Politik in dieser Woche: Popcorn und Kampf gegen Windmühlen

Heute (17. 10.) um 17 Uhr beginnt im „Depot“ in der Talstraße eine Sitzung, die vermutlich ein bisschen länger dauern wird. Hier die Tagesordnung.

Es diskutieren und beschließen nämlich zwei Ausschüsse ausnahmsweise mal gemeinsam, weil beide mit den gleichen Themen befasst sind. Und zwar   Schulausschuss und Kinder- und Jugendausschuss.

Falls der Tagesordnungspunkt Ö 18 wegen allgemeiner Brisanz nicht sofort von der Tagesordnung runtergeschubst wird: Es geht um den Ausbau der Grundschule in der Michaelsbergstraße. Eine sehr spezielle Angelegenheit, über die sich Politiker aller Parteien, Elternvertreter, Lehrer und Vertreter der Verwaltung wie irre in die Haare bekommen haben.

Für Außenstehende ist der hoher Popcornfaktor interessant, ansonsten ist alles nur mäßig wichtig. Man ist sich im Wesentlichen uneinig darüber, ob zum Ausbau der Schule, also quasi zum Schulgebäude selbst auch Wohnungen gehören sollen. Vorlage hier. Wie so oft fühlen sich Eltern und Lehrer übergangen.

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Im altehrwürdigen Sitzungssaal des ebenfalls alten und ehrwürdigen Rathauses tritt morgen (Mittwoch, 18. 10.) der Rat der Stadt zusammen.

Um 17 Uhr geht’s los. Wichtig, aber schwierig zu verstehen ist, wie hoch denn nun genau die Umlage ist, die die Stadt Aachen 2018 an die StädteRegion zahlen muss, weil die StädteRegion bestimmte Aufgaben erledigt, die früher mal Aachen selbst erledigen musste.

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Was mich ja – aufgrund einer persönlichen Vorliebe für Leute, die gestalterisch unterwegs sind – interessiert, ist der Tagesordnungspunkt Ö15 „Markenbildungsprozess für Aachen“. Das finde ich sinnvoll: Ein zeitgemäßes Logo, einen coolen Spruch bei dem man gleich an Aachen denkt und zwar nur an Aachen, und der die ganze „Vielfalt“ trifft. Es gibt Designer/Künstler/Kreative, die finden sowas. Ich bin gespannt.

(Ja, ja, ich weiß, dass man auch ohne Designerkram und Architektenbeirat usw. existieren kann, aber warum sollte man?)

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Norbert Hermanns begrüßt seine neuen Mieter in der neuen Wohnanlage „Guter Freund“. Neben ihm: Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer.

Gute Idee: CDU und SPD wollen, dass geprüft wird, ob am Eisenbahnweg (wo es noch Freiflächen gibt) Wohnungen gebaut werden können. Wo doch schon die Wohnanlage „Guter Freund“ mitsamt Kita und Tagespflege und Wohnungen für 700 Menschen (Investor: Norbert Hermanns) dort so gut passt und angenommen wird.

Es soll sich allerdings niemand der Illusion hingeben, mit dem Neubau von Wohnungen sei die Aachener Wohnungsnot final in den Griff zu bekommen. Der Zuzug von Menschen nach Aachen (wegen der RWTH) ist auch in Zukunft  größer und schneller als die Betonmischer arbeiten können.

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Warten und Tee trinken (auf einen neuen Museumsdirektor).

Das Suermondt-Ludwig-Museum an der Wilhelmstraße war schlecht besucht, es ist derzeit schlecht besucht und wird es weiter sein. Denn der Inhalt, also z. B. die mittelalterlichen Skulpturen, sind zwar von großem Wert und eine Augenweide, aber so monoton, wie dort seit Jahren alles präsentiert wird, lohnt sich nach dem ersten Besuch kein zweiter.

Unterdessen hört der grüne Ratsherr Pilgram (siehe. Ö 19.1  – Ratsanfrage) nicht auf, gegen diesen Missstand anzukämpfen. So viel Ausdauer muss man wohl haben, wenn man politisch etwas erreichen will. Was das Suermondt-Ludwig-Museum betrifft, denke ich persönlich: Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Man muss – wie im LuFo – warten, bis ein neuer Museumschef ans Ruder darf.

Was könnte man mit dem Bestand dieses Museums nicht alles machen!?! Man könnte uns Heutige mit den Vorbildern von damals konfrontieren. Man könnte zeigen, was es heißt, an etwas zu glauben und wie weit das jeweils geht. Könnte zeigen, wie das funktioniert: sein Leben von Grund auf ändern . . . Alle Fragen unseres modernen Lebens wurzeln in der Vergangenheit, die im Suermondt-Ludwig-Museum immer wieder neu zu uns sprechen könnte.

Allein, es geschieht nichts. Eine, wie ich jetzt schon weiß, eher akademische Dürer-Ausstellung wird vorbereitet. Die Besucherzahlen gehen unterdessen krass zurück, so wurde jüngst mitgeteilt, und die Vorsitzende im zuständigen Ausschuss, Dr. Margrethe Schmeer, meint dazu tatsächlich, „Es muss auch solche Museen geben!“

Die Chefs großer Aachener Firmen fänden es dem Vernehmen nach inzwischen ebenfalls ziemlich passend, wenn Aachen mal aus dem Suermondt-Ludwig-Museum ein zugkräftiges, kulturelles Highlight machen würde. Aber nein, nicht mal der Museumsleiter (seit 2005 im Amt) wird ausgetauscht, es geschieht nichts. 

Ende (((

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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