Gegenüber Stadttheater: Denkmalschutz für eine eigenwillige Kinofassade?

elysee Aachen

Am Kapuzinergraben direkt gegenüber vom Stadttheater: Drei Gebäude sollen abgerissen werden für ein neues Hotel. Die Frage ist jetzt: Kann eventuell die Fassade vom Kino gerettet und in einen Neubau integriert werden?

An prominenter Stelle in Aachen, direkt gegenüber vom Stadttheater, befindet sich ein altes Kino mit einer markanten Fassade: das Elysée. Das und zwei direkt rechts neben ihm stehende Gebäude sollen abgerissen werden – für ein neues Hotel.

Gegen ein Hotel am Kapuzinergraben wird sicher niemand etwas haben. Im Gegenteil, man freut sich. Die Hotelkette „Motel one“ soll Interesse gezeigt haben. Schade wäre es allein um die ungewöhnliche Fassade vom Elysée. Und da fragt man sich doch, ob diese außergewöhnliche Außenfront samt Schriftzug nicht erhalten werden kann, ob sie nicht in die Front des Hotel-Neubaus integriert werden kann? Einheitsfassaden aus Glas, Stahl und Beton gibt es ja in der Innenstadt genug. Die alte Kinofassade könnte das Stadtbild bereichern.

Seit ihr mal an den Aachen Arkaden und dem neuen Aquis Plaza (untere Adalbertstraße) entlangspaziert? Ziemlich gleichförmig und profillos, nicht wahr? Eine einzige lange und etwas langweilige Glasfront. So sollte es am Kapuzinergraben besser nicht aussehen. Werden verschiedene Parzellen zu einer großen zusammengelegt, dann geht dabei immer ein Stück Feinkörnigkeit

Fassade und Schriftzug sollten erhalten bleiben. Passend zur prominenten Örtlichkeit, gegenüber vom Stadttheater.

Fassade und Schriftzug sollten erhalten bleiben –  passend zur prominenten Örtlichkeit, gegenüber vom Stadttheater.

im Straßenbild verloren, schrieb Daniel Lohmann. Ich bin nicht die einzige, die das bedauert. Via aachenac.de haben sich schon mehrere Personen einer Initiative zur Rettung der Fassade angeschlossen. Leider ist kein einziger Ratspolitiker darunter.

Die Front vom Elysée steht nicht unter Denkmalschutz, aber den kann man beantragen. Die Chancen stehen nicht schlecht, meinte jemand aus der Verwaltung. Man müsse es eben mal versuchen. Dann erhält der Investor bzw. sein Architekt die Auflage, die Kino-Fassade in den Neubau zu integrieren. Ein Verfahren, das Architekten nicht fremd ist.

Das Kino, so teilte Stadthistoriker Holger Dux mit, wurde am 1. Januar 1954 eröffnet. Ob mit oder zunächst noch ohne die Fassade, die eine Welle darstellen soll, ist nicht bekannt. Dux nennt die Namen der Architekten: Bachmann und Langen, Mitarbeiter: Matthias Royé.

Um die Idee vom „Denkmalschutz für die Elysée-Fassade“ noch ein wenig zu erklären und zu verbreiten, werde ich die örtliche Presse und die Politiker der Fraktionen im Rat (vor Ort) zu einem Gespräch einladen. Ich hoffe, dass die Angeschriebenen Interesse zeigen, sicher ist das aber nicht. Ich hoffe auch, dass viele „Mitstreiter“ hinzukommen. Den Termin werde ich hier, auf Facebook, auf Twitter und auf unserac.de noch bekannt machen.

Schließlich wird ein Antrag gestellt und die Angelegenheit wird – wenn alles gut geht – in einem Ausschuss oder im Stadtrat diskutiert.

Ich denke, die Sache ist den Versuch wert.

Infos zum Hotelprojekt hier: https://www.aachener-nachrichten.de/drei-haeuser-muessen-der-hotelkette-motel-one-weichen-1.1186803

und hier: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/altes-elysee-kino-weicht-hotel-neubau-1.1186062

 

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2 Antworten zu Gegenüber Stadttheater: Denkmalschutz für eine eigenwillige Kinofassade?

  1. Ich bin auch „dabei“! Traurig genug, daß die ebenfalls ungewöhnlich-typische Fassade des Bavaria-Kinos im wahrsten Sinne des Wortes zerschlagen wurde (http://www.unser-aachen.eu/beitr%C3%A4ge/logenplatz-beim-kinosterben/).

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  2. Peer van Daalen schreibt:

    Mit dem Elysée verbinde ich die schönsten Erinnerungen an meine ersten Jahre in Aachen.

    Wenn ich mir anschaue, wer der Investor mal wieder – momentan! – ist und wer den Architektur-Wettbewerb mutmaßlich mal wieder „gewinnen“ wird, denk ich, daß es bei den Erinnerungen bleiben wird …

    Ansonsten bin ich dabei …

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