Die Städteregion: Ein Radler-Paradies

Die Mehrheit von Christdemokraten und Grünen im Parlament der Städteregion (Städteregionstag) möchte die Gegend von Monschau bis Baesweiler zu einer Hochburg des Radtourismus machen. Das wurde wieder einmal klar, als jüngst im zuständigen Ausschuss abgestimmt wurde. Es ging um Geld, das in den Bau von Radwegen investiert wird.

Dem Radtourismus gehört die Zukunft, davon gehen insbesondere die Grünen ohne jeden Zweifel aus, und die CDU zieht mit. Auch die Verwaltung der Städteregion mit Helmut Etschenberg (CDU) an der Spitze setzt voll und ganz auf Radtourismus. Das bedeutet, das bei Abstimmungen immer diejenigen eine haushohe Mehrheit erringen, die für mehr Radwege stimmen und nicht contra.

Offenlage:
Der Tourismus- und Kulturausschuss kommt nicht oft zusammen. Zuletzt traf man sich am 11. Juni. zu Beratungen und Entscheidungen. Ende November war es wieder so weit.

Die Entscheidungen im Ausschuss sind – formal gesehen – nicht bindend für die Städteregion. In der Realität kommt es aber nicht vor, dass der Ausschuss anders entscheidet als der Städteregionstag.

Ich bin als sachkundige Bürgerin von der Piratenpartei in dieses Gremium geschickt worden. Pro Sitzung bekomme ich eine Aufwandsentschädigung von 38,40 Euro.

 

Zwei von elf Punkten waren bei der jüngsten Sitzung besonders wichtig.

1. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, dass die Städteregion zusammen mit Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen sich in Köln und Düsseldorf um Fördermittel (Geld) bemüht, um in den genannten Ortschaften den Radtourismus auszubauen.

saal staedteregion

50er-Jahre-Sitzungssaal im Verwaltungsgebäude der Städteregion Aachen.

Ich habe (mit Georg Helg, FDP) dem nicht zugestimmt, weil ich denke, dass diese Kommunen (besonders Stolberg und Herzogenrath) entweder nicht das Geld haben für den Ausbau des Radtourismus oder (besonders Alsdorf) gar nicht für Urlaub mit dem Rad geeignet sind.

Tourismus-Förderung gilt bei der Städteregion als „Wirtschaftsförderung“. Und so gilt die Geldausgabe für den Ausbau von Radwegen als „regionale Wirtschaftsförderung“. Knapp 2 Millionen Euro sollen für die Entwicklung des Radtourismus in den oben genannten Kommunen ausgegeben werden. Der Eigenanteil der Städteregion beträgt 252.900 Euro. Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen müssen sich an dem Radtourismus-Ausbau mit insgesamt 1.429.000 Euro beteiligen.

Radtourismus, das bedeutet übrigens nicht nur: mehr und bessere Radwege. Dazu gehören auch Erlebnisrundtouren schaffen, Info-Zentren für Radler, Reiserlebnisse (entwickelt von einem externen Planungsbüro) inszenieren, Bahnhöfe in Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und Alsdorf/Annapark zu Radwanderbahnhöfen ausbauen. Das alles produziert Folgekosten.

2. Sodann ging es um einen Förderantrag zum Ausbau des RurUfer-Radweges. Das ist ein Radweg, der durch die Städteregion und die Kreise Düren und Heinsberg führt. Städteregionales Gesamtvolumen: 3.256.800 Euro. Es wurde auch hier mit großer Mehrheit beschlossen, diesen Förderantrag via Bezirksregierung beim Land NRW einzureichen. Bei diesem Punkt habe ich mich (wie auch Marika Jungblut, Die Linke) enthalten, denn ich kann letztlich zu der Situation in den beiden Kreisen Düren und Heinsberg nicht wirklich Qualitätvolles sagen. Nur einer stimmte dagegen: Georg Helg, FDP.

Der RurUfer-Radweg führt, wie der Name schon sagt, an der Rur entlang. Es wurde auch mit Mehrheit beschlossen, dass dieser Radweg von nunmehr 2 von 5 Punkten auf 3 Punkte angehoben werden soll, was leicht möglich ist.

*

Ich muss anerkennend sagen, dass Grüne/CDU sich wirklich sehr engagieren für ihre Radwege-Kultur. Und ganz offensichtlich fest und ehrlich davon überzeugt sind, mit diesen Investitionen und Ausbauplänen der Region etwas Gutes zu tun. Ich persönlich sehe unsere Region nicht als Urlaubsregion für Radler, eher

staedteregion Aachen

Das Städteregion-Verwaltungsgebäude in der Aachener Zollernstraße, alter und neuer Teil.

schon für Wanderer. Was die Wirtschaftsförderung betrifft, so würde ich lieber schon bestehende Attraktionen noch attraktiver machen um richtig fett Touristen anzulocken. Ansonsten plädiere ich bei Wirtschaftsförderung für Breitbandausbau (mit Glasfaserkabel, und nicht wie es jetzt vielerorts geplant wird, mit Kupferkabel. Weil: Auslauftechnik.), damit Firmen sich auch in der Eifel ansiedeln können.

Radwege für die Freizeitgestaltung sind etwas anderes als Radwege, die angelegt werden, damit Leute für den Weg zur Arbeit ihr Auto stehen lassen, lange Staus mit vielen Abgasen meiden, kurz: mit dem Rad zur Arbeit fahren. Diese Radwege sind nicht zur Freizeitgestaltung da. Darüber habe ich mit Piraten reichlich diskutiert, da müssen wir Aachener mit den Herzogenrather Piraten noch zu einer gemeinsamen Linie finden.

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Auf Nachfrage konnte ich erfahren, dass offenbar geplant ist, das KuK (eine Attraktion in Monschau, die mächtig Besucher in die Eifel zieht) doch nicht  mit Sparmaßnahmen zu überziehen. Das zeigt schon, dass in der Städteregion noch oft die Vernunft siegt.

*

Wer sich für den Schulausschuss in der Städteregion interessiert, liest bei meinem Piraten-Kollegen Michael Sahm weiter: http://msahm.piraten.ac/bericht-schulausschuss-staedteregion-aachen-26112015/

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