Aachen: Problem-Immobilien nerven die Politik

Wird abgerissen: das Vegla-Bürogebäude im Frankenberger Viertel. Es ist häßlich und energetisch völlig rückständig.

Und wieder hat ein Shop in den Arkaden, Trierer Straße 1, die prallvollen Regale leergeräumt und seine Tore geschlossen. In dem Haus pfeift der Handel aus dem letzten Loch, so mein Eindruck. Will ich dort etwas kaufen, bin ich manchmal die einzige Kundin im Laden.

Zugegeben: Es ist bequem, dort einzukaufen, denn man hat immer Platz. Es gibt kein Gedrängel wie im Aquis Plaza, keine Warteschlangen an den Kassen.

Von Anfang an ein Flop: die Mall in Aachens Osten. Sie wird einfach von zu wenig Menschen frequentiert.

Jemand, für den das Einkaufen kein Vergnügen sondern lästige Pflicht ist, der ist in den Arkaden richtig. Aber viele der vor etwa 10 Jahren abgeschlossenen Mietverträge laufen aus. Die Mieter, die wohl kaum auf ihre Kosten kommen, wären bescheuert, wenn sie weiter mieten würden. Was nun aus dem Shopping-Center wird, weiß ich nicht. Es sieht gar nicht gut aus.

Dabei hat der Aachener Osten 2017 und in den ersten Monaten von 2018 einen deutlichen Zuwachs an Einwohnern erfahren. Doch das hilft offenbar nicht. Der Leerstand beträgt nach meiner Einschätzung ein Drittel, das zweite Drittel ist auf dem Sprung und das letzte Drittel will wohl bleiben. Die Hallen mit lauter Imbissbetrieben zu füllen, das halte ich für ganz abwegig. Dann schon lieber eine Salsa-Tanzschule mit Salsa-Tanzabenden am Freitag, Samstag und Sonntag. Das Parkhaus nebenan bietet Platz – zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Lies auch den Bericht von der Eröffnung hier    und den vom jüngsten Eigentümerwechsel,   hier 

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Nächste Immobilie: das Neue Kurhaus. Der Prachtbau an der Monheimsallee ist innen ziemlich kaputt, schlimmer als zunächst vermutet. Mindestens 40 Millionen Euro müssen investiert werden, soll der Tempel erhalten werden. Das Geld ist – oh Wunder – natürlich vorhanden und steht zur Verfügung.

So kam die Stadtverwaltung jetzt auf die Idee, dort das Standesamt unterzubringen und den Rest dem Eurogress zu überlassen, denn die Verwaltung vom Eurogress braucht Platz. Die musste schon Kongressveranstalter aus Platzmangel nach außerhalb Aachens verweisen. Vielen Dank für die Vorschläge, meinte bei der jüngsten Ratssitzung sinngemäß der Sprecher der CDU, doch die Politikerinnen und Politiker würden jetzt erst mal selbst überlegen, zu was der alte Kasten noch verwendet werden könnte. Die ursprünglichen Pläne (Spielkasino, Gastronomie, Eventmuseum) wurden unterdessen in die Tonne gekloppt. Unrealisierbar.

Umfassende Infos hier http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=18248

Nebenan befindet sich bekanntlich der Quellenhof. Ende 2019 läuft dessen Nutzungsvertrag aus, und die Eigentümer von Aachens einzigem Fünf-Sterne-Hotel sowie der Hoteldirektor wissen angeblich bis heute noch nicht, wie es 2020 mit dem Prachtbau weitergehen soll.

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Zwischen Bismarckstraße und Oppenhoffallee (im Frankenberger Viertel) befindet sich die nächste Problem-Immobilie, „Aquarium“ genannt (s. auch Foto oben). Ein unangenehm grünes Riesengebäude, das Vegla-Bürogebäude, wird abgerissen. Neu gebaut werden angeblich über 100 Wohnungen,

Das Vegla-Bürogebäude von der Viktoriaallee aus.

Studentenwohnungen, ein Einkaufszentrum, ein Ärztehaus, eine Kita, eine Station für Senioren und eine Tiefgarage.

Allerdings hört und liest man immer wieder neue Zahlen. Das Bauunternehmen Nesseler-Grünzig zeichnet für den Neubau verantwortlich, der äußerlich ganz an das Frankenberger Viertel angepasst werden soll. Geplant: kein einheitlicher Baukörper sondern mehrere „Häuser“ in unterschiedlicher Farbe, Höhe und Fassadengestaltung. Der Abbruch soll Anfang Juni beginnen. Der Neubau soll schon Anfang 2021 fertig sein.

s. auch: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/vegla-haus-das-aquarium-ist-bald-geschichte-1.1872886

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Im Rathaus fiebert man derweil dem Himmelfahrtstag (10. Mai) entgegen. Der französische Präsident Emmanuel Macron bekommt den Karlspreis. Er hat sich vielfach und prominent für ein reformiertes Europa, für die liberale Demokratie und gegen jede Form von Nationalismus ausgesprochen. Hier.

Atomkraftgegner rüsten zum Protest, denn Macron steht für Frankreich und damit für einen mächtigen Anteilseigner an den belgischen Risse-Reaktoren. Macrons Energie- und Atompolitik passt nicht mehr in unsere Zeit. Seine Militärpolitik entsetzt –  wegen Luftangriffen auf Ziele in Syrien.

Dazu unbedingt anschauen: Martin Sonneborn im EU-Parlament.     Zwinkersmiley

Pikant: Die Grünen in Aachen – eigentlich bekannt für ihre immer wieder vorgetragene  Forderung „Stilllegung aller belgischen Pannenreaktoren“ – rufen ausdrücklich nicht zum Protest gegen Macron auf. Sie stoßen damit die Atomkraftgegner vor den Kopf, werden am Himmelfahrtstag Macron mit tosendem Applaus im Krönungssaal begrüßen. Die grüne Basis ist nachhaltig not amused, wie auf Facebook zu lesen ist.

Hier kann man eine Stunde lang kostenlos parken. Im Hintergrund: die Nadelfabrik, in der sich unter anderem das Archiv der Stadt Aachen befindet.

 

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Eine Antwort zu Aachen: Problem-Immobilien nerven die Politik

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