Trekking in der Eifel

Dieses Foto steht in keinerlei Zusammenhang mit dem untenstehenden Text. Kein Trekking-Netzwerk führt daran vorbei. Die Abbildung ist vielmehr in der Zeppelinstraße in Aachen zu sehen. Schön, nee?

Wandern und in der freien Natur, gänzlich abseits von jeglicher Zivilisation, allein sein und im Zelt übernachten? Reisen nach Schweden, Island oder Kanada werden bald durch Eifeler Angebote ergänzt, denn in der Eifel wird ein Trekkingnetzwerk aufgebaut.

Einzige Bedingung, und die ist durch die Vorentscheidung im Tourismus- und Kulturausschuss der Städteregion schon so gut wie erfüllt: Der Städteregionsausschuss muss zustimmen, nicht zuletzt der Zahlung von rund 16.500 Euro.

Jüngst wurde den Kommunalpolitikern in Wort und Bild vorgeführt, wie Trekking funktioniert und wie beliebt es insbesondere bei Menschen unter 35 ist. Mit dem Zelt auf dem Rücken wandern und in der Natur übernachten, wo man ganz allein sein kann . . . danach sehnen sich nicht wenige Menschen.

Von „erlebnisorientierten Wanderungen“ war im Ausschuss die Rede. Man zieht weiter und weiter, kommt am Ende nicht mehr an den Ausgangsort zurück und übernachtet in der Natur. Erst bei der Anmeldung erfährt man, wo man übernachten darf, denn die Natur will geschützt und pfleglich behandelt sein.

Mit dem Trekking werden natürlich nicht Heerscharen von Touristen in die Eifel kommen. Im Gegenteil: Es kommen Menschen, die die Einsamkeit suchen. Eine Wirtschaftsförderung im üblichen Sinne ist das Projekt ganz sicher nicht.

Eine Trekking-Möglichkeit gibt es bereits und die muss als Erfolg verbucht werden. Wer sich dafür interessiert, schaue hier: www.trekking-eifel.de 

Am 29. Juni soll die Sache im Städteregionsausschuss beschlossen werden.

Die Vorlage aus dem Tourismus- und Kulturausschuss ist hier: http://gremieninfo.staedteregion-aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=8581

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Aachen MitteMitte: Ziemlich hoch und dunkel

„Aachen MitteMitte“heißt ein neues Wohnquartier mit der Adresse Kasernenstraße und „An den Frauenbrüdern“, an dem ich Anfang Mai – auf dem Weg zu einer Veranstaltung – zufällig vorbeiging. „Ziemlich hoch und dunkel“, dachte ich. Und: „Ob das wohl so bleibt?“ Die Bäume  hatten noch keine Blätter, jetzt, ein paar Wochen später, schau ich mir den Gebäudekomplex einfach noch mal an.

Mal sehen, wie sich die Anlage jetzt präsentiert. Ich rate zu  hellgelben oder pinken Streifen auf der Fassade – wie bei dem neuen Hotel an der Krefelder Straße.

Hier sieht man das Objekt: http://www.aachen-mitte-mitte.de/de/objekt/

Falls jemand eine Wohnung kaufen will: Es ist offenbar noch eine zu haben. https://www.immobilienscout24.de/expose/82296450

 

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Ohne jede Erfahrung rein in die Politik? Das kann nicht gutgehen

Wer fotografiert, sollte sich vorher kundig machen und üben, üben üben. Dann gelingen noch viel bessere Fotos vom Kennedypark als hier. Auch wer sich in der Politik für seine Mitmenschen engagiert, sollte dies nicht gänzlich uninformiert und unerfahren machen.

Mit Freude wird in diesen Tagen in den Medien vermerkt, dass Frankreichs neuer Staatschef Emmanuel Macron viele Politik-Neulinge in die Nationalversammlung bringen wird. Alles, Leute, die noch nie ein politisches Amt innehatten, und die den Politikbetrieb nicht von innen kennen. 

 
Wenn das mal gutgeht . . . zweifle ich. Und frage mich: „Woher kommt eigentlich der Eindruck, dass ausgerechnet die Politik ein Arbeitsfeld ist, das man ohne lange Ausbildung und praktisches Üben einfach so kann?“
 
Für alles braucht man eine mehrjährige Ausbildung: Um jemand die Haare gut zu schneiden, um ein Abwasserrohr zu verlegen und richtig anzuschließen oder eine schöne Webseite zu bauen . . . immer würde man diese Aufgaben am liebsten jemand übertragen, der das schon zwei, drei Jahre theoretisch und praktisch geübt hat. 
 
Von heute auf morgen, ohne lange Lernphase, Politiker zu werden, das ist wie von heute auf morgen Chirurg zu werden oder Lehrer oder Ingenieur. Warum denken viele, es könnte bei Politikern klappen, was bei Arzt, Lehrer und Ingenieur garantiert in die Hose geht? 
 
Politik in einem Stadtrat, im NRW-Landtag, im Bundestag „das kann doch jeder“. Tja, bei den Piraten ist das gründlich schief gegangen. Sie hatten keine Ahnung vom Politikbetrieb und sind auf der ganzen Linie gescheitert. (Nicht in Aachen, wo sie nach einer jahrelangen Lernphase jetzt erstmals als Fraktion arbeiten.)
 
NRW-Piraten hatten keine Ahnung von Teamarbeit auf dem politischen Feld, wie man sich Mehrheiten, die auch halten, zusammensucht. Wie man Kompromisse schließt und wie man mit der Presse umgeht. Ja, sie wussten nicht mal und wissen es bis heute nicht, was das Interesse der Presse ist. Das konnte ich sehr gut beobachten. 
 
Bei den Piraten ist noch interessant, dass sie selbst in fünf Jahren nicht fähig waren, das alles zu lernen. Bis zum Schluss nicht. Das könnte bei Macrons Truppe anders sein, möglicherweise lernen diese Leute schneller. Es ist zu hoffen.
 
Und noch etwas unterscheidet die französischen Newcomer (hoffentlich) von den Piraten: Wenn man etwas nicht kann und nicht weiß, muss man sich unverzüglich professionelle Hilfe holen. Das ist teuer, aber eine Spitzenkraft ist 1000 mal effektiver als vier oder fünf studentische 450-Euro-Kräfte, die ebenfalls keine 20 Jahre Erfahrung haben im Politikgeschäft, noch nicht mal fünf Jahre. 
 
Macron wird von seinen „Politik-Neulingen“ keine Unterstützung erfahren, das sehe ich kommen. Die Presse wird ihre persönlichen Lebensumstände ausleuchten, mit verheerenden Ergebnissen. Die Herrschaften werden übertrieben idealistisch handeln, intern streiten und über diese Streite in der Öffentlichkeit quatschen. Sie werden sich selbst eitel überschätzen und lächerlich wirken. Und sie werden Dinge sagen und tun, über die man nur lachen kann. Wetten? 
 
Neulinge in der Politik werden grotesk überschätzt. Die Wähler haben die etablierten, professionellen Politiker, deren  Unehrenhaftigkeit und Verlogenheit so satt, dass sie jeden wählen, der mit angeblich „unvorbelasteten“, „neuen“, „frischen“ Kandidaten ankommt. Die aber leider null Ahnung vom Fach haben, das kann nicht gutgehen. Politik ist eine hochspezialisierte Sache. 
 
Oder sie wählen gleich einen kompletten Idioten, weil der erst  mal alles kaputt haut, und danach kann man ja dann mal sehen, was sich machen lässt. Das fällt doch jedem auf, dass sich derzeit die Vollidioten übergroßer Beliebtheit erfreuen: Donald Trump, Alexander Gauland, Marine Le Pen, Boris Johnson, Nigel Farage . . . um nur die zu nennen, die gestern wieder im TV zitiert wurden. Und denen läuft das Volk nur hinterher, weil es sich von den etablierten Demokraten a la Schulz und Maas betrogen fühlt. 
 
Macron wird „Frankreichs Kennedy“ genannt. Das Präsidentenlager kann am kommenden Sonntag mehr als 400 der 577 Abgeordnetenmandate erobern. Davon mehr als die Hälfte der Abgeordneten: komplett unerfahren. 
 
Das gibt eine Enttäuschung und ein Reinfall! Oh mein Gott. 
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Lindt, der Bend, die Polizei: Wer zieht wohin?

Der Neubau des Polizeipräsidiums an der Trierer Straße kommt zügig voran. Bauherr: Hochtief PPP Solutions GmbH, Mieter: das Land NRW. Als Architekten zeichnet die HahnHelten und ASS Architekten GmbH aus Aachen verantwortlich.

Die Kommunalpolitik bewegt sich nur langsam vom Fleck. In der neuen Woche tagen – bedingt durch den Feiertag – lediglich zwei Gremien, die von Interesse sind: der Sportausschuss und der Rat der Stadt. 

Im Sportausschuss (Die., 13. Juni, 17 Uhr, Haus Löwenstein am Markt) geht es um das Drama, zu dem sich ein möglicher Standort für die neue Tennishalle des Tennisclub Blau-Weiss gerade entwickelt. Der Verein (761 Mitglieder, darunter über 210 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre) braucht eine neue Halle. Zwei Standorte kommen infrage, sind im Grunde beide geeignet und stehen parat. Nämlich das Gelände Kornelimünsterweg/Waldfriedhof und der Sportplatz Robert-Schuman-Straße/Siegelallee.

Der Sportplatz Robert-Schuman-Straße wird hauptsächlich vom Burtscheider Turnverein 1873 und den Schulen Einhard-Gymnasium, Hauptschule Burtscheid und der Käthe-Kollwitz-Schule genutzt. Diese Nutzer sollten nun im Zuge der Überlegungen, den Sportplatz Robert-Schuman-Straße aufzugeben, zu dem Vorhaben befragt werden. Insofern war auch der Schulausschuss mit der Angelegenheit befasst, dort kam die Sache aber vorerst nicht weiter. 

Der Tennisklub Blau-Weiss besitzt am Luxemburger Ring eine vereinseigene Tennisanlage mit 8 Plätzen und einem Clubheim. Dort kann keine Halle gebaut werden. Die wird aber gebraucht, damit auch in den Wintermonaten – unter anderem in der Bundesliga – Tennis gespielt werden kann. 

Mal sehen, ob der Rat der Sache neuen Schwung verpasst. 

Mehr Infos: Hier http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16846

Außerdem werden im Sportausschuss behandelt: die Analyse der wirtschaftlichen Situation der städtischen Schwimmbäder und der Winterdienst an Gymnastik-, Turn- und Sporthallen städtischer Schulen.

***

Der Rat der Stadt tagt einen Tag später, am Mittwoch, 14. Juni, um 17 Uhr im Rathaus. Dort muss man sich wohl oder übel mit den Einwänden des Polizeipräsidenten befassen, der aus heiterem Himmel jetzt plötzlich meint, die Bebauung des Büchel (insbesondere der Antoniusstraße) könne nie und nimmer so erfolgen, wie die Stadtverwaltung und die Politik sich das vorstellen. Die Polizeipräsident sieht die Arbeit seiner Beamten stark behindert, das neue Bordell sei quasi nicht zu kontrollieren.

Das heißt: Eigentlich müssten die gut durchdiskutierten Pläne in die Tonne gekloppt werden, und man müsste mit der Planung quasi noch mal von

Hinweisschild vor dem neuen Polizeipräsidium. Auf den ersten Blick scheint das neue Präsidium doppelt so groß zu werden, wie das alte.

vorne beginnen. Eine in Aachen beliebte Vorgehensweise, weshalb manche Projekte Jahre und Jahrzehnte brauchen, ehe sie realisiert werden. Diesmal aber sind die Parteien wild entschlossen, die einmal gefassten Pläne auch durchzusetzen. Auf die Diskussion bin ich gespannt.

Hier die Tagesordnung der Sitzung des Rates.  http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3598 

Der Polizeipräsident wird übrigens in nicht allzu ferner Zeit umziehen nach Brand, an die Ecke Trierer Straße/Debyestraße (s. Foto oben). Der Neubau des Polizeipräsidiums schreitet zügig voran. Nach dem Umzug könnte der Bend (die örtliche Kirmes) auf dem Gelände des dann abgerissenen alten Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße stattfinden, und die Schokoladen-Firma Lindt könnte auf dem Bendplatz an der Roermonderstraße eine neue Produktionsstätte errichten. So stellen sich manche das vor, und so wird es zur Zeit diskutiert.

Der Bendplatz ist ein Gelände, wo auch Zirkusse ihr Können präsentieren und wo in Weihnachtsmarkt-Zeiten die Busse parken. Das Gelände ist, wenn es denn schon einer anderen Nutzung zugeführt werden muss, viel eher als Bauplatz für eine Wohnanlage wie gemacht. Für eine Produktionsstätte ist es viel zu schade. Lindt sollte sich besser in genau die andere Richtung ausdehnen. Dorthin, wo jetzt noch ein Baumarkt ist, der seinerzeit sowieso gemeint hatte, man werden an der Roermonderstraße nicht ewig bleiben, sondern von dort weggehen nach Brand. Und in Brand (Debyestraße) ist der Baumarkt mittlerweile angekommen.

Der Bendplatz mit den Türmen im Hintergrund. Hier möchte Lindt eine neue Produktionsstätte errichten und 1000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Falls es für Lindt keinen zusätzlichen Platz gibt, muss das Unternehmen Aachen verlassen, so wurde unmissverständlich signalisiert.

Der Bendplatz, vom Haupteingang aus fotografiert. Ganz hinten produziert das Schoko-Unternehmen wahrscheinlich jetzt schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner.

 

Update: Aus dem Polizeibericht

Aachen (ots) – Ein eher ungewöhnliches Bild bot sich heute Morgen (12. Juni) auf dem Weg zum Kindergarten einer Mutter mit ihren Kindern auf der Beverstraße.

Mann hängt im Container fest. Beweisfoto: Polizei Aachen

Man kann viel erzählen und schreiben, aber der Notruf der besorgten Frau bei der Polizei gibt es am besten wieder:

Frau: „Hier aus dem Kleidercontainer ragen zwei Füße!“

Polizei: „Wo ist das“?

Frau: „Beverstraße, am Bahnhof…..die Füße bewegen sich!“

Polizei: „Wir kommen!“

Die Ordnungshüter standen in der Nähe und waren schnell da. Schnell strampelten auch die Beine, die aus dem Container herausragten und signalisierten, dass reges Leben im halb verschwundenen, offensichtlich männlichen Körper herrschte.

Erste Versuche, per festem Klopfen am Container die Aufmerksamkeit des Mannes zu erlangen, schlugen fehl. Offensichtlich hatte sich der Betroffene beim Hineinklettern in den Container und beim Berechnen der Schwerkraft verschätzt. Jedenfalls war ersichtlich, dass ein eigenständiges Vor- oder Zurück ausweglos erschien. Folglich packten die Beamten herzhaft zu und zogen den Mann mit einem gehörigen Kraftaufwand aus dem Container.

Bei freier Sicht auf die obere Hälfte des Mannes, erkannten sie in ihm einen alten Bekannten. Einen mehrfach vorbestraften Dieb. Wie manches Mal zuvor, hatte er schon Sachen aus dem Kleidercontainer um die Ecke genommen um sie später zu verkaufen.

Nicht weniger interessant als der gesamte Vorfall war die Aussage des 22-jährigen Mannes: „Ich hab`Sachen in den Container geworfen. Dabei ist mein Portemonnaie da hineingefallen. Das suche ich jetzt. Um besser dran zu kommen, habe ich die Sachen nach draußen geworfen. Jetzt kam ich nur selber nicht mehr raus.“

Der 22-Jährige bekam den hoheitlichen Auftrag, die Sachen wieder in den Container zu werfen und drumherum aufzuräumen. Das machte er auch.

Sein Portemonnaie fand der Mann wenig später übrigens auch…allerdings nicht im Container…wer hätte es gedacht…

Wie die Frau ihren Kindern den Vorfall erklärte, ist nicht überliefert.

 

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Im Vorbeigehen gesehen: Neues Dach

Huch, die Turpinstraße im Frankenberger Viertel hat auf einmal ein Dach bekommen, ein grünes Dach aus Blättern, sozusagen.

Merke: Wer öfter mal zu Fuß geht, sieht mehr von Aachen.

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Verkehrspolitik: In kleinen Schritten viel zu langsam zum Ziel

Ein Kommentar von Matthias Achilles, Sachkundiger Bürger der Piratenfraktion im Rat der Stadt Aachen (entnommen der stets aktuellen und lesenswerten Seite https://www.piratenpartei-aachen.de):

Im letzten Mobilitätsausschuss wurde zwischen vielen anderen Tagesordnungspunkten auch ein Sachstand zur Entwicklung des Park & Ride in Aachen gegeben. Und der liest sich durchaus positiv: von 2013 an hat sich die Anzahl der jährlichen Nutzer dieses Angebots Jahr für Jahr verdoppelt, auf gute 16.000 Nutzer für das Jahr 2016.

Vereinfacht gerechnet sind das 16.000 PKW, die vor der Innenstadt abgestellt wurden und dort weder Platz verbrauchten noch die Luft verdreckten, deren Insassen aber dennoch die Aachener Innenstadt bequem erreichen konnten. Noch einfacher formuliert ist es aber  ein vernachlässigbarer Einfluss auf die Verkehrssituation in unserer Stadt. Und dass dieses, offensichtlich hilfreiche, Konzept des P+R in Aachen auf so kleiner Flamme köchelt hat zwei Gründe, die beide auf ein Problem zusammenfallen.

Erstens hat P+R wenig Priorität in der Aachener Politik. Es gibt wenig Geld dafür. Es richtet sich vornehmlich an Einkaufskunden und nicht an Pendler. Und die Busanbindung erfolgt im normalen Liniennetz, weil bei so wenigen Kunden der Einsatz von Shuttle-Bussen sehr unrentabel wäre.

Zweitens fehlt der Anreiz, nicht einfach an den P+R Plätzen vorbei zum Parken in die Innenstadt zu fahren. Das Parken im öffentlichen Straßenraum ist immer noch billiger als im städtischen Parkhaus. Und der Großen Koalition (besonders der CDU) ist jeder einzelne Parkplatz heilig. Ob Bäume, Fahrradstreifen, oder einfach nur ein ansehnliches Straßenbild: In Aachen ist das alles weniger Wert als die Abstellfläche für PKW.

Was im Grunde auch das eigentliche Problem umschreibt, eine Anfrage zum Sachstand des P+R ist kein Verkehrskonzept, aber leider in etwa die Schrittweite, mit der die Große Koalition in Aachen die Verkehrspolitik voranbringt.
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270 neue (Luxus-)Wohnungen für Brand

Der neue Marktplatz von Brand: Der Ortsteil soll bald auch noch etwa 270 neue Wohnungen bekommen, in einer (dem Vernehmen nach eher luxuriösen) Wohnanlage am Vennbahnweg.

Auf dem Gelände der früheren Tuchfabrik Becker in Brand – zwischen Niederforstbacher Straße und Beckerstraße – sollen bis zu 270 Wohnungen entstehen. Hier muss man sich unbedingt kundig machen, denn: Dem Vernehmen nach sind teure Luxus-Wohnungen geplant. Andererseits hat der Rat beschlossen, dass immer auch sozialer Wohnungsbau mitgeplant werden muss. Wie kann das gehen?

Wie auch immer: Der Planungsausschuss und die Bezirksvertretung Aachen-Brand wollen die Öffentlichkeit frühzeitig an den Planungsschritten beteiligen.

„Die Planungsverwaltung beteiligt die Öffentlichkeit an der Bauleitplanung und stellt ihre Überlegungen in der Zeit von Montag bis Freitag, 12. bis 23. Juni, im Foyer des Bezirksamtes Aachen-Brand, Paul-Küpper-Platz 1, aus.“ Das wurde jetzt vom Presseamt mitgeteilt.

Zusätzlich findet am Mittwoch, 14. Juni, eine Anhörung zum „Bebauungsplan Nr. 978 – Niederforstbacher Straße / Beckerstraße“ ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksamts Aachen-Brand statt. Was immer gilt: Geht hin und mischt euch ein.

Wichtige Infos auf:  www.aachen.de/bauleitplanung

Da gibt es auch ein Luftbild, das genau zeigt, um welches Gebiet es geht.

Hier ein Link zum passenden Pressebericht

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Pflanzt doch mal was Extravagantes

Oben: Eine Baumscheibe in einer Seitenstraße der Pontstraße, in der Nähe vom Ponttor – für die sich niemand von den Anwohnern zuständig fühlt oder keiner Zeit und Lust hat, hier etwas zu verschönern. Ganz anders auf der gegenüberliegenden Straßenseite (unten):

Hier kümmert sich jemand und hat investiert. Quasi uneigennützig, im öffentlichen Raum, der ja uns allen gehört.

Normalerweise pflegen und bearbeiten hierzulande Menschen nur dann ein Stück Land, wenn es ihnen gehört oder sie es gemietet/gepachtet haben. Insofern ist diese bepflanzte Baumscheibe ein Hinweis auf außergewöhnliches Verhalten.

Ganz konventionell ist hingegen die Form der Gestaltung: Blümchen in Büscheln, Steinchen in Weiß rund um den Stamm. Da würde man den Aktiven gern Mut machen zu mehr verwegenem Formenreichtum. Es darf auch wild und gefährlich aussehen. Warum nicht Pflanzen wie Fingerhut und Fliegenpilze verwenden? Oder sind die nicht gestattet? Haut rein, Leute.

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Politische Arbeit in drei Ausschüssen

Blick auf den neu hergerichteten Markt von Brand. Der Platz ist sehr sparsam möbliert. Das fordert heraus, man überlegt sich, was man dort veranstalten könnte, um den Platz zu füllen. Auffallend ist der Spielplatz, der scheint von der Qualität der Materialien und vom Angebot an Kinder her optimal ausgestattet, besser gehts nicht.

In drei Ausschüssen wird in der kommenden Woche in Aachen Politik gemacht. Alle drei Ausschüsse sind wichtig. 

Los geht es mit der Arbeit im Finanzausschuss  (Die., 30. Mai, ab 17 Uhr, Haus Löwenstein). Die ehrenamtlichen Aachener müssen sich unter anderem mit mehreren überplanmäßigen Ausgaben befassen und diese genehmigen. Dazu kommt es immer, wenn etwas „plötzlich“ teurer wird, als das zunächst geplant/verabredet war. Wie mir scheint, wird quasi jede Baumaßnahme und alles andere auch teurer, als zunächst gedacht.

Natürlich kommt das Stadttheater mit seinem Geld (20 Millionen Euro) nicht aus, bekommt mehr bewilligt, das kennen wir ja schon seit 30 Jahren.

Die schöne, neue Ditib-Moschee (Ditib ist formal ein Verein, de facto eine türkische Behörde, von der Türkei aus gelenkt)

Das neue Hotel an der Krefelder Straße.

in der Stolberger Straße bekommt einen Vorplatz, der die Stadt eigentlich 100.000 Euro kosten sollte. Das hatte man vor etwa 10 Jahren verabredet. Der Ausschuss muss nun entscheiden, dass für den Vorplatz  alles in allem 172.800 Euro aus der Stadtkasse entnommen werden dürfen (220 Euro pro Quadratmeter).

Dazu schreibt die Stadtverwaltung: Der Platz solle richtig schön werden, dadurch werde schließlich die Umgebung insgesamt aufwertet, und eine zusätzliche Finanzierung aus der Stadtkasse sei „aus stadtgestalterischer Sicht gerechtfertigt“.  Das Geld habe man gerade parat, weil eine Maßnahme „Süsterfeldstraße“ zwar für dieses Jahr geplant war, aber jetzt doch noch nicht dieses Jahr realisiert werden kann.
2018, darauf weist die Verwaltung schon mal hin, werden dann noch fällig: 96.000 Euro für die Erneuerung des Gehwegs  an der Moschee sowie 84.000 Euro für 13 Baumfelder.

***

Parallel zum Finanzausschuss tagt (Die., 30. Mai, ab 17 Uhr) der Kinder- und Jugendausschuss  im Raum 207/208 des Verwaltungsgebäudes Mozartstraße. Drei der Themen: der Kriterienkatalog für Zuschüsse an freie KiTa-Träger zu Außenanlagen und Ausstattung, der Bedarf an Ganztagsplätzen für

Blick auf die Chorhalle des Domes, in Aachen „Glashaus“ genannt (wegen der vielen Glasscheiben).

Kinder an Grundschulen und Förderschulen Primar im Schuljahr 2017/2018 und der Mietvertrag für die fünfgruppige Kindertagesstätte für das Investorenmodell Süsterfeldstraße „Guter Hirte“.

                               ***

Weiter geht es mit dem Mobilitätsausschuss (Do., 1. Juni, 17 Uhr, Saal 170 im Verwaltungsgebäude Lagerhausstraßde). Beraten wird zum Beispiel der Sachstand beim „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, die Aufweitung der Reinhardstraße im Einmündungsbereich in die Trierer Straße und die Erschließung des Aldi Preuswald von der Lütticher Straße.

Alle Themen werden öffentlich behandelt. Extra-Plätze für die Zuschauer stehen bereit.

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Karlspreis-Tag: Rundum ein Erlebnis

Und wieder ist Himmelfahrtstag, und wieder wird ein Mann mit dem Karlspreis ausgezeichnet: Für seine enormen Verdienste um die Einheit Europas, das gerade eine Friedenszeit erlebt, wie noch nie zuvor in seiner ansonsten 100 Prozent barbarischen Geschichte.

Interview am Vortag der Preisverleihung auf dem Katschhof für die Aktuelle Stunde: Timothy Garton Ash wird von Bettina Staubitz befragt. Der OB (r.)  schaut zu und freut sich.

Timothy Garton Ash (sein Buch, 2016: Redefreiheit. Prinzipien für eine vernetzte Weltist ein Wissenschaftler. Es wird 2017 mal kein EU-Abgeordneter oder ein EU-Bürokrat ausgezeichnet, der „nur“ seine Arbeit gemacht hat, so gut er eben konnte. Und es wird auch kein Promi ausgezeichnet wie der Papst, der den Preis bekommt, weil sich die Stadt Aachen damit selbst in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit katapultieren kann. Nein. Hurra, es ist ein Wissenschaftler, und sogar einer mit Neigung zum journalistischen Schreiben.

Der Preisträger steht in der Mitte auf der Katschhof-Bühne.

 

Wir haben ein fröhliches Fest erlebt, der Preisträger hatte Musik aus Great Britain mitgebracht. Es gab zwei tolle Reden: Die vom Oberbürgermeister war gut, und natürlich ganz besonders die Rede von Timothy Garton Ash hat mir gefallen (könnt ihr hier nachlesen).

Diese Leute haben wahrscheinlich gedacht, sie glauben es nicht, dass so einer den Karlspreis bekommt. Sie spazierten zum Markt, wo auch ziemlich viele Polizisten rumstanden.

Ja, ja. Ich weiß auch, dass im Grunde nur noch wir Deutsche die Europäische Gemeinschaft (EU) geil finden, sonst keiner. Aber mir will nicht in den Kopf, dass wir aus diesen quasi schäbigen Überresten von Einheit nicht doch noch was Gutes machen könnten. Klar, die Leute haben diese ganzen Krisen satt. Dauernd steht Griechenland kurz vor dem finalen Untergang. Wer möchte schon gern, dass BANKEN mit Steuergeld gerettet werden? Und das ganze Flüchtlings-Elend kann einen auch depressiv machen. So oder so: Früher war alles besser, und da hatten wir noch keinen Euro und keinen Maastrichter Vertrag. Bla bla, blubb blubber blubb.

Am schlimmsten: Milliarden verteilt Brüssel JEDES JAHR an Neumitglieder, die sich in Sachen Minderheitenschutz, Pressefreiheit, Schaffung von demokratischen Strukturen usw keinen Deut an die Regeln halten, die allein die Mitgliedschaft in der EU voraussetzen. Ungarn zum Beispiel. Nicht zu reden von der Türkei. Dabei brauchte man dort nur den Entzug der Finanzmittel anzudeuten und diese Regimes ändern ihren Kurs, weil die Subventionen aus Brüssel der einziger Grund sind, warum sie zur EU gehören möchten.

Ehrlich gesagt: Wozu soll es einen Club geben, dessen Mitglieder sich nicht an die Club-Regeln halten müssen? Wozu braucht man so etwas?

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus konnte man wieder mittels Großleinwand mitverfolgen, was sich im Krönungssaal (da soll es heiß gewesen sein) abspielte.

Na ja, jedenfalls gibt es außer mir glücklicherweise noch ein paar andere Leute, die an die EU glauben. Die schwingen sich jetzt auf und gehen zu  Pulse-of-Europe-Treffen. – Bei der Preisverleihung heute überraschte die Musik: Manfred Leuchter spielte auf dem Akkordeon. Ihr kennt das, da hätte man noch lange zuhören können. Hier das Programm:

Bitte seht: „Die Karlshymne wird stehend in lateinischer Sprache . . . gesungen.“

Sonst gab es bei der Karlspreisverleihung viel Sehenswertes: Viele Polizisten, einige mit Maschinengewehren, viele an den Zugängen quergestellte Wagen, Malteser und Rotes Kreuz massiv vor Ort, und wer in die Nähe der Katschhof-Bühne wollte, wurde von oben bis unten abgetastet („Haben Sie ein Messer dabei?“). Alles in allem waren die Sicherheitsmaßnahmen aber noch erträglich. Es entstand ein Gefühl von Schutz, und das ist ja wohl auch der Sinn von den Maßnahmen.

Büchel-Auffahrt zum Markt.

Marktplatz, Auffahrt an Sinn vorbei in die Großkölnstraße.

Schräg gegenüber vom Eingang zur Dom-Schatzkammer.

Die sogenannte Karlshymne hat übrigens folgenden Wortlaut. Bitte auswendig lernen und täglich singen.

Viele große Namen suchte man auf der Gästeliste vergeblich. Die Herrschaften waren anderweitig beschäftigt (Kirchentag, Berlin usw.). Entsprechend reduziert war auch das Presse-Aufgebot. ARD und WDR waren aber natürlich gut vertreten.

Dieses Video entstand irgendwann im März oder April 2017:

 

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