Schade: Abschied von den kleinen Karls

Die letzten Flyer sind schnell weggegangen, bald wird der Katschhof wieder leer sein.

Die letzten Flyer sind schnell weggegangen, bald wird der Katschhof wieder leer sein.

Nach nur zwei Wochen ist die Open-air-Ausstellung „Mein Karl 2014“ beendet. Morgen, 28. April, werden die Karls-Plastiken weggeräumt. Nach einer wirklich sehr kurzen Zeit . . . für eine derartig aufwendige Ausstellung, die auf so viel Interesse gestoßen ist.
Normalerweise ist da eine kleine Verlängerung fällig. Aber die ist wohl deshalb nicht drin: Der Katschhof muss frei sein, weil am 30. April die Bundeskanzlerin dort Werbung für die CDU machen wird. Die Kommunalwahl und die Europawahl sind wichtiger. Also weg mit der Kunst.
Das ist schade, aber es konnte auch niemand vorausahnen, dass die Minikarls so gut ankommen würden. Die kleine Schar derjenigen, die die Karlsplastiken geschmacklos oder bescheuert fanden, hat sich in ein paar Leserbriefen geäußert und das wars. Dabei ist in Aachen die Gruppe derjenigen, die die Karlsverehrung für übertrieben, für ohne Maß und ohne Ziel halten, gar nicht so klein.

Ein "Karl der Große" über den man lachen kann.

„Karl der Große“ einmal so, dass man über ihn lachen kann.

Doch was der Künstler und Professor Ottmar Hörl aufbauen ließ, hat ironische und Karl gegenüber despektierliche Aspekte: Den „Heiligen“ in Plastik, zurückgestutzt auf 110 Zentimeter, dazu wie ein billiges Spielzeug vervielfältigt und im Freien zu präsentieren . . . Das hat mir gut gefallen.

Karl der Große war ein besonders grausamer Mann, er hat 35 Jahre gegen seine Nachbarn Krieg geführt und seine Gegner ungewöhnlich brutal gedemütigt. Er war niemals barmherzig, und das Gute, das er zum Ende seines Lebens tat, tat er einzig aus Angst. Aus purer Angst  vor der Strafe im Jenseits. Das Jüngste Gericht war damals eine Tatsache, ein Fakt, an dem niemand zweifelte.
Karl hat viele Menschen eigenhändig umgebracht, rasend vor Mordlust. 4500 Menschen (im heutigen Niedersachsen?) mussten sterben, einfach nur, weil sie den Glauben ihrer Väter und Vorväter nicht ablegen wollten. Karl hat sich massenhaft an den Heiligtümern seiner Feinde vergriffen. Der soll uns ein Vorbild sein? Karl sollte wirklich eher „Karl der Schreckliche“ heißen, wie es jetzt in Aachen eine „Bürgerinitiative gegen die Karlsverehrung“ vorschlägt.

 Gnade und Barmherzigkeit, das sind Tugenden auf die man, selbst wenn man dem Christentum nicht viel abgewinnt, immer noch mit Freude schauen kann. Gnade und Barmherzigkeit kannte Karl schon nicht, als er seinen Bruder und später seine beiden Neffen umbringen ließ. Wiewohl diese Verbrechen nicht wirklich belegt sind, jedoch diese Personen spurlos verschwunden sind.
Das Ausrotten der Andersgläubigen, dafür ist der Franke Karl ein Vorbild.

Sehenswert:

 

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