Heute in die Innstadt fahren? Keine gute Idee.

Und übrigens: Der deutschen Politik ist Fridays for Future“ scheißegal.

Jahre und Jahrzehnte stand alles Tun unter dem Verdikt der Wirtschaftlichkeit und Rentabilität. Jetzt scheint sich das zu ändern. Wird bald alles Handeln daraufhin abgefragt, ob es der Natur zuträglich ist? Circular Economy löst die Wegwerfwirtschaft ab. – Im Foto: Schlossstraße in Aachen, Fensterdeko des neuen Ladens von Marc Teuku und Marc Salgert

Die Bewegung „Fridays for Future“ wird heute, 29. November, zu einer Demonstration aufbrechen (weltweit). Die Demo beginnt in Aachen gegen 14 Uhr am Elisenbrunnen und nimmt folgenden Weg: Kapuzinergraben, Franzstraße, Karmeliterstraße, Boxgraben, Lagerhausstraße, Römerstraße, Normaluhr, Wilhelmstraße, Kaiserplatz, Heinrichsallee, Hansemannplatz, Peterstraße und zurück zum Elisenbrunnen. 

Die Verkehrsbehörde der Stadt Aachen und die Polizei gehen davon aus, dass der Autoverkehr in der Innenstadt, auf dem Alleenring und auf den großen Zufahrtsstraßen Richtung Innenstadt zusammenbricht. Wer nicht mitdemonstriert, sollte sich darauf einstellen, dass von 14 bis 17 Uhr wichtige Straßen und Kreuzungen in der Innenstadt und am Alleenring zeitweise komplett gesperrt werden müssen.

Rückstaus auf den Zufahrtsstraßen in die City sind nicht zu vermeiden. Gleiches gilt für all die Verkehrsteilnehmer, die mit Auto, Bus, Lkw oder Fahrrad die Innenstadt verlassen möchten. 

Mit Behinderungen des Autoverkehrs, so teilt die Polizei mit, ist am Freitag zusätzlich ab 18 Uhr zu rechnen. Die Initiative „Critical Mass“ startet dann am Elisenbrunnen mit ihrer nächsten großen Radtour durch die Stadt.

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Ich frage mich aber, was man noch unternehmen soll, um den Bundes-Politiker*innen Beine zu machen, um sie zum Handeln zu bewegen? Die Demos zeigen so gut wie keine Wirkung. So toll „Fridays for Future“ ist – übrigens eine Bewegung, die von Schüler*innen initiiert wurde und getragen wird und erstmals nicht von Studenten: Aber die Leute haben wohl bereits selbst erkannt, dass die Politik nicht auf sie hört. „Greta Thunberg lehnt ja mittlerweile Auszeichnungen für ihr Engagement ab und begründet das damit, die Politik soll halt endlich mal handeln, statt ihr Preise zu verleihen“, schreibt Ex-Pirat Christopher Lauer im Berliner „Tagesspiegel“.

Und weiter schreibt er: Jede*r weiß, was jetzt getan werden müsste. Man müsste Ölheizungen aus Gebäuden rausbekommen, Gebäude energetisch sanieren, Solaranlagen auf Dächer bringen, die Windkraft ausbauen, klimaschädliche Subventionen abschaffen, klimafreundliche einführen, schneller aus der Braunkohle aussteigen, den gesamten Mobilitätssektor umbauen und vieles mehr. 

Aber: Keine Partei bereitet die Gesetze vor, die es jetzt bräuchte

Die traurige Wahrheit ist: Der deutschen Politik ist Fridays for Future scheißegal. Der deutschen Politik ist auch Netzpolitik egal, bis auf die kurze Zeit des Piratenhypes von September 2011 bis Juni/Juli 2013. Der deutschen Politik war 2009 auch eine Petition gegen das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz egal, die im Online-Petitionssystem des Bundestages in vier Tagen das notwendige Quorum von 50.000 Stimmen erreichte. 

Der Bundestag beschloss es nämlich trotzdem. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die Leute, die es in den letzten zehn Jahren nicht geschafft haben, schnelles Internet an jede Milchkanne zu bringen, es in den nächsten zehn Jahren schaffen werden, die größte jemals vom Menschen verursachte Katastrophe in beherrschbare Bahnen zu lenken?

Soweit Christopher Lauer. Ich denke, dass die Bewegung ins bundesrepublikanische Parlament rein muss. Und dass ihre gewählten Vertreter dann da genau die Gesetze einbringen müssen, die uns noch helfen könnten, die Klimakatastrophe abzuwenden. Wenn wir in Germany das nicht schaffen, wer dann?

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Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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