In der ehemaligen Bahnkantine: Anlaufstelle für Wohnungslose

Obdachlose sind in Aachen den Leuten aus Politik und Verwaltung absolut nicht gleichgültig. Im Gegenteil: Man kümmert sich und investiert – jedenfalls mehr als in anderen Kommunen (s. Würselen)

In der Reumontstraße in Nähe der Burtscheider Brücke hat die ehemalige Bahnkantine eine neue Bestimmung erhalten. Dort wurde schon seit Anfang des Jahres ein Café und es wurden Unterkünfte für wohnungslose/suchtkranke Personen eingerichtet.

Obdachlose, deren Zahl immer mehr steigt, gingen zuletzt in der Kirche St. Peter (am Bushof) ein und aus, waren dort willkommen. Das ist längst nicht mehr der Fall, die Caritas musste neu planen. Das „Café Plattform“, wo man essen, reden und sich treffen kann, ist jetzt in der Reumontraße 3 angesiedelt. Die ehemaligen DB-Räume sind bestens geeignet.

Nebenan gibt es: 8 Schlafstellen für Frauen, bzw. Notschlafstellen (für 43 Männer) für Wohnungslose und Suchtkranke, medizinische Ambulanz und Beratung. Alles unter einem Dach, jedoch nur für 3 Jahre, so ist es geplant. Bis dahin sollen die Räume in der ehemaligen Schule in der Beginnenstraße (ist quasi Hochschulviertel) umgebaut sein und dieser Bevölkerungsgruppe zur Verfügung stehen.

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Fahrbahnsanierung Aachener Straße: Zufahrten teils nur „bedingt erreichbar“

Der Aachener Stadtbetrieb lässt auf einem Abschnitt der Aachener Straße die Asphaltdecke sanieren. Dies betrifft den Bereich zwischen Nerscheider Weg und Aachener Straße Hausnummer 135. Die Arbeiten beginnen am Montag, 10. Juli, und werden voraussichtlich bis Freitag, 4. August, abgeschlossen sein.

Hierfür ist es erforderlich, dass der betroffene Bereich komplett gesperrt wird. In dieser Zeit sind die Hof- und Garagenzufahrten für Anwohner*innen bedingt erreichbar. Die Gehwege bleiben weiterhin frei, Fahrradfahrer*innen werden gebeten, ihr Fahrrad über den Gehweg zu schieben.

Die Anwohner*innen werden von der Baufirma über die Arbeiten informiert. Von dieser erfahren die Anwohner*innen auch kurzfristig den genauen Zeitraum, in dem kein KFZ-Verkehr im beschriebenen Baubereich zugelassen werden kann, weil die Fahrbahndecke angespritzt wird. 

Es wird dringend empfohlen, die angespritzte Fahrbahnfläche nicht zu betreten, da die Gefahr besteht, dass die Kleidung dauerhaft verschmutzt wird. Gleiches gilt für das Befahren mit Fahrzeugen. Das Parken auf den Gehwegen ist während der gesamten Bauzeit untersagt.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Polizei bekommt Tipp und vermutet: Fahrraddiebe am Werk

In Aachen, wo außer den Studierenden zunehmend auch ältere Semester auf Rädern unterwegs sind, werden täglich Drahtesel geklaut. Manchmal auch nur Teile von Rädern. Foto: AachenNews Archiv

Am späten Sonntagabend (2. Juli) hat die Polizei gegen 23.35 Uhr sechs gestohlene E-Bikes in Eschweiler gefunden und sichergestellt.

Die Polizei wurde zuvor aufgrund eines Hinweises auf zwei Personen aufmerksam, die sich in der Wohnung in der Kambachstraße aufhielten. Die Hinweisgeberin gab den Beamten gegenüber an, dass sich in der Wohnung mehrere gestohlene E-Bikes befinden würden.

Im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung bestätigte sich dieser Hinweis. Die Polizei entdeckte sechs – augenscheinlich zuvor gestohlene – E-Bikes, Fahrräder und Fahrradeinzelteile, die sichergestellt wurden. Die spezielle Ermittlungsgruppe der Polizei (EG Bike) „wird nun im Rahmen der weiteren Bearbeitung versuchen, die ursprünglichen Besitzer zu ermitteln“, so war zu erfahren.

Die Tatverdächtigen sind 32 und 38 Jahre alt. Sie konnten nach Sachverhaltsaufnahme und Identitätsfeststellung vorerst wieder gehen. Die beiden Männer bekommen allerdings in Kürze mächtig Ärger. Gegen sie wird wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Diebstahls ermittelt. (lf)

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Fünf Wochen lang wieder Sand satt zwischen Dom und Rathaus

Es wurden 160 laufende Meter Balken verlegt und mit 200 Schlossschrauben festgedreht, mit vier Kipplastern wurde Sand angefahren, der in der 324 Quadratmeter großen Holzkonstruktion verteilt wurde.  Fotos: Stadt Aachen/Jane Kaimer

Der Archimedische Sandkasten ist vergangenen Freitagmorgen, 30. Juni, wieder innerhalb weniger Stunden auf dem Katschhof aufgebaut worden. Pünktlich standen die ersten Kinder mit Schaufeln und Eimern bereit, um direkt in einen Teil der insgesamt 150 Tonnen Spielsand einzutauchen.

Bis einschließlich Sonntag, 6. August, wird der Sandkasten vom Stadtbetrieb betreut, unter anderem werden Spielplatzkontrolleure jeden Morgen den Spielsand rechen und auf Verunreinigungen kontrollieren. Der Sand wird nach dem Abbau des Sandkastens eingelagert und über das Jahr auf Spielplätzen im Stadtgebiet verteilt.

Wesentlich zum Erfolg des Archimedischen Sandkastens – ein Projekt im Rahmen des Future Lab Aachen (um mit den Hochschulen und der Stadt Aachen die Wissenschaftsstadt Aachen sichtbarer zu machen) trägt die Archimedische Werkstatt bei, geleitet von der Bleiberger Fabrik.

Besuch in der Versuchshalle

Thematisch und fachlich wird die Archimedische Werkstatt in diesem Jahr vom Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft (IWW) der RWTH Aachen beraten. Dazu gehört unter anderem ein Besuch in der wasserbaulichen Versuchshalle des Instituts, wie Ina Schulte, wissenschaftliche Mitarbeiterin, erläutert: „Unsere Versuchshalle ist etwa sieben Mal so groß wie der Sandkasten. Dort werden wir den Kindern den aktuellen Forschungsstand zeigen, und die Begeisterung für Wasserthemen wecken.“

Mitarbeiter*innen des IWW werden auch am Aktionstag teilnehmen, der im Rahmen des Future Lab Aachen am Freitag, 28. Juli, von 10 bis 17 Uhr auf dem Katschhof stattfindet. Und: Die Musikhochschule wird zum Abschluss des Aktionstages ein kleines Konzert anbieten, das im vergangenen Jahr bereits bei toller Atmosphäre sehr gut angekommen ist.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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13./14. Juli 1943: Bomben fallen auf Aachen, eine Kirchturmspitze stürzt ein

Die untere Adalbertstraße, auf der im Herbst 1944 zwei amerikanische Soldaten patrouillieren. Foto: Stadtarchiv Aachen, SLG 101-24 und Fotosammlung XXV.8

Im Juli 2023 zeigt die Serie „Archivale des Monats“ ein Foto der Adalbertstraße, auf der zwei amerikanische Soldaten im Herbst 1944 patrouillieren. Im Hintergrund: St. Adalbert mit der fehlenden Turmspitze. Der Fotograf ist unbekannt, gehörte aber zum US-Militär. Das Stadtarchiv hat wieder in seinen gigantischen Vorrat alter Dokumente gegriffen und präsentiert ein Foto aus Kriegszeiten. Folgendes wird mitgeteilt:

In der Nacht vom 13. zum 14. Juli 1943 warfen ab 1.45 Uhr etwa 200 alliierte Flugzeuge für rund eine Stunde ihre Bomben auf Aachen ab. Weit über 100.000 Brand-, Phosphor- und andere Bomben fielen auf das Stadtgebiet nieder, 294 Menschen starben, 745 Personen wurden verletzt.

Der Luftangriff zerstörte und beschädigte zahlreiche Gebäude in der Stadt, unter anderem das Rathaus, den Elisenbrunnen, das Theater, das Marschiertor, aber auch viele Kirchen, darunter St. Adalbert. Die Kirchturmspitze stürzte ein, das Dach brannte ab und die Kirche brannte aus. Sie wurde nach dem Krieg aufwendig wieder aufgebaut.

Die Ereignisse dieser Bombennacht sind in einem Augenzeugenbericht von Kaplan Paul Wipperfürth festgehalten (s. unten), der im Stadtarchiv aufbewahrt wird und sehr eindrücklich das Erleben eines so großen Luftangriffs beschreibt. Wipperfürth schrieb seine Erinnerungen an diese Nacht im August 1947 nieder.

Nach dem Ende des Angriffs versuchte Kaplan Wipperfürth unter anderem den Brand des Kirchengebäudes zu verhindern, was nicht gelang. Es gelang den Bewohnerinnen und Bewohnern des Adalbertsbergs aber, die Häuser des Adalbertstiftes, wenn auch hier und da beschädigt, zu retten und damit wertvollen Wohnraum

Die stundenlangen Rettungs-, Sicherungs- und Aufräumarbeiten unmittelbar nach dem Bombenangriff verlangten den Betroffenen alles ab: „Jetzt erst [gegen 9.30 Uhr] konnten wir uns etwas ausruhen, wir waren todmüde. Hatten noch nichts gegessen oder getrunken. Die Augen schmerzten zum Wahnsinnigwerden, die Gesichter bedeckt mit einer dicken Schmutzkruste, die Haare verklebt von Schweiß und Dreck, Brandblasen an den Händen, Brandlöcher in den Kleidern. Kein Wasch-, kein Trinkwasser. Ein kräftiger Schluck Cognak half uns etwas auf die Beine. Dann ging es gemeinsam . . . zur Rettungsstelle im Milchhäuschen am Kaiserplatz. Sanitäter träufelten uns eine lindernde Flüssigkeit in die Augen. Wir konnten fast nicht mehr sehen.“

Aachen wurde in der Folge noch viele Male von weiteren Luftangriffen getroffen, darunter der Großangriff vom 11. April 1944 mit 350 Flugzeugen, der 1.525 Menschen das Leben kostete, weitere 969 wurden verletzt. Erst nach wochenlangen Kämpfen im September/Oktober 1944 endete der Zweite Weltkrieg in Aachen mit der Kapitulation der deutschen Truppen am 21. Oktober.

Quelle: Stadtarchiv Aachen

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Das fehlt uns noch: ein Sportpark in der Soers

Bei der Eröffnung des CHIO 2023 in Aachen. Dort ging es dieses Jahr very british zu.

Was ist los in Aachen, worüber kann man ein paar Worte verlieren, was soll am besten jede/r wissen und was sollte totgeschwiegen werden? Wir sind im Urlaubsmodus und wissen es auch nicht, haben uns aber mal unkritisch in die Soers begeben. Dort haben wir uns weite Teile des CHIO angesehen und sind dabei ins Grübeln gekommen . . . z. B. über den neuen Sportpark. 

Mindestens seit 10 Jahren wünscht man sich in Aachen einen sog. Sportpark. Also eine ausgedehnte Anlage für beides: Spitzensport (Volleyball, Reiten) und jede Menge Breitensport. Die neue Anlage mit Multifunktionshalle soll an der Krefelder Straße gebaut werden, wo zunächst aber das alte Polizeipräsidium (s. Foto) niedergelegt werden muss. Kosten für den Abriss: 4 bis 5 Millionen Euro, der Kasten ist asbestverseucht. 

Wenn alles gut geht, bekommt Aachen für den neuen Sportpark sagenhafte 40 Millionen Euro aus dem Topf „Strukturmittel für das Rheinische Revier“. Das

Geld soll der Region helfen, nach dem Ende des Braunkohleabbaus eine gewisse Umorientierung zu schaffen. Es ist Geld aus öffentlichen Kassen, das in Aachen längst nicht jede/r Kommunalpolitiker annehmen möchte. So sehr vom Braunkohleabbau betroffen sei man doch gar nicht, sagen die Zweifler. Und: Andernorts würden die Braunkohle-Reparatur-Millionen dringender gebraucht. 

Der Sportpark ist ein ehrgeiziges Projekt, die Pläne liegen bereits in der Schublade. Eng einbezogen ist der Reitsportverein ALRV, der längst über ein Olympia-taugliches Stadion verfügt, aber für die Voltigierer eine neue Halle errichten möchte. Diese neue Reithalle samt Technik (und Umgebung) würde schon mal 20 Millionen Euro von den 40 verschlingen, und der ALRV müsste noch was zuschießen, so anspruchsvoll wird bei den Reitsportfans (u. a. wegen der Reit-WM 2026, Bewerbung geplant) gedacht. 

Das ist auch gut so, denn außer mit dem Karlspreis und der RWTH ist Aachen nur noch mit dem CHIO in der Welt bekannt und berühmt. Also dann: dem Sport ein Chance.

An 10 Tagen gibt es beim CHIO Pferdesport in 5 Disziplinen auf Weltmeister-Niveau. Gastland ist 2023 Großbritannien. Den Eröffnungsabend gestalteten die Engländer.
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Überraschung zum Ende der Heiligtumsfahrt: Woelki bleibt in Köln

Geht heute zu Ende: Die zum Schluss reichlich turbulente Heiligtumsfahrt in Aachen.

Die große und feierliche Open-air-Messe bei der Heiligtumsfahrt am Sonntag ging überraschend ohne Kardinal Woelki und folglich auch ohne größere Proteste über die Bühne. Sogar der Mädchenchor erschien komplett, soweit zu erkennen war. Sonntag gab es Applaus für Bischof Helmut Dieser. Heute geht das 11-tägige, kirchliche Fest zu Ende.

Viele, wohl mehr als 100.000 Menschen, haben sich daran erfreut. Noch mehr hat es gleichgültig gelassen oder sogar genervt. Aber die Begeisterung derjenigen, die dort mitfeierten, war mit Händen zu greifen und sei auch jede*m gegönnt. Allein an der Person des Kölner Kardinals schieden sich – wegen seiner Rolle bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle – die Geister. Mit ihm zusammen auf einer Bühne stehen? Das wollten/durften am Ende nur 54 des 120 Mädchen (alle zwischen 10 und 18 Jahre alt) umfassenden Chores.

Woelki sprach in einer im Internet veröffentlichten Rede vom Brücken bauen und davon, sich gegenseitig bei allen Unterschieden auszuhalten. Man fragt sich beim Anhören dieser Ansprache, ob der Kardinal wirklich zu 100 Prozent erfasst hat, was den Missbrauchsopfern tatsächlich angetan worden ist. Man muss daran zweifeln, dass er versteht, was für eine zivilisatorisch grauenhafte Tat es ist, Kindern das anzutun, was die Priester getan haben. Und: Einzelfälle mag es überall geben, aber ein systematisches, strukturelles Ermöglichen von Straftaten, dazu bedarf es einer ganz besonderen Bösartigkeit.

Heute wird die Heiligtumsfahrt beendet, die Reliquien werden wieder eingeschlossen. Die sog. Verschließungsfeier beginnt um 18.30 Uhr im Dom und wird auf den Katschhof übertragen. Ein derartiges Fest, das auch einen schönen internationalen Charakter hatte, wird es erst wieder in 5 Jahren geben. Dann ist der 7-Jahres-Rhythmus wieder hergestellt. Ob dann in der Kirche die Bischöfe und der Papst noch immer mit einer so übergroßen, nichts Gutes bewirkenden Machtfülle ausgestattet sein werden, das darf bezweifelt werden.

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Auch die FAZ hat berichtet. Hier klicken.

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Jetzt auch noch Künstler-Protest gegen Woelki

Nach dem Mädchen-Protest jetzt auch noch ein Künstler-Protest bei der Heiligtumsfahrt in Aachen.

Bei der Heiligtumsfahrt soll Sonntag, 11 Uhr, der Kölner Kardinal Rainer Woelki auf dem Katschhof eine feierliche Messe lesen*. Darüber ist nicht jede/r froh. Der Aachener Maler Roland Mertens protestiert mit einem Bild, das Domkeller-Chef Milos Sous im Hof – an prominenter Stelle – aufhängen ließ.

Woelki ist landauf, landab unbeliebt. Er hat sich im Missbrauchsskandal – gelinde gesagt – ungeschickt verhalten. Der Vorwurf (den Woelki bestreitet): Priester, von denen ihr verbrecherischer Umgang mit Kindern bekannt war, soll er gedeckt und ihre Straftaten zu vertuschen versucht haben. Diese Priester wurden wieder und wieder ausgerechnet in der Seelsorge eingesetzt, wo sie besonders leicht Zugang zu Kindern hatten.

Die Kirche hat jede Menge Arbeitsplätze in der Verwaltung, in der Hostienbäckerei, in Altenheimen, in Bibliotheken und Archiven, wo man Kindern nicht begegnet. Es ist ein Rätsel, weshalb die leitenden Figuren in der katholischen Kirche die Sexualstraftäter immer wieder auf Posten versetzten, wo die Arbeit mit Kindern unumgänglich ist. So sollen sie „Beihilfe zum Missbrauch“ geleistet haben. Aus Dummheit kann es nicht geschehen sein.

Geschiedene Chefärzte oder ohne Trauung zusammenlebende Paare wurden entlassen. Da war die Kirche aufmerksam, streng und konsequent. Warum nicht hinsichtlich derjenigen, die Schutzbefohlene mißbrauchten?

Das Bild von Roland Mertens zeigt den Kardinal, wie er mit Messdienern jongliert. Er breitet die Hände zum Segnen aus, schaut verzückt, aber er wirbelt dabei wie im Spiel die Kinder durch die Luft. Woelki wird vorgeworfen, Entschädigungszahlungen an die Opfer der Priester nur zögerlich weitergeleitet zu haben. Man hat mittlerweile schon den Überblick verloren, was ihm alles vorgeworfen wird. Der Kardinal bestreitet – soweit bekannt – alle Vorwürfe und fühlt sich zu Unrecht vor Gericht gezerrt.

Menschen, die sich an Kindern vergreifen

Die Staatsanwaltschaft ist bezüglich der Priester von einer seltsamen Beißhemmung befallen. Dass einmal kistenweise Dokumente in einem Archiv beschlagnahmt würden, darauf wartet die Öffentlichkeit vergebens. Man wundert sich, dass die katholische Kirche (eine schmierige, kriminelle Vereinigung, in der es eine geordnet betriebene Frauenfeindlichkeit gibt) in Deutschland noch legal ist und staatliche Privilegien genießt. Dort wurde über Jahrzehnte systematisch Kindesmißbrauch betrieben, und die Täter wurden institutionell gedeckt.

Hätte sich derartiges in einer Koranschule ereignet, wäre die gesamte Bagage längst im Knast. Warum wird den Priestern der kath. Kirche eigentlich noch so viel Respekt entgegengebracht?

*Protest wirkt. Bleibt Woelki vielleicht doch in Köln und der Heiligtumsfahrt fern? Der Aachener Bischof Helmut Dieser soll den Kardinal gebeten haben, an der heiligen Messe am morgigen Sonntag (18. Juni) wegen befürch­te­ter Störungen nicht teil­zunehmen.

UPDATE: Tagesschau berichtet über die Absage

s. auch Bericht im WDR

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Interessanter Kurs: Auf dem Rad sicher durch die Autostadt Aachen

Carola Schewe und Bernd Müllender bieten am Samstag, 17. Juni, einen VHS-Kurs über das Radfahren in Aachen in Theorie und Praxis an. Die beiden zeigen, wie man selbstbewusst sicher durch die Autostadt Aachen kommt.

Mehr zu dem ungewöhnlichen Kurs gibt es hier.

Es ist mit lehrreichen Infos und – in angemessenem Rahmen – einiger Unterhaltung zu rechnen. Schewe und der Journalist Müllender möchten zur Sicherheit der Personen beitragen, die sich auf Fahrrädern durch Aachen bewegen. Und sie möchten mehr Menschen aufs Rad locken.

Ein Beispiel: Auf dem Rad sollte man nicht schüchtern ganz weit rechts fahren, ob da nun sogenannte Sicherheitsstreifen aufgepinselt sind oder nicht. Damit steige, sagen die beiden Kursleiter, die Gefahr von fürchterlichen Dooring-Unfällen durch unachtsam geöffnete Autotüren. Gleichzeitig ermuntere man Autofahrer*innen, sich links noch überholend vorbeizuquetschen.

„Im Idealfall gehören Radelnde eher mittig auf eine Fahrspur als wären sie ein Auto, um zu zeigen: Hallo hier bin ich, nimm mich wahr, es ist dein Problem Autolenker, wenn du mit so einem großen Fahrzeug nicht vorbeikommst.“

Auf der Stolberg Straße. Zum richtigen Verhalten auf bzw. neben derartigen Streifen werden sich die Kursleiter vermutlich äußern. Foto: AachenNews Archiv

Durch falsches Verhalten lösen Personen auf dem Rad unter Umstände folgende Einstellung bei Pkw-Fahrer*innen aus: „Ach, dieses bewegliche Kleinhindernis da rechts können wir einfach ignorieren.“ Auf dem Rad brauche man Nerven und Selbstbewusstsein. Das wollen Schewe und Müllender vermitteln.

Hinweis: Anders als in der VHS-Info erwähnt, wird alles kompakt am Samstag, 17. Juni, von 10 bis 15 Uhr stattfinden. Zunächst in Raum 214 der Volkshochschule in der Peterstraße, dann on the road über diverse Problemstraßen und angenehme Ecken. Der zunächst geplante Extra-Freitagsteil entfällt.

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Politik trifft Kindertagespflege

Sie verfügen über eine Menge Lebenserfahrung. Sie haben schon eigene Kinder großgezogen, und sie ziehen die selbstständige Beschäftigung mit kleinen Kindern einem Angestellten-Dasein vor. Die Rede ist von Kindertagespflegepersonen, früher Tagesmütter genannt. 60 von ihnen haben sich in der Interessengemeinschaft Kindertagespflege Aachen e. V. zusammengeschlossen.

Mit ihrem Vorsitzenden Jörg Somaraki hatten sie am Mittwoch Vertreter*innen aller im Rat aktiven Parteien eingeladen, um sich und ihre Arbeit einmal vorzustellen und unter anderem die Frage zu erörtern, wie die allgemeine Kinder-Betreuungskrise in den Griff zu bekommen sei. Dabei konnte man erfahren, dass die Kindertagespflege (KTP) für die Kinder (alle U3), für ihre Eltern und die Tagespflegepersonen (KTPP) selbst eine rundum gute Sache ist. 

Bis zu 5 Kinder werden in der Tagespflege im privaten Bereich oder in einer angemieteten Wohnung intensiv betreut. Die Tage werden flexibel gestaltet, es gibt eine geschwisterähnliche Situation und die enge Bindung, die kleine Kinder brauchen, kann besser als in einer Kita (wo manchmal insgesamt 100 Kinder betreut werden) entstehen.

Den politischen Vertreter*innen von Grünen, SPD, FDP und Zukunft wurden die Ergebnisse einer Eltern-Befragung vorgestellt. Dieser ist zu entnehmen, dass unter anderem intensive Zuwendung der Betreuungsperson und die familiäre Umgebung dazu führen, dass sich etliche Eltern in Aachen bewusst für die Tagespflege entscheiden. Die Befragung ergab zudem eine große Zufriedenheit der Eltern mit den Leistungen der Tagespflege in Aachen.

Etwa 150 Pflegepersonen betreuen in Aachen rund 600 Kinder. Sollten es zur Entlastung der Kitas mehr werden, so wäre es möglicherweise von Vorteil, die Regelungen hinsichtlich Urlaub und Krankheit für die Kindertagespflegepersonen etwas großzügiger zu gestalten. Doch darum ging es bei diesem ersten Treffen von Politik und KTPP nur am Rande. 

Die Politik interessierte sich für die Frage: Wie sieht es aus mit der Qualifikation? 300 Stunden Ausbildung, ein Praktikum, ständige Weiterbildungen und jahrelange Erfahrung können die KTPP nachweisen. Außerdem gebe es bei Bedarf Fachberatung durch die Stadt Aachen. Ob da aus Büchern angelesenes Wissen mithalten könne, die Frage müsse man sich stellen. Berufserfahrung, so die einhellige Meinung der KTPP, sei „ein wichtiges Qualitätsmerkmal“

Was oft vergessen wird: Kindertagespflege ermöglicht es Müttern, berufstätig zu sein. Beim gegenwärtigen Fachkräftemangel sollte das bedacht werden. Eine Person, die 5 kleine Kinder betreut, stellt dem Arbeitsmarkt u.U. 5 Arbeitskräfte zur Verfügung.

Luden zum Gespräch in die Kindertagespflegestelle „Peppino“ in Eilendorf ein: Kindertagespflegepersonen der IG mit ihrem Vorsitzenden Ingo Somaraki (hinten, Mitte).

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Was ist Kindertagespflege? hier lesen

Kindertagespflegeportal IG Aachen

Kindertagespflege in der StädteRegion

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