Auch das noch: Ein Wolf im Aachener Wald

Die Eifeler haben sich schon daran gewöhnt, für Aachen ist der Vorgang neu: Ein Wolf oder zumindest ein Tier, das aussah wie ein Wolf ist am Wochenende im Aachener Stadtwald gesehen worden. Und: Ein Schaf wurde gerissen. Wölfe töten Schafe auf eine charakteristische, leicht zu erkennende Weise. Der Aachener Schafriss deutet angeblich auf einen Wolf hin.

In Monschau-Mützenich, in Konzen und im Hohen Venn, in Simmerath und in Hürtgenwald wurde bereits der Wolf gesehen, der auch fleißig – weil hungrig – Tiere gerissen hat. Sehr zum Ärger der Landwirte. Hier nachlesen. Möglicherweise lebt in der nahen Eifel bereits ein ganzes Rudel.

Die zuständigen Leute bei der Stadtverwaltung in Aachen haben – wie mitgeteilt wurde – Kontakt mit dem örtlichen Wolfsberater und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) aufgenommen. Überdies wurde für die genetische Analyse eine Gewebeprobe genommen, um nachweisen zu können, ob es tatsächlich ein Wolf gewesen ist, der das Schaf gerissen hat. 

Morgen, Donnerstag, 20. Januar, wird es weitere Infos zu dem Wolf geben. Auskunft erteilen dann Heiko Thomas, Aachener Beigeordneter für Klima, Gebäude und Stadtbetrieb, Dr. Winfried Engels, Artenschutzexperte in der Naturschutzbehörde des Fachbereichs Klima und Umwelt, Dr. Gerd Krämer, Leiter des Aachener Gemeindeforstamts und Herrmann Carl, zuständiger regionaler Wolfsberater. Vermutlich wird dann auch das Ergebnis der Gewebeprobe vorliegen

Zum Hintergrund: Nachdem der Wolf in Europa fast 180 Jahre als ausgestorben galt, kehrt er nun in alte Lebensräume zurück. Seit 2016 gibt es auch in Nordrhein-Westfalen (NRW) vermehrt Meldungen über gesichtete Wölfe. Zudem wurden mehrere Wolfsgebiete mit sesshaften Tieren ausgewiesen. Der Wolf gehört zu den international „streng geschützten“ Tierarten und wird auch in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art geführt. So ist es verboten, Wölfe zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Eine Jagd auf Wölfe ist daher ausnahmslos untersagt.

Die Stadt Aachen liegt mit den Städten Eschweiler und Stolberg in der „Pufferzone“ des im Jahr 2017 ausgewiesenen Wolfsgebietes „Eifel-Hohes Venn“. Eine Ausweisung als Wolfsgebiet erfolgt bei einer festen Ansiedlung von Wölfen, das heißt bei mehrfach bestätigten Nachweisen von einem Individuum über einen längeren Zeitraum.

Eine dauerhafte Ansiedlung von Wölfen in Städten wie Aachen ist sehr unwahrscheinlich und nicht zu erwarten, weiß das Presseamt der Stadtverwaltung. Wölfe seien nämlich im Gegensatz zu Wildtieren wie Füchsen oder Wildschweinen keine „Kulturfolger“, das heißt: Sie folgen den Menschen nicht in die Siedlungen.

Ob es sich bei dem aktuell gesichteten Tier um eines aus dem angrenzenden Wolfsgebiet „Eifel-Hohes Venn“ handelt oder um einen sogenannten Durchzieher, ist zurzeit noch nicht bekannt.

Spezielle Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Fachleute der Landwirtschaftskammer:  www.landwirtschaftskammer.de. Wer andere Rückfragen hat, kann die Mailadresse der Stadt Aachen:  umwelt@mail.aachen.de nutzen.

Zum Weiterlesen: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/wolfspaar-in-der-eifel-100.html

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