250 wollen lieber keine neue Brücke in Laurensberg.

Rund 250 Menschen waren vorgestern (09. 07.) ins Bürgerforum gekommen, das diesmal in einem RWTH-Gebäude an der Forckenbeckstraße tagte.  Die Leute wollten sich informieren und der Politik ihre Meinung zum Brücken-Projekt sagen. Es ging teilweise hoch her.

Die RWTH will ihren Campus Melaten und den Campus West mit einer etwa 500 Meter langen Brücke verbinden. Kosten für das Bauwerk: 20 Millionen Euro, bezahlt aus der Kasse der Stadt Aachen. Diese Brücke muss so stabil sein, dass darüber wahre Monster-Maschinen (groß und schwer) zu den Instituten geschleppt werden können. Die Pläne liegen vor, beschlossen ist offiziell noch nichts.

Allein: Die Menschen, die in der Nähe der Brücke wohnen würden, sind wütend. Sie fürchten 1. die eventuell häßliche Optik des Bauwerks, 2. ein Mehr an Lärm und 3. die dann abgeschnittene Luftzirkulation. 250 Personen mögen es im Bürgerforum gewesen sein, von denen einige Transparente hochhielten (s. Foto). Die Experten versicherten in ihren Redebeiträgen, dass man die Brücke kaum sehen werde, dass es nicht zu mehr Lärm kommen wird und dass auch die Kaltluft weiter fließen wird . . . bis in die Innenstadt hinein.

Höhnisches Lachen, laute Zwischenrufe, unhöfliches Nicht-ausreden-lassen, erlebte man da (das hatte ich so auch noch nicht). Zum Glück nur im ersten Teil der Versammlung, später versachlichte sich die Debatte. Politik und Verwaltung gaben sich große Mühe zu erklären, in welch frühem Zustand sich das Brücken-Projekt angeblich erst befindet.

Die Aachener können Mega-Projekte verhindern, das haben sie schon bewiesen (s. Bauhaus, Campusbahn). Und ob die Stadtgesellschaft sich das 20-Millionen-Projekt finanziell überhaupt leisten kann, ist auch noch nicht zu Ende diskutiert.

Andererseits: Die Leute an der RWTH sind ehrgeizig, sie wollen an der guten alten RWTH europaweit einzigartige Spitzenleistungen bringen, wollen mit München und Maastricht konkurrieren. Sie wollen sozusagen mit der Wissenschaft in die Bundesliga, und zwar nicht in die 2., sondern in die 1. Bundesliga und da ins obere Drittel. Sie sehen auch die Chancen für die Stadt, die sich entwickeln kann und die derzeit unter ihren Möglichkeiten bleibt.

Ein Campus ist ein Areal mit vielen Gebäuden, die alle einer Hochschule zugerechnet werden können. Aachen hat sozusagen zwei davon, beide neu: Campus Melaten und Campus West. Der Campus West ist ein 170 000 Quadratmeter großes Areal und muss erst noch gebaut werden, er beginnt am Westbahnhof und zieht sich entlang der Bahnlinie bis zum Pariser Ring. Heute ist das Gelände eine häßliche Brache, bestens geeignet für schicke Institute mit jeder Menge Forschung und studentischem Leben. Melaten und West zu verbinden, das liegt nahe.

Nur: Muss das über eine Brücke geschehen, geht das nicht auch anders?

Wichtig: Die Angelegenheit wird im Planungsausschuss am Donnerstag, 11. 07., ebenfalls behandelt (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße, Saal 170). Dort dürfen allerdings Bürgerinnen und Bürger nur zuhören, nicht mitreden. Mein Tipp: hingehen, zuhören, Bescheid wissen.

Für mehr Infos: hier und hier

Mehrere interessante Präsentationen gab es während der dreieinhalb stündigen Veranstaltung. Rechts im Bild: die neue Brücke, über die der allgemeine Verkehr und der Schwerlastverkehr vom Campus West zum Campus Melaten gelangt.

 

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