BigBrotherAward verliehen. Kategorie: „Was mich richtig wütend macht.“

Gestern wurde Google mit dem Negativpreis BigBrotherAward ausgezeichnet – und zwar in der Kategorie „Was mich richtig wütend macht“.

Die kluge Rena Tangens von der Datenschutz-NGO Digitalcourage begründete die Vergabe des Preises in ihrer Laudatio mit dem Versprechen des Konzerns, Cookies durch eine Technik namens “FloC” zu ersetzen. Sie sagte: „FLoC ist keine datenschutzfreundliche Technik. Es beendet keineswegs unsere Verfolgung im Netz – eher im Gegenteil. Aber wer könnte das auch ernsthaft von Google erwarten – einem Konzern, der 99 Prozent seines Umsatzes mit Werbung macht.“ Sie sagte, eher glaube sie Piranhas, dass sie Veganer werden wollen.

Der Europaabgeordnete Dr. Patrick Breyer (Piratenpartei) begrüßte die Wahl. Cookie-Banner seien „eine Pest“, und die allgegenwärtige Verfolgung und Analyse im Netz führe zu inakzeptabler Manipulation und Verhaltenssteuerung.

Als Berichterstatter des Innenausschusses kämpft Breyer dafür, dass das neue Digitale-Dienste-Gesetz dem ein Ende setzt und dass der Überwachungskapitalismus im Netz durch faire Geschäftsmodelle wie kontextuelle Werbung abgelöst wird. Er sagte: „Der diesjährige BigBrotherAward für Google trägt dazu bei, auf die Politik Druck zu machen, die bisher ihre schützende Hand über die unethischen Digitalpraktiken der Wirtschaft hält – bis hin zu politischer Manipulation vor Wahlen und Abstimmungen.“

Mit ePrivacy-Verordnung und Digitale-Dienste-Gesetz habe die Netzgemeinde die Chance,  einen grundlegenden Wandel durchzusetzen – „nutzen wir sie!”

Für alle, die nicht wissen, was die BigBrother Awards sind:

Die BigBrotherAwards decken Datenmissbrauch auf und gelten als richtungsweisend, wenn es darum geht, Gefahren für Grundrechte und Privatsphäre früh zu erkennen. Sie warnten schon vor der Gesundheitskarte, der Steuer-ID und der Vorratsdatenspeicherung und wurden bereits an Konzerne wie Lidl, Telekom, Bahn etc. verliehen, noch bevor diese mit großen Datenskandalen auf sich aufmerksam machten. Die BigBrotherAwards wirken: Nach der Verleihung eines BigBrotherAward an Tchibo hat das Unternehmen den Handel mit Kundendaten gestoppt.

Nach der Verleihung des BigBrotherAward für die Computer Science Corporation (CSC) wurden die Vergaberichtlinien für die Aufträge von öffentlichen Stellen geändert, so dass Firmen mit dieser Art von Geheimdienstkontakten dabei nicht mehr berücksichtigt werden. Etliche Bundesländer haben daraufhin ihre Verträge mit CSC gekündigt.

Mehr Informationen unter: https://bigbrotherawards.de/

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