An der Monheimsallee herrscht Handlungsbedarf

Das Neue Kurhaus an der Monheimsalle ist ein alter, sanierungsbedürftiger Kasten.

Das Neue Kurhaus an der Monheimsalle ist ein alter, sanierungsbedürftiger Kasten.

Das Neue Kurhaus an der Monheimsallee heißt zwar „neues“ Kurhaus und sieht von außen schön aus. Es ist aber alt und krass sanierungsbedürftig . . .  Die Dinge sind eben manchmal nicht das, was sie scheinen. Innen befindet sich das Aachener Spielcasino. Vordergründig betrachtet ist das eine Vergnügungsstätte, tatsächlich aber ein Ort, wo sich Menschen reihenweise finanziell ruinieren. Denn gewinnen tut am Ende immer die Bank, wie wir ja alle wissen.

Der Lenné-Pavillon befindet sich an der rechten Seite des Gebäudes. Heute fotografiert durch ein Fenster hindurch.

Der Lenné-Pavillon befindet sich an der rechten Seite des Gebäudes. Heute fotografiert durch ein Fenster hindurch.

20 Millionen Euro will sich die Stadt Aachen die Herrichtung des alten Kastens kosten lassen. Bei solchen  Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, ist es oft so, dass im Bauverlauf Mängel gefunden werden, von denen man zuvor nichts wusste. Es kann also alles auch deutlich teurer werden.

Das Aachener Spielcasino ist in den letzten Jahren nicht gerade ein Publikumsmagnet gewesen. Kurz gesagt: Die Umsätze stimmen nicht mehr. Überhaupt ist es total aus der Mode gekommen, sich in Spielcasinos aufzuhalten. Weshalb wohl – und das ist reine Spekulation – demnächst das ein oder andere Spielcasino im Lande geschlossen wird. Möglicherweise trifft es das Aachener Haus, wenn das gerade 2017 fertig saniert ist. Was dann?

Für die Zeit der Bauarbeiten ziehen die Glücksritter vorerst in Räume des Aachener Tivoli und zahlen da maximal drei Jahre lang Miete. Das Geld nimmt man gern mit. Die Stadt hat ja erst jüngst den Tivoli gekauft, muss ihn in Schuss halten und so bewirtschaften, dass er noch Geld abwirft. Beim Umzug von der Monheimsallee an die Krefelder Straße werden sicher „Kunden“ verloren gehen. Besonders vornehm ist ja das Tivoli-Gelände nicht.

Wie jetzt bekannt wurde, will/kann das Casino nach der Sanierung nur ein Drittel des Neuen Kurhaus füllen. Für die anderen zwei Drittel müssen Mieter gefunden werden, die irgendwie zum Casino passen. Das haben sich die Casinobetreiber offenbar ausbedungen, wie jetzt die lokale Presse wusste.

Der repräsentative Eingangsbereich vom Neuen Kurhaus, in dem sich das Aachener Spielkasino befindet. Das Gebäude soll saniert werden, unterdessen zieht das Casino in den Tivoli. Und wenn alles so geht wie geplant, zieht das Casino nach der Sanierung auch wieder zurück an die Monheimsallee.

Der repräsentative Eingangsbereich vom Neuen Kurhaus, in dem sich das Aachener Spielcasino befindet. Das Gebäude soll saniert werden, unterdessen zieht das Casino in den Tivoli. Und wenn alles so geht wie geplant, zieht das Casino nach der Sanierung auch wieder zurück an die Monheimsallee.

Gedacht ist an ein Nobelrestaurant oder eine Galerie oder ein Varietétheater oder was weiß ich. Jedenfalls sollen die Leute denken. „Hach, wo wir schon mal hier sind um Kunst zu kaufen/fein zu essen/usw, da gehen wir doch auch noch eine Runde spielen.“
So denkt kein Mensch, aber gut. Ich kann mich irren. Möglicherweise wird aber für das sanierte Neue Kurhaus gar kein weiterer, passender Mieter gefunden. Was dann?

Ja, ja liebe Zyniker, ich weiß, dass ihr jetzt vorschlagt, aus der 100 Jahre alten Immobilie ein Laufhaus, einen Riesenpuff sozusagen, zu machen. Daraus wird nichts. Obwohl: Das Gebäude hatte bei der Eröffnung angeblich „zwei Frauensäle“. Was sich da ereignet hat, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Wegen der Dimensionen lest hier: „Im (vor 100 Jahren, d. Red. ) neu errichteten Kurhaus befanden sich zwei Konzertsäle, wobei der Große Konzertsaal bis zu 850 Besucher fassen konnte. Darüber hinaus verfügte das Gebäude über Lesesäle, Raucherzimmer, Gesellschafts- und Spielräume sowie über zwei Frauensäle. Zu den gastronomischen Einrichtungen gehörten ein Speisesaal sowie ein Weinsalon und mehrere Kaffeeräume. Einer von ihnen führte auf eine zweistufige, elektrisch beleuchtete Wein- und Bierterrasse, die zum Konzertplatz hin geöffnet war.“ Auf der Terrasse wurde in neuerer  Zeit der Lenné-Pavillon errichtet.

Zum Neuen Kurhaus gehört in gewisser Weise der Quellenhof (s. Foto unten). Neoklassizistisch nennt man den Stil beider Bauten. Ob im Quellenhof  der Pächter den Vertrag verlängert, wenn es im Kurhaus kein Casino mehr gibt? Ob das Casino in Aachen bleibt, wenn der Quellenhof sich einen neuen Pächter suchen muss? KA. An der Monheimsallee besteht Handlungsbedarf, und ich beneide die Verwaltung überhaupt nicht, die da für Klarheit sorgen muss.

Eine Nobelherberge: der Aachener Quellenhof.

Eine Nobelherberge: der Aachener Quellenhof.

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Eine Antwort zu An der Monheimsallee herrscht Handlungsbedarf

  1. Uschi59 schreibt:

    Und als ich in der Kinderprinzengarde war, hatten wir Auftritte auf Karnevalssitzungen im Neuen Kurhaus – in grauer Vor-Spielcasino-Zeit…

    Gefällt mir

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