Millionen für ein Parkhaus, das geschlossen gehört

Die untere von vier Ebenen (D) ist nur in der Weihnachtszeit voll: „Parkhaus Rathaus“ in der Innenstadt von Aachen (Foto: 19. November 2018).

Das „Parkhaus Rathaus“ in der Mostardstraße (gegenüber vom Modehaus Sinn) muss neu gebaut werden, und man fragt sich, wer das eigentlich wo entschieden hat. Mit seinen vier unterirdischen Ebenen gehört es (über die Aachener Parkhausgesellschaft APAG) der Stadt Aachen.

Der Neubau wird schwierig, denn genau auf dem Parkhaus stehen Restaurants, Geschäfte, Wohnungen und die Aachener Zentrale einer Krankenkasse. Die sollen bei der Totalsanierung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Gleichwohl müssen 3000 Tonnen Beton zuerst entfernt und dann neu eingebracht werden. Dazu noch hunderte Tonnen Stahl. – Elektrik, Lüftung und Brandschutz müssen ebenfalls erneuert werden.

Anstatt dieses Parkhaus mit seinen 366 Stellplätzen zu schließen, und so zu verhindern, dass Autos im Schneckentempo quer durch die Innenstadt bis fast vor das Rathaus fahren, werden Millionen investiert. Wieviel genau alles kosten wird, ist vorerst noch nicht herauszubekommen. Besser so. Man würde sonst mit Herzinfarkt zusammenbrechen.

Besonders zur Weihnachtszeit ist dieses Parkhaus (gebaut in den 1960er

Im Dezember: Die Pkw-Schlange (r.) vor dem Parkhaus in der Mostardstraße wird jeden Tag länger. Foto: Archiv

Jahren) in Ermangelung eines guten P&R-Systems wirklich voll. Vor dem Eingang gibt es dann eine lange Schlange. Seit vielen Jahren haben dort, wo jetzt auf Decken und Fahrbahnen der Beton aufplatzt, etwa 200 Personen einen Nachtparkplatz gemietet. Ab Frühjahr 2019 soll das Parkhaus für ein Jahr geschlossen werden.

Gearbeitet wird mit Druckwasser. (Einzelheiten hier nachzulesen.) Verbrauch: 200.000 Liter am Tag. Wie wird sich im Ernstfall die Feuerwehr versorgen? Zwei riesengroße Stromerzeugungsaggregate, die rund 1000 Liter Diesel am Tag verbrauchen, sorgen für die Energie. Eine eigene Kläranlage muss für das Schmutzwasser auch noch gebaut werden. Alles, um die Pkw in die Innenstadt rein zu bekommen, wobei die Richtung längst eine andere sein müsste.

Dass das Parkhaus angefahren wird, dafür garantieren auch die Jahr für Jahr erhöhten Preise für eine Fahrt mit der ASEAG. Teuer, teuer, teuer. Busfahren wird schon ab kommenden Januar teurer, und zwar 2,7 Prozent für alle. Übrigens: Die SPD enthielt sich bei der Entscheidung im Rat der Stimme, wohl wissend, dass die CDU mit der FDP die Entscheidung pro Erhöhung realisieren würde.

Dass die Sozialdemokraten in Aachen bei einem so wichtigen Thema mal die Koalitionsfrage stellen . . . davon träumen wir.

Nicht auszuschließen ist, dass dieser Markt-nahe Bereich mittelfristig ganz für den Pkw-Verkehr gesperrt wird. Dann wäre das Parkhaus vollkommen vergebens saniert worden. Als Radfahrerin fällt mir dazu nur ein Bild ein: Aachen, vorne und hinten platt.

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