Was man wissen sollte, was interessant ist und worüber geredet wird.

„Diashow“ können wir nun auch, aber leider können wir keine Bildunterschriften unter die Bilder klöppeln. Überhaupt machen die Bildunterschriften die meiste Arbeit. Man bedenke: Die Bilder sollen den Text erklären und die Bildunterschriften sollen wiederum die Bilder erklären. Was ist das denn für eine Zirkelei? Es würde übrigens schwerfallen, hier etwas unter die Fotos zu schreiben. Sie sind nämlich wahllos zum Experimentieren verwendet worden, stehen aber in einem inneren Zusammenhang, was bei einer „Diashow“ ja der Fall sein sollte.

Mit dem Bauen von Seiten könnten wir uns viele Stunden und Tage beschäftigen, so viel Spaß macht das. Es ist aber auch mühsam. Und wir hätten dann keine Zeit mehr, uns mit der Aachener Kommunalpolitik zu befassen und euch mitzuteilen, was man wissen sollte, was interessant ist und worüber geredet wird.

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Wusstet ihr, dass die Sparkasse in der StädteRegion (reicht von Monschau/Rohren bis Baesweiler) in den kommenden vier Jahren 32 von 86 ihrer Filialen schließt? 16 machen schon 2021 zu. Es geht halt kaum einer mehr rein in so eine Filiale, Online-Banking ist preiswert, einfach und sehr bequem. Und einen Kredit braucht man auch nicht jede Woche, für den man großartig beraten werden müsste.

Den ländlichen Raum trifft es übrigens besonders hart. Ist ja klar. Die dort lebende, meist ältere Bevölkerung dankt die Vernachlässigung, indem sie vermehrt AfD wählt. Wer kann es ihr verdenken?

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Die wunderbare Montessori-Grundschule in der Mataréstraße (internationalste Schule von Aachen) machte schon seit 2015 auf ihre beengte Raumsituation aufmerksam. Dort befindet sich z. B. die Mensa im Untergeschoss, und der Hausmeister hat gar keinen Raum für sich. 40 Kinder, deren Eltern unbedingt Nachmittagsbetreuung für ihren Nachwuchs brauchen, wurden zuletzt abgewiesen („sorry, wir sind voll“). Was das für Alleinerziehende bedeutet, kann sich niemand vorstellen, der das nicht mal erlebt hat. Aber jetzt: Im Schulausschuss wurde beschlossen, dass die Schule eine Art Anbau bekommt – der soll ihr ganz und gar und mit allen Räumen zur Verfügung stehen.

Das wurde gegen die Empfehlung der Schulverwaltung entschieden und insofern weiß ich nicht, ob ich den Anbau noch stehen sehen werde. Gegen die Verwaltung entschiedene Beschlüsse haben so eine komische Tendenz, plötzlich doch noch unrealisierbar zu sein. Achtet mal drauf.

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Wohin mit all den Altkleidern? In einen Altkleider-Container natürlich. Oder gleich zur WABe in den Freunder Weg 61 bringen. Blöd nur, dass an den Containern so viel Müll abgestellt wird, und dass das Entsorgen so aufwendig und teuer wird, dass das ganze Konzept nicht mehr funktioniert. Es stellen so dermaßen viele Leute ihre Flaschen, kaputtes Spielzeug, Altpapier und Hausmüll, Lumpen und Sperrmüll an den Kleider-Containern ab – das kann so nicht weitergehen. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

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Wusstest ihr, dass in Aachen mittlerweile so viele Tempo-30-Schilder rumstehen, dass man wohl besser diejenigen Straßen auszeichnen sollte, bei denen noch Tempo 50 erlaubt ist? Dazu muss in Aachen generell Tempo 30 eingeführt werden, was außer den Parteien CDU und FDP in Aachen die Mehrheit im Rathaus auch tatsächlich so entscheiden möchte. Der Deutsche Städtetag (ein freiwilliger Zusammenschluss aller Städte in Deutschland) hat vorgeschlagen, dass Städte mehr Freiheit gewährt werden sollte, wenn sie umfassend Tempo 30 durchsetzen wollen. Dieser Initiative möge sich Aachen anschließen, meinen Grüne, SPD, DIE Zukunft, Die Linke und die zuständige Dezernentin Frauke Burgdorff.

Weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung und weniger Gefahr für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gibt es bei Tempo 30. Entscheiden muss übrigens der Bundestag, denn bisher darf – laut Straßenverkehrsordnung – in Städten generell 50 km/h gefahren werden, bzw. es gibt keine rechtliche Grundlage dafür, dass Städte sich selbst überall Tempo-30-Zonen einrichten. Sie dürfen nicht einfach von der Regelgeschwindigkeit abweichen. Deshalb darf man z. B. im Pkw auch über den Krugenofen mit 50 km/h brausen, was ziemlich gefährlich ist.

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Und sonst so? Die Diskussionen um die Lebensläufe von Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) interessieren uns hier überhaupt nicht. Wir halten die Klimakrise und die Pandemie für bedeutender, aber was wissen wir schon?

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für Freitag, 11. Juni, für die StädteRegion Aachen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 18 ausgewiesen. Samstag war viel Volk in der Innenstadt, es rannte schon fast jede/r ohne Maske rum. Man hatte das Gefühl, das Leben geht massenhaft wieder los. Das Virus freut sich.

Großes Thema ist der Beginn der Fußball-Europameisterschaft – mit reichlich Zuschauern in den Stadien. Das freut uns gar nicht. Wir hätten es besser gefunden, wenn die Meisterschaft nicht stattgefunden hätte, zumindest nicht dezentral und auch nicht mit Zuschauern. Ein Massen-Event, das heißt, dass man das Virus auf die Reise schickt, einmal quer durch Europa. Aber die EM ist ein Business-Ereignis, hat rein monetäre Hintergründe, es soll Kasse gemacht werden. Markus Söder (CSU) sagt, die EM sei „eine Sondersituation“. Als wäre die Pandemie nicht schon die ganze Zeit eine Sondersituation.

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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