„Tihange“ mobilisiert die Region. Windräder stören Erdbeben-Messungen.

Die Geschäftswelt in Aachen positioniert sich. Allen voran die Märsche Buchhandlung.

Die Geschäftswelt positioniert sich gegen die belgischen Schrottreaktoren. Mit dem größten Transparent dabei: die Mayersche Buchhandlung.

Das hat mich doch ziemlich geplättet, dass die Mayersche Buchhandlung sich (mitten in Aachen) so deutlich gegen Tihange positioniert. Bravo! „Tihange abschalten“ lautet die Forderung auch in zahlreichen anderen Geschäften und Büros in der Innenstadt.

Die Städteregion geht voran in Gestalt von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und klagt in Belgien dagegen, dass ein Reaktor (konzipiert in den 1960er Jahren, Baubeginn 1970) mit tausenden Rissen jüngst wieder hochgefahren wurde. Und das, obwohl zuvor beschlossen worden war, dermaßen alte Reaktoren nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Insgesamt sind es damit zehn Kommunen, die sich gegen die Wiederinbetriebnahme von Tihange 2 wehren, indem sie das oberste belgische Verwaltungsgericht (Staatsrat) einschalten. Die Klage hat bundesweit mediales Interesse erregt.

Die Städteregion wird dabei ganz offiziell unterstützt von Niederländern,  Luxemburgern und Kommunen in Rheinland-Pfalz. Die Städte Köln und Mönchengladbach sollen ebenfalls schon offiziell die Klage begrüßt haben, wie bei einer Sitzung der Gruppe Piraten/UFW („Unabhängige und Freie Wählergemeinschaft“) mitgeteilt wurde.

Weniger zufrieden ist man bisher mit der Unterstützung durch die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie hat sich lange auf den bequemen Standpunkt zurückgezogen, dass Deutschland sich in die Energiepolitik anderer Länder nicht einmischen darf. Inwieweit sie diesen Standpunkt derzeit noch vertritt, ist mir nicht bekannt.

Unterdessen hat sich ein anderes, nicht gerade kleines Problemfeld aufgetan. Es ist nämlich offensichtlich, dass sieben geplante Windräder in Lammersdorf (Gemeinde Simmerath) und sieben weitere geplante Windräder in Aachen (Münsterwald) die Erdbebenmessung an den fünf Eifeltalsperren stören würden. Ja, dass die Schwingungen dieser 14 Windräder, so minimal sie auch sein mögen, die äußerst sensible Erdbebenmessung ganz und gar unbrauchbar machen würden. Darauf hat unter anderen der Geologische Dienst des Landes NRW (sehr spät, denn die Aachener Windräder sind bereits genehmigt) hingewiesen.

Diese seismographischen Messungen sind erforderlich, um bezüglich der Talsperren frühzeitig vor Erdbeben und vor Dammbrüchen zu warnen und um dann schnell zu reagieren. Und sie sind bereit, gegebenenfalls auch die Betreiber der AKW in Tihange und Doel bei Erdbeben frühzeitig zu warnen. Es wäre natürlich nicht gerade günstig, wenn diese Warnanlagen durch die Schwingungen der Windräder unbrauchbar würden.

Geklärt ist diesbezüglich noch nichts. Ich vermute, dass das Verwaltungsgericht Aachen demnächst entscheiden muss, ob vor dem Bau der Windräder jetzt doch noch der Geologische Dienst eingeschaltet und seine Stellungnahme berücksichtigt werden muss. Das könnte das „Aus“ für die Windräder bedeuten.

Mehr Infos (ständig in den lokalen Medien und hier):

https://wirfueraachen.wordpress.com

Prof.Dr.Hinzen-an.StädteRegionAachen

http://www.welt.de/regionales/nrw/article147889549/Aerzte-warnen-vor-Folgen-von-Super-Gau-in-Aachen.html

http://www.anti-akw-ac.de

http://www.deutschlandradiokultur.de/pannenreaktor-tihange-in-belgien-staedteregion-aachen-klagt.1008.de.html?dram:article_id=344351

http://www.stop-tihange.org/de/

https://www.tagesschau.de/ausland/tihange-belgien-akw-101.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Staedteregion-Aachen-beschliesst-Klage-gegen-Atomkraftwerk-Tihange-3091776.html

Über AachenNews

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