Insekten-freundliches Licht in der ganzen StädteRegion

Dass man mit Licht ganze Heerscharen von Insekten ausrotten kann, das hat allmählich jede/r kapiert. Dass wir aber mit der flächendeckenden Vernichtung von Insekten letztlich auch uns selbst den Todesstoß versetzen, das hat wiederum noch nicht jeder verstanden. Gleichwohl geschieht genau das bei uns – quasi in der gesamten StädteRegion.

„Lichtverschmutzung“ heißt das Phänomen, durch das nahezu alle nachtaktiven Tiere gestört werden. Insekten werden vor allem durch blaues und UV-Licht angelockt. Der Blauanteil eines Leuchtmittels ist von erheblicher Bedeutung für Insekten. Sie schwirren um das Licht, bis sie vor lauter Erschöpfung sterben. 

Während nun die einen mittlerweile schon denken: „Wir Menschen machen einfach alles kaputt – na und?“ – versuchen andere noch was zu retten. Das Klima zum Beispiel und Teile der Natur. Schon im Januar diesen Jahres haben die Fraktionen von Grünen und CDU im Parlament der StädteRegion einen Antrag zur Abstimmung vorgelegt. CDU und Grüne haben im StädteRegionstag die Mehrheit, und so darf man hoffen, dass morgen (Donnerstag, 27. Mai, ab 18 Uhr) in der öffentlichen Sitzung des Umweltausschuss (Mediensaal) entsprechend zugunsten der Insekten entschieden wird.

Was zum Beispiel soll sich ändern? Mehr Infos: hier

  • Angestrebt werden Leuchtmittel im Außenbereich mit einer Farbtemperatur unter 3000 Kelvin (warmweiß). Die Beleuchtung soll nach unten ausgerichtet werden, um Streuwirkung nach oben oder zur Seite zu reduzieren.
  • Wo möglich, sollen Zeitabschaltungen oder Bewegungssensoren verwendet werden. Niedrige Montagehöhen sind zu bevorzugen, da es zu weniger Streuwirkung kommt. Sogenannte „Cut-off-Lampen“ werden favorisiert. 
  • Effektbeleuchtung (zum in Szene setzen eines Gebäudes) soll auf wenige bedeutende Gebäude (z. B. Baudenkmäler) beschränkt bleiben und nicht flächendeckend erfolgen. Nur an Orten mit erhöhter Verkehrssicherungspflicht soll das Licht nicht umgestellt werden.

Gebäude, Innenhöfe und Gärten, Straßen und Plätze werden fast immer nur deshalb beleuchtet, weil sich Menschen davon mehr Sicherheit versprechen. Dass Licht die Einbrecher, Diebe oder Räuber tatsächlich abhält, ist zwar die allgemeine Auffassung, aber möglicherweise auch ein weit verbreiteter Irrtum. Hier sind jedenfalls Wohnanlagen bekannt, wo ständig eingebrochen wird, trotz heller Dauerbeleuchtung in der Nacht.

Immerhin möchten CDU und Grüne die Beleuchtung in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich der StädteRegion schon mal deutlich weniger todbringend für Insekten und Vögel ausgestalten, als dies zur Zeit noch der Fall ist.  

*** 

Weitere Themen, die im Umweltausschuss auf der Tagesordnung stehen: hier klicken Insbesondere Punkt Ö5 könnte von Interesse sein. Es geht um die Frage, wie man eventuell kleine regionale Schlachtbetriebe erhalten kann. Außerdem möchten die Sozialdemokraten, dass auf städteregionalen Grundstücken in 2021 genau 2000 Bäume gepflanzt werden. Der Punkt Ö11 befasst sich schließlich mit einer Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bussen. Das ist schwer vorzustellen, haben doch schon die Kinderwagen zumindest in den Bussen der ASEAG nicht genug Platz.

staedteregion
Blick auf den Gebäudekomplex der Verwaltung der StädteRegion in Aachen, Zollernstraße. Dort treffen sich morgen die Mitglieder des Umweltausschuss der StädteRegion (nicht zu verwechseln mit dem Umweltausschuss der Stadt Aachen).

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