Kultur- und Tourismusausschuss

Wenn man Menschen in die Eifel bekommen will, muss man dort etwas bieten, was die Menschen anlockt und sollte das Geld nicht für Kultur-Events in AACHEN ausgeben. Man darf auch nicht so tun, als würden die ganzen Radwege gebaut, um die Betriebe in der Eifel zu fördern, wenn man einfach nur mit Steuergeld ein Freizeitvergnügen subventionieren will. 

Leider nix kapiert

„Margret Vallot gegen alle“, mit diesen Worten kann man zusammenfassen, was sich in der jüngsten Sitzung des Kultur- und Tourismus-Ausschuss der Städteregion abgespielt hat (ganz aus meiner subjektiven Sicht geschildert).

Auf der Tagesordnung standen nur

1. ein „Sachstandsbericht zu kulturellen Veranstaltungen und Projekten“.
2. eine Reihe von Beschlüssen zu Radwegen, die alle irgendwie aufgemotzt

rad Aachen

Fahrrad, grün, in der Straße Rennbahn.

werden müssen. Der RurUfer-Radweg (150 km lang), der Radtourismus in der Region, ein Tourenplaner, die Grünroute (ein 370 km langer Radwanderweg) die Vennbahntrasse und ihre „touristische Beschilderung“ . . . ohne Ende war vom Radtourismus die Rede, weil angeblich mit dem Radtourismus die Menschen und das Geld in die Eifel kommen.

In dem Ausschuss sagen die Grünen, wo es lang geht. Und die Grünen wollen: Immer mehr Radwege, und die bestehenden Radwege immer besser ausgestalten. Die CDU stimmt hemmungs- und willenslos allem zu, offenbar unter Druck gesetzt, jedenfalls wirken die Herrschaften wie paralysiert.

rad Aachen

Fahrrad, vor mittelalterlicher Mauer in Aachen

Die Verwaltung stellt uns Politikern wegen der Beschlüsse, die gefasst werden müssen, allerlei von ihr verfasste Texte  zur Verfügung. Penetrant ist in diesen Texten die Rede davon, dass die Radwege dazu da seien, „die kleinen und mittleren Betriebe der Region zu fördern“, die „Tourismuswirtschaft“ insgesamt anzukurbeln, die „Wertschöpfung in der Region“ zu fördern, Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze zu schaffen, die touristische Infrastruktur zu stärken. Kurz: Die Schaffung von Radwegen wird uns von Seiten der Verwaltung als eine Maßnahme der Wirtschaftsförderung vorgestellt.

Jetzt zur Sitzung konkret: Zunächst sprach die Beauftragte für Kultur über eine Reihe von Konzerten und Veranstaltungen. Alles Konzerte mit so angesagten

Fahrräder, in einer Garage in der Franzstraße

Fahrräder, in einer Garage in der Franzstraße in Aachen

Künstlern, dass immer schon wenige Stunden nach Beginn des Kartenverkaufs alles ausverkauft war. Ein Erfolg jagt da den nächsten.

Das Aller-Erfolgreichste, was diese Frau macht, ist aber ihre Ausstellungserie im KuK. Das ist ein Haus in Monschau, wo auf drei Etagen wechselnde Ausstellungen stattfinden. Gerade ist eine Schau mit Fotos von Vivian Maier zu Ende gegangen. Innerhalb von vier Wochen kamen 13.000 Menschen in die Eifel, die Kataloge waren gegen die Mitte der Ausstellung hin schon ausverkauft.

Die Besucher kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen, wie an den begeisterten Kommentaren im Gästebuch zu lesen war. Die Kulturbeauftragte erreichte auch bei der vorigen Ausstellung (Fotos von Ara Güler) einen ähnlichen Erfolg, und

Fahrrad, wird bald von der Stadtverwaltung abgeholt, Nähe Burtscheider Brücke.

Fahrrad, wird bald von der Stadtverwaltung abgeholt, Nähe Burtscheider Brücke.

bei der jetzigen sowie bei der kommenden mit Arbeiten von Jürgen Klauke wird es mit Sicherheit wieder so sein.

Wenn man es also ernst meint mit dem Anliegen, Menschen in die Eifel zu locken, dann würde man doch nicht die Zahl dieser Ausstellungen reduzieren. Genau das tut aber die Koalition von CDU und Grünen in der Städteregion. Statt wie sonst immer 9 (neun) Ausstellungen pro Jahr zu veranstalten, werden es 2015 nur 7 (sieben) und 2016 nur noch vier (4) sein.

Hallo? Gehts noch? Wollt ihr nun Touristen in die Eifel locken oder nicht?

Fahrrad, Kleinmarschierstraße in Aachen

Fahrrad, Kleinmarschierstraße in Aachen

Ich habe gleich zu Anfang der Sitzung versucht klarzumachen, dass man das Zugpferd, das Menschen aus ganz NRW in die Eifel holt, stärken muss, nicht schwächen. Allein – ihre Gesichter waren alles Fragezeichen. Man gebe doch dieses Jahr immerhin mehr Geld aus für die Kunst als 2014, meinte jemand. 20.000 Euro für die Chorbiennale in Aachen, das sei nicht wenig.

Dieses Geld hätte man sich unbedingt sparen müssen, denn wenn man eine Veranstaltung, die in Aachen stattfindet, unterstützt, holt man damit doch keine Menschen in die Eifel. Wieso soll auch die Städteregion die ohnehin tourismusstarke Stadt Aachen noch stärker machen? Mir geht es um die Eifel und darum, in diese strukturschwache Region Menschen zu ziehen. Zufällig ist es jetzt die Kunst, bei der es funktioniert.

In diesem Ausschuss versteht das vorerst niemand. Ich habe hoffentlich noch fünf Jahre Zeit, es ihnen klar zu machen.

Grüne, CDU, SPD und die FDP vertraten die Ansicht, man dürfe „den Radtourismus nicht gegen die Kunst ausspielen“.  Ja, klar, das darf man auch

Und zum Schluss: Fahrradständer in Aachen, Kranzstraße (die Bilder sollen den Text auflockern, mehr nicht).

Und zum Schluss: Fahrradständer in Aachen, Franzstraße (die Bilder sollen den Text auflockern, mehr nicht).

nicht. Was ich sagen will, ist, man darf die Einrichtung, die genau die Ziele erreicht, die man erreichen will, nicht schwächen. Wer von „gegeneinander ausspielen“ spricht, hat nicht kapiert, worum es geht.

Wenn man Menschen in die Eifel bekommen will, muss man in der Eifel etwas bieten, was die Menschen anlockt und sollte das Geld nicht für Kultur-Events in AACHEN ausgeben. Man darf auch nicht so tun, als würden die ganzen Radwege gebaut, um die Betriebe in der Eifel zu fördern, wenn man einfach nur mit öffentlichen Steuergeldern ein Freizeitvergnügen subventionieren will.

Leider hinter einer Bezahlschranke: der Text in der örtlichen Presse. (Ja, es handelt sich tatsächlich bei beiden Texten um ein- und dieselbe Veranstaltung)

 

Über uebergangshymne

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