Was rollt da auf uns zu?

Da fehlt doch was.

Wer im Verwaltungsgebäude am Katschhof des öfteren Termine wahrnehmen muss, dessen Blick geht quasi routinemäßig zu einer der beiden Rathausuhren hoch. Wie siehts aus? Bin ich heute mal pünktlich? Nein? Mist.

Der Frust bleibt einem neuerdings erspart, denn die vergoldeten Zeiger sind komplett verschwunden. Die Zeit ist weg, auch mal schön.

„Altersbedingte Defekte hatten die beiden in die Jahre gekommenen Uhrwerke immer wieder lahmgelegt“, teilt die Verwaltung mit, und berichtet weiter, dass es keine Ersatzteile mehr für die alten Uhrwerke gibt. Die Folge: Beide müssen komplett erneuert werden. Das städtische Gebäudemanagement hat eine Spezialfirma beauftragt. Im Herbst können die Leute auf dem Markt wieder sehen, was die Stunde geschlagen hat. Und die Unpünktlichen haben wieder ein schlechtes Gewissen.

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Unterdessen rechne ich täglich mit dem massenhaften Auftauchen von E-Scootern in der Innenstadt. Dass dem Aachener Straßenverkehr, wo sich schon Pkw, Radler, Busse und Fußgänger um den knappen Platz fast kloppen, noch ein weiterer Teilnehmer hinzugefügt wird, nämlich Elektro-Roller, wundert mich. Aber es scheint zu stimmen: Das skandinavische Unternehmen Voi, das in mehr als 30 europäischen Städten E-Scooter verleiht, wird im Herbst Partner von Stadt und Aseag. Ich warte auf Fahrberichte von meinen lieben Leserinnen und Lesern. – Take care.

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Eine Neuaufteilung des Straßenraums wäre angebracht: Mehr Platz für Menschen, die sich zu Fuß bewegen, mehr Platz für RadfahrerInnen und (wenn es denn unbedingt sein muss) für RollerfahrerInnen und die Busse der Aseag. Weniger Pkw-Parkplätze am Straßenrand, und aus einigen Straßen sollten Pkw ganz verschwinden. Ich plädiere für eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raums. Bisher gehören (geschätzt) 90 Prozent davon ALLEIN den privaten Pkw. Das darf nicht so bleiben, macht aber Umbauten erforderlich, und die sind nicht kostenlos.

Doch wofür 50 Millionen (mindestens, ich schätze persönlich, es werden 60 Millionen) ausgegeben werden, das ist ein marodes altes Gebäude an der Monheimsallee: das Kurhaus, früher Spielkasino, direkt neben dem Eurogress. Das wird für viel Geld saniert/restauriert. Die Sache wurde im Juli beschlossen (gegen die Stimmen von Piraten und Grünen), 2023 soll alles fertig sein.

Was mich wundert: Kaum Protest gab es gegen diese kostspielige Maßnahme, die teuerste aller Zeiten in Aachen, obwohl doch jedem klar sein muss, dass andere Projekte deshalb auf der Strecke bleiben werden. Welche, wurde uns bisher nicht verraten. Kindergärten? Radvorrangrouten? Schulsanierungen?

Selten ein Gerät gesehen, dessen Formensprache so deutlich sagt: „Benutze mich, und ich verspreche dir, ich brech dir beide Beine.“

Verbraucherzentralen mahnen Rolleranbieter ab

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/elektro-tretroller-verbraucherzentralen-kritisieren-leihbedingungen-bei-e-scootern/24945236.html

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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