Grünes Licht für das Neue Kurhaus. Kosten: 50 Millionen Euro

Das Neue Kurhaus neben dem Eurogress, als Bauwerk ein Schmuckstück an der Monheimsallee. Es steht leer und wird bis 2023 saniert. Foto: Archiv

Das Neue Kurhaus, euch allen bekannt als das Spielkasino von Aachen, neben dem Quellenhof an der Monheimsallee – zu finden, wird saniert. Für (zunächst geplant) 50 Millionen Euro. Das ist kürzlich im zuständigen, politischen Gremium der Stadt endgültig beschlossen worden. 50 Millionen aus der Kasse der Stadt.

Bei der Gelegenheit wurde im Rathaus noch einmal klargestellt: Mit dem Umsetzungsbeschluss aus der Juli-Ratssitzung ist zugleich der Baubeschluss gefasst worden. Die lokalen Zeitungen haben umfassend berichtet, mit denen haben wir in Aachen Glück. Aber ich habe den Eindruck, dass die Info trotzdem noch nicht bis zu allen vorgedrungen ist, die so etwas gern wissen möchten. Deshalb hier noch mal ein paar dürre Zeilen zu einem Mega-Projekt.

Das Neue Kurhaus ist tatsächlich ein Gebäude, das viele Aachenerinnen und Aachener mit heftigen nostalgischen Gefühlen betrachten. Dort haben sie getanzt, Jahre und Jahrzehnte zu Hunderten gefeiert, sich verliebt, fürstlich gespeist bei Sternekoch Gerhard Gartner oder zumindest davon geträumt, da mal hingehen zu können. Später haben sie auch mal ein paar Mark verspielt oder in der Disco getanzt. Jetzt steht der Kasten schon mehrere Jahre lang leer.

Man könnte es wasserdicht machen und warten, bis jemand kommt, der es kauft oder mietet. Für diese Möglichkeit plädierten die Piraten und die Grünen im Rat. Die Millionen könnte man dann für Schulen, Radwege, die Verkehrswende oder zur Abwendung der Klimakatastrophe, für ein besseres Klima im sommerlich heißen Aachen oder für die Sanierung des Hangeweiher usw. verwenden. Aber nein. Die Mehrheit entschied anders.

Die Abteilung Gebäudemanagement der Stadtverwaltung stellte jüngst die Kostensituation vor und bestätigte, dass die Sanierung rund 50 Millionen Euro kosten wird. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 ins Auge gefasst. Hauptnutzer ist das Eurogress, das dort Tagungen und Kongresse stattfinden lassen wird. Die Nachfrage ist vorhanden.

Laut Verwaltung gibt es durch das Großprojekt keine Einschränkungen bei anderen Bauprojekten in der Stadt. Auch die Sanierung der Schulen bleibt angeblich unbeeinflusst von den Sanierungsarbeiten am Kurhaus.

Die Kasse der Stadt ist wegen der guten Konjunktur offenbar so prall voll, dass auf nichts verzichtet werden muss, während im Laufe der nächsten Jahre die 50 Millionen für das neue Kurhaus ausgegeben werden. Viel Geld im übrigen für ein paar Konferenzräume und -säle, die womöglich die RWTH auch zur Verfügung stellen würde.

***

Die Stadtverwaltung teilte jetzt auch aktuelle Zahlen zur „Schulsanierung“ mit: „In der Gesamtschau aller Finanzausgaben zwischen 2009 und 2018 landet die Stadt Aachen bei 184,7 Millionen Euro, die in diesem Zeitraum in die Schul- und Kita-Gebäude investiert worden sind.“  

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.