aber auch erheblich teurer als zunächst mitgeteilt wurde. Vor 4 Jahren dachte man noch, man werde mit 11,7 Millionen Euro auskommen, derzeit muss von 29,5 Millionen ausgegangen werden.

Die ursprüngliche Planung sah noch eine Behelfsbrücke vor. Doch nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021, kurz vor der geplanten Ausschreibung, konnte die eingeplante Behelfsbrücke nicht nach Aachen gebracht werden. Daher war eine Umplanung der Verkehrsführung und der Bauablaufplanung zwingend notwendig.

Wie in Aachen üblich wurde vor Beginn der Arbeiten (vor dem Brückenabriss) wie verrückt geschimpft, die Schwarzmaler hatten Hochkonjunktur. Während der Arbeiten gewöhnte sich aber alles schnell an die Umleitung. Dass sich die Bauzeit um ein Jahr verlängerte, regte auch nur wenige Menschen auf. Große Bauwerke werden meistens viel teurer und später fertig als geplant. So ist es nun mal.

Für mehr Hintergründe und Infos s. hier

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 Ein Blick auf Aachen im Oktober 1944

Aachen war die erste deutsche Großstadt, die im Zweiten Weltkrieg von den alliierten Streitkräften erobert wurde. Die Kämpfe um Aachen dauerten mit Unterbrechungen vom 12. September bis zum 21. Oktober 1944. Dazu erscheinen in den örtlichen Medien viele Berichte.

Das Aachener Stadtarchiv stellt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats vor. Zur Zeit das Foto eines Aacheners mit einer Ziege, aufgenommen am 17. Oktober 1944. Der Text des Stadtarchivs wird hier gekürzt wiedergegeben:

Angriff auf die Innenstadt

Die US-Streitkräfte begannen am 13. Oktober 1944 mit dem Angriff auf die Innenstadt. Die Hauptachsen des Angriffs bildeten zunächst der Adalbertsteinweg und die Jülicher Straße. Luftangriffe der US Air Force und schwerer Artilleriebeschuss bereiteten den Bodenangriff mit Panzern und Infanterie vor. Dabei wurde um Straßenzüge und einzelne Häuser gekämpft, es gab viele Opfer auf beiden Seiten.

Begleitet wurden die Kämpfe auf US-Seite von Militärfotografen des Signal Corps. Dieses Nachrichtenkorps der US Army hatte einen eigenen Zweig, der für Film- und Fotoaufnahmen zuständig war. Das Bildmaterial diente der Auswertung durch die eigene militärische Führung, es wurde aber auch zu Schulungsmaterial verarbeitet und für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Viele der Fotos, die US-Fotografen im Herbst 1944 aufnahmen, haben das Aachener Bild vom Herbst 1944 geprägt, denn diese Aufnahmen wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Aachen immer wieder herangezogen, um das Kriegsende zu bebildern.

Unter anderem das Stadtarchiv kaufte in den 1950er-Jahren Aufnahmen direkt aus den USA an. Eines der Bilder zeigt einen Aachener mit einer Ziege.

Die US-amerikanische Bildunterschrift lautet (übersetzt): „Diese beiden waren die einzigen deutschen Zivilisten, die in dem von den Amerikanern eingenommenen Teil von Aachen gesehen wurden.“ Diese Aussage soll wohl den skurril anmutenden Charakter des Bildes unterstreichen. Foto: Westcott/US Signal Corps (National Archives, Washington, D. C.)

Wer kann Hinweise geben?

Das Bild (oben) ist auf dem Adalbertsteinweg, Ecke Goerdelerstraße, aufgenommen. Das zerstörte Eckhaus links im Hintergrund wurde nicht wieder vollständig aufgebaut; dort findet sich heute ein kleiner Anbau, der in den letzten Jahren von verschiedenen Firmen als Werbefläche genutzt wurde. Rechts im Bildhintergrund, am Ende der Straßenbahngleise, ist der Turm von St. Josef ohne Turmkappe zu sehen. Links unten im oberen Bild: das Signet des US Signal Corps. 

Foto (l.): So sieht die Straße mit der Ecke heute aus.

Wer Hinweise hat, wer der auf dem Foto abgebildete Mann sein könnte, kann sich gerne beim Stadtarchiv Aachen unter  stadtarchiv@mail.aachen.de und/oder der Telefonnummer 0241 432 4972 melden.

80 Bilder vom Krieg

Die Stadt Aachen erinnert mit einem Festakt am 13. Oktober sowie der Veranstaltungsreihe „Aachen 1944 und der Weg in die Demokratie“ an die 80. Wiederkehr des Kriegsendes. Als Beitrag zu diesem Gedenken gibt das Stadtarchiv einen Quellenband mit 80 der oben genannten Bilder heraus. Der siebte Quellenband der Reihe „Aus den Quellen des Stadtarchivs“ erscheint am 14. Oktober. 

Thomas Müller, René Rohrkamp (Hrsg.): Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Aachen 1944/45. Bilder amerikanischer Militärfotografen, Aachen 2024. 

Wissenschaftliche Einleitung, Quellenteil mit 80 Bildern von US-Militärfotografen (mit Aufnahmedatum und -ort sowie Erläuterungen); schwarz/weiß, 144 Seiten, 20 Euro. Das Buch ist direkt beim Stadtarchiv sowie im Buchhandel erhältlich.

Quelle: National Archives, Washington, D. C., Signal Corps, 111-SC-195640

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Bedenken gegen Aachens „grüne Mobilitätstrasse“

Die Flächen der ehemaligen Bahntrasse zum Nordbahnhof sollen zur Entwicklung einer „grünen Mobilitätstrasse“ genutzt werden. Neben der Herstellung eines überregionalen Radweges soll hier eine durchgehende Grünverbindung geschaffen werden. Es sollen insbesondere auch Flächen zur Realisierung einer ÖPNV-Trasse (insbesondere für den Schienenpersonennahverkehr) vorgehalten werden.

Im Umfeld der ehemaligen Bahntrasse sollen die vorhandenen Gewerbeflächen gesichert und weiterentwickelt werden. 

Unten folgt eine Eingabe zum Bebauungsplan (BP) 1019, Jülicher Str./Bahntrasse Nord durch den Aachener Baumschutzbund, vertreten durch Hans Falk. Diese Eingabe wird hier in Gänze wiedergegeben. Es ist ein etwas Leser*innen unfreundlicher Text, der euch viel abverlangt. Aber komplizierte Materie verlangt leider oft eine komplizierte Sprache. Vielleicht interessiert es ja den einen oder die andere. Falk bezieht sich auf den Erläuterungsbericht, den man sich zum besseren Verständnis der Angelegenheit am besten zuvor hier runterlädt und durchliest.

Die Eingabe im Wortlaut:

Mit dem BP 1019 wird ein Vorhaben eingeleitet, das zwangsläufig eine Folgeplanung nach sich zieht, weil eine Trasse nicht nach einem Teilstück enden wird. Andernfalls wäre die Verbindung eine Sackgasse.

Darauf wird aber nicht Bezug genommen, sondern die hier vorgestellte Planung als geschlossenes Projekt vorgeführt, obwohl Interessierten klar ist, dass hier in Salamitaktik ein Anfang geschaffen werden soll, der zwangsläufig Folgeprojekte, mit vermutlich negativen Aspekten gerade hinsichtlich deklarierter Grünentwicklung nach sich zieht.

So ist es demzufolge schon eigenartig, dass hier eine Planung nicht wie sonst üblich an bestehenden Trassen anknüpft, wie der Radschnellstraße Aachen-Jülich, die aktuell am Prager Ring endet und um die es im Wesentlichen neben anderem auch geht. Geplant wird aber auch nicht vom Ende her, nämlich dem Grabenring, sondern irgendwo dazwischen. Warum plant man also nicht erst die Anknüpfung an die neue Radschnellstraße, wenn die sowieso als Anbindung vorgesehen ist ?

Positiv ist, dass die baulich kaum nutzbare Dreiecksgrünfläche innerhalb des Plangebiets erhalten bleiben soll. Das gilt aber nur, wenn unter Erhalt nicht eine „Durchpflegung“ verstanden wird und man die Fläche als Biotop tatsächlich in Ruhe läßt.

Hierbei geht es allerdings nur um Erhalt. Unter erweitertem Grünzug im Sinne von Grünfinger erwartet man mehr, wenn das eine „grüne Mobilitätstrasse“ werden soll. Aber genau da liegt die crux, denn die Rede ist von zusätzlichem doppeltem Verkehrswegebau und Gewerbegebietserweiterungen bzw. verbesserten Anschlüssen, also eine massive Flächenkonkurrenz. Wo bleibt da noch Platz auch für nur beiläufiges Grün? Vor allem wie soll das auf der Gesamtstrecke mit den teilweise engen Grünkorridoren („lineare Grünstrukturen“,  Erläuterungsbericht, S 3) funktionieren ?

Auf der kahlen, aber unversiegelten Stellplatzfläche könnte abzüglich der Mobilitätstrasse noch Platz für eine Begrünung bleiben. Das ist aber nur an dieser Stelle möglich. An anderer Stelle, nämlich dem Ausgang zur Jülicher Straße führt der Trassenverlauf über den kleinen Park vor dem alten Nordbahnhof. Da wird also Grün verloren gehen. Das Gros jedoch ist auf den langen Grünkorridoren, wo die Bedeutung von Verkehrswegen die von Grünfingern überwiegt, betroffen.

Schon heißt es für Begrünung einschränkend, dass „ausnahmsweise“ „Stellplätze  auch innerhalb der Fläche für die „grüne Mobilitätstrasse“ errichtet werden können.“ (Erläuterungsbericht S 9).

Und was sollen neue Freizeitwege, wie in den Handlungsfeldern beschrieben, wenn das zur Erholung und dem Stadtklima dienende Grün- sowie die Biotopentwicklung dafür – reduziert bzw. geopfert wird?

Dazu passend wird im Betrachtungsfeld „Natur und Umwelt“ (Erläuterungsbericht, S 4), nur der Schutz der Thermalquelle besonders herausgestellt.

Demgegenüber heißt es zum Schutzbereich Stadtklima gemäß FNP 2030, dass Maßnahmen in diesem Gebiet mit nachteiliger Auswirkung, insbesondere für die Gesundheit des Menschen zu vermeiden sind (Erläuterungsbericht, S 4). Sollte man da also nicht vorrangigen Wert auf den Erhalt der Grünstrukturen und damit alternative Routen für Verkehrsbauplanungen legen ?

Offenbar nicht, wenn man als Grünfläche die Zweckbestimmung Grün mit Fahrradschnellstraße definiert (Erläuterungsbericht S 9). Die Einstellung was Grünflächen sind, treibt schon sehr seltsame Blüten, auch solche die zu Himmel stinken.

Und soll die unklare Aussage, dass bei der Anschlußbebauung der weiteren Trassenführung, also gerade da wo das Grün intensiv betroffen ist, eine Bauleitplanung nicht erforderlich sei, bedeuten, dass da keine öffentliche Beteiligung vorgesehen sein soll ?

Für den Fall, dass das so ist, ist das nur zynisch zu bezeichnen, wenn der Grund für das Ausblenden der öffentlichen Beteiligung, darin besteht, dass „eine Fehlentwicklung dieses Areals nicht zu befürchten ist und für die Anlegung eines Fuß- und Radweges und einer Grünvernetzung auf den städtischen Flächen keine Bauleitplanung erforderlich ist.“ (Erläuterungsbericht, S 2). 

Das hieße, der relevante Planungsbereich außerhalb des BP 1019 soll nicht einer kritischen Öffentlichkeit zugänglich sein, gerade da, wo Kritik sehr wahrscheinlich am angebrachtesten sein wird ?

Tatsächlich soll ja absehbar die Regiotram auch noch dazu kommen, aber das bleibt ja wegen einer Extraplanung für die Regiotram bei der Mobilitätstrassenplanung außen vor.

Der vor einigen Jahren gebaute Radweg Grüner Weg – Krefelder Str. (im Erläuterungsbericht S 8 als „Großstück“ bezeichnet), der einen wunderbaren Grünstreifen und ein in Ruhe gelassenes Biotop auf dem Anschlußstück der alten Bahntrasse zerstört und nur Restgrünberandungen übrig gelassen hat, soll an die Neuplanungen angebunden werden. All die Jahre war der ausgerechnet in einem grünverarmten Gewerbegebiet bei gleichzeitigem Handlungsdruck ökologisch und klimapositiv zu planen, bislang völlig überflüssig und gab nur Befürchtungen Anlaß, dass das auf der gegenüberliegenden Seite, die gleichfalls sukzessiv grün verwachsen ist, ebenfalls geschieht. Nun soll es soweit kommen. Das Argument Reaktivierung alter Bahntrassen für Radstraßen zieht hierbei auch nicht, da ein reaktiviertes Gleisbett nicht eine solche Flächenversiegelung aufweist wie die breite Asphaltbahn für einen Rad/Fußweg.

Vermutlich waren damals Fördergelder im Raum, die dringend ausgegeben werden mußten, anders läßt sich eine solche Zweckfreiheit bei einer solch konkreten Umweltschädigung kaum erklären.

Jetzt, mit dem Schwung neuer Fördergelder für ein noch viel größeres Projekt, nämlich der Regiotram, soll gemäß Machbarkeitsstudie des AVV vom Juli 2023 in der Variante AC-1 (s.S 38) genau dort eben dieser Rad/Fußweg überplant werden. Heißt erstens, Abriß der asphaltierten Strecke für eine Schienentrasse und zweitens Vernichtung auch noch des Restgrüns wenn, wie üblich, dort etwas versetzt daneben wieder ein neuer Rad/Fußweg asphaltiert wird.

Diese Doppelinfrastruktur wird dann fortgeführt über den Grünen Weg hinweg und wird die noch unverbaute Begrünung der weiteren alten Trasse ruinieren um dann im weiteren Verlauf erst in das Gebiet des hier vorliegenden BP 1019 zu münden, wo diese damit verbundene Grünschädigung geschickt verheimlicht wird.

Immerhin bietet die Regiotramtrasse mit der Variante AC 2 vernünftigerweise entlang der Bahnanlage eine Alternative. Aber dann soll sie über den Prager Ring parallel zu der dort neu gebauten Radschnellstraße Aachen-Jülich fortgeführt werden, wo neben der massiven Grünzerstörung für diese Radschnellstraße dann noch mehr Grün vernichtet werden muß.

Jetzt heißt es im BP 1019, diese Regiotramtrassenplanung, die das gleiche Baugebiet überziehen soll, würde in einem eigenen Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Das hört sich nach Kollisionskurs an (s.o. erwähntes Verbindungsteilstück Grüner Weg – Krefelder Str.).

In beiden Fällen steht eine massive Grünzerstörung an, die die Anbindung an das Teilstück des BP1019 mit sich bringt. Warum werden Teilstücke geplant, die ursächlich zusammengehören und nur Sinn in einem Gesamtkontext ergeben ? Das sieht nach Rosinenpickerei aus, wenn mit harmlos formulierten Planungen, die ökologisch einen positiven Eindruck machen, angefangen wird, um dann weitere Planungen mit größeren ökologischen Schädigungen als Sachzwänge  und unter Ausschluß der Öffentlichkeit folgen zu lassen. 

Völlig widersprüchlich dazu im Planungsziel: „Um eine geordnete städtebauliche Entwicklung im Geltungsbereich des Bauplanes sicherzustellen, wird mit der vorliegenden Planung die Gesamtsituation in den Blick genommen.“ (Erläuterungsbericht, S 6). Genau das ist die Kritik, dass dem nicht so ist. Schon die Unabhängigkeit der Planung für die Regiotramtrasse spiegelt das wieder. Wie kann man so etwas behaupten ?

Warum müssen Regiotram und Radschnellstraße zusammengehen, wenn sie auch unabhängig voneinander funktionieren? Immerhin sind die jeweiligen Planungen doch sowieso schon unabhängig voneinander und bergen somit die Gefahr von Interessenskollisionen.

Wozu ist eine Radschnellstraße über den Nordbahnhof nötig, wenn doch schon der Grüne Weg zu einer Art Radvorrangroute ausgebaut und aufwendig gegen viel Anliegerärger durchgesetzt wird ?

Über die Lombardenstraße wäre die Anbindung an die Jülicher Str. und über die Passstraße eine direktere Anbindung zum Stadtzentrum gegeben. Dann bliebe eine Regiotram, die vernünftigerweise nicht neben, sondern auf die ohnehin schon vorhandenen Bahngleise gehört. 

Auf diese Weise würden überhaupt keine Grünflächen zerstört, diese im BP1019 tatsächlich erweitert und man könnte das ehrlich zu einer Grüntrasse entwickeln.

Dann heißt es wieder, die gegen alle Widerstände der Anlieger erkämpfte Radroute Grüner Weg sei nur eine „Zwischenlösung“ für die angestrebte „grüne Mobilitätstrasse“ (Erläuterungsbericht, S 5) !

Für diese „Zwischenlösung“ wird aber dabei starrsinnig ein großer, ortsprägender Baum geopfert – leider nicht bloß vorübergehend. Alles Kollateralschäden lobbyistisch sturer und wenig ganzheitlicher Planungen.

Als Radfahrer nutze ich den Grünen Weg schon lange ohne nennenswerte Konflikte mit Kfz und sehe da eigentlich nur die Fahrbahndecke als verbesserungswürdig an. Eine zusätzliche Parallelstrecke ausschließlich für Radfahrer lehne ich persönlich aus ökologischen Gründen der Grünflächenschonung ab statt aus vermeintlich ökologischen Gründen ökologische Schäden bloß für persönlichen Komfort zu fordern. 

Nebenbei wird wie üblich gerne auf beschleunigte Bauverfahren geschielt und entsprechend mit den Flächenbestimmungen so jongliert, dass man dahin kommen wird. Eine Voraussetzung, dass mit der Baumaßnahme keine „erheblichen“ (negativen) Umweltauswirkungen verbunden sind, ist in ihrer Schwammigkeit freilich kein Hinderungsgrund. Heißt es nicht, das Bestreben sei einen ökologischen Mehrwert durch Grünverbesserung zu leisten ? Das würde automatisch zu einer Baubeschleunigung führen. Dass darüber doch noch Diskussionsbedarf besteht macht stutzig. (Erläuterungsbericht, S 7).

Im städtebaulichen Konzept ( Erläuterungsbericht, S 8) sollen sich min. 5 m breite asphaltierte Rad/Fußwege sowie künftig 7,50 m 2-gleisige Schienenbaubreite durch die Grünkorridore zwängen. Die Sicherheitsabstandszonen noch nicht eingerechnet. Was die Grünvernetzung betrifft, gibt es natürlich gar keine vorgeschriebene Mindestbreite. Grün bleibt nur das, was übrig bleibt.

Fazit: Der Verdacht steht im Raum, dass hier wieder Fakten geschaffen werden sollen, die die letzte sich anschließende Grünfläche der alten Bahntrasse, mit einer sich in Jahrzehnten in Ruhe gelassenen Biotopentwicklung, vernichtet und dort statt Grünentwicklung das genaue Gegenteil realisiert wird.  

Wie soll der propagierte „Grünfinger“ denn weiter verlaufen, wenn nicht da, wo er schon existiert, wo aber unbedingt die Regiotram plus daneben eine ausgedehnte Fahrradschnellstraße nebst Fußweg gebaut werden sollen?

Da wird kaum Platz sein für noch so mageres Restgrün. Die Bilanz der „grünen Mobilitätstrasse“ mit der Ambition von erweiterter Grünverbindung wird also ökologisch ein deutliches Verlust-geschäft. Warum wird das Gegenteil kommuniziert und eine „grüne“ Mobilitätstrasse vorgegaukelt, wenn sie wie jede Verkehrstrasse grau ist und das längst vorhandene Grün durch die Bauvorhaben höchst gefährdet ist ?

Die propagiert angestrebte Schaffung einer Grünvernetzung im Gewerbegebiet hat bisher nur zerstörte Grünflächen hervorgebracht. Die Grünflächenbilanz ist damit wohl unbestreitbar über all die Jahre negativ. Was soll denn da noch zu vernetzen sein, wenn nicht die Forderung mehr vernetzbare Grünflächen zuoberst steht, statt der Privilegierung weiteren Verkehrswegebaus auf Kosten von verbliebenem Bestandsgrün ?

Bei den Umweltbelangen (Erläuterungsbericht S 12) werden zahlreiche ökologische Dienstleistungen aufgezählt und der Wert von Grünflächen betont. Warum wird dann nicht konsequenterweise von weiteren Zerstörungen und Schädigungen Abstand genommen und auf weiter belastende Baumaßnahmen verzichtet?

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Unterwegs im Frankenberger Viertel

Charlottenstraße: Graffiti gibt es im Frankenberger Viertel und in Aachen-Ost auch Bilder von Schülerinnen und Schülern.

Streetart-Workshops in Aachen: Kreativität vor Ort

Vor Politiker*innen hat Schulsozialarbeiter Jan Bernhardt jüngst das Projekt „Kunst im Viertel“, das er selbst konzipiert hat, vorgestellt. Er arbeitet daran seit 2022. Dabei erhalten Jugendliche die Möglichkeit mit vier Graffiti-Künstlern den Schulweg, ihren Sozialraum und das Schulumfeld zu verändern.

Das Projekt „Kunst im Viertel“ ist Bestandteil der Schulsozialarbeit und wird mit Schüler*innen der Schulen des Schulverbands Aachen Ost (Hauptschule Aretzstraße, Hugo-Junkers-Realschule und Geschwister-Scholl-Gymnasium) umgesetzt. Das Besondere ist: Die Arbeit bezieht sich genau auf das Umfeld der drei genannten Schulen. Mehr als 2000 Jugendliche aus über 20 Nationen besuchen diese weiterführenden Schulen in Aachen-Ost.

Foto: Schüler*innen-Arbeit in der Beverstraße am neuen Spielplatz

In Streetart-Workshops werden bei Spaziergängen Orte für die spätere Realisierung erkundet (z.B. Verteilerkästen/ Wände/ Spielplätze/ Baumscheiben/ Angsträume). Die Ideen werden in der Werkstatt im Depot Talstraße ausgearbeitet. Sog. hässliche Ecken im Viertel oder auch Angsträume können durch die Ideen und Projekte kontinuierlich verändert werden.

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Charlottenstraße/Ecke Sophienstraße. Trauriger Anblick.
Eine Wand in der Luisenstraße. Davon wünscht man sich im Viertel noch viel mehr.
Ein Schloss und ein altes, schmiedeeisernes Gitter in der Brabantstraße. Dahinter gibt es den Schwedenpark, der allerdings auf einen kleinen Teil seiner selbst reduziert wurde. Der Park musste teilweise den vier großen Wohnanlagen weichen. s. auch hier
Bauarbeiten in der Beverstraße/Ecke Turpinstraße. Dort soll ein Gebäude mit 64 kleinen Wohnungen (für Studierende) gebaut werden. Das waren jedenfalls die Pläne im Sommer 2021.
Hinter der Häuserfront in der Luisenstraße: Standen da nicht mal Bäume? Werden dort Luxuswohnungen gebaut?
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Ecken als soziale Oasen. Und für mehr Büdchen

Isolation und Einsamkeit greifen um sich, da muss nun überlegt werden, wie dem Einhalt geboten werden kann. Schön wäre, wenn es Stellen und Plätze gäbe, wo man sowieso hingeht, wo man ganz ungezwungen und unverbindlich auftauchen und plaudern kann.

Diese Stellen gibt es, sie sind auf und an den Ecken im Stadtgefüge. Da wo sich Menschen aus zwei Richtungen treffen, steht vielleicht eine Bank, ein Kaffeewagen oder ist ein Kiosk, eine Imbissbude oder sogar eine kleine Kneipe mit ein paar Stühlen davor.

Gemeinschaftsleben entwickelt sich besonders leicht an den Straßenecken, wo es Stühle oder eine Bank gibt, vielleicht sogar vor einer kleinen Kneipe oder einem Café. (Viktoriastraße/Ecke Sophienstraße)

Wer durch Aachen spaziert, dem fällt auf, dass Gemeinschaftsleben oft da stattfindet, wo Kreuzungen und Kurven nicht zu 100 Prozent dem Pkw-Verkehr überlassen wurden. Ein Kiosk auf einer Ecke (z. B. das Habibi-Büdchen, Talstraße) kann manchmal – ohne das ausdrücklich anzustreben, quasi nebenbei – mehr Gemeinschaft produzieren als ein nagelneues Bürgerzentrum. Leute holen sich in so einem Büdchen ihre Zeitung, ein Eis und andere Kleinigkeiten, bleiben drinnen oder draußen stehen und sagen sich ein paar Worte.

Auf dieser Ecke ließ sich diesen Sommer gut sitzen und plaudern. (Schlossstraße/Ecke Oppenhoffallee)
Eine Eckkneipe, ein paar Stühle davor und ein breiter Bürgersteig. Schon sammelt sich, wer sonst allein zu Hause sitzen würde. (Sigmundstraße/Aretzstraßé)
Ideal: Breiter Bürgersteig, Poller, ein paar Sitzgelegenheiten, Pflanzen. Wo genau die mobilen Stühle stehen, bestimmen die Leute selbst. (Zeppelinstraße/Freunder Weg)
Bei schönem Wetter sitzt man dort gern. Die angebotenen Speisen und Getränke sind nicht teuer. (Ungarnplatz)

Eine Verbesserung des Soziallebens im Viertel hat sich in Aachen eine Gruppe vorgenommen, die in Forst aktiv ist, genau gesagt: in den 6 Quartieren von Forst (Unterforst, Altforst, Schönforst, Forster Linde, Obere Trierer Straße, Driescher Hof). Es wird ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erstellt. Ziel ist es, das Wohnen in Forst schöner zu machen (mehr Grünflächen, Spielplätze, Treffpunkte), und es soll mehr Möglichkeiten geben, sich draußen aufzuhalten.

Vielleicht lässt sich ja mit ISEK die ein oder andere leblose Kreuzung in eine belebte Ecke verwandeln.

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Mehr über ISEK und was eigentlich für Forst geplant ist unter diesem Link.

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Sehr ärgerlich: Aachen führt lange und kassiert plötzlich doch noch ein Gegentor

Das Spiel war noch keine 5 Minuten alt, da hatten wir schon zwei Tore gesehen, zweimal gejubelt und uns gefreut wie verrückt. Und das kam beim Spiel Alemannia gegen FC Ingolstadt so:

Der Schiedsrichter (und wir nicht) hatte Zehntelsekunden vor dem Torschuss ein Handspiel der gegnerischen Mannschaft beobachtet und flott abgepfiffen, der Ball sauste ins Tor, konnte aber nicht gewertet werden. Zunächst überraschend hieß es: Elfmeter für Aachen. Und Bexter Bahn, der im Laufe seiner Karriere die letzten 18 Elfmeter immer reingemacht hat, machte auch Samstag seine Sache gut. Tor für Aachen. Jetzt wusste jeder, was kommen würde.

In einer Gesellschaft, in der man selten zwei Individuen findet, die haargenau dasselbe wollen, ist der Besuch im Stadion ein besonderes Erlebnis. Diese Menschen wollen jetzt einmal alle dasselbe, (dass nämlich die Mannschaft, deren Heimspiel sie beobachten, gewinnt). Man fühlt sich nicht mehr isoliert, sondern verbunden.

Ein frühes Tor beflügelt die Mannschaft, die sich natürlich die allergrößte Mühe gibt, dem ein zweites Tor folgen zu lassen. Für Aachen ist aber typisch, dass nach dem frühen Tor kein weiteres Tor fällt, es schießt hingegen der Gegner irgendwann viel später im Spielverlauf ganz gemütlich ein Tor und das Spiel endet 1:1.

Aachen geht statt mit den wichtigen 3 Punkten mit nur einem Punkt in die Kabine. So auch Samstag. Es fühlte sich an wie eine verdammte Niederlage. „Wir führen über 70 Minuten lang und verlieren dennoch 2 Punkte“, kann man auf Facebook lesen.

Ein Unentschieden ist nicht schlecht, aber gewertet an dem Ausmaß, wie sich die Mannschaft abrackert, viel zu wenig. Die Spieler und zwar ausnahmslos alle, kämpfen sehr. Jeder gibt alles. Und bei Licht besehen: Die Mannschaft wird ganz langsam immer besser. Es ist beim besten Willen nicht damit zu rechnen, dass Aachen aus der 3. Liga wieder absteigt.

Aber so rasant wie in der Regionalliga stellt sich in der 3. Liga der Erfolg nicht mehr ein. Noch nicht. Denn es sieht stets so aus, als würde der Knoten jeden Moment platzen.

Foto: Übergriffe wie neulich auf die (wenigen aus Ingolstadt angereisten) Gäste sollte es dieses Mal nicht geben. Es wurden extra Ordner postiert.

Trainer Heiner Backhaus – umfassend beliebt bei Fans und Ultras – ist Mitte Oktober ein Jahr bei der Alemannia. Und obwohl kaum Tore fallen gibt es für ihn und die Mannschaft keinen einzigen Pfiff, sondern immer tosenden Applaus. Das passt. Der Support der Zuschauer*innen war auch gestern enorm.

Die Ultras, maßgeblich für die Stimmung im Stadion zuständig, haben übrigens leider immer noch irgendwie Streit, dessen tieferen Sinn und Grund wir trotz Recherchen vor Ort noch nicht kapiert haben. Abwarten.

Foto: Die Yellow Connection, obgleich sogar im Tivoli verewigt, bleibt als Formation den Spielen fern.

Das nächste Heimspiel findet statt am Mittwoch, 23. Oktober. Beginn 19 Uhr. Man sieht sich. „Inform“ ist eine der coolsten Aachener Firmen und ein Sponsor der Alemannia.

Das Spiel gegen den SC Ingolstadt besuchten 24.000 Zuschauer. Der Verein erfährt nichts als Zuspruch und hat jetzt mehr Mitglieder als zu Bundesliga-Zeiten, nämlich 10.501. Man sieht dort jetzt entsprechend Personen, die bei der nächsten Kommunalwahl gewählt werden wollen. Und zum Schluss: Denkbar schlecht geregelt ist der Abzug der Massen aus dem Parkhaus. Wer mit dem Pkw zum Tivoli kommt, steht am Ende sehr lange im Stau.

Das schreiben Sportjournalisten:

Trotz langer Dominanz nur ein Remis.

Maximaler Aufwand bei geringem Ertrag.

Liveticker hier

Siehe dazu auch 2 Kommentare.

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Efeu entfernt: Bürger fragen nach Ursachen

Diese Mauer war bis vor kurzem noch fast vollständig grün. Efeu kletterte hoch, wuchs und gab ein schönes Bild ab. Doch alles Grün wurde entfernt. Warum? Das konnte uns bis jetzt noch niemand verraten. Die Kunden vom Netto am Boxgraben wunderten sich, als sie plötzlich eine kahle Mauer sahen.

Die Mauer war mit Efeu bewachsen, das sogar blühte. War eine Augenweide. Aber manchmal sehen Anwohner lieber auf Steine, zum Beispiel in Vorgärten.

Die Vorteile einer Fassadenbegrünung liegen auf der Hand und leuchten ein. So ein Bewuchs ist eine natürliche Klimaanlage und eine natürliche Luftreinigungsanlage. Im Winter gibt es einen Isoliereffekt, und im Sommer sind die Blätter ein Schutz gegen zu starkes Aufheizen.

Saftiges Grün sieht allgemein zudem besser aus als mattes Grau/Braun. Die Mauer hat mit ihrem Efeu am unteren Boxgraben (wo auch Netto ist) die Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessert. Wegen der positiven Wirkung auf das Stadtklima und wegen der Aufwertung des Stadtraums sollte Fassadenbegrünung eigentlich von der Stadt gefördert werden.

Es gibt in Aachen noch grüne Fassaden. Zum Beispiel in der Lothringer Straße. Und in der Eifelstraße. Wie lange noch?

Ein Bild aus Juni 2023. Eifelstraße in Aachen.

Hinweise rund um die Fassadenbegrünung gibt es hier.

UPDATE: Siehe dazu unbedingt auch Leserzuschriften

Die StädteRegion Aachen fördert (in Grenzen) die Fassaden- und Dachbegrünung.

Aktuelle Bilder aus der Luisenstraße (oben) und aus der Beverstraße (unten) in Aachen, Frankenberger Viertel.

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Diese Bäume werden gefällt

Der Stadtbetriebs hat Dienstag, 1. Oktober, mit Baumfällungen im Stadtgebiet begonnen. Alle betroffenen Bäume seien in einem schlechten Zustand und nicht mehr verkehrssicher, so wird mitgeteilt.

In der Peliserker Straße werden acht Pappeln im Bereich des Spielplatzes Talbotstraße gefällt. Diese Pappeln wurden teilweise schon in ihrer Höhe reduziert, weisen aber immer mehr Faulstellen im Wurzelbereich auf.

Am Senserbachweg sind 31 Eschen betroffen. In den Bäumen hat sich das Eschentriebsterben ausgebreitet. In der Wilhelmstraße sind zwei Robinien von Pilzen befallen. Eine Fällung kann nicht mehr aufgeschoben werden.

Alle Fällarbeiten seien mit dem Bereich Baumschutz des städtischen Fachbereiches Klima und Umwelt abgestimmt und genehmigt.

Im Frankenberger Viertel, am Ende der Charlottenstraße.
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Gedenken an den Hamas-Angriff: Ein Jahr nach der Tragödie

Während der jüngste Angriff auf Israel zum Beispiel auf Berlins Straßen tatsächlich gefeiert wurde, sind noch immer etwa 100 Geiseln in der Gewalt der Hamas im Gaza-Streifen.

Am Montag jährt sich der Angriff der Hamas auf Israel zum ersten Mal. Die Jüdische Gemeinde zu Aachen und die Deutsch Israelische Gesellschaft Aachen e.V. laden am Montag, 7. Oktober, um 19 Uhr in der City-Kirche, Großkölnstraße, zu einer Gedenkveranstaltung ein Jahr nach dem Pogrom ein. Das Motto lautet: Erinnern. Mahnen. Gedenken.

Bring them home now“, so lautet die Forderung, die weltweit ausgesprochen wird, nachdem die Hamas Israel überfallen und in einem Massaker mehr als 1.200 Menschen getötet hat. Etwa 250 Menschen wurden verschleppt, sogar Kinder werden als Geiseln gehalten. Wie grausam ist das! Würde die Hamas die Menschen freilassen, wäre der Krieg beendet. Warum geschieht das nicht?

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Großeinsatz der Polizei in der Pontstraße. Unschöne Szenen, weil Ultrarechte sich in einer Pizzeria versammeln.

Die Polizei berichtete jetzt von einem Einsatz, bei dem es heftig zur Sache ging. Das heißt: Es knallten die Beteiligten dermaßen hart aufeinander, dass man sich demnächst vor Gericht treffen muss. Video hier zu sehen.

Was war passiert? Die stramm rechtsradikale „Junge Alternative“, (gesichert rechtsradikal) hatte sich im Gewölbekeller einer Aachener Pizzeria in der Pontstraße versammelt, um den Worten der extrem rechten AfD-Abgeordeten Irmhild Boßdorf, einer Abgeordneten im EU-Parlament, zu lauschen. Diese Dame ist trotz  Studium von Geschichte, Politikwissenschaft und Staatsrecht zu den sonderbarsten  Erkenntnissen gelangt, z. B. dass eine sog. millionenfache Remigration hierzulande demnächst unbedingt stattfinden muss. Und ähnlicher Stuss. 

Etwa 200 Personen, so teilt die Polizei mit und das berichten auch Personen, die dabei waren, hätten sich in der Pontstraße (gegenüber der Pizzeria) vor der Kirche Heilig Kreuz versammelt und unter dem Motto „Keine Räume für rechte Hetze“ eine angemeldete Kundgebung veranstaltet. Dabei auch die jüngst mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnete Gruppe „Omas gegen Rechts“ und Menschen, die sich als Antifa bezeichnen. 

Die Polizei schreibt weiter: „Im Laufe der Versammlung haben etwa 40 vermummte Personen versucht, in das Lokal einzudringen.“ Gesetzt das stimmt, dann ist es Aufgabe der Polizei, das Versammlungsrecht durchzusetzen. Denn wie auch immer blöde die Ansichten sind, auch wenn man politisch voll auf dem Holzweg unterwegs ist: Man darf sich versammeln. Die Rechtsradikalen hätten sich in der Pizzeria verbarrikadiert und mit einem übergebrochenen Pizzawender die Türe verrammelt. Das berichtet die örtliche Tageszeitung.

Wenn die Polizei das Versammlungsrecht durchsetzt, durchsetzen muss, das sieht immer furchtbar aus, es entstehen schlimme Bilder und es tut weh. Die Polizei hatte es, wie mitgeteilt wird, mit „vereinzelten Widerstandshandlungen“ zu tun, was meistens nichts anderes bedeutet, als dass eine Klopperei in Gang kommt mit Bildern und Eindrücken, die einen nachts nicht schlafen lassen. 

Mehrere Strafverfahren, u.a. wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, seien eingeleitet worden. Und: „Die Personen wurden mit einem Platzverweis vor Ort entlassen.“ Die Versammlung sei gegen 22.30 Uhr beendet gewesen.

Infos mit Video gibt es hier, man erkennt das Ausmaß des Polizeieinsatzes.

Einen gewohnt klaren Bericht (mit Fotos) gibt es auf YONU von Michael Klarmann, bitte unbedingt lesen, falls ihr gut informiert sein wollt. https://www.yonu.news/polizeieinsatz-proteste-gegen-afd/

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