Im Standesamt: Änderung von Geschlecht und Vornamen möglich

Zum 1. November 2024 tritt in Deutschland ein Gesetz in Kraft, dass vor allem heillos autoritär strukturierte Personen (Putin) bis zur Weißglut reizt: das Selbstbestimmungsgesetz. Bereits ab diesen August 2024 können Menschen unter besonderen Voraussetzungen eine Erklärung zur Änderung ihres Geschlechtes und der Vornamen beim Aachener Standesamt abgeben.

Mit Selbstbestimmung ist gemeint, dass jeder Mensch selbst darüber entscheiden darf, wie er leben möchte. Diese Freiheit, über sein Leben selbst zu bestimmen, ist ein Menschenrecht, das auch durch unsere Verfassung geschützt wird.

Am 1. August, so teilt die Stadtverwaltung mit, seien beim Standesamt Aachen „26 Anträge zur Erklärung nach dem Selbstbestimmungsgesetz eingegangen“. Davon hätten 7 Personen den Antrag persönlich gestellt. Die anderen 19 hätten die Möglichkeit des schriftlichen Antrags genutzt. Weitere Termine seien beim Geburtenbuch vereinbart.

Das Standesamt informiert im Serviceportal der Stadt Aachen unter https://serviceportal.aachen.de/suche/-/vr-bis-detail/dienstleistung/6412850/show über die Möglichkeiten des Selbstbestimmungsgesetzes. Dort können Termine gebucht werden. Einen Vordruck für den schriftlichen Antrag, sowie ein Merkblatt findet man ebenfalls auf der Seite.

s. dazu auch: Transidentität

Man müsste hier einmal lang und breit darstellen, wie schwer es für einige wenige Menschen ist, z. B. als Mann „gelesen“ zu werden, also als Mann angesehen zu werden, wenn man in sich selbst ununterbrochen verspürt, dass ein Leben als weibliche Person eigentlich dem eigenen Empfinden und Denken usw. genau entspricht. Und umgekehrt. Solche Berichte gibt es und die mögt ihr googeln.

Eines aber gilt: Ein jede/r sollte Toleranz und Schutz  jenen Menschen gewähren, deren Geschlechtsidentität von dem Geschlecht abweicht, mit dem sie geboren wurden. Es werden voraussichtlich in ganz Deutschland 3100 Personen ihren Geschlechtereintrag ändern „. . . und dafür so ein Bohei seitens der Holzköpfe.“ Kommentar seitens eines Betroffenen.

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Das Gelände, das auch ein Park sein könnte

Auf diesem Gelände befand sich einmal die Klaus-Hemmerle-Hauptschule. Das ist lange her, und die Frage ist: Was wird eigentlich aus diesem Areal mitten in der Stadt?

In der Franzstraße – also quasi mitten in der Innenstadt – gibt es ein Grundstück, das sich als innerstädtischer Park ganz gut herrichten ließe. Dort befand sich mal eine Hauptschule, die wurde Mitte 2022 fachgerecht abgerissen, dem Erdboden gleichgemacht.

Und nun? Sollte auf diesen 4500 Quadratmetern nicht gebaut werden? Von zwei unterirdischen Sporthallen war die Rede, von einer 6- bzw. 8-gruppigen Kita auf diesen Sporthallen obendrauf, dazu von über 100 Wohnungen, die wegen der Innenstadtlage äußerst attraktiv wären. Nichts ist bisher geschehen.

Dabei gab es einen Architekten-Wettbewerb mit brauchbaren Vorschlägen, als Gewinner ging das renommierte Büro Kadawittfeld aus den Wettbewerb hervor. Sollten sich die konkreten Bauarbeiten noch hinziehen, vielleicht sogar mehrere Jahre lang hinziehen, dann könnte man doch – was am Büchel so gut realisiert und angenommen wurde – einen Park einrichten. Als Zwischenlösung sozusagen.

Mit großem Gerät alles abgerissen: die ehemalige Hauptschule in der Franzstraße (Nähe Marschiertor). Foto: AachenNews Archiv
Die Natur erobert sich ein großes innerstädtisches Grundstück zurück. Bestimmt dreimal so groß wie der Elisengarten. Nur: Dieses Gelände darf nicht betreten werden.

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Engagement im Ehrenamt wird anerkannt (mit 100 Euro im Monat)

Man wundert sich oft, was junge Leute alles ehrenamtlich auf die Beine stellen. „Ehrenamtliches Engagement ist wertvoll für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, weiß die Stadtverwaltung und lädt dazu ein, sich um das sogenannte Ehrenamtsstipendium zu bewerben.

Stadt und StädteRegion Aachen haben sich das „Ehrenamtsstipendium für junge Erwachsene“ ausgedacht. Seit 2023 erhielten zunächst 20 – ab 2024 dann 25 – ehrenamtlich engagierte junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren für ein Jahr lang eine monatliche Förderung von 100 Euro. Das ist wirklich nicht viel, das Engagement für Naturschutz, für Völkerverständigung oder für Sport mit Kids beispielsweise ist viele tausend Euro wert. Aber 1200 Euro sind als Anerkennung für ein Jahr auch nicht zu verachten.

Für die dritte Förderphase 2025 kann man sich noch bis zum 30. September 2024 bewerben. Grundsätzlich ist das für Personen im Alter von 16 bis 27 Jahren möglich, die beispielsweise in Verbänden oder Vereinen eine ehrenamtliche Schlüsselposition innehaben. Infos und die Möglichkeit zur direkten Bewerbung gibt es unter:

www.staedteregion-aachen.de/stipendium oder

www.aachen.de/ehrenamtsstipendium

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Endlich: Spatenstich für eine neue KiTa in Breitbenden

Vor langer Zeit schon wurde sonnenklar, dass das Wohngebiet Breitbenden in Eilendorf unbedingt einen Kindergarten braucht. Dieser Tage, 15 Jahre später, war schon der 1. Spatenstich für die neue KiTa. Eine Politikerin anläßlich einer kleinen Feier auf dem Gelände: „Wir müssen schneller werden.“

Eilendorf hat, was KiTa-Plätze betrifft, eine schlechte Versorgungsquote. Nur 80,75 Prozent aller Kinder über 3 Jahre haben einen KiTa-Platz, 100 Prozent haben Anspruch. Deshalb wird auch in der Karlstraße in Eilendorf eine weitere KiTa gebaut.

Wenn alles klappt, wird in Breitbenden bald ein wegweisendes Neubauprojekt stehen, eine fünfgruppige Kindertagesstätte (KiTa).

Aachen betritt mit diesem Projekt bauliches Neuland. „Dies wird die erste Aachener KiTa in vollständiger Holzmassivbauweise sein und die erste KiTa in Aachen, die als nachhaltiger Bau zertifiziert wird. Das Gebäude wird annähernd klimaneutral erstellt und später betrieben“, freute sich Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die zu Beginn der Planung noch gar nicht in Amt und Würden war.

Es handele sich um ein Pilotprojekt, wie auch Klaus Schavan, technischer Leiter des städtischen Gebäudemanagements, betonte. Erstmals werde eine CO2– bzw. Öko-Bilanz und eine Lebenszykluskosten-Berechnung durchgeführt.

Mit begrünten Schrägdächern, Photovoltaikanlagen und eine Minimierung von versiegelter Fläche werde das Gebäude punkten. Die Kosten stiegen natürlich im Laufe der Jahre. Mit 11,4 Millionen Euro kalkuliert die Stadtverwaltung. Die fertige KiTa wird im Frühjahr 2026 fünf Gruppenräume mit Nebenräumen bieten. Es gibt Platz für drei Gruppen für Unter-Dreijährige und zwei für Über-Dreijährige, also 30 U3-Plätze und 50 Ü3-Plätze, insgesamt 80 Plätze auf einer Netto-Raumfläche von 1.179 Quadratmetern.

Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung in der Stadt Aachen für das KiTa-Jahr 2024/2025, hier klicken, im Anhang schauen

Für mehr Infos, hier klicken

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Grüner Weg: Radweg zwar beschlossen, Baubeginn ist aber erst übernächstes Jahr

Eine Straße, die Chancen auf den Titel „kaputteste Straße von Aachen“ hat, das ist der Grüne Weg. Rechts und links von der Schlaglochpiste gibt es viele Firmen und Handwerksbetriebe. Wir befinden uns in einem Gewerbegebiet. Auch dort soll es neue Radwege geben.

Der obere, innenstadtnahe Teil vom Grünen Weg. Im Zuge der Umgestaltung müsste der Baum gefällt werden. Sehr bedauerlich.

Lang und breit und heftig wurde in den politischen Gremien und auch außerhalb darüber diskutiert, ob der Grüne Weg rechts und links Radwege haben muss und wenn ja, wie breit. Man muss wirklich sehr viel Geduld haben, wenn man sich (in seiner Freizeit) an so einem Diskussions-Prozess beteiligt.

Die Fahrbahn ist zur Zeit eine Rumpelstrecke allererster Kajüte, Parkstreifen und Gehweg desgleichen, alles kaputt. Der Parkstreifen wird verschwinden müssen zugunsten eines Radweges, 100 Parkplätze (stets zu rund 85 Prozent genutzt) werden fehlen. Ersatz sollte sich finden lassen.

Start der Umgestaltung soll allerdings frühestens 2026 sein. Mit einer Bauzeit von 2,5 Jahren wird gerechnet und mit Kosten von 9 Millionen Euro. Die Firmenchefs versuchten teils händeringend, den Beschluss zu verhindern. Dies mit Blick auf Kunden und Angestellte, die parken müssten, auf Firmenwagen, die ständig zum Anliefern und Abholen auf Firmengelände gelangen müssten und mit Blick auf die Sicherheit der Radler*innen selbst. CDU und FDP im Rat machten sich – soweit hier bekannt – stets umgehend die Argumente der Geschäftsleute zu eigen und prangerten den Wegfall von Parkplätzen an, konnten sich aber nicht durchsetzen.

Für mehr Infos hier weiterlesen: klicken

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Ziemlich vorbildlich: Autos, Räder und Fußgänger*innen bekommen den Platz, den sie brauchen

Eine gute Idee: Kunststoffpoller als Trennelemente. Von dieser Art Straßengestaltung kann Aachen ruhig noch mehr bekommen. Danke an alle in Politik und Verwaltung, die das gegen die Kraftfahrzeug-Lobby durchgekämpft haben. War bestimmt Schwerarbeit. (Blickrichtung stadteinwärts.)

Das ist mal eine Fahrradstraße in Aachen, eine Protected Bike Lane. Die Breslauer Straße hatten wir bei AachenNews irgendwie nicht auf dem Schirm, abgelegt unter: Mit dem Rad da nicht fahren, zu gefährlich und zu viele Hubbel.

Im Mobilitätsausschuss gab es im November 2021 einen Planungs- und Ausführungsbeschluss zur Stufe 1. Da wurde die Verwaltung mit der Planung und der beidseitigen Herstellung von Radverkehrsanlagen (Protected Bike Lanes) zwischen Dresdener Straße und Stolberger Straße beauftragt.

Heute quasi zufällig drauf gefahren! Ein Traum! Neben der breiten Fahrbahn für Pkw gibt es eine Fahrbahn für Räder, und daneben ist Platz für Fußgänger*innen. In Holland vielleicht nichts Besonderes, in Aachen purer Luxus. Und: Die Stäbe sind dehnbar, nicht starr. Da freut man sich, dass sowas in Aachen denn doch möglich ist.

(Blickrichtung stadtauswärts.)

Etwas Musik, (Soundtrack kann hier nur Bicycle Race von Queen sein) https://www.youtube.com/watch?v=r2lT4oE4DxE

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Graffiti in Aachen, so unterschiedlich

Südstraße? Wir wissen es nicht. Aber schön aussehen tut es sehr.
In der Horngasse gesehen. Karl ist dort kleiner als Lennet Kann und hat auch etwas wenig Text. Die beiden treffen sich auf dem Marktplatz. Rechts oben kommt noch der Heilige Geist herbeigeflogen. Was der da zu suchen hat? Keine Ahnung.

Etwas Musik, seit Jahrzehnten passend zur Urlaubszeit, die die schöne Textzeile „Bikini, Bikini, Bikini“ enthält: 

https://www.youtube.com/watch?v=MKw0X7nPmb8

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Großbaustellen in Aachen: Blue Gate weiter verwaist, an der Kasinostraße geht es voran

Der Neubau zwischen Kasinostraße und den Gleisen der Bahn, gesehen von der Burtscheider Brücke aus.

Wer lange nicht mehr die Burtscheider Brücke hochgefahren oder -gegangen ist, der steht und staunt: Ein großer Wohnkomplex ist in die Höhe gewachsen. Auf 6 Geschossen und insgesamt 9000 Quadratmetern Wohnfläche werden ab 2026 Menschen wohnen . . . wenn nicht, wie bei den 5 Bauwerken (Blue-Gate-Komplex) genau gegenüber, der Investor das Handtuch wirft.

Gegenüber von dem Gebäude – beim Blue-Gate-Komplex am Bahnhof – gibt es seit Juni wieder mal einen Baustopp. Die fünf imposanten Neubauten sind allerdings fast fertig, Ein Hotel, Wohnungen für Studierende, ein Bürogebäude und ein Fahrradparkhaus suchen einen Investor.

Bauherr ist an der Kasinostraße die Aachener GeWoGe, das ist eine Aktiengesellschaft und zugleich Aachens größtes Wohnungsunternehmen. Der Bestand an Wohnungen der GeWoGe wächst derzeit pro Jahr um etwa 100 Stück. Die GeWoGe verwaltet in Aachen 7.600 Wohnungen, davon etwa 5000 Einheiten im Eigenbestand.

Die GeWoGe investiert am Bahnhof 40 Millionen Euro. – 2026 wird Aachen dann 80 Wohnungen mehr plus 112 Wohnungen für Studierende und Auszubildende haben. Als Architekten verantwortlich zeichnen Vonhoegen GmbH/kadawittfeldarchitektur GmbH. 

Auf dem Dach wird es Photovoltaik-Anlagen geben, das Dach wird zudem begrünt. Außerdem hat der Wohnkomplex eine Tiefgarage und ein Fahrraddeck. Es entsteht ein Mix aus gefördertem und frei finanziertem Wohnraum sowie öffentlich geförderten Apartments. (s. hier und hier)

Aachen macht der Bezeichnung „Baustellen-City“ alle Ehre. Von der Burtscheider Brücke aus fotografiert.

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Etwas Musik, anlässlich der Olympischen Spiele in Paris, auf YouTube klicken: „Paris Is Burning“ von Ladyhawke.

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Neuer Feiertag (1922): 0815-Feierkonzept mit drei Ansprachen und Musik

Das Aachener Stadtarchiv stellt regelmäßig und dankenswerterweise interessante Stücke als Archivale des Monats vor. In diesem August zeigt das Archivale des Monats ein Konzept von Oberbürgermeister Wilhelm Farwick vom August 1922 für das geplante Programm der ersten Verfassungsfeier in Aachen.

Dazu teilt das Stadtarchiv die Quelle (Stadtarchiv Aachen, PRZ 12-102, Bl. 262) und die folgenden Hintergrundinfos mit:

Nach der Revolution im November 1918 arbeitete die frei gewählte deutsche Nationalversammlung eine neue Verfassung für das Deutsche Reich aus, die am 11. August 1919 in Kraft trat. Sie garantierte elementare Grund- und Freiheitsrechte, führte ein freies und gleiches Wahlrecht unabhängig von sozialem Status und Geschlecht ein und regelte die Abläufe der parlamentarischen Demokratie. Zwischen 1921 und 1932 wurde der 11. August als Nationalfeiertag festgesetzt.

Am 1. August 1922 verpflichtete der sozialdemokratische Innenminister Carl Severing die staatlichen Mittelbehörden, gemeinsam mit größeren Kommunen dezentrale Verfassungsfeiern vorzubereiten.  Seiner Vorstellung nach sollte es „Ansprachen und gegebenenfalls musikalische und deklamatorische Darbietungen“ geben, doch ließ er den örtlichen Veranstaltern „weitgehende Handlungsfreiheit“. Er ordnete jedoch an, die Bevölkerung einzubeziehen und insbesondere „die Organisationen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Handels- und Handwerkskammern, Innungen, Beamtenorganisationen usw.“ einzuladen. 

Kurze Vorbereitungszeit

Der Erlass ließ den Aachener Akteuren nur etwas mehr als eine Woche Zeit, um die Feiern vorzubereiten und mit den belgischen Besatzungsbehörden abzustimmen. Man entschied sich für einen Festakt im Krönungssaal des

Rathauses. Oberbürgermeister Wilhelm Farwick hielt das geplante Programm am 8. August in dem abgebildeten Konzept fest. Eingeladen waren über 900 Personen, die alle wichtigen Behörden, Justiz, Gewerkschaften, Kirchen, die jüdische Gemeinde, wirtschaftliche und berufsständische Organisationen, Politik und Presse repräsentierten. Der Anlass der Feier wurde durch die Aufstellung der schwarz-rot-goldenen Nationalflagge im Saal und die Beflaggung der öffentlichen Gebäude hervorgehoben.

Die Feier bestand aus drei Ansprachen. Da das Amt des Regierungspräsidenten vakant war, hielt dessen Stellvertreter Robert von Görschen die Eröffnungsrede. Eine Anregung Severings aufgreifend, würdigte er die Verfassung als ein Symbol der nationalen Einheit. Zugleich klagte er über Belastungen durch den Friedensvertrag von Versailles und Probleme der Grenzregion.

Die eigentliche Festrede hielt der stellvertretende Rektor der Technischen Hochschule, Professor Max Semper. Er war kein Staats-, Rechts- oder Politikwissenschaftler, sondern Geologe und Paläontologe. In einem betont sachlichen Ton fasste er den Inhalt der Verfassung zusammen und sprach über die Wichtigkeit einer verantwortungsvollen Staatsführung.

Oberbürgermeister Farwick beendete die Feier mit einem Hochruf auf Republik, Verfassung und Vaterland.

Festakt mit etwa 1000 Gästen 

Dieser Ablauf der ersten Feier diente ab 1924 als Vorbild für die kommenden Jahre. Mittelpunkt blieb der meist im Rathaus veranstaltete Festakt mit etwa 1000 Gästen.

Zur zehnjährigen Verfassungsfeier am 11. August 1929 lud der Regierungspräsident die Bevölkerung zusätzlich zu einer Feier ins Waldstation ein. Aus demselben Anlass rief ein Bündnis republikanischer Organisationen um das Reichsbanner „Schwarz-Rot-Gold“, SPD, Gewerkschaften und Deutsche Friedensgesellschaft zu einem Fackelmarsch auf. Oberbürgermeister Wilhelm Rombach lud Reichspräsident Paul von Hindenburg zur Feier nach Aachen ein und erhielt die Zusage zu einem Besuch an einem anderen Datum im folgenden Jahr. 

Demokratie ausgehebelt

Die Verfassungsfeiern waren immer auch Spiegel der politischen Verhältnisse. Das Bekenntnis zur Demokratie wirkt selbst in Festreden zuweilen oberflächlich; im Einzelfall trugen Redner auch zu Verfassungsfeiern autoritäre und nationalistische Gedanken vor. Auch Max Semper, der Festredner von 1922, wandte sich bereits während der Weimarer Republik der sogenannten „Rassenkunde“ zu. Und nach wenigen Jahren zeigten sich fatale Schwachpunkte innerhalb der Verfassung, da sie es dem Reichspräsidenten ermöglichte, mit Notverordnungen autoritär zu regieren. Ab 1930 hebelte Hindenburg die parlamentarische Demokratie auf diese Weise aus, bevor er mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 den Übergang in die NS-Diktatur einleitete.

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Oberbürgermeisterin begrüßt 164 Nachwuchskräfte. Sie alle lernen, dass und wie Aachen funktioniert

Das würde den Rahmen sprengen, wenn man alle Tätigkeitsfelder aufführen müsste, in denen die Stadt Aachen ausbildet. Neu unter anderem: 10 Personen beginnen bei der Stadt das duale Studium soziale Arbeit in Kooperation mit der Katholischen Hochschule. Foto: Stadt Aachen/David Rüben

„Herzlich willkommen im Team Stadt. Ich freue mich, dass Sie da sind!“ Mit diesen Worten hat Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen kürzlich im Rathaus über 120 neue Nachwuchskräfte begrüßt. Die insgesamt 164 neuen Auszubildenden in den Bereichen Verwaltung, Erziehung, dem gewerblich-technischen Bereich und bei der Feuerwehr zeigen wie wichtig der Stadt Aachen Nachwuchsförderung in vielen verschiedenen Ausbildungsberufen ist. 

Mehrere Dezernenten freuten sich über so viele Nachwuchskräfte. Unter anderen natürlich besonders Heinrich Brötz, Dezernent für Bildung, Jugend und Kultur. Er begrüßte insbesondere die große Gruppe der angehenden Erzieher*innen, Kinderpfleger*innen und Berufspraktikant*innen an den Offenen Ganztagsschulen und Kitas. Der Mangel an Fachkräften ist bekanntlich in Aachen – wie überall in NRW – ein großes Problem, von dem berufstätige Eltern direkt und fatal betroffen sind.

Im Erzieherbereich sind 56 Personen eingestellt worden, davon 35 Nachwuchskräfte, die eine praxisintegrierte Ausbildung – PiA/Erzieherin (26) und PiA/Kinderpflege (9) – beginnen und elf Erzieherpraktikant*innen im Anerkennungsjahr. Erstmals – und das ist als ein Erfolg aller Beteiligten zu verbuchen – beginnen zehn Personen das duale Studium soziale Arbeit in Kooperation mit der Katholischen Hochschule.

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