Europaplatz: Ab heute, 24. Juli, kommt ihr hier nicht mehr weiter. A 544 auf einer Seite zu.

Europaplatz: Hier versperren rot-weiße Baken euch den Weg. Dieses Stück Autobahn ist auf der Auswärts-Seite (Richtung Autobahnkreuz) nicht mehr befahrbar.

Viele wissen es, werden aber trotzdem gewohnheitsmäßig den Europaplatz ansteuern. Nur: Ab heute ist dort kein Durchkommen mehr, für Pkw nicht, für Lkw nicht und übrigens auch nicht für Fahrräder. Die auf diesem Stück Autobahn (A 544) liegende Brücke darf nicht mehr belastet/befahren werden, sie muss erneuert werden. Abriss und Neubau werden mindestens 2 Jahre dauern.

Damit ist für viele gewohnheitsmäßige Schwarzseher die Katastrophe perfekt. Aachener Unternehmen, ihre Mitarbeiter*innen, ihre Kunden und Zulieferer werden buchstäblich auf der Strecke bleiben, so die Befürchtung. Alle werden im Strudel der Umsatzeinbußen pleite gehen. In ganz Aachen – besonders in Haaren und Brand – wird es nur noch Staus geben und ein Verkehrschaos, wie es die Welt NOCH NIE gesehen hat. Von „existenzbedrohender Herausforderung“ ist die Rede. Und von einem Politikstil, der sich gegen die Bürgerinnen und Bürger Aachens richtet.

In Würselen hat man das Zetern und Wehklagen vernommen und bietet Ersatzräume in Gebäuden an. Interesse daran konnte nicht festgestellt werden. Es ist wie es immer ist in Aachen: Die Katastrophe ist unausweichlich, die Grünen sind schuld, wir werden alle sterben, die lokale Presse berichtet ausführlich und unheilschwanger . . . und am Ende ruckelt sich doch wieder alles zurecht. Bleiben wir mal bei den Fakten.

Die Haarbachtalbrücke hat hunderte Risse, und der Stahl rostet. Sie hätte längst abgerissen werden müssen. Eine Ersatzbrücke (für 2 Jahre) wird nicht gebaut. Um die Errichtung einer Ersatzbrücke oder Rampe zu erzwingen, hatte sich ein kleines Grüppchen von Unternehmern und ein RWTH-Professor sogar an das Verkehrsministerium in Berlin gewandt. Ohne Erfolg.

Die Brücke ist 160 Meter lang, 20 Meter hoch und 22 Meter breit. Ihre Stabilität wurde und wird seit Monaten in kurzen Abständen geprüft, und die Sachverständigen meinen unisono: Die Brücke bekommt immer mehr Risse, es wird zügig immer schlimmer, die Brücke ist hin.

Sie wird übrigens ab heute, 24. Juni, zunächst mal einseitig gesperrt. Nach Aachen hinein kann immer noch gefahren werden. Und: Nicht ohne Grund geht alles bereits in den Schulferien los. Dadurch könnte die ganze Umstellung behutsamer und erträglicher ablaufen.

Am 15. Januar 2024 kommt dann das endgültige AUS für die A 544, dann wird nur noch abgerissen. 22 Monate wird gebaut, und bis zur endgültigen Fertigstellung sollen insgesamt 43 Monate ins Land gehen. Eine lange Zeit für so eine relativ kleine Brücke.

Hinweise auf Umleitungen, die die Stadt Aachen weitergeleitet hat, findet man hier.

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Die einen sitzen zu Hause und zermartern sich das Hirn wegen der örtlichen Verkehrspolitik und was man besser machen könnte, andere fahren zum „Rursee in Flammen“. Kurzvideo und Foto: Henning Brinkmann
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Endlich Sommer(loch): Der Löwe ist los

Das Internet hatte gestern übrigens viel Spaß. Auch in der AachenNews-Redaktion wurde gelacht, dass man es bis auf die Straße hören konnte. Denn in Berlin soll ein Löwe (ist wahrscheinlich ein Rind, ein Riesenhamster oder ein Wildschwein oder ein sehr großer, zotteliger Hund) entlaufen sein. Niemand vermisst ein solches Tier, aber egal. Es könnte ja auch aus einem privaten Zoo entwichen ein.

Etwas Musik: hier klicken

Heute, Freitag, 21. Juli, um 9.30 Uhr ist der Löwe bzw. die Löwin noch nicht eingefangen worden. Das verwundert, sie sitzt bestimmt irgendwo in Berlin rum, hat sich die Stadt angeschaut und denkt: Nie wieder.

Die besten Tweets findet ihr hierhierhierhierhierhier und hier (sorry, Ranking unmöglich), ausgesucht vom Checkpoint des Tagesspiegel. Es gab hunderte Tweets, das Sommerloch hat sich aufgetan und wurde prompt gefüllt.

Alle Löwenupdates gibt es auf der Tagesspiegel-Website.

Liveticker vom rbb. „Jugendliche haben sich nach Angaben der Brandenburger Polizei in der Nacht zu Freitag einen Scherz erlaubt. Wie Polizeisprecherin Kerstin Schröder dem rbb sagte, hätten diese an der Landesgrenze von Brandenburg zu Berlin per Bluetooth-Box lautes Löwengebrüll abgespielt.“ Polizei war entsprechend not amused.

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ZITAT:

Der Löw‘ ist los –! Dieser Schreckensruf verbreitete sich, einem Lauffeuer gleich, in den Wandelgängen unseres geliebten Zoologischen Gartens. Die Aufregung der Besucher war unbeschreiblich. Viele ließen in der Eile ihr Bier stehen, ohne zu zahlen – und noch lange nach diesen Ereignissen sah man an den Restaurants des Zoo die Kette der ehrlichen Berliner anstehen, die ihre schuldige Zeche begleichen wollten. Kinderwagen fielen um und ergossen ihren schreienden Inhalt auf die Wege, ältere Damen, die sonst nur mühsam einherschlurchten, liefen plötzlich, dass es eine Freude war – die Lästerallee war wie leergefegt, und nur ängstliche Kellner saßen hoch oben in den Zweigen der Bäume, und ihre schwarzen Fräcke hingen hernieder wie die Schwänze fremdartiger Zaubervögel. Der Löw‘ ist los –!

„Der Löw‘ ist los –!“, Kurt Tucholsky (1920)

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Endlich auf YouTube: Robert Habeck in Aachen

Wer den Auftritt von Robert Habeck (Grüne) im Hauptgebäude der RWTH verpasst hat oder wegen Überfüllung des Raumes nicht dabei sein durfte, kann hier einen guten Eindruck bekommen.

Vizekanzler und Bundesminister Dr. Robert Habeck war anlässlich seiner Sommerreise an der RWTH zu Gast. In der Aula kam er mit Studierenden und Bürger*innen unter der Überschrift „Erneuerung und Zusammenhalt“ zu vielen brennenden Themen der Zeit wie Energiepolitik, die Zukunft Europas, Klimaschutz und Künstliche Intelligenz ins Gespräch. Auf YouTube gibt es die Veranstaltung in ganzer Länge.

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Selbst Brücken gehen mal kaputt und werden erneuert

Die Haarbachtalbrücke – und damit die Autobahn A544 – wird wegen einer deutlichen Verschlechterung des Zustands ab der Nacht von Sonntag (23. Juli) auf Montag (24. Juli), 1. Uhr, in Fahrtrichtung Köln gesperrt.

Das hat die Autobahn-Gesellschaft (Autobahn GmbH) in einer Pressemitteilung angekündigt. Es gibt vom Autobahnkreuz Aachen kommend nur noch einen stadteinwärts führenden Fahrstreifen in Richtung Europaplatz.

Die Autobahnauffahrten Europaplatz und Rothe Erde in Gegenrichtung sind ab sofort komplett gesperrt. Der motorisierte Kraftfahrzeugverkehr von Aachen in Richtung Aachener Kreuz muss  weiträumig auf die Autobahnen A4 und A44 ausweichen und wird innerhalb der Stadt Aachen entsprechend umgeleitet. 

Umleitungsstrecken 

In der Stadt Aachen sind folgende Umleitungsstrecken für den stadtauswärts verlaufenden Verkehr vorgesehen: 

·          Anschlussstelle Zentrum/A4: über Berliner und Prager Ring zur Krefelder Straße sowie von der Monheimsallee (Kreuzung Bastei) zur Krefelder Straße 

·          Anschlussstelle Laurensberg/A4: über Vaalser Straße, Pariser Ring und Toledoring oder über Roermonder Straße zur Kohlscheider Straße

·          Anschlussstelle Brand/A44: über Adenauerallee und Madrider Ring sowie über Heinrichsallee/Wilhelmstraße über Adalbertsteinweg/Trierer Straße

·          Anschlussstelle Lichtenbusch/A44: über Siegelallee oder Adenauerallee zur Monschauer Straße

In kurzfristiger Reaktion auf diese Teilsperrung wird die Stadt Aachen die Ampelschaltung an den Autobahnauffahrten Aachen-Zentrum/Krefelder Straße und Aachen-Brand/Trierer Straße ab Montag, 11.30 Uhr, anpassen. Dann werden täglich von 11.30 Uhr bis 5 Uhr morgens längere Grünzeiten für die stadtauswärts fahrenden Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Beschilderung 

Die Autobahn GmbH und die Autobahnmeisterei kümmern sich federführend um die Sperrungen, Umleitungen und Beschilderungen auf den Autobahnen und den Anschlussstellen. Sie werden die empfohlenen Umleitungsstrecken schrittweise und schnellstmöglich vom städtischen Straßennetz aus über die Anschlussstellen Aachen-Zentrum, -Laurensberg, -Brand und -Lichtenbusch bis zum Autobahnkreuz beschildern und ausweisen.

Infos für Verkehrsteilnehmer*innen

Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmer*innen, denen es möglich ist, außerhalb der Spitzenzeiten des Berufsverkehrs nach Aachen zu fahren. Hilfreich sind zudem mobile Arbeit von Zuhause, Fahrgemeinschaften, die Nutzung von Bussen und Bahnen oder der Umstieg aufs Rad. Auch eine Kombination verschiedener Verkehrsmittel ist denkbar: zum Beispiel Auto mit Fahrrad, Bus oder Bahn mit Fahrrad, Auto mit Bus oder Bahn.

Auch wenn die ausgewiesenen Umleitungsstrecken stark belastet sind, sollten Fahrten quer durch Wohngebiete aus Rücksicht auf die betroffenen Anwohner*innen unterbleiben. Tipps für alle Betroffenen hat die Stadt Aachen auf der Seite www.aachen.de/a544 zusammengestellt.

Baustellenkoordination und Netzversorger

Die Baustellenkoordination der Stadt Aachen steht im engen Austausch mit dem Netzversorgern für Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, Telefonie und Internet. Sofern das möglich ist, werden die ausgewählten Umleitungsstrecken so geplant, dass sie weiträumig an vorhandenen Baustellen vorbeiführen. Es kann aber passieren, dass auch auf ausgewählten Umleitungsstrecken plötzlich und unerwartet Schäden der Abwasserkanäle und Versorgungsleitungen auftreten und beseitigt werden müssen.

Zeitplan für den Neubau der Brücke

Die Autobahn GmbH hat den Auftrag für den Abbruch und Neubau der Haarbachtalbrücke inzwischen vergeben. Nun folgen weitere Vorbereitungen. Mit einer Vollsperrung und dem tatsächlichen Beginn der Bauarbeiten ist nach Auskunft der Autobahn GmbH im Januar 2024 zu rechnen.

Eine frühzeitigere Bautätigkeit muss mit dem beauftragten Unternehmen im Detail abgestimmt werden. Die Autobahn GmbH rechnet bislang mit einer baubedingten Dauer der Vollsperrung von 22 Monaten. Nach der Fertigstellung eines Teilbauwerks der neuen Haarbachtalbrücke wird nach dieser Zeit wieder jeweils ein Fahrstreifen für den stadteinwärts und stadtauswärts fahrenden Verkehr zur Verfügung stehen. 

Stadt Aachen: www.aachen.de/a544

Autobahn GmbH:  www.autobahn.de/die-autobahn/projekte/detail/a544-neubau-der-haarbachtalbruecke-bei-aachen#uebersicht

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

s. dazu auch den Beitrag von WDR 3 vom 19. Juli. https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-aachen/lokalzeit-aus-aachen-oder-19-07-2023/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTQ2NWFmMmRhLTM2ODItNDc3Ni04MjhhLTE4ODAwOGIyMmI3ZA

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Scheindiskussion um ein Phantom-Parkhaus?

Der Bund will den Bau von Fahrradparkhäusern in Bahnhofsnähe fördern. Gelänge dies auch in Aachen, so könnte man in Zukunft täglich mit dem Zug bis zum Bahnhof Rothe Erde fahren und dann – via im Fahrradparkaus abgestelltem E-Bike – nach Hause gondeln. Für Personen, die z. B. in Köln arbeiten eine Möglichkeit, auf ein Auto zu verzichten.

Streiten über etwas, das es (noch) nicht gibt und das es am Ende auch gar nicht geben wird, das kann Aachen. – Jetzt ist eine Diskussion um ein Parkhaus für Fahrräder entbrannt, das irgendwann mal in Nähe des Bahnhofs Rothe Erde errichtet wird. Oder auch nicht.

Zur Erinnerung: Völlig überraschend hatte Berlin kürzlich signalisiert, man werde für einen Fahrradparkhaus-Neubau 1.856.250,00 Euro nach Aachen rüberschieben. Bis Mitte 2025 könnten Pläne entworfen, dann gebaut und Ende 2026 die ersten Räder untergestellt werden. Im Netz war zu lesen, dass für den Neubau der jetzige Pkw-Parkplatz am Bahnhof Rothe Erde passend sei.

„So viel Geld zum Unterstellen von Fahrrädern? Das darf ja wohl nicht wahr sein!“, schimpfen Leute und schicken wütende Mails an AachenNews. Sie vergessen, dass Parkhäuser für Autos 10 mal mehr kosten. Und dass es in dem neuen Fahrradparkhaus auch Unterstell-Möglichkeiten für Pkw geben soll.

Andere regen sich über den Standort für das neue Parkhaus auf. Sie meinen, im Inneren des Bahnhofs sei Platz für hunderte Fahrräder.

Wir wissen das nicht, wir waren noch nie in diesen Räumen, in denen Tauben nisten. Taubenfreunde haben irgendwann mal erreicht, dass quasi unter den Schienen Tauben wohnen dürfen (s. Tauben-Landeplatz in der Mitte vom Foto unten). Vorschlag: Sollte man dort nicht besser einen abschließbaren Fahrradunterstand einrichten und sich den Neubau sparen? Dazu müsste man in langwierige Verhandlungen mit der Bahn eintreten. Viel Spaß. Die Erfolgsaussichten sind gering.

Noch mehr Leute (alles keine eingefleischten Radfahrer*innen) schlagen vor, die Biker*innen sollten im teils leerstehenden Parkhaus der Aachen Arkaden am Eisenbahnweg ihre Räder abstellen. Der Weg über die Trierer Straße sei diesen sportlichen Menschen ja wohl zuzumuten.

Was und ob letztlich zwischen Bahnhof Rothe Erde und Beverstraße einmal gebaut wird, kann realistisch keine/r sagen. Angesichts des Streits und angesichts all der krassen Sparvorschläge, die jetzt bundesweit auf den Tisch kommen, fängt man an zu zweifeln. Und hat sich am Ende wieder mal zu früh gefreut.

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Dieses Foto steht in keinem Zusammenhang mit irgendetwas. Farben sehen aber schön aus.
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Durch die Adalbertstraße, die wirklich verloren hat, zum Theaterplatz, der gewonnen hat.

Aachens Einkaufsstraße, die Adalbertstraße, funktioniert nicht mehr. Dort gibt es in weiten Teilen nur noch Leerstand. Ein Gang durch die Straße (von der Peterstraße aus betrachtet) ist ab Kaufhof wirklich nur unangenehm. So ein Niedergang! – Ganz anders am Theaterplatz, wo das Unternehmen von Investor Norbert Hermanns sich engagiert hat.
Altes Bankgebäude (jetzt Bürogebäude) am Theaterplatz. Gegenüber vom Stadttheater sind alle Baugerüste gefallen. Diese Fassade schaut man gern auch länger an, es gibt ja auch was zu sehen, sogar Säulen und z. B. einen klar definierten Eingang. Moderne Bauten haben weniger abwechslungsreiche Fassaden. Wie man nebenan sehen kann.
Die helle Fassade vom neuen „Motel One“ gefällt, sie passt zum Theater gegenüber und erinnert tatsächlich an das alte Kino, den Elysée-Palast, der sich vor wenigen Jahren noch dort befand.
Links vom alten Bankhaus: Büros und im Erdgeschoss das Restaurant „Burgerheart“. Wer Fast Food mag, kann dort satt werden. Mit Blick auf das Dach sieht man, dass wohl innen Ex-Bank und Bürogebäude jetzt eine Einheit bilden.
Dieses Gebäude ist neuerdings ein „POHA House“. Oha, denkt man sich, da sind jetzt auch die Gerüste gefallen. Dort lassen auf 6 Etagen (bei der Fassade, innen nicht) die 50er und 60er Jahre grüßen. Sehr ansehnlich. Es gibt unten Geschäfte und oben lauter komplett eingerichtete Appartements. Hier mehr über das „POHA House“ und sein ungewöhnliches Konzept.

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Nahezu täglich entdecken wir ärgerliche Tippfehler auf AachenNews. Sie sind zumeist der schnellen Produktion geschuldet. Aber so eine Internet-Zeitung ist ja auch nicht für die Ewigkeit gedacht. Trotzdem: Wenn jemand was auffällt, bitte melden (mail@AachenNews.org), dann wird flott korrigiert.

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Wird jedes Jahr besser: Stadtglühen in Aachen

Elektronischer Musik beim Stadtglühen im Frankenberger Park. Alle Fotos: Henning Brinkmann

Es ist Sommer, und in Aachen gibt es wieder das Sommer-Kulturfestival Stadtglühen. Das Programm (bis 6. August) ist außerordentlich vielfältig. Ihr könnt Aachens freie Kulturszene erleben – in der Innenstadt und in den Bezirken. Es gibt Kabarett, Comedy, Lesung, Theater, Tanz, bildender Kunst, Straßenperformance und Bands. Bei über 90 Events sei auch für das leibliche Wohl gesorgt, teilen die Veranstalter mit.

Polaroit auf der Bühne im Frankenberger Park. Die Musiker fanden nach einem kräftigen Regenschauer am gestrigen Samstag ein begeistertes Publikum.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos. Das Festival Stadtglühen ist eine Kooperation des Kulturbetriebs der Stadt Aachen mit seinem Projektpartner, dem Verein Musikbunker, sowie der freien Kulturszene Aachen.

Hier Infos über die kommenden Veranstaltungen.

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Wie schön! Wandmalerei in der Königstraße

In der Königstraße in Aachen am Kingzcorner: „Society is unity in diversity“ steht da. Die Straße war lange Zeit eine einzige Baustelle. Jetzt ist – einschließlich des monumentalen Wandbilds – alles fertig.
Am Rand des Mauerbildes sind Szenen zu sehen, die man sich näher betrachten sollte. Es lohnt sich.

Minderheiten gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen – das gehört zum Wesen der Demokratie. Akzeptieren, dass es Unterschiede gibt und diese nicht unterdrücken. Menschen, die anders essen, anders sprechen, anders leben und lieben, eine andere Religion haben nicht geringschätzen. Das ist alles schwer, aber es geht und lohnt sich. Das Leben wird reicher, wenn man diversity zulässt.

Der Verein Kingz Corner, der in der Königstraße zu Hause ist, durfte dort die Farbeimer auspacken. Es zeichnen verantwortlich die Künstler: Lazy65, Philip Wallisfurth und Almer Ajdinovic. Lazy65 hat auch ein vielbeachtetes Bild auf den Lüftungsschacht am Bushof gemalt.

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Studentische Verein: Der Schienenersatzverkehr ist eine Zumutung

Noch bis zum 21. Juli fallen alle Züge – insbesondere die für Aachen wichtigen Regionalverkehrs-Linien RE 1 und RE 9 – wegen Bauarbeiten zwischen Aachen und Düren aus. Auf diesem Abschnitt verkehrt ein Schienenersatzverkehr.

Schön, wenn Züge fahren. Wenn sie im Bahnhof bleiben, müssen Busse sie ersetzen.

Der studentische Verein Uni.Urban.Mobil. e.V. kritisiert den Ersatzverkehr als eine Zumutung für die Fahrgäste. Der Verein teilt mit: „Es wird ein Zug durch jeweils einen Schnellbus zwischen Aachen und Düren und einen langsamen Bus mit allen Zwischenhalten ersetzt – wenn sie denn fahren. Diese Kapazitäten sind bei weitem nicht ausreichend.“ Die Busse seien oft überfüllt und könnten nicht alle Fahrgäste mitnehmen.

Deshalb müssten viele Fahrgäste mindestens 30 Minuten auf den nächsten Bus warten und hoffen mitgenommen zu werden. Als Beispiel wird der RE 1 erwähnt, der habe regulär 800 Sitzplätze, der Bus hingegen mit ca. 50 nur einen Bruchteil davon. Es sei, so teilt Uni.Urban.Mobil mit, aus Sicherheitsgründen dringend erforderlich, für alle Fahrgäste einen Sitzplatz bereitzustellen. Und weiter: „Sobald Personen stehen müssen, darf der Bus maximal 60 km/h fahren, was in der Realität nicht eingehalten wird.“

Auch der Zustand der eingesetzten Busse sei nicht mehr zeitgemäß – einige seien mehrere Jahrzehnte alt und hätten keine Klimaanlage. „Gerade bei den heißen Temperaturen ist die Fahrtzeit von über 40 Minuten im Stehen eine Zumutung“, sagt Felix Rácz von Uni.Urban.Mobil.

In den nächsten Jahren werde es viele Baustellen geben, weiß Isabel Schmidt. Sie sagt: „Auch in dieser Zeit müssen Fahrgäste zuverlässig und komfortabel an ihr Ziel kommen, ansonsten gelingt es nicht, Menschen vom Umstieg auf die Bahn zu überzeugen.“ Im Ausland werde vorgemacht, wie es sein sollte. In den Niederlanden, in Polen und Griechenland würden Reisebusse mit ausreichend Sitzplätzen eingesetzt.

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Bis zum 21. Juli empfiehlt Uni.Urban.Mobil die Verbindung über Rheydt (RB33 und RB 27, RE 4 und RE 8) – die dauert zwar länger, führt aber mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Ziel. Weiterhin stellen auch einige Fernbus-Verbindungen eine Alternative dar.

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Drei Straßen, drei Baustellen

Nach Kanalsanierungen ist ein Teil der Pontstraße niveaugleich und hat eine neue Oberfläche bekommen.

Straßen werden Zug um Zug neu gestaltet, fast immer erst, nachdem im Untergrund die Leitungen und Kanäle erneuert wurden. Um 3 Straßen geht es heute in diesem Text.

Vorab: Autofahrer, die sich über die vielen Baustellen ärgern, mögen mal bedenken, wie es wäre, wenn wir mit kaputten Kanälen leben müssten. Trinkwasser nur wenige Stunden am Tag und in den Straßen stehen die Abwässer aus Toiletten und Waschmaschinen! – Wenn man sich schon aufregt, dann am besten faktenbasiert. Regt man sich auf, ohne die Fakten zu kennen, dann geht es einem schlecht und man wählt am Ende noch die AfD.

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Zunächst in die Pontstraße. Unten – auf Höhe der Sparkasse – wird noch gearbeitet, aber im oberen Bereich ist schon alles perfekt. Viel versiegelte Fläche gibt es und weit und breit keinen Baum. Aber das hat wohl seine Richtigkeit, bei der hohen Frequentierung sind große Ladezonen ein Muss. Derzeit ist wegen der Semesterferien wenig los in der Pontstraße, doch das wird sich ab Oktober schlagartig ändern. Bezüglich Gastronomie gibt es dort vor fast jedem Haus eine Terrasse.

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Nächste Straße: Krakaustraße, die die Mörgensstraße mit der Südstraße verbindet. Diese Straße soll einmal (nach Kanalbauarbeiten in 2024) Fahrradstraße und zugleich Premiumfußweg werden.

Die Krakaustraße (mit Blick in Richtung Mörgensstraße). Zur Orientierung: Hinten rechts (nicht im Bild) befindet sich die beliebte Gaststätte „Last Exit“ mit ihrer großen Terrasse.

In der Krakaustraße wünschen sich die Anwohner*innen alles, was eine Straße zur Lieblingsstraße macht: breite Bürgersteige, Bäume, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, Bänke, Sitzgruppen, Trinkwasserbrunnen, Fahrradbügel und weniger Parkplätze. Derzeit gibt es 50 Parkplätze, doch in der Nähe befinden sich die Parkhäuser Annastraße und Mariabrunnstraße.

Die Krakaustraße, hier mit Blickrichtung Südstraße. Der Boden ist ein Flickenteppich, Pkw stehen Stoßstange an Stoßstange.

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Der Aachener Stadtbetrieb lässt die Asphaltdecke der Eynattener Straße (ab Krugenofen) in 2 Bauabschnitten instand setzen. Dies betrifft zunächst von Montag, 17. Juli, bis Dienstag, 25. Juli, den Bereich zwischen Kamperstraße und der Eisenbahnbrücke. Von Mittwoch, 26. Juli, bis Freitag, 11. August, ist der Bereich zwischen Eisenbahnbrücke und Krugenofen dran. Achtung: Der jeweilige Baubereich wird komplett gesperrt.

Die Umleitungsstrecken führen – so teilt die Verwaltung mit – in beiden Fahrtrichtungen über Krugenofen, Burtscheider Straße, Reumontstraße, Südstraße, Habsburgerallee, Maria-Theresia-Allee, Weißhausstraße und Eupener Straße.

Für Anwohner*innen wichtig: Von Sonntag, 23. Juli, 15 Uhr, bis Dienstag, 25. Juli, 17 Uhr, kann im gesamten ersten Bauabschnitt, von Mittwoch, 9. August, 15 Uhr, bis Freitag, 11. August, 17 Uhr im zweiten Bauabschnitt kein KFZ-Verkehr zugelassen werden, weil die Fahrbahndecke angespritzt wird. Die angespritzte Fahrbahnfläche bloß nicht betreten, da die Gefahr besteht, dass Kleidung dauerhaft verschmutzt wird! Gleiches gilt für das Befahren mit Fahrzeugen. 

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Zur Kritik an der Neuaufteilung des Straßenraums äußert sich Planungsdezernentin Frauke Burgdorff in einem Interview (insbesondere zur Fahrradmobilität) in der Lokalzeit-Aachen des WDR 3 am 10. Juli. 

(https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-aachen/lokalzeit-aus-aachen-oder-10-07-2023/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWZiODZmOGFjLTJlNjItNDJiNS1hNzQ3LTZkN2I5YTY3MmY2Mw)

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Etwas Musik: Ferienzeit von Hildegard Knef

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