Aachen 2018: Wirklich keine rosige Bilanz

Grau in grau oder: Farbe in den Alltag? Wie hier in der Oppenhoffallee.

Vorbei, vorbei, 2018 ist vorbei. Und es war für Aachen ein komisches Jahr.

Nicht nur, dass hier vieles, was 2017 nicht weitergekommen ist, auch 2018 nicht wirklich vorankam.

Es wurde auch die Kluft zwischen Deutschlands Superhochschule RWTH einerseits und der dazu gehörenden Stadt bzw. Stadtpolitik andererseits noch immer größer.

Ja, es klafft ein Graben zwischen den beiden Teilen: Hier die RWTH mit Spitzenforschung auf höchsten Niveau, gut 560 Professoren und Professorinnen und 45.000 Studierenden. Dazu ein 948-Millionen-Euro-Jahresetat. Da die hemdsärmelige Kommunalpolitik, die zögerlich geführte Stadtgesellschaft, die mit dem dringend notwendigen Neubau der halben Innenstadt überhaupt nicht vorankommt. Die Radvorrangrouten plant, aber nicht baut und wo Vorhaben wie das Richtericher Dell oder das Bluegate-Projekt als Rohrkrepierer verenden. Büchel, Markthalle, Elektrobusse, Bushof-Umbau: Aus all dem wird nie mehr was, auch 2019 nicht.

An diese Zögerlichkeit und Langsamkeit gewöhnt, könnte man damit ja noch einfach weiterleben, wenn nicht die Hochschule wäre mit ihrem Campus hier und Campus da. Erstaunlich, dass die Spitzen dieser weltberühmten Universität nicht öfter im Rathaus vorstellig werden und massiv mehr professionelles Agieren fordern.

Fehlender Wohnraum, heruntergekommene Straßenzüge in prominenter Lage, Leerstand im Einzelhandel: Das passt alles nicht mehr zu dem, wie die RWTH in der Welt dastehen will. Ein Niveauunterschied, tief wie der Andreas Graben zeichnet sich schon länger ab.

Trotzdem, Aachen ist nun mal unser geliebtes Vaterstädtchen, und einen Erfolg gab es 2018 ja doch: Die Ausstellung „Flashes of the Future“ im Ludwig Forum wurde „Ausstellung des Jahres“, und das Forum selbst wurde (s. ZEIT) „Museum des Jahres 2018“ der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA. Eine geradezu sensationelle Belobigung, die den allermeisten Ratsmitgliedern rein nichts sagt und wo sie sich typischerweise auch nicht kundig machen, wie hochbedeutend sie ist.

Stattdessen watschen sie (über Indiskretionen/Presse) den Museumschef wegen Lappalien dermaßen ab, dass der sich nach einem neuen Arbeitgeber umsieht und prompt weg ist. Gerade so, als sollte unbedingt vermieden werden, dass demnächst anspruchsvolles Publikum aus aller Welt nach Aachen reist, um zukunftsweisende Kunst im Ludwig Forum zu erleben.

Was uns bleibt von 2018? – Naja, das wiedereröffnete Freibad Hangeweiher scheint rundum gelungen zu sein. Dann treffen wir uns 2019 eben da. Bis dahin wünschen wir den Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und möglichst wenig Frust in 2019.

Auf dem Platz an der Lothringer Straße gesehen. Da steht: „Wenn Holland nicht wär, lag Aachen am Meer!“ (Ja, aber zum Glück gibt es Holland. Mit dem  Deiche-Bauen würden wir nämlich niemals fertig.)

 

Über AachenNews.org

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2 Antworten zu Aachen 2018: Wirklich keine rosige Bilanz

  1. Pingback: Auch hier: Gedanken zum Jahresende – Piratenpartei Aachen

  2. Uschi Ronnenberg schreibt:

    Danke für die Klarsicht. Und Dir einen schönen Start in ein positiv erwähnenswertes 2019!

    Gefällt mir

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