Fußball, philosophisch betrachtet – Und in das Stadion kommt Leben rein

Links: das Trianel-Hauptgebäude, rechts: das Alemannia-Stadion, wo im Winter das Aachener Spielcasino einziehen wird.

Links: das Trianel-Hauptgebäude, rechts: das Alemannia-Stadion, wo im Winter das Aachener Spielcasino einziehen wird.

Von der Weltmeisterschaft und dem Fußballspiel im Allgemeinen habe ich neuerdings ein besonders tiefes Verständnis erlangt. Ich habe eine Veranstaltung des Instituts „Logoi“ besucht, und ich kann nur sagen: Wieder mal haben zwei kluge Leute und das interessiert fragende Publikum mich dort bestens informiert und dazu noch prima unterhalten. Das Fußballspiel wurde philosophisch durchleuchtet und die Frage beantwortet, warum wir uns beim Anblick der Kämpfe so aufregen – mal in Freude, mal in Wut geraten.

Vorgestellt wurde eine Kombination von philosophischen Aspekten, die – alle zusammengenommen – vieles mehr als nur oberflächlich erklären.

Fußballspielen, das ist nicht Hochkultur, da wird mit den Füßen agiert, unter anderem mit Kraft und Tritten kommt man zum Sieg.

Eigentlich meinen wir, dass wir nur mit der Sprache und dem Denken zu Erkenntnis kommen. Doch der Fußball zeigt uns, dass es auch eine Erkenntnis  durch Körperlichkeit gibt. Nicht nur: Ich bin, weil ich denke/zweifle. Sondern auch: Ich bin, weil ich stolpere. Und das ist reizvoll.

Zusätzlich ist das Wir-Gefühl vorhanden, es wird in wirklich großen Menschenmassen gejubelt und gelitten. Das Wir-Gefühl lässt sich im Fußball genießen, ohne dass ich mich selbst auflöse und in der Masse verschwinde. Das Fußballspiel zeigt, dass sich ein Wir-Gefühl erleben lässt, ohne dass dabei – wie im Nationalsozialismus – der Einzelne in der Masse untergeht. Ich empfinde das Wir-Gefühl und habe zugleich den Eindruck, ein einzigartiges Individuum zu sein. „Wir spielen heute in Rio“, das kann man bei einem Spiel der Nationalmannschaft sagen. Aber „Wir spielen heute in Rio“ sagt man nicht, wenn Simon Rattle und sein deutsches Orchester in Rio konzertieren.

Fußball hat Regeln (wie unser ganzes Leben), die eingehalten werden müssen. Aber eine gewisse Kulanz ist zu beobachten. Es erfreut uns heimlich, zu erleben, dass jemand die Regeln nicht so ganz einhält und dabei nicht erwischt wird. Auch ist so ein Spiel ein geschlossenes System, das kommt unserem Denken sehr entgegen. Das Spiel ist ein Drama, aber ein inhaltsfreies Drama, so wurde erklärt. Es ist eine Angelegenheit mit festen Regeln, und gleichwohl ist der Handlungsspielraum der Spieler so groß, dass jederzeit etwas völlig Neues, etwas noch nie Dagewesenes  passieren kann. Dauernd muss man mit einer Überraschung rechnen, weil die Handlungsbreite der Spieler (trotz Regeln) enorm groß ist.

Früher, vor 20 Jahren, war Fußball viel mehr Kampfsport als heute. Heute muss auch „schön“ gespielt werden. Und das sehen wir auf dem Spielfeld. Es ist zudem ein Spiel, bei dem die Körper zwar aneinanderrasseln, aber doch nicht so eng wie etwa beim Ringen. Beim Tennis zum Beispiel, sind die Körper weit auseinander. Beim Golf ist es am krassesten: Wenn ich spiele, verlässt der Gegner das Spielfeld.

Und so wurde einem in den Räumen in der Jakobstraße noch vieles klar. Alles in Form eines Gesprächs zwischen Dr. Jürgen Kippenhan und Professor Dr. Elk Franke. Interessant und sehr kurzweilig. Zwei Stunden vergingen wie im Fluge. Mehr über Logoi hier: http://www.logoi.de

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Das Presseamt der Stadt Aachen teilt mit: Die für Aachen neu entwickelten Chronoskope – Mediensäulen mit Hintergründen zur Geschichte Aachens –

Mediensäule bietet Hintergrundinfos zur Geschichte Aachens.

Diese Mediensäule bietet Hintergrundinfos zur Geschichte Aachens.

werden am 10. und 15. Juli an sechs Standorten in der Altstadt aufgestellt. Es sind 2,50 Meter hohe Stelen, in denen animierte Bilder und Filme zum Thema des jeweiligen Standortes laufen. So  erhält der Passant Informationen über das Besondere des jeweiligen Ortes, seine Bedeutung, seine Entstehung und seine Entwicklung über die Jahrhunderte.

Am 10.Juli ist die Aufstellung am Markt (Thema Rathaus), am Hühnermarkt (Thema Granusturm)  und am Hof (Thema Thermalquellen) geplant. Am 15.Juli folgen dann die zwei Chronoskope am Katschhof (zur Pfalz und zu den Regeln für die Königsgüter) sowie auf dem kleinen Münsterplatz (zum Dom).

Weitere Informationen zu den Standorten und Themen sind unter www.aachen.de/chronoskope zu finden. Dort sind auch alle sechs Filme abrufbar.

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Das Neue Kurhaus in der Monheimsallee wird aufwendig renoviert.

Das Neue Kurhaus in der Monheimsallee wird aufwendig renoviert.

Das Aachener Spielcasino (eröffnet 1976) zieht vorübergehend in das Alemannia-Stadion. Und zwar sogar für zwei oder drei Jahre. Der Umzug soll im Dezember über die Bühne gehen.

Das Neue Kurhaus an der Monheimsallee, wo der Spielsucht-Tempel angesiedelt ist, wird nämlich renoviert. Auf Kosten der Stadt für 19 Millionen Euro, wie zu lesen war. Nach der Renovierung ziehen die Spieler, die Utensilien und die Dealer äh Croupiers wieder an die Monheimsallee.

Im Stadion stehen tausende Quadratmeter im so genannten Business-Bereich leer. Da nimmt man dort das Casino natürlich sehr gern auf.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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