Seit April 2007: Mein Leben auf Twitter

Unten sieht man Beispiele dafür, was ich auf Twitter veröffentliche (tweete) und weiterleite (retweete). Dort habe ich zur Zeit 624 sogenannte Follower. Das sind Menschen, die das lesen können, was ich tweete und retweete. Auf Twitter bin ich als @feuertinte unterwegs. Außerdem findet man mich auf Twitter seit April 2007 unter @lawasch (das ist ein armenisches Wort und bedeutet: Brot) und unter @margret_vallot

Twitter ist bei Journalisten und Web-Experten sehr beliebt. Alle ernstzunehmenden Journalisten, die ich – zumindest vom Namen her – kenne, sind auf Twitter aktiv. Man lässt sich dort gegenseitig News zukommen und macht sich gegenseitig auf wichtige Themen aufmerksam. Außer Journalisten sind dort auch noch einige Politiker und fast alle Mitglieder der Piratenpartei aktiv. Es ist immer sehr schön und spannend, wenn man jemand, den man von Twitter seit Jahren kennt, plötzlich leibhaftig gegenübersteht.

Hier also einige Tweets:

 

 

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Das war Fettdonnerstag

Fettdonnerstag bin ich mit neuer Technik unterwegs gewesen und habe 90 Prozent Schrott produziert. Da kann man nichts machen, das Filmen ist  nicht so einfach. Deshalb hier nur einige nebenbei geschossene Fotos.

Auf dem Münsterplatz. Die Tropigarde (Markenzeichen: Klobürste) brannte ein dreistündiges Programm ab, das sehr amüsierte.

Auf dem Münsterplatz: Die Tropigarde (Markenzeichen: Klobürste) brennt ein dreistündiges Programm ab, das sehr amüsierte.

Die Tropigarde singt gern alte Aachener Liedchen, teilweise in Öcher Platt. Das kommt bei den Leuten wirklich gut an. Außerdem hatten die Tropis eine Taxifahrerinnen-Nummer dabei, die war echt toll.

Samba gab es vor dem Domkeller, wo die Stimmung auch großartig war.

Vor dem Domkeller im Hof.

Vor dem Domkeller im Hof.

Ins große Zelt auf dem Katschhof kam ich nicht rein. Eine Menschenmenge stand in einer Schlange vor dem Eingang. Innen müssen sich die Massen gequetscht haben, so voll schien es zu sein.

Alle wollten in das Zelt rein. Draußen gab es einen krassen Polizeieinsatz.

Alle wollten in das Zelt rein. Draußen gab es einen krassen Polizeieinsatz.

Rund 20 Polizisten mussten nachmittags einen oder mehrere Schläger bändigen. Da muss ein Streit eskaliert sein, ein Mädchen wurde mit einem Messer verletzte. Einzelheiten stehen bestimmt morgen oder schon heute Abend im Polizeibericht, den ihr ja einsehen könnt.

Direkt unter dem  Schild liegt ein Mann, der sich ohne Ende gegen seine Festnahme wehrte.

Direkt unter dem Schild „Pandora“ liegt ein Mann, der sich rabiat gegen seine Festnahme wehrte. Im Halbkreis schirmen Polizisten ihn und andere Polizisten ab.

Fettdonnerstag kann man ja höchstens bis 16 Uhr rausgehen, danach sind zu viele Besoffene unterwegs.

Im Krönungssaal vom Rathaus gab es tags zuvor eine „närrische Ratssitzung“ mit frechen Sprüchen gegen Kommunalpolitiker und ihre Arbeit. Die hier abgebildeten 4 Herrschaften waren auch dabei.

Bei der "närrischen Ratssitzung" am gestrigen Mittwoch gesehen.

Bei der „närrischen Ratssitzung“ am gestrigen Mittwoch gesehen.

 

Zum Schluss

So kennen wir sie, so lieben wir sie: die Berliner. Sie kennen alles, wissen alles, wissen alles besser.

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Die Kunst, der Baumfrevel und eine Kamerafahrt

Werbung für die Lacroix-Ausstellung

Werbung für die Lacroix-Ausstellung

Das ist neu: Mitten in Aachen, am Rande des Katschhof, wird für eine Ausstellung im Ludwig Forum geworben. Und zwar für einen Aachener Künstler –  und das nicht gerade zurückhaltend. Welche Wertschätzung, welch angemessenes Vorgehen! Da kann man sich freuen. Vielleicht dürfen wir Aachener auch eines Tages – ohne weit zu reisen – sehen, was zum Beispiel der

"Der Späher", 1974.

„Der Späher“, 1974, von Joachim Bandau

Aachener Künstler Joachim Bandau eigentlich in den letzten Jahren geschaffen hat. Schließlich haben seine Objekte einmal auf das vorbereitet, womit wir uns heute befassen müssen (s. Der Späher, 1974). Da wäre es doch interessant zu sehen, womit sich Bandau heute beschäftigt.

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Zum Kunstverkauf: Höchstwahrscheinlich nach Katar wurde ein Bild von Paul Gauguin verkauft, für 300 Millionen Euro. Tja, Leute. Bevor ihr jetzt trompetet, „das Bild hängt sich der Herrscher von Katar in seine private Bar“, bedenkt, dass es in Katar ein erstklassiges Museum für moderne Kunst gibt.

Hierzulande ist ja neuerdings dauernd von „nationalem Kulturgut“ die Rede und davon, dass „das Nationale“ nicht ins Ausland verkauft werden dürfe. Da werdet ihr bei Katar ja sicher aufheulen. Ich nicht, denn ich denke, dass dort die Sheikha Al Mayassa bint Hamad bin Khalifa Al-Thani (wurde 2012 in die Forbes Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt aufgenommen) durchaus berechtigt ist, das Bild von Paul Gauguin ins Museum ihrer Hauptstadt zu hängen.

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Vor der Hochschul-Bibliothek, Templergraben

Vor der Hochschul-Bibliothek, Templergraben

Der Baumfrevel geht weiter. In der Innenstadt ist man mittlerweile froh, wenn morgens alle Bäume, die man abends gezählt hat, noch vollzählig vorhanden sind. Das Foto entstand jetzt am Templergraben. Dort störten dünne Bäume. Man fragt sich: Warum?

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Möchtet ihr euch den Aachener Dom mal genauer und in Ruhe am Schreibtisch ansehen? Dann klickt hier und begebt euch auf eine Kamerafahrt.

Zeitungen und Zeitschriften machen mit Online-Specials auf sich aufmerksam. Hier zwei Beispiele: Die Welt überzeugt mit einem interaktiven Feature über das Thema Angst. Reportagen, Expertenmeinungen und Simulationen machen die Geschichte rund. http://www.welt.de/angst/ – Die Berner Zeitung erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem Afrikaner und einer Schweizerin. Es ist ein sehr schönes Web-Projekt.

Hier eine wunderbare Seite für alle, die die Welt gern von oben sehen. Faszinierende Bilder. Niederzier ist auch dabei. http://www.overv.eu

Ein informatives Special bei „Zeit online“ zeigt in einem Überblick, welche radikalen politischen Strömungen es in der EU gibt und welche Ziele diese Parteien auf beiden Seiten des politischen Spektrums verfolgen.

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Antrag: LVR soll Freifunk unterstützen

„Wie läuft es eigentlich im Landschaftsverband?“, fragen mich Leute, und ich denke, da ich auch dort als sachkundige Bürgerin aktiv bin, sollte ich mal Auskunft geben. Unter anderem habe ich mich mit dem Antrag „Unterstützung von freiem Internet- und Informationszugang mittels Einbringung von LVR-Liegenschaften in Bürger-WLAN“ befasst.

Der Landschaftsverband (LVR) definiert  sich selbst (via eigene Pressestelle) so:
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet mit rund 18.000 Beschäftigten für 9,4 Millionen Menschen im Rheinland. Die Verwaltung ist in Köln.
Mit seinen 40 Schulen, 10 Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen sowie mit seinem Heilpädagogischen Netzwerk und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden.

Die 13 kreisfreien Städte und die 12 Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitglieder des LVR, und die finanzieren ihn auch per Umlage. Im LVR-Parlament gestalten Politikerinnen und Politiker aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

In Köln bin ich Teil der Fraktion Freie Wähler/Piraten. Eine unserer ersten „Amtshandlungen“ betraf Freifunk. Wir haben beantragt, dass alle Gebäude des Landschaftsverband zur Verfügung stehen sollen, damit Freifunk möglich wird.

Der LVR ist ein Riese und hat auch eine „riesige“ InfoKom. Das ist der IT-Dienstleister für den Landschaftsverband Rheinland, der versorgt den gesamten Verband sowie weitere Kunden mit IT-Serviceleistungen.

Die InfoKom hat sich unseres Antrags bezüglich Freifunk angenommen, hat  recherchiert und das Ergebnis der Recherchen im öffentlichen Teil einer Sitzung vorgetragen. Ich hatte dabei den Eindruck, als habe sich die riesige InfoKom zum allerersten Male (seit Erfindung des Internet) mit Freifunk befasst. Das wäre ein Armutszeugnis für diese mit über 100 Mitarbeitern und viele Millionen teurer Technik und Software ausgestattete Einrichtung. Ist aber nur ein Eindruck.

1. Es wurde vorgetragen, dass man sich zunächst mit rechtlichen Fragen befasst hat – wegen der Störerhaftung. Und – oh Wunder –  man hatte ermittelt, „dass der LVR in der jetzigen Rechtslage von Störerhaftung befreit ist, wenn er nicht selbst als Server auftritt“.  Was hierzulande schon viele Bürgermeister in kleinen Orten wissen, hat auch die InfoKom jetzt herausgefunden. Hurra.

2. Dann habe man verschiedene Preis-Angebote angefordert – bei Vodafone, NetCologne und Freifunk. Ergebnis: Es sind noch nicht alle Anfragen zu den Preisen beantwortet. Dabei weiß jedes Kind, dass Freifunk unschlagbar preiswert ist.

3. Schließlich hat man sich bei der InfoKom gefragt: Wo kann man WLAN aufbauen? Und es soll sich gezeigt haben, dass es in kleinen Dienststellen, wo es kaum Bandbreiten gibt, nicht möglich ist.

Resümee: Es soll nun eine Arbeitsgruppe von LVR-Abgeordneten und sachkundigen Bürgern gegründet werden, die sich mit der Sache intensiv befasst.

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Gekommen, um zu bleiben

Überraschung des Jahres (Tusch): Ich kann weiter als sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Tourismus und Kultur der Städteregion mitarbeiten und abstimmen. Das habe ich gestern erfahren, nachdem es des öfteren hieß, mit dem Verlust des Fraktionsstatus sei dort für mich Schluss.

Blick auf das Gebäude der Städteregion in Aachen. Foto: Archiv

Blick auf das Gebäude der Städteregion in Aachen. Foto: Archiv

Die frühere Fraktion, jetzt Gruppe, Piraten/UFW verliert wegen Weggang eines Piraten zur CDU (!) die Sitze von sachkundigen Bürgern im Ausschuss für Personal und Informationstechnik, im Rechnungsprüfungsausschuss, im Wahlprüfungsausschuss, Ausschuss für Integration von Ausländern, Inklusionsausschuss, Partnerschaftsbeirat, Sozialausschuss. Aber in anderen, wichtigen Ausschüssen (z. B. Ausschuss für Schule und Bildung, Bauausschuss, Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft usw.) sind wir als sachkundige Bürger weiterhin präsent.

Es wird zwar alles etwas schwerer, aber wir hatten ohnehin nicht gedacht, dass politische Arbeit leicht ist. Ich habe z. B. keinen Vertreter mehr. Wenn ich mal keine Zeit habe für den Ausschuss, bleibt mein Platz eben leer. Na ja. Anträge dürfen wir wohl auch nicht mehr stellen.

Trotzdem freue ich mich, dass es weitergeht. Ich werde weiter berichten.

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Navelbrush hat dazu ebenfalls gebloggt: http://msahm.piraten.ac/gekommen-um-zu-bleiben/

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge V

Flüchtlinge sind fast täglich Thema in den Zeitungen. Nicht alle Städte können die Menschen angemessen unterbringen. Die Schulen sehen vor schwierigen Aufgaben. Da ist die Arbeit der Ehrenamtlichen mal wieder besonders wichtig.

Flüchtlinge sind fast täglich Thema in den Zeitungen. Nicht alle Städte können die Menschen angemessen unterbringen. Die Schulen stehen vor schwierigen Aufgaben. Da ist die Arbeit der Ehrenamtlichen besonders wichtig.

Der Sozialdienst SKM in Aachen hat – wie hier bereits berichtet – ein Patenprojekt für junge Flüchtlinge ins Leben gerufen. Viele Aachener machen mit und sind schon Paten geworden. Weitere wollen ebenfalls Paten werden und einem minderjährigen, alleinreisenden Flüchtling helfen, sich in Aachen zurecht zu finden. Auch ich kümmere mich um einen Flüchtling. Und ich nehme an den Workshops des SKM teil, weil man uns die Aufgabe nicht ohne fachlichen Beistand zumuten will.

„Fit für Vielfalt“ war jetzt das Motto eines interkulturellen Trainings, bei dem gut ein Dutzend Patinnen und Paten mitmachten. Von 11 bis 17 Uhr versuchte der Islamwissenschaftler und Ethnologe Markus Reissen uns klarzumachen, dass sich andere Menschen in anderen Ländern ganz anders verhalten, und dass sie unser Verhalten so komisch finden wie wir ihres. Konkret ging es um die Tatsache, dass es in manchen Ländern als Unverschämtheit gilt, Fremden bei der Begrüßung direkt knallhart in die Augen zu schauen.

Den Blickkontakt zu vermeiden, das ist ein Verhalten, das wir in Deutschland als unhöflich bezeichnen. Das aber unsere ausländischen Gesprächspartner wiederum für ausgesucht höflich halten. An diesem und anderen Beispielen wurde klar, wie Missverständnisse entstehen und wie flexibel man sein muss, wenn man mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun hat.

Interkulturelle Missverständnisse und Konflikte waren das Thema. Auch wurde uns klargemacht, dass die Flüchtlinge uns womöglich für sehr mächtig halten, weil wir viele Leute kennen und immer wieder jemand finden, der eventuell helfen könnte bei Schwierigkeiten, die für die Flüchtlinge unüberwindbar scheinen, weil sie von den Erfahrungen in ihrer Heimat ausgehen.

Alles war sehr spannend und interessant. Mir wurde klar, wie wichtig anderen die Familie ist, in der alles gemeinsam nach bestimmten Mustern entschieden wird. Und wie bedeutend uns unser Individualismus ist. Wie direkt wir im Gespräch zur Sache kommen, klare Ansagen lieben und wie vorsichtig und um viele Ecken herum andere ihr Ziel erreichen. „Niemand soll sein Gesicht verlieren“, krass „nein“ sagen muss vermieden werden.

Dann dachte ich nochmals darüber nach, wie leicht wir „Autoritäten“ kritisieren: den Vermieter, den Lehrer, den Chef, den Oberbürgermeister, die Bundeskanzlerin. Niemand nimmt ein Blatt vor den Mund. Unvorstellbar unhöflich und kalt ist das für Menschen anderer Kulturen. Da ist man ein klares und eindeutiges „Nein“ nicht gewöhnt und zieht sich geschockt zurück.

So lernten wir und haben auch viel gelacht. In der Mittagspause haben wir darüber diskutiert, welche der Aachener Moscheen/Gebetsräume die Jugendlichen besuchen. Es wurde vor einer „Moschee“ (in der Ottostraße) gewarnt, und es zeigte sich, dass bei diesem Thema noch viel Informationsbedarf besteht.


(wird fortgesetzt mit Folge VI)

Folge IV der Serie findet ihr hier

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Gefällte Bäume werfen Fragen auf

Baumstumpf in der Klappergasse, die sich in der Aachener Innenstadt befindet. Hier wurden Bäume gefällt.

Baumstumpf in der Rennbahn, die sich in der Aachener Innenstadt befindet. Dort wurden Bäume gefällt.

Zwei alte, große Bäume sind in der Klappergasse/Ecke Jakobstraße gefällt worden, die Wurzeln wurden ebenfalls entfernt. In der Rennbahn am Dom traf es weitere zwei Bäume, deren Stümpfe noch zu sehen sind. „Warum?“, hat jemand auf den einen Stumpf geschrieben. Und „why?“ auf den anderen.

Zu glauben, die Stadtverwaltung (oder das Bistum?) ließen ohne Sinn und Verstand Innenstadtbäume fällen, das ist bescheuert. Diese Bäume sind als Staubfänger und Sauerstoff-Maschinen wertvoll. Sicher gibt es Gründe, warum

Die Frage nach dem Warum steht im Raum.

Die Frage nach dem Warum steht im Raum.

plötzlich Bäume verschwinden. Nur: Die Bürger wüssten einfach gern „warum?“. Warum mussten jetzt diese gänzlich gesund aussehenden Bäume gefällt werden? Derartige Fragen dürfen Bürger stellen.

Die Verwaltung kann sich vielleicht nicht vorstellen, wie sehr man einen Baum als zum Wohnen/Leben dazugehörend empfindet, wenn man mehrere Jahre aus der Wohnung auf ihn geblickt hat, zu allen vier Jahreszeiten. Mal ist er von Schnee bedeckt, mal mit ersten Knospen, mal in voller Blüte oder im herbstlichen Farbenrausch. Er ist wie ein altes, vertrautes Möbelstück, das einfach zur Wohnung dazugehört. Wenn das eines Tages verschwindet, wüsste man eben einfach gern, warum das jetzt sein muss. Ist es zu viel verlangt, wenn dann ein Flyer geschrieben, kopiert und in der Nachbarschaft in die Briefkästen geworfen wird?

In Klappergasse und Rennbahn haben wir jetzt noch fünf Bäume, ich will nicht hoffen, dass die auch noch dran glauben müssen. Übrigens: Für eine winzige Grünfläche haben unterdessen Bürger eine Patenschaft übernommen (s. Foto unten). Es gibt ein entsprechendes Hinweis-Täfelchen. Das finde ich eine gute Initiative. Hoffentlich dürfen die Bürger da auch selbst was pflanzen.

Da ist zu lesen, dass Bürger eine Patenschaft für dieses Fleckchen Grün übernommen haben. (Kreuzung Klappergasse, Rennbahn, Bendelstraße).

Da ist zu lesen, dass Leute eine Patenschaft für dieses Fleckchen Grün übernommen haben. (Kreuzung Klappergasse, Rennbahn, Bendelstraße).

 

 

 

 

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AfD-Aachen will wissen, wie viele Flüchtlinge Aids/HIV haben

Aus der jüngsten Sitzung des Aachener Rates: Der Ratsherr der AfD hat eine Anfrage gestellt, im Netz wurde diese zitiert. Die Empörung schlägt seitdem auf Twitter Wellen. Markus Mohr (AfD) wollte vom  Oberbürgermeister als dem Chef der Stadtverwaltung wissen, wie viele Flüchtlinge die Stadt Aachen gerade beherbergt und wie viele davon HIV-positiv sind. „Von wie vielen Flüchtlingen ist ein positiver HIV-/Hepathitis-Status bekannt?“ heißt es in dem Schreiben, das auf Twitter veröffentlicht wurde.

Wenn die AfD bald mehr und mehr Stimmen bekommt, dann wollen die das mit dem Aids vielleicht nicht nur von den Flüchtlingen wissen, sondern auch von euch, liebe Leserinnen und Leser. Und wenn diese Leute Macht und Einfluss bekommen (auf Europa-Ebene zeichnet es sich längst ab), dann besteht die Möglichkeit, dass sie auch Informationen verwerten, die aus der von SPD und CDU so sehr herbeigesehnten Vorratsdatenspeicherung stammen. Die Konvolute mit den gigantischen Datenmengen, die die Vorratsdatenspeicherung produzieren wird, werden angezapft. Und zwar – je nach Wahlergebnissen – von Menschen, für die der Schutz der Privatsphäre nicht oberste Priorität hat und denen  Bürgerrechte zweitrangig sind.  Also von antidemokratischen Kräften, die sich derzeit in ganz Europa formieren.

Und dass ihr das bedenkt, das ist auch schon der einzige Grund, warum hier die Anfrage des Ratsherrn erwähnt wird.

Mehr hier: http://www.vice.com/de/read/die-afd-will-wissen-wie-viele-fluechtlinge-in-aachen-hiv-positiv-sind-932

 

 

 

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Das „böse“ Ausland, die Alemannia und ein Veranstaltungstipp

Das „Ausland“ muss ein schrecklicher Ort sein. Randvoll mit Kulturbanausen. Das NRW-Kulturministerium sieht sich nämlich gezwungen, bestimmte Kunstwerke und Musikinstrumente vor dem Abwandern durch Verkauf ins  „Ausland“ zu retten. Denn im „Ausland“ werden die Sachen ja sofort zerstört, jau, sooooooofort, da kennen die nichts, die „Ausländer“.

Als ob – mal im Ernst – es nicht völlig egal ist, ob sich millionenteure Musikinstrumente nun in Maastricht oder in Aachen, in Brüssel oder in Münster befinden. Wichtig ist doch, dass sie öffentlich zu sehen sind. Wer sie sehen will, soll halt hinfahren.
Die Kunstwerke (aus der Sammlung der ehemaligen WestLB) sollte man da hinbringen, wo es am meisten Sinn macht.

Aber nein: Von „national wertvollem Kulturgut“ ist die Rede, von „Kulturschutz“, von „Ausfuhrsperre“. Du liebe Güte. Wenn etwas international ist, dann ist es die Kunst, und die kennt gar keine Landesgrenzen. „National wertvolles Kulturgut“ heißt es, und man denkt, man ist bei einer Pegida-Veranstaltung.

Allein schon die Vorstellung, dass man da hunderte, tausende Bilder hat und alles an sich rafft (raff, raff), „Ausfuhrsperre“ schreit und nichts abgeben möchte! Sehr unschön. Wenn hierzulande schon jedes Museum z. B. ein paar Warhols hat, warum soll man nicht Warhols in Länder verkaufen, die davon noch gar nichts haben? Ihr werdet es nicht glauben, aber sogar außerhalb von NRW  kann man mit Kunst umgehen, sie angemessen präsentieren und versichern.

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Das ist mal eine gute Idee: Die Alemannia will ihre Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus aufarbeiten. Die Schwarz-Gelben hatten ja auch in jenen finsteren Zeiten jüdische Kicker, Funktionäre und Zuschauer in ihren Reihen. Wie ist es denen ergangen?

Die Idee wird spät umgesetzt, sie könnte vom neuen Leiter des Aachener Stadtarchivs René Rohrkamp kommen, aber das wissen wir nicht. Rohrkamp hat mit  ähnlichen Projekten bereits Erfahrungen sammeln können. Er und auch die RWTH sollen an dem Projekt beteiligt sein, das garantiert eine seriöse Herangehensweise an das Thema. Ich bin gespannt, was uns da nächstes Jahr in einer Ausstellung alles präsentiert wird. Mehr hier.

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Unterdessen zeigt die Große Koalition im Aachener Rathaus, kurz GroKo genannt, erste Zersetzungs-Erscheinungen. Martin Christfreund (SPD) wirft nach über 20 Jahren die Brocken hin und tritt aus der SPD aus. Das konnte man am Rande der vergangenen Ratssitzung erfahren. Unklar ist, ob der Mann jetzt als Parteiloser im Rat verbleibt oder ob er dem Rat ganz den Rücken kehrt und von der Liste der Genossen einfach jemand nachrückt. Der Grund für den Frust soll „miserable Umwelt- und Verkehrspolitik“ der Aachener SPD sein. Kann ich so nicht nachvollziehen. (Hier: zum Weiterlesen)

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Ein Veranstaltungstipp: Das Kommunale Integrationszentrum der StädteRegion  veranstaltet am Dienstag, 3. Februar, ein Fachgespräch unter dem Titel „Inszenierte Konfrontation? – Pegida, Hogesa und die Salafisten“. Es findet in der Zeit von 15 bis 18.30 Uhr im Mediensaal (Raum E 072) des Hauses der StädteRegion, Zollernstraße 10,  statt. Es berichten: der Aachener Politikwissenschaftler Richard Gebhardt und Bernd Ridwan Bauknecht, Lehrer für Islamkundeunterricht und Mitglied der deutschen Islamkonferenz.

Im Anschluss diskutieren die beiden Referenten mit Polizeipräsident Dirk Weinspach, Nora Hamidi vom Arbeitskreis der Integrationsräte in der StädteRegion Aachen, Vertretern der Fraktionen im Städteregionstag und dem Publikum. Um Anmeldung  (E-Mail: silke.peters@staedteregion-aachen.de oder Telefon: 0241/ 5198 – 4603) wird gebeten. Mehr hier.

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An der Monheimsallee herrscht Handlungsbedarf

Das Neue Kurhaus an der Monheimsalle ist ein alter, sanierungsbedürftiger Kasten.

Das Neue Kurhaus an der Monheimsalle ist ein alter, sanierungsbedürftiger Kasten.

Das Neue Kurhaus an der Monheimsallee heißt zwar „neues“ Kurhaus und sieht von außen schön aus. Es ist aber alt und krass sanierungsbedürftig . . .  Die Dinge sind eben manchmal nicht das, was sie scheinen. Innen befindet sich das Aachener Spielcasino. Vordergründig betrachtet ist das eine Vergnügungsstätte, tatsächlich aber ein Ort, wo sich Menschen reihenweise finanziell ruinieren. Denn gewinnen tut am Ende immer die Bank, wie wir ja alle wissen.

Der Lenné-Pavillon befindet sich an der rechten Seite des Gebäudes. Heute fotografiert durch ein Fenster hindurch.

Der Lenné-Pavillon befindet sich an der rechten Seite des Gebäudes. Heute fotografiert durch ein Fenster hindurch.

20 Millionen Euro will sich die Stadt Aachen die Herrichtung des alten Kastens kosten lassen. Bei solchen  Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, ist es oft so, dass im Bauverlauf Mängel gefunden werden, von denen man zuvor nichts wusste. Es kann also alles auch deutlich teurer werden.

Das Aachener Spielcasino ist in den letzten Jahren nicht gerade ein Publikumsmagnet gewesen. Kurz gesagt: Die Umsätze stimmen nicht mehr. Überhaupt ist es total aus der Mode gekommen, sich in Spielcasinos aufzuhalten. Weshalb wohl – und das ist reine Spekulation – demnächst das ein oder andere Spielcasino im Lande geschlossen wird. Möglicherweise trifft es das Aachener Haus, wenn das gerade 2017 fertig saniert ist. Was dann?

Für die Zeit der Bauarbeiten ziehen die Glücksritter vorerst in Räume des Aachener Tivoli und zahlen da maximal drei Jahre lang Miete. Das Geld nimmt man gern mit. Die Stadt hat ja erst jüngst den Tivoli gekauft, muss ihn in Schuss halten und so bewirtschaften, dass er noch Geld abwirft. Beim Umzug von der Monheimsallee an die Krefelder Straße werden sicher „Kunden“ verloren gehen. Besonders vornehm ist ja das Tivoli-Gelände nicht.

Wie jetzt bekannt wurde, will/kann das Casino nach der Sanierung nur ein Drittel des Neuen Kurhaus füllen. Für die anderen zwei Drittel müssen Mieter gefunden werden, die irgendwie zum Casino passen. Das haben sich die Casinobetreiber offenbar ausbedungen, wie jetzt die lokale Presse wusste.

Der repräsentative Eingangsbereich vom Neuen Kurhaus, in dem sich das Aachener Spielkasino befindet. Das Gebäude soll saniert werden, unterdessen zieht das Casino in den Tivoli. Und wenn alles so geht wie geplant, zieht das Casino nach der Sanierung auch wieder zurück an die Monheimsallee.

Der repräsentative Eingangsbereich vom Neuen Kurhaus, in dem sich das Aachener Spielcasino befindet. Das Gebäude soll saniert werden, unterdessen zieht das Casino in den Tivoli. Und wenn alles so geht wie geplant, zieht das Casino nach der Sanierung auch wieder zurück an die Monheimsallee.

Gedacht ist an ein Nobelrestaurant oder eine Galerie oder ein Varietétheater oder was weiß ich. Jedenfalls sollen die Leute denken. „Hach, wo wir schon mal hier sind um Kunst zu kaufen/fein zu essen/usw, da gehen wir doch auch noch eine Runde spielen.“
So denkt kein Mensch, aber gut. Ich kann mich irren. Möglicherweise wird aber für das sanierte Neue Kurhaus gar kein weiterer, passender Mieter gefunden. Was dann?

Ja, ja liebe Zyniker, ich weiß, dass ihr jetzt vorschlagt, aus der 100 Jahre alten Immobilie ein Laufhaus, einen Riesenpuff sozusagen, zu machen. Daraus wird nichts. Obwohl: Das Gebäude hatte bei der Eröffnung angeblich „zwei Frauensäle“. Was sich da ereignet hat, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Wegen der Dimensionen lest hier: „Im (vor 100 Jahren, d. Red. ) neu errichteten Kurhaus befanden sich zwei Konzertsäle, wobei der Große Konzertsaal bis zu 850 Besucher fassen konnte. Darüber hinaus verfügte das Gebäude über Lesesäle, Raucherzimmer, Gesellschafts- und Spielräume sowie über zwei Frauensäle. Zu den gastronomischen Einrichtungen gehörten ein Speisesaal sowie ein Weinsalon und mehrere Kaffeeräume. Einer von ihnen führte auf eine zweistufige, elektrisch beleuchtete Wein- und Bierterrasse, die zum Konzertplatz hin geöffnet war.“ Auf der Terrasse wurde in neuerer  Zeit der Lenné-Pavillon errichtet.

Zum Neuen Kurhaus gehört in gewisser Weise der Quellenhof (s. Foto unten). Neoklassizistisch nennt man den Stil beider Bauten. Ob im Quellenhof  der Pächter den Vertrag verlängert, wenn es im Kurhaus kein Casino mehr gibt? Ob das Casino in Aachen bleibt, wenn der Quellenhof sich einen neuen Pächter suchen muss? KA. An der Monheimsallee besteht Handlungsbedarf, und ich beneide die Verwaltung überhaupt nicht, die da für Klarheit sorgen muss.

Eine Nobelherberge: der Aachener Quellenhof.

Eine Nobelherberge: der Aachener Quellenhof.

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