Bietet sich an für einen Ausflug in den Osterferien: Das Fotografie-Forum (früher KuK) in Monschau. Innen ist fotografieren nicht erlaubt.
Wieder ist eine geradezu sensationelle Ausstellung in Monschau zu sehen, wo man sich ganz dem Medium Fotografie verschrieben hat. Ein Konzentration, die genau richtig war und ist.
160 Fotografien sind bis zum 7. April zu sehen, der Titel lautet: „Wieder-Entdeckt, Fotografie der 1930er-Jahre“. Fast 100 Jahre alte schwarz/weiß Fotos zeigen das Leben von Menschen, die unsere Vorfahren sein könnten. Diese Menschen sind teils sehr arm und durch schwere Arbeit geschwächt und angegriffen. Niemand lacht.
Die Schau zeigt auf drei Etagen aber auch, wie es in den 30er Jahren losging mit der Fotografie, mit der besonderen Ästhetik jener Jahre. Was später formal dominierte und geschätzt wurde, war damals alles schon angelegt.
Als „Erfinder der Dokumentarfotografie“ beeindruckt die Sicht von Walker Evans (1903–1975) auf die amerikanische Landbevölkerung. Soziale Ungleichheit und moderne Architektur führt uns Edith Tudor-Hart (1908–1973) vor Augen.
Welche experimentellen Ansätze bereits in den 1930er-Jahren existierten, demonstrieren besonders die Aufnahmen von Anton Stankowskis (1906–1998). „Unerwartete Perspektiven, Bildausschnitte und Details zeigen, wie vielseitig der später gefeierte Künstler und Grafiker, der aus dem Ruhrgebiet stammt, aus dem Medium der Fotografie zu schöpfen wusste“, steht in einem Text zur Ausstellung. Einen Katalog gibt es leider nicht.
In der zweiten Etage des Fotografie-Forums sind wiedergefundene Aufnahmen des Hamburgers Fide Struck (1901–1985) zu sehen. Atemberaubend. Dieser Künstler zeigt uns unter anderem Arbeiterinnen und Arbeiter, den Hamburger Fischmarkt, Straßenszenen und die Börse.
Öffnungszeiten: Di.–Fr. von 14 bis 17 Uhr / Sa.+So. von 11 bis 17 Uhr, Mo. geschlossen. Es handelt sich um eine Einrichtung der StädteRegion Aachen.
Seit es Windräder in der hiesigen Landschaft gibt, gibt es auch den Konflikt: Sollen wir Windräder aufstellen und saubere Energie erzeugen oder sollen wir Wald und Flur frei von Eingriffen belassen? Windräder sind schließlich auch industrielle Anlagen, deren Bau riesige Stücke Natur zerstören.
Letzte Woche gab es mal wieder eine umfangreiche Bürgerinfo zum Thema Windkraftanlagen, diesmal im Raerener Teil des Münsterwaldausläufers. Die Veranstaltung hat der belgische Lokalsender brf begleitet und einen kurzen Beitrag verfasst. Man erkennt: Auch jenseits der Grenze fürchtet man die starken Eingriffe in die Natur und eine gewisse Geräuschkulisse, die von den Anlagen ausgeht.
Aus Aachen war Hans Falk vom Baumschutzbund zugegen und hatte Gelegenheit, seine Kritik in der Sache (leider in verkürzter Version wiedergegeben) vorzutragen. In der Reportage, die hier verlinkt wird, werden persönliche Bedenken und Befindlichkeiten geäußert. Wie bei Windkraftanlagen üblich, sieht es wieder so aus, als stünden die Interessen Einzelner dem „Allgemeinwohl“ und dem „Klimaschutz“ entgegen. https://m.brf.be/beitraege/936095/
Wie zu erfahren war, ist auch die Gemeinde Roetgen, die überwiegend gegen den Windpark Münsterwald war, nun eingeknickt und will nicht als „Klimafeind“ dastehen. Und sie möchte natürlich an den Profiten teilhaben so wie Aachen, Lammersdorf, Simmerath, Monschau, Schleiden, Hellenthal und viele andere.
Es ist also davon auszugehen, dass in der weiteren Nachbarschaft von Aachen neue Windkraftanlagen entstehen – und zwar wieder in den sensiblen Waldgebieten. Hans Falk dazu: „Insgesamt kann man sagen, dass ein gewisser Druck auf jede Eifel-Gemeinde, die zögerlich ist, entsteht. Bald wird es nur noch sehr wenige unverbaute Landschaften geben.“
Ein von Baustellen und Bauwerken unbelassener Wald ist ein großer Wert. Ob wald- und landschaftszerstörende Baumaßnahmen, die mittels Sonderbaurechten ermöglicht werden, mittel- und langfristig wirklich förderlich für Umwelt und Klima sind, das darf bezweifelt werden.
Eine Weile ruhte der Baubetrieb im Landschaftsschutzgebiet am Gemmenicher Weg. Und man fragte sich schon, warum die Wiese überhaupt großflächig betonversiegelt wurde. Aktuell wird aber weiter in die Höhe gebaut.
Aachen hat viele Baustellen, die sind sogar vom Weltraum aus zu sehen, wie Spaßvögel auf Facebook und auf Instagram vor einiger Zeit dokumentiert haben. Eine bestimmte Baustelle gibt es, die hat unsere besondere Aufmerksamkeit erlangt. Sie befindet sich am Gemmenicher Weg, der wiederum ist – wenn man aus Aachen raus nach Vaals fährt – auf der linken Seite.
Am Gemmenicher Weg darf ein Landwirt im Naturschutzgebiet (auf der Beekwiese, am oberen Dorbach) ein ziemlich großes Gebäude errichten und unter zwei Monster-Plastikhüllen auch Gemüse anbauen.
Wie clever muss man sein, um dort eine Baugenehmigung zu bekommen? Alle Achtung. Warum ist der Landwirt (ein sog. Biobauer mit Demeter-Zertifizierung) mit Familie nicht in einen schon leerstehenden Hof in der Eifel gezogen? Warum mussten es ca. 4200 Quadratmeter im Landschaftsschutzgebiet sein? AachenNews.org berichtete und auch die örtliche Presse ging der Sache nach. Nur: So richtig blicken wir nicht durch, stehen vor der Baustelle. Und verweisen auf den Rundbrief des Aachener Ökologie Zentrums von Februar 2024 (ab Seite 15). Dort gibt es Fotos und einen längeren Text zu dem Casus.
Die Anwohner vom Gemmenicher Weg sollen sauer sein und von Klüngel geredet haben, was sie am besten unverzüglich unterlassen. Klüngel gibt es in Aachen gar nicht!!! Ein positives Umweltgutachten liegt bestimmt vor, oder? Schutz einer Kaltluftschneise, Gewässerschutz, Schutz eines Erholungsgebietes – alles bestimmt bedacht und schön geprüft.
Sieht nach einer Plastiklandschaft aus. Spaziergänger*innen wundern sich, Nachbarn sind sauer, und allen anderen ist es vermutlich egal, wer was am Gemmenicher Weg errichtet.
Vielleicht interessiert in diesem Zusammenhang, dass der Rat der Stadt mit großer Mehrheit erst Mittwoch dieser Woche (13. März) einen Beschluss zur Fortschreibung des Integrierten Klimaschutzkonzept (IKSK) gefasst hat. Man will 2030 unbedingt klimaneutral sein und entwickelt enorme Anstrengungen. Hier lesen, es berichtet die örtliche Presse.
Podcasts gibt es, weil es vor Jahren plötzlich die für jeden verfügbare Technik gab und – sehr wichtig – weil entgegen allen Behauptungen der Medienleute Menschen hierzulande gern länger als 2 oder 3 Minuten zuhören, sich konzentrieren können und sich gern tiefergehend informieren möchten. Unglaublich viele Leute waren und sind unzufrieden mit den Kurzbeiträgen in TV und Radio, unzufrieden mit den Talkshows und Interviews, die immer mehr Fragen offen lassen als sie beantworten.
Hier nun ein paar Podcast-Empfehlungen. Der längste ist „Alles gesagt?“ (mit Daniel Cohn-Bendit, dem wohl einflussreichsten deutsch-französischen Politiker unserer Zeit ), dauert 7 Stunden und 26 Minuten. Bei „Alles gesagt?“ kann der Interviewte selbst entscheiden, wann das Gespräch zu Ende ist. Die anderen hier empfohlenen Podcasts sind kürzer. https://www.zeit.de/politik/2024-03/daniel-cohn-bendit-interviewpodcast-alles-gesagt
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Ein Podcast, den man eigentlich gar nicht empfehlen muss, weil ihn sowieso jede/r hört: „Sicherheitshalber“. Vier Personen reden über das, was unsere Sicherheit garantiert und was bzw. wer sie gefährdet. Sehr informativ und auch unterhaltsam. https://podcasts.apple.com/de/podcast/sicherheitshalber/id1414833122
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Wenn man bei all den vielen ZEIT-Podcasts schon den Überblick verloren hat, sollte man doch den Podcast „Das Politikteil“ nicht aus den Ohren verlieren. Rundum gut recherchierte Information und dazu passend die interessantesten Interviewpartner*innen. Manchmal setzen sich die Podcaster sogar auf eine Bühne und lassen ihr Publikum zuschauen. Die Tickets sind immer im Nu weg, leider.
Wenn der Journalist Holger Klein irgendwo anruft, muss man einfach zuhören. Zuletzt hat er in seinem Podcast „Holger ruft an“ die London-Korrespondentin Annette Dittert angerufen und mal wegen des manipulierten Familienfotos nachgefragt, was denn da los ist.
Ein royaler Clusterfuck, der Aufmerksamkeit schafft für die Frage: Wie weit kann man Fotos noch trauen? Hier kommt ihr zu Übermedien und dem Podcast von Holger. https://uebermedien.de/category/podcast/
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In die FAZ schaut man als linke oder liberale Person eher selten rein. Unvergessen ist ja, wie die FAZ (bzw. der Wirtschaftsteil) anfangs unentwegt die AfD ins Blatt hob. Interviews, Kommentare und Berichte folgten Schlag auf Schlag, die Partei wurde dort in ihrer Anfangszeit geradezu hochgejubelt. Die anderen Medien mussten nachziehen. Und jetzt haben wir den Salat.
Trotzdem: Bei der FAZ wird ein Podcast gemacht, den man empfehlen kann/muss. Hier die aktuelle Folge von „Machtprobe“. Journalisten sprechen mit Kolleg*innen und Expert*innen über die Wahl in Russland. Besonders interessant wird es, wenn von der Gefahr die Rede ist, die von Putins Infokrieg gegen den Westen ausgeht. ghttps://podcasts.apple.com/de/podcast/faz-machtprobe-der-auslandspodcast/id1683776192?i=1000649400819
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„Was bisher geschah“ ist der Titel eines neuen Podcast, auf den man sich freuen kann. Es geht um Geschichte, die unter dem Aspekt behandelt wird, dass man durch sie besser verstehen kann, wieso alles so ist, wie es gerade ist und was vermutlich in Zukunft geschehen wird.
„Im Gespräch“ ist beim Deutschlandfunk Kultur fast immer eine interessante Persönlichkeit, deren Leben und Lebensaufgaben sich im Interview darstellen lassen. Sehr lebendig. Zuletzt wurde der langjährige Luxemburger Außenminister Jean Asselborn vorgestellt. Spannend.
Wie wäre es, mal zusammen mit anderen die Verantwortung für das eigene Umfeld zu übernehmen? Das wäre für die allermeisten Aachener*innen vermutlich mal ganz was Neues. Also für die, denen es total egal ist, wie ihre Straße aussieht. Hundescheiße, Plastikbecher aus gelben Säcken, verrottetes Grün, leere Flaschen – alles egal?
ABER: In diesem Jahr findet wieder der Frühjahrsputz in der Stadt Aachen statt. Ziel der Mitmach-Aktion sei es, „neben der Sauberkeit der Stadt, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass jede*r Einzelne pfleglich mit dem eigenen direkten Umfeld und der Natur umgehen sollte“, so wird mitgeteilt.
Achtlos weggeworfener Müll (s. Foto) ist eine Gefahr. Sind die Abfälle einmal in der Umwelt, können sie Schadstoffe freisetzen oder in Kleinteile zerfallen, die für Wasser, Tier- und Pflanzenwelt gefährlich sind. Foto: AachenNews Archiv
Schulen, Kindertagesstätten, Vereine, Unternehmen, Behörden, Organisationen und natürlich Familien und Freunde seien aufgerufen, sich zu beteiligen, das lässt der Stadtbetrieb mitteilen.
Der Aktionstag findet statt am 20. April, und zwar im gesamten Stadtgebiet. Ausgenommen sind Naturschutzgebiete. Wegen der Brutzeiten von Vögeln und anderen Tierarten soll ebenfalls kein Abfall direkt unter Sträuchern gesammelt werden. Und übrigens: Neben dem großen Aktionstag am 20. April gibt es vom 15. bis 19. April wieder die Projektwoche für Schulen und Kitas.
Anmeldung
Über das Formular auf www.aachen.de/fruehjahrsputz können sich Teilnehmer*innen und Gruppen anmelden. Dort sind auch weitere Informationen zum Frühjahrsputz zusammengefasst.
Bei der Anmeldung ist es wichtig, dass der Ort, an dem die vollen Müllsäcke deponiert werden, genau beschrieben wird, damit der gesammelte Abfall auch durch den Aachener Stadtbetrieb gefunden werden kann. Wichtig: Der Aachener Stadtbetrieb darf nur Müll abholen, der im öffentlichen Straßenraum abgestellt wird.
Die Straße hat’s nötig: Der Radweg war schon 2015 nahezu unbefahrbar, eine Holperstrecke. Das soll sich nun ändern. Foto: AachenNews Archiv
Die Straßenbauarbeiten an der Breslauer Straße zwischen Stolberger und Dresdener Straße sind abgeschlossen. Nun könne, so teilt die Verwaltung mit, die nächste und letzte Bauphase starten. Ab Montag, 18. März, wird die Fahrbahn der Breslauer Straße markiert.
Die Fahrbahn wird dabei neu aufgeteilt. Auf beiden Straßenseiten werden geschützte Radwege (Protected Bike Lane) angelegt. Die Fahrbahn wird in mehreren Abschnitten in Form einer wandernden Baustelle markiert. Der Kraftfahrzeugverkehr wird mit Leitkegeln an der jeweiligen Tagesbaustelle vorbeigeführt. Die Markierungsarbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Mai 2024, sind aber sehr witterungsabhängig.
Im Rahmen der bisherigen Straßenbauarbeiten zwischen der Stolberger Straße und einem Autowasch-Center wurden die Entwässerungsleitungen und die Asphaltfläche der Breslauer Straße erneuert. Zudem ließ die Stadt die Busbucht der Haltestelle Dresdener Straße in Fahrtrichtung Berliner Ring zu einer Haltestelle am Fahrbahnrand umbauen. Kurz vor der Zufahrt zum Einkaufscenter (Hirsch-Center) wurde eine neue Rampe für den Radverkehr gebaut. Sie wird nach Abschluss der Markierungsarbeiten für den Radverkehr freigegeben.
Wenn man bedenkt, wie manche Menschen ihre Zeit verbringen, da möchte man sich doch gleich anschließen. Zwei Beispiele: Die einen zählen die Feldhamster, die anderen zählen die Wackelsteine in der Stadt. Beide sind viel an der frischen Luft und dabei auch noch sportlich aktiv. Das erfüllt einen Menschen am Schreibtisch doch glatt mit Neid.
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Um eine Übersicht über die Feldhamsterpopulation zu bekommen, wird es am Mittwoch, 20. März, ein Monitoring durch fachlich qualifizierte Personen geben, das die Flächen (zwischen Gewerbegebiet Avantis und Horbacher Straße sowie südlich des Silberpatwegs) komplett begeht. Dies übernimmt die NABU-Naturschutzstation Aachen in Absprache mit dem LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) und der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Aachen.
Die Verwaltung teilt mit: „Die Ergebnisse des Monitorings haben keine Auswirkung auf die Bewirtschaftung der Flächen durch die jeweiligen Landwirte, die bereits per Mail vom NABU informiert wurden. Landwirte haben aber die Möglichkeit, an einem Netzwerk mit einjährigen „Ernteverzichtsstreifen“ mitzuwirken.“ Infos bekommt ihr hier: info@naturschutzstation-aachen.de.
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Damit die Fußwege in Aachen nicht zum gefährlichen Pflaster werden, ist Paul Schneider auf der Suche nach lockeren Pflastersteinen. Als einer von sechs Streckenkontrolleuren beim Stadtbetrieb sei er schon um 7 Uhr unterwegs und dokumentiere mit seinem Tablet Gefahrenstellen für seine Kolleg*innen aus der Arbeitsvorbereitung für Straßenunterhaltung und Brückenbau. Das schreibt die Pressestelle der Stadt.
Sieht ein Streckenkontrolleure einen losen Stein im Kopfsteinpflaster, „holt er seinen gelben Kreidemarker raus und kennzeichnet ihn“. Anschließend gibt er über das Tablet die Position des Schadens bekannt, hält die Echtzeit und Priorität der Reparatur fest. Bei Priorität drei muss sofort repariert werden. Bei zwei reicht es, den Belag innerhalb von ein paar Tagen instand zu setzen. Reparaturen der Priorität eins haben noch etwas Zeit oder müssen an Externe beauftragt werden.
Bei einer Tour durch die Aachener Innenstadt „muss Paul Schneider acht Kilometer täglich zu Fuß absuchen“, so wird mitgeteilt. In den Außenbezirken könnten die Touren auch schonmal zwischen zehn und 15 Kilometern lang sein. Insgesamt kontrollieren die Streckenkontrolleure zu Fuß eine Strecke von 978 Kilometern Fahrbahn, Geh- und Radwegen. Weil die Strecken in beide Richtungen inspiziert werden, kommen dabei insgesamt rund 1950 Kilometer zusammen.
Zur Sicherheit:StreckenkontrolleurPaul Schneider markiert einen losen Pflasterstein. Foto: Stadt Aachen/Lena Hoof
Je nach Verkehrsbedeutung begutachten die Kontrolleure die Bereiche unterschiedlich häufig. Fußgängerzonen wie in der Innenstadt sind einmal in der Woche dran, die übrigen Straßen im Durchschnitt etwa alle drei Wochen. Hinzu kommen rund 100 Kilometer Wirtschafts- und Feldwege, die durchschnittlich einmal im Quartal kontrolliert werden.
Eine einigermaßen passende Wohnung zu finden, das ist in Aachen eine Aufgabe, die einen das ganze Leben lang begleitet. Viele müssen zuerst mal als Studierende eine billige Bude finden oder eine Wohngemeinschaft. Dann eine Wohnung mieten als junge Berufstätige, dann kommt ein Kind (oder zwei), und man ist wieder unterwegs und auf der Suche.
Immer verfolgt einen der Konflikt mit dem Vermieter: Was ist er verpflichtet zu reparieren? Warum dürfen wir kein Haustier halten? Wird der Vermieter Eigenbedarf anmelden oder sonstwie kündigen? Wie leben wir mit den unfreundlichen Nachbarn unter einem Dach? Können wir uns finanziell extrem einschränken und eine Immobilie erwerben?
Es hört nicht auf. Dabei ist eins klar:
In einer Baugenossenschaft wohnt man sicher, ohne sich zu ruinieren. Eine selbstorganisierte Nachbarschaft mit gegenseitiger Unterstützung im Alltag ist eine zukunftsweisende Wohnform für alle Lebensphasen. Leider sind diese Modelle immer noch die absolute Ausnahme. (Auch Dienstwohnungen sind eine gute Lösung, werden auch sicher wieder vermehrt angeboten, wenn sich der Fachkräftemangel verschärft.)
Die städtische Koordinierungsstelle „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ bietet am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr eine digitale Informationsveranstaltung über Zoom zum Thema „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ an. Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die sich für Wohnprojekte interessieren, aber noch nicht wissen, was es braucht, um ein Projekt selber zu starten und eine Gruppe oder ein Grundstück zu finden. Das teilte jetzt die Stadtverwaltung mit.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Allerdings wird um eine Anmeldung unter der Email-Adresse gemeinsambauen@mail.aachen.de gebeten. Kurz vor der Veranstaltung werden die Zugangsdaten per Mail zugesandt.
Wohnungen wurden gebaut (hier Tuchmacherviertel in Brand), aber es sind bei weitem nicht genug. 3000 Wohnungen fehlen in Aachen. Foto: AachenNews Archiv
Wiesental und Branderhof
Im Rahmen des Tags des offenen Wohnprojekts stellt sich das Aachener Projekt „Miteinander im Wiesental“, ein gemeinschaftliches Wohnhaus in Holzbauweise, am Samstag, 16. März, von 15 bis 18 Uhr mit einer Führung und einem Infocafé im Gemeinschaftsraum in der Burggrafenstraße 21 vor.
Am Sonntag, 17. März, von 14 bis 17 Uhr präsentiert sich am gleichen Ort die Aachener Genossenschaft „Gut!Zusammen Aachen eG“ mit ihrem Projekt am Branderhof. Hier werden fünf Baugruppen ungefähr 65 Wohnungen in Holzbauweise errichten – unter anderem geförderte Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein. Anmeldung unter gemeinsambauen@mail.aachen.de ist erforderlich.
Der Buchautor und Journalist Nils Minkmar schreibt: „Die Suche nach der guten Wohnung, nach einer sicheren Adresse auf Erden ist einer der ganz großen Stressfaktoren in dieser Gesellschaft.“
Wieder ein interessantes Stück aus dem Aachener Stadtarchiv.
Das Archivale des Monats zeigt eine Mehrbild-Postkarte des Postkartenverlags Krapohl. Zu sehen ist in der Mitte das Neue Kurhaus, rund herum sind das Foyer sowie die Roulette-, Poker und Black-Jack-Tische des Spielcasinos im Jahr 1977 abgebildet.
Auf eine kleine Karte möglichst viele Bilder draufpacken, so dass man am Ende eigentlich nichts richtig erkennen konnte: so dachte man in den 1970er Jahren. Hauptsache effektiv und sparsam, niemals großzügig.
Vor 50 Jahren, am 8. März 1974, genehmigte der Landtag für Aachen eine von damals insgesamt vier Spielbanken für Nordrhein-Westfalen. Sie sollte im neuen Kurhaus angesiedelt werden. Das Internationale Spielcasino Bad Aachen wurde am 2. Juli 1976 mit rund 1.000 Gästen eröffnet. Gerechnet wurde mit ungefähr 250.000 Besucher*innen pro Jahr. Es war nicht die erste Spielbank in Aachen, es hatte seit dem 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene Vorläufer gegeben.
Für das Spielcasino waren die Räume des neuen Kurhauses an der Monheimsallee vollkommen neugestaltet worden, die Westdeutsche Spielbanken-Gesellschaft hatte 12 Millionen DM investiert. Es entstanden 220 Arbeitsplätze, davon 150 allein für die Croupiers.
Der Abend erlebte auch Proteste: Vor dem Neuen Kurhaus pfiffen und buhten Jugendliche die ankommenden Feiergäste aus. „‘Bonzen‘ und ‚Jugendheime statt Casino‘ lauteten die Parolen. Die Protestierer harrten aus bis in die späten Abendstunden“, das wussten die Aachener Nachrichten damals zu berichten.
Stadt informiert über die Aktivitäten des vergangenen Jahres
Fahrradunterstand im Frankenberger Viertel. Ein ähnliches Teil steht jetzt in der unteren Jakobstraße, es ist aber noch nicht in Betrieb. Foto: AachenNews Archiv
Die Stadtverwaltung informiert am Dienstag, 19. März, über die Entwicklungen zur Förderung des Radverkehrs und der Radverkehrskultur in Aachen. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Depot, Talstraße 2, und endet gegen 19.30 Uhr. Parallel wird sie auf dem YouTube-Kanal der Stadt Aachen live ausgestrahlt: www.aachen.de/jahresdialog2023
Unterdessen meinen nicht wenige Aachener*innen, fahrradtechnisch habe sich 2023 ziemlich wenig getan. Der Ausbau sicherer Radwege scheint zu stagnieren, desgleichen der Ausbau der Unterstände, es läuft mit diesen schwarzen Kisten nicht wie erwartet. In der unteren Jakobstraße wurde jetzt wieder eine aufgestellt. Zuständig ist die APAG. Man bekommt einen Chip (Transponder) und kann dann sein Rad in allen diesen Boxen parken. Hier klicken.
Referat, Kurzfilm, Anmeldung
Am kommenden Dienstag im Depot wird Professor Helge Hillnhütter von der Universität Trondheim ein Einführungsreferat halten. Die Verwaltung wird einen speziell für den Jahresdialog produzierten Kurzfilm uraufführen. Zudem werden die Gäste dann erfahren, welche vom Radentscheid in Aachen geforderten Maßnahmen eigentlich inzwischen umgesetzt werden konnten.
Wer an der Veranstaltung im Depot vor Ort oder auch digital teilnehmen möchte, kann sich per Mail anmelden: veranstaltungen-mobilitaet@mail.aachen.deWer sich aber nicht anmeldet, wird vermutlich auch nicht weggeschickt. Das Programm des Jahresdialogs, den Radverkehrsbericht 2023 in digitaler Fassung sowie weitere Informationen unter: www.aachen.de/radverkehr.
In a world full of trends, choose something timeless: EU values
Weihnachtsbäume
Die Weihnachtsbaumsammlung in der Innenstadt erfolgt über eine grundstücksnahe Sammlung. Die Termine für euer Grundstück erfahrt ihr im abfallnavi der Stadt Aachen und im Abfallkalender. Die Sammlung wird an dem mit einem Weihnachtsbaum-Symbol gekennzeichneten Termin am jeweiligen Entsorgungstag durchgeführt. Ist dein Entsorgungstag z. B. ein Mittwoch, wird auch nur an dem Mittwoch mit dem Tannenbaum-Symbol dein Weihnachtsbaum abgeholt.
Falls dein Weihnachtsbaum nicht den Teppich vollnadeln soll: Der Stadtbetrieb sammelt die Reste jetzt ein (aber nur ohne Lametta).
Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wo auch immer ihr seid: Es lohnt sich, informiert zu sein. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Unsere Adresse: mail@AachenNews.org
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Diagnose von KI
Technologieversprechen für das Gesundheitswesen werden in Hamburg kritisiert auf dem 39C3 : KI-Systeme sollen Personalmangel beheben, doch Pläne wie die des Charité-Chefs, ein Drittel der Mitarbeitenden durch KI zu ersetzen, seien unrealistisch. Der Referent warnt u. a. vor der Ausblendung sozialer Ungleichheiten – während Tech-Milliardäre von Longevity träumen, sterben Menschen an behandelbaren Krankheiten wie HIV.
Aktuelle Störungen
Weil es in den letzten Wochen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.
Mängelmelder
Den Mängelmelder der Stadt Aachen bzw. die Plattform, erreicht ihr hier. Diese Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, hat sich als hilfreich erwiesen.