Wieder eine interessante „Archivale des Monats“. Vom Hirschgraben in das neue Stadtviertel.

Ein Foto aus dem Jahr 1871, der Fotograf ist unbekannt. Das Foto befindet sich im Stadtarchiv Aachen. Quelle vom Text: Sammlung Savelsberg und Bibliothek CC 2592,  
Echo der Gegenwart, 21. bzw. 23.09.1862

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig Stücke als Archivale des Monats und schickt dazu erklärende Texte, die AachenNews gern veröffentlicht. Im Mai zu Ehren der Karlspreisverleihung an Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und an die jüdischen Gemeinschaften ein Foto der 1862 eingeweihten Synagoge aus dem Jahr 1871:

Als am 18./19. September 1862 die neue Synagoge in der Promenadenstraße eingeweiht wurde, berichtete das Echo der Gegenwart in den darauffolgenden Tagen unter anderem mit einer ganzen Titelseite. Abgedruckt wurden vor allem die beiden Reden des bedeutenden, liberalen Bonner Rabbiners Dr. Ludwig Philippson (1811-1889), der zum Auszug in der alten Synagoge am Hirschgraben 10 sprach und zum Einzug in das neue, im maurischen Stil errichtete kubische Gebäude in der Nähe des Kaiserplatzes.

Der Einzug in ein neues Gebäude war notwendig geworden, weil die Gemeinde gewachsen war.

Eine „Gotteswohnung“ gebaut

In seinen Reden sprach Rabbiner Philippson über Abschied und Neubeginn. Er rief beim Einzug in die neue Synagoge der Gemeinde zu: „So überlasset Euch der ganzen Freude dieser Stunde, denn Ihr habt gebauet nicht ein Haus zum Bewohnen, nicht eine Stätte‚ schön zum Ansehen und angenehm zum Genuß, nicht zu einem weltlichen Zweck, zu Pracht und Glanz, sondern ein Gotteszelt, sich darin zu beugen vor dem unsichtbaren Schöpfer des Himmels und der Erden, eine Gotteswohnung, die Lehre des Herrn darin zu vernehmen und seinen Namen zu lobsingen, ein Heiligthum.“

Das Echo der Gegenwart berichtete von der Wehmut, die die Gemeindeangehörigen beim Auszug aus dem Hirschgraben begleitete, um das moderne Haus zu beziehen, das in deutscher und hebräischer Sprache die Inschrift trug: „Mein Haus soll genannt werden ein Bethaus für alle Völker!“ (Jesaiah 56, 7).

„Zierde des neuen Stadtviertels“

„Die Prozession der jüdischen Gemeinde, eröffnet von sechs Staatswagen (deren erster von den Torarollen mit roth-sammtener Umhüllung und prächtigen Gold- und Silberkronen eingenommen wurde, während die folgenden mit dem fungierenden Rabbiner, dem Vorstand und den Repräsentanten resp. deren Stellvertreter besetzt waren), bewegte sich über den Hirsch- und Seilgraben, die Komphausbad-, Peter-, Kurhaus- und Promenadenstraße, in welcher die Synagoge gelegen, die mit ihrer schönen Fronte und mit ihren Kuppeln eine Zierde des neuen Stadtviertels geworden ist.“

Bei der Einweihungsfeier wehten von den Hauptkuppeln der Synagoge das Aachener Stadtbanner und die Fahne mit dem preußischen Wappen inmitten der Festflaggen, mit denen die Nachbarhäuser geschmückt waren. Eine große Menschenmenge hatte sich auf dem Vorplatz versammelt, darunter Vertreter aller Konfessionen, des Militärs, aus Politik und Verwaltung.

Die Einsegnung und der Einzug der Torarollen wurde begleitet von einem Sängerchor und einem Orchester. Im Anschluss fand der erste Gottesdienst statt. Den Abschluss der Feiern bildeten zwei Tage später zwei Bälle, von denen einer im Saal des Stadttheaters, der andere im Bernarts-Theater stattfand. Die jüdische Gemeinde hatte ihre neue Heimat gefunden, freundlich aufgenommen von den neuen Nachbarinnen und Nachbarn.

Bei diesen bedankte sich der Gemeindevorstand per Zeitungsanzeige für das Schmücken der Nachbarhäuser mit Flaggen und Blumen: „Solche kleinen Züge geben erfreuliche Kunde von der Zunahme eines humanen Geistes in unserer geliebten Vaterstadt.“

Die Pläne für die Synagoge stammten vom Aachener Architekten und Lehrer an der Gewerbeschule Wilhelm Wickop. Zahlreiche lokale Unternehmen waren am Bau und der Ausstattung der Synagoge beteiligt, neben der in den Folgejahren noch ein Gemeindehaus und ein Schulanbau entstanden.

Das Gebäude wurde in der Reichspogromnacht niedergebrannt. Erst 1995 wurde am historischen Ort die heutige Synagoge (s. Foto, rechts) eröffnet.

Quellen: Stadtarchiv Aachen, Sammlung Savelsberg und Bibliothek CC 2592; Echo der Gegenwart, 21. bzw. 23.09.1862

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Nach den spontanen Siegesfeiern: Bericht der Polizei. Mehrere Strafverfahren eingeleitet.

Wie bei solchen Massenveranstaltungen – wenn auch noch emotional alle Dämme brechen – üblich, gab es bei den Siegesfeiern der Alemannia auch negative Begleiterscheinungen. Am schlimmsten: Die Feuerwerkskörper, Pyro genannt, die 2000 Grad Hitze entwickeln und total verboten sind. Von Betrunkenen gezündet, in einer dichten Menschenmenge, ist es in Aachen mit Glück nicht zu einer Voll-Katastrophe gekommen.

„Ohne Pyro keine Party“, das sagen viele Fans. Feuerwerk gehört für sie zu einer Aufstiegsfeier einfach dazu. Das ist fatal, das geht gar nicht, für die Zukunft wird sich der Aufsteiger-Verein da was einfallen lassen MÜSSEN.

Wer hier Pyrotechnik einsetzt, handelt unfair gegenüber seinen Mitmenschen. Pyro ist brandgefährlich, wer sie abfackelt, wird konsequent bestraft (u.a. Stadionverbot), auch der Verein muss mit Geldstrafen rechnen.

Hier der – leicht gekürzte – Bericht der Polizei, in Teilen wirklich besorgniserregend:

Die Feierlichkeiten aus Anlass des Aufstiegs von Alemannia Aachen in die dritte Liga verliefen am vergangenen Wochenende (26. und 27. April) weitestgehend friedlich.

Bereits am Freitagabend zelebrierten viele Fans den Aufstieg in die dritte Liga. Mehrere Tausend Menschen versammelten sich dazu vor allem am Markt und in der Pontstraße. Es wurden Feuerwerkskörper und Pyrotechnik abgebrannt – dazu wurden Ermittlungen eingeleitet. Darüber hinaus gab es keine weiteren nennenswerten Zwischenfälle – die Fans feierten friedlich.

Zum Heimspiel auf dem Tivoli reisten am Samstag (27. April) circa 30.000 Fans (davon gut 900 Bocholter Fans) in die Soers. Schon vor Einlassbeginn zündeten Fans Pyrotechnik (Bengalfackeln und Rauchtöpfe) auf dem Stadionvorplatz am Eingang Südost. Auch nach Spielbeginn um 14 Uhr zündeten Fans aus der Südtribüne eine Vielzahl von pyrotechnischen Gegenständen während des gesamten Spielverlaufs.

Zum Abpfiff stürmten dann Tausende jubelnde Fans aus allen Bereichen des Stadions den Stadioninnenraum. Dabei kam es zu Sachbeschädigungen (Tore zerstört, Stück vom Rasen mitgenommen. d. Verf.) und erneut zum Abbrennen von Pyrotechnik. Eine Identifizierung der Täter vor Ort war nicht möglich. Eine Auswertung des vorhandenen Videomaterials steht jedoch noch aus. Die Videoaufnahmen werden nun als Beweismittel in die eingeleiteten Strafverfahren einfließen.

Gegen 16.30 Uhr kam es im Stadion zu einer körperlichen Auseinandersetzung und Beleidigungen zwischen Alemannia Fans. Zwei Frauen wurden dabei leicht verletzt.

Am Aachener Markt gab es am Abend einen Zwischenfall zwischen mehreren betrunkenen Alemannia Fans: Nach zunächst verbalen Streitigkeiten schlug ein Mann einem anderen mit einer Glasflasche auf den Kopf. Der Geschädigte trug Schnittverletzungen davon und musste schwer verletzt in einem Krankenhaus behandelt werden. Der Täter konnte vor Ort festgehalten und identifiziert werden. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Foto: Der Besuch des Tivoli sollte nicht unter Lebensgefahr stattfinden.

Viele Fans feierten in der Innenstadt von Aachen darüber hinaus noch friedlich bis in die Abendstunden. Jedoch musste auch am Samstagabend die Fahrbahn der Pontstraße gesperrt und anschließend aufgrund von Verunreinigung und Glasbruch gesäubert werden.

Muss das denn sein?

Bei aller Euphorie gab es am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr dann einen weiteren negativen Zwischenfall: Drei Freunde (22, 20 und 13 Jahre) waren auf dem Heimweg eines Fußballspiels von Borussia Mönchengladbach und saßen in entsprechender Fan-Bekleidung in ihrem Auto auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Debyestraße in Aachen, als drei Unbekannte an das Auto herantraten. Sie forderten unter Androhung von Gewalt, dass die Borussia-Fans ihr Trikot, sowie den Fanschal ausziehen und aushändigen sollten.

Nach Angaben der Opfer gaben die Täter an, dass man in Aachen nur Alemannia Fans akzeptiere. Die Täter flüchteten, nachdem die Opfer die Gegenstände herausgegeben hatten. Die Kriminalwache sicherte Spuren, ein Ermittlungsverfahren wegen räuberischer Erpressung wurde eingeleitet. (kg)

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Zwischennutzung: Ex-Kaufhaus soll konsumfreie Zone für Familien werden

Das alte Horten-Kaufhaus mitten in Aachen. Foto: AachenNews Archiv

Ein neuer Ort der Begegnung und des Miteinanders entsteht in Aachen: Ein Bereich im Erdgeschoss des ehemaligen Kaufhauses – dem Horten-Haus – in der Komphausbadstraße wird zu einem konsumfreien Aufenthalts- und Spielraum für Familien umgestaltet. Allerdings befristet.

Gemeinsam möchten Stadt und Studierendenwerk Familien eine Möglichkeit für Spiel, Bewegung und Austausch bieten. Der Familienraum ist eingebettet in das Projekt „LustAufLife“, das von Georg Helmes, einem engagierten Aachener, organisiert wird und darauf abzielt, das ehemalige Kaufhaus zeitweise wiederzubeleben. Das teilte heute die Pressestelle der Stadt mit.

Der neue Spiel- und Familienraum soll im Juni eröffnet werden. Bis dahin wird weiterhin an der Planung und Gestaltung des Raums gearbeitet, um sicherzustellen, dass er ein attraktiver Aufenthaltsort für Familien in Aachen wird.

Informationen rund um das Projekt „LustAufLife“ unter  www.lustauflife.de

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Die Pontstraße, Feierwochenende überstanden. Eine Stadt sagt: „Wir sind wieder da.“

Pontstraße, oberer Teil, schön geworden. Noch weiter oben konnte man am vergangenen Wochenende ein Ereignis feiern, das in die Geschichte der Stadt eingehen wird: Der Fußball ist mit großer Ernsthaftigkeit und Freude in Aachen zurück, Aufstieg in die 3. Liga. Jede/r freut sich. „Wir sind wieder da“, sangen die Fans und das gilt womöglich irgendwie für die ganze Stadt.
Auch Pontstraße. Nähe Markt.
Screenshot. Diese Kulisse beeindruckt. Und zwar so sehr, dass an eine vernünftige Berichterstattung in Wort und Bild nicht mehr zu denken war. Nur noch Freude pur. Facebook und die heutige Tageszeitung sind voller schöner Bilder und Lobeshymnen auf die Alemannia, die Spieler, den Trainer, den Verein, seht es euch an. So viele glückliche Gesichter. Was für ein cooler Verein! Mit 31.034 Alemannia-Fans feiern, bei manchen fließen Freudentränen, und nebenbei wird ein Rekord aufgestellt: Nie waren mehr Menschen bei einem 4.-Liga-Spiel in einem Stadion als am Samstag in Aachen.
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AachenNews gratuliert dem Spitzenreiter und Aufsteiger

Kicken demnächst in der 3. Liga: Alemannia, unterstützt von tausenden Fans. Foto: Marc Teuku

Die Fans stürmen das Spielfeld. Das Spiel (gegen Bocholt) ist aus und das Ergebnis total egal, denn Aachen mit seinem großen Punktevorsprung in der Tabelle ist nicht mehr einzuholen. Im Stadion war die überbordende Freude über das Ende von 11 langen Jahren in der Regionalliga quasi mit Händen zu greifen.

Der Aufstieg in die Profiklasse ist perfekt.

Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg und danke dem Trainer und der Mannschaft für viele schöne Momente im Stadion.

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Da kommt was auf uns zu: Aufstiegs-Feier, 3 Tage lang. Heute geht es weiter.

In Aachen geht es rund: Die Alemannia-Fans können eine Phase großer Erfolge feiern, und der Aufstieg ist perfekt. Foto: AachenNews Archiv

Aachen steht ein äußerst heißes Wochenende bevor. Die Alemannia wird wohl aufsteigen: Nach 11 Jahren in der 4. geht es jetzt hoch in die 3. Liga. Alles deutet darauf hin, dass das gefeiert wird, als wäre Aachen Fußball-Weltmeister geworden. Das Bier wird in Strömen fließen, Händler werden es heute extra in Stadion-Nähe anbieten, sowas kann ins Auge gehen.

In drei umfangreichen Berichten wurde bisher davor gewarnt, dass altbekannte, rechtsextreme Menschen Einfluss auf die Vereinsspitze gewinnen könnten bzw. schon gewonnen haben. Und prompt sollen sie dieser Tage* auch schon in der Pontstraße aufgetaucht sein: Männer, die „Heil Hitler“ brüllten und „Sieg heil“. Davon war bei einer Veranstaltung in der Sparkasse anlässlich der Karlspreisverleihung die Rede. Etwa 200 Zuhörer*innen waren dabei. Mal sehen, ob die örtliche Presse das brisante Thema endlich ebenfalls aufgreift. 

Die Polizei hat die Fans im Auge, speziell die Rechtsradikalen bzw. Ex-Rechtsradikalen, die meinen, sie seien vor Jahren zwar rechtsradikal gewesen, jetzt aber nicht mehr. „Dann“, so möchte man ihnen zurufen, „verzichtet doch einfach mal auf „Heil-Hitler-Rufe“. Die Polizei wurde um Auskunft gebeten und konnte bis vor 14 Tagen keine schweren Ausfälle beobachten. Das war sehr beruhigend. 

Was allerdings bei den 3-tägigen Aufstiegs-Feierlichkeiten am kommenden Wochenende passieren wird, ist noch völlig ungewiss. Jede/r freut sich gewissermaßen über den Aufstieg, und auch AachenNews möchte nicht mit Dreck werfen und die Stimmung verderben. Überhaupt nicht. Der Aufstieg ist sportlich gesehen eine super Sache. Alle haben sich eine rauschende Aufstiegs-Party redlich verdient. Wer wollte nicht endlich mal wieder heftig feiern? 

Doch man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man gewisse Dinge totschweigt, gewisse Nazi-Sprüche und Hitler-Grüße vornehm übersieht und überhört. In der Sparkasse wurde das Thema angesprochen. Das ist gut so (es wurde aber auch Zeit). 

*letzten Samstag, abends, nach dem Paderborner Auswärtsspiel

Hier mal reinhören, WDR berichtet.

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Willkommen, neuer Baum auf dem Katschhof

Im Mai 2022 war mitten in Aachen die alte Kastanie vom Katschhof nicht mehr standsicher. Der Stadtbetrieb musste den Baum kurzfristig fällen. An Ort und Stelle wurde jetzt im Auftrag des Fachbereichs Klima und Umwelt von der Firma Carl Ley Landschaftsbau GmbH ein neuer Baum gepflanzt. Foto: Stadt Aachen/Jane Kaimer

Neue Bäume für in der Innenstadt gefällte Bäume werden gerne mal außerhalb (auf Friedhöfen) wo gar kein Mangel an Bäumen ist gepflanzt. Naive Gemüter erfreut das, und schlecht ist es ja auch wirklich nicht. Aber manche würden es doch bevorzugen, wenn Innenstadtbäume auch in der Innenstadt ersetzt werden.

Das ist jetzt auf dem Katschhof der Fall. Der dort gefällte Baum wird nicht außerhalb ersetzt, sondern an Ort und Stelle. Nachdem die archäologischen Ausgrabungsarbeiten abgeschlossen sind, ist damit wieder ein Baum auf dem alten Standort der Rosskastanie vorhanden. Es ist ein fast zwei Jahrzehnte alter Schnurbaum, er steht vor dem Durchgang zur Krämerstraße.

Der Baum komme mit längeren Trocken- oder Hitzeperioden gut zurecht, so wird von fachkundiger Seite mitgeteilt. Grund für die Nachpflanzung: Vor allem im Hinblick auf den Klimawandel ist es wichtig einen großen, schattenspendenden Baum zu setzen, der mit einer breiten Krone aufwarten kann. Der Baum hebt sich durch seine Blüte auch optisch von den Linden in seinem Umfeld ab.

Warum keine Kastanie?

Die bisherige Baumart, die Rosskastanie, wird zurzeit nicht nachgepflanzt. Das teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit. Bei diesen Bäumen können die Blätter von der Rosskastanien-Miniermotte befallen werden. – Krankheiten waren im Mai 2022 die Ursache für die Fällung der 120-jährigen Rosskastanie auf dem Katschhof.

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Wie weiter auf dem Boxgraben?

Boxgraben rauf oder runter – das ist für Radfahrer*innen immer gefährlich. Beispielsweise ragen Kfz in die Radfahrstreifen hinein, weil für die heutzutage breiten Autos der Parkstreifen zu schmal ist. Fotos aus April 2024: Radentscheid

Drei Verkehrsverbände äußern sich zur Situation auf dem vielbefahrenen Aachener Boxgraben. Dort ist die Situation für alle, die mit dem Rad unterwegs sind, ausgesprochen gefährlich. Wird alles besser, wenn ein Umbau-Plan der Verwaltung umgesetzt wird? „Nein“, meinen Radentscheid, VCD Aachen-Düren und Uni.Urban.Mobil. Sie weisen in einer Stellungnahme darauf hin, dass keine der vorgelegten Planungen für den Boxgraben den aktuellen verbindlichen Regelwerken entspricht. 

Keine der Varianten gewährleistet eine sichere Verkehrsführung nach dem Stand der Technik“, so wird mitgeteilt.

Besonders kritisch sei, dass Radfahrende weiterhin durch plötzlich geöffnete Autotüren gefährdet werden. Zur Vermeidung von schweren Unfällen sind ausreichende Sicherheitsräume zwischen Parkplätzen und Radverkehr notwendig. Die seien in der Planung immer noch nicht eingehalten. Es komme zu sog. Dooring-Unfällen.

Bitte Richtlinien beachten!

Zum einen seien die Parkplätze mit 1,80 Metern Breite zu schmal. Die Richtlinien sehen mindestens 2 Meter vor. Zum anderen forderten die aktuell gültigen Regelwerke einen Sicherheitstrennstreifen von mindestens 0,75 m neben Parkplätzen, eben um Dooring-Unfälle effektiv zu verhindern.

Ohne eigene Radverkehrsanlage würden Radfahrende versuchen, rechts an wartenden Kfz vorbeizufahren oder auf den Gehweg ausweichen. Das Unfallrisiko mit linksabbiegenden Kraftfahrzeugen würde weiterhin bestehen, zudem würde es zu zusätzlichen Konflikten mit dem Fußverkehr kommen. Nicht ohne Grund würden die Richtlinien bei einer Verkehrsbelastung wie am Boxgraben eigene Radverkehrsanlagen vorsehen.

Wenn jetzt die Entscheidung getroffen werde, dass bergab die Radfahrenden im Kfz-Verkehr „mitschwimmen“, sei auch langfristig keine Lösung mehr für diesen wichtigen Abschnitt im Aachener Radhauptnetz zu erwarten.

Lange Staus prägen regelmäßig das Bild auf dem Boxgraben. Nicht selten reichen sie von der Mozartstraße fast bis zum Luisenhospital. Die Gasse zwischen parkenden und im Stau stehenden Wagen bleibt den Rädern – schon lange ein unhaltbarer Zustand.

Die Verkehrsverbände fordern daher, dass zusätzliche Varianten ausgearbeitet werden, die den aktuellen Regelwerken entsprechen und Radverkehrsanlagen in beiden Fahrtrichtungen enthalten. Keine der ( in der Bezirksvertretung den Politiker*innen vorgestellten) Varianten bilde eine geeignete Grundlage. Auch wenn am Boxgraben Kompromisse bezüglich der Radverkehrsführung gemacht werden müssen, müsse die Verkehrssicherheit unbedingt gewährleistet sein.

Entscheiden soll die Politik die Angelegenheit – so ist es geplant – in der Sitzung des Mobilitätsausschuss am Donnerstag, 16. Mai. Die Sitzung ist öffentlich.

Dazu lesen: https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/aachen/wenn-die-sicherheit-fuer-radler-zur-quadratur-des-kreises-wird/11964067.html

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Es ist soweit: Erstes Wahlplakat gesehen

Wahlwerbung der Europapartei Volt. Es ist ein Plakat, auf dem jemand abgebildet ist, der ein Plakat hält.

Das ist mal eine klare Botschaft, aber was hat sie mit der Europawahl zu tun, die am Sonntag, 9. Juni, stattfindet? Immerhin: Man wird daran erinnert, dass wir in einem Land leben, wo es freie und geheime Wahlen gibt. Was für ein Glück, was für ein Privileg gegenüber zum Beispiel den Menschen in Russland! (Das Plakat wurde in Roetgen gesehen.)

Ehrlich gesagt freut man sich bei AachenNews jedes Mal, Wahlplakate zu sehen. Und wie man in England bei der Abstimmung zum Brexit erkannt hat: Jede Stimme zählt. Wer am Wahltag zu Hause bleibt, muss sich am Ende über gar keine Katastrophe wundern. Und besonders, wer Parteien wählt, die nicht genug Geld für die Verteidigung Deutschlands und Europas ausgeben wollen, muss sich nicht wundern, wenn ihn das schließlich das Leben kostet. Krass, aber so ist es.

Die Piratenpartei möchte ebenfalls wieder ins Europaparlament einziehen. Diverse Wahlplakate sind schon in Aachen eingetroffen, müssen aber noch gehängt werden.

Wirbt dafür, Piraten zu wählen: Anne Herpertz (26). Foto: Dirk Szagunn
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Die Zukunft wird kommen. Aber zuerst wird gefeiert. Am Samstag, 4. Mai.

Der Trierer Platz an der Trierer Straße in derzeit noch mehr Parkplatz als sonst was. Könnte dieser Platz eine Art „neue Mitte“ für einen Teilbereich von Forst werden? Ist das der Wunsch der Anwohner? Am Samstag, 4. Mai, wird mal was ausprobiert.

Aachen – zwischen Rothe Erde und Driescher Hof – soll schöner werden. Gemeint ist der Stadtteil Forst, früher mal eine selbstständige Gemeinde. Forst war lange Zeit das Stiefkind der Aachener Politik, jedenfalls empfinden das viele Forster*innen so. Doch das muss nicht so bleiben.

Der Stadtteil soll nicht nur schöner werden, sondern in seinen einzelnen Teilen auch sozialer. Man will das Gemeinschaftsgefühl stärken. Menschen, die Lust dazu haben, sollen sich kennenlernen, sich gegenseitig helfen und zusammen feiern. Und zwar als erstes am Samstag, 4. Mai, auf dem Trierer Platz.

Das Fest wird experimentellen Charakter haben, die Veranstalter haben sich Überraschungen ausgedacht.

Forst gliedert sich im Grunde in sechs Teile: Es gibt Unterforst, Altforst, Schönforst und Forster Linde, dazu Driescher Hof und die Obere Trierer Straße. Alle Teile haben eigentlich keine richtige Mitte, sollen aber im Laufe der Jahre eine bekommen. Mehr dazu lest ihr hier.

Foto: Der Ausschnitt aus einem Plakat zeigt die sechs Teile von Forst. Jeder Teilbereich ist in vielerlei Hinsicht anders als die anderen.

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