Christentum und Grundgesetz

An dieser Stelle könnte man mal ein paar Worte zum Thema Religion verlieren ;-)).

Das Thema wird ja nämlich seit Jahren langsam, langsam immer wichtiger. Jüngst war von Christentum und Grundgesetz die Rede, und ob das eine mit dem anderen was zu tun hat.

Es gibt ja Leute, die sagen, man müsse Gesetze auf der einen Seite und Religion und Moral auf der anderen Seite strikt getrennt halten und getrennt sehen.  Gesetze hält man ein, weil man sich an das halten will, was man sich selbst ausgedacht hat und wo man übereingekommen ist, sich danach zu richten.  Bei Moral und Religion wäre das anders, so heißt es. Religiöse Vorschriften  gelten als von Gott gemacht, also von einer höheren Instanz, und man habe sich an diese Vorschriften zu halten, weil sie eben von jemand kommen, der bedeutender ist als alle Menschen. Bei der Moral ist es so, dass gesagt wird, moralische Vorstellungen sind langsam irgendwie gewachsen,  sie sind nicht in einem Akt der Selbstbestimmung und Übereinkunft von Menschen ausgedacht und ausgewählt. 

Insofern hätten quasi das Grundgesetz  und das Christentum als Religion nichts miteinander zu tun. Zumal das Grundgesetz auch noch eine Art Ausfluss der Aufklärung sei, einer Denkrichtung, die die Vertreter der christlichen Religion seinerzeit wie blöde bekämpft haben.

So. Jetzte mache ich mich mal ziemlich unbeliebt. Denn ich bin der Ansicht, dass dem Grundgesetz und dem Christentum dieselben grundlegenden Gedanken angehören. Und dass die Aufklärung selbstverständlich im Christentum angelegt ist. Dass das Christentum, so wie es „gebaut“ ist, vom Menschen verlangt, dass er sich gefällig seines Verstandes bedient, sich aus selbstverschuldeter Unmündigkeit befreit, dass Gott genau  das von  uns dringend fordert. 

Der Gott der Christen ist zweifellos traurig, wenn ein Mensch sich nicht aus selbstverschuldeter Unmündigkeit befreit. Wie man es uns  Kindern erklärte: „Jetzt habe ich euch“, so sagt Gott, „schon den Verstand gegeben, jetzt müsst ihr ihn aber auch mal einsetzen“. 

Na ja. Andere Religionen haben diesen Impetus, diesen ausdrücklichen Bezug zum Gebrauch des Verstandes nicht.

Ganz blöd ist es übrigens, das Christentum mit der katholischen oder der evangelischen Kirche gleichzusetzen. Hahaha. Nur weil  ein paar Hansel in Rom oder sonstwo behaupten, sie allein hätten alle Rechte an dem Wort Gottes, hätten allein die Deutungshoheit, sollen wir tun, was sie so immer an uns rantragen. Eben nicht.

Das Christentum ist nicht deshalb schlecht, weil eine komische Gruppe von Männern es für sich benutzt, um Macht zu bekommen und Geld und um über das Leben anderer zu bestimmen.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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